Das kuriose ist, das man selbst ohne grosse Ahnung beim Stud-Real-Money recht erfolgreich sein kann (aber nur auf dem untersten Limit).
Ich habe mir damit einen grö�?eren Teil meiner Bankroll aufgebaut. Folgendes Wissen reicht aus, um +EV in Stud zu spielen:
O.K., die Regeln sollte man kennen, ferner:
Voraussetzungen: voller Tisch (7-8 Leute), hohe Beteiligung an der Action (wenn nicht mindestens 3-4 Leute sich die 4. und 5. Strasse ansehen, braucht man wirklich Ahnung; an solchen Tischen sofort wieder verschwinden),
Uhrzeit passend, damit die Gegner schon besoffen sind (Stud spielen eh nur Amis, ich habe 1-2 Monate dies gerne vor dem Schlafen gehen gespielt, also so zwischen 2-6 Uhr, da passt's)
Starthände-Kriterien: -
grö�?eres Pocketpaar (Grenze bei TT oder 99), abhängig vim Kicker,
kleineres Pocketpaar, guter Kicker (z.B. 66-88 mit A-Q als sichtbare Karte, keine höhere Karte sichtbar),
kleineres Pocketpaar, Kicker ist suited connector zu einem der Pocket-Karten,
grundsätzlich sollten bei Pocket-Paaren weder gleichartige Kartenwerte zum Pocket noch zum Kicker herumliegen (bei ersterem ist die Chance auf ein Set zu gering, bei 2.tem zu 2Paar bzw. Semi-Blöff),
vergesst kleine Pocketpaare mit As-Kicker (die Gegner haben auf den kleinen Limits nicht das Format den Semi-Blöff anzunehmen),
Paare bei denen eine der gepaarten Karten offen herum liegt ab 88-TT, abhängig vom verdeckt liegenden Kicker und den anderen herumliegenden Karten
3-suited, es liegen höchstens 2 weitere Karten der gleichen Farbe offen herum (wenn es genau zwei sind, sollte die eigene offen liegende Karte etwas furchteinflössend sein),
3-connected ab QT9, falls 2 davon suited sind ab 987 oder T98 (je nach den offen liegenden anderen Karten)
Spiel auf den weiteren Strassen: (ist prinzipiell viel mathematischer als in Hold'em, man muss halt viele Outs zählen),
einfachste Grundregel zum Gewinnen braucht man meist >= 2Paare, AA-Paar ist marginal; Abzählen ist etwas schwieriger als in Hold'em, da man die schon gezeigten Karten beurteilen musss --> schätzt grob ab, wie viel von den eigenen interessanten Karten weg sind (auf +/- 1 Out kommt es in den niedrigen Limits nicht an)
Solange Chance auf >= 2Paar da ist und die Karten der anderen nicht zu gefährlich sind, einfach drin bleiben; bei sehr guten eigenen Karten raisen (nimmt eh kaum einer ernst)
Natürlich ist diese Strategie extrem trivial und würde gegen die ersten ernsthaften Gegner extrem -EV sein. Aber deswegen sucht man sich die richtigen Gegner (Zeit, wo die Amis müde oder besoffen sind). Vor allem hat man als PS.de-Hai schon die nötige Geduld gelernt, auch mal 10-20 Hände in Folge einzupassen (leider oftmals nötig und man wird auch nicht mehr nervös, dass dies bis zu $10 erstmal kosten kann). Der Hintergrund des ganzen ist einfach, dass man aus schlechten Händen mit nur der Ante und eventuell dem Bring-In und vielleicht der ersten Strasse herauskommt (<= $1,50, maximal $2,00 bei .50/1). Die Pötte sind unter obigen genannten Bedingungen üblicherweise zweistellig ($15-$20), da man nur gute Starthände wählt ist die Gewinn-Quote ab der 4. Strasse relative hoch, auf jeden Fall höher als 1/6-1/5 was für +EV ausreicht.
Vorausgesetzt man hat eine ausreichende Bankroll (>= $600), so stellt dies eine gute Möglichkeit dar, diese vier-stellig zu machen. Vorausgesetzt, man erkennnt, sobald man den ersten halbwegs vernunftbegabten Gegner findet: Dann ist nur noch die Flucht +EV.