Aktive Eismaschinen
Die beste Eismaschine für den Hausgebrauch ist in meinen Augen die Gaggia Gelatiera. Gaggia gehört zu Saeco und somit zu Philips, trotzdem muss man sagen, dass der Support quasi nicht existiert und die Qualitätsprüfung der Maschinen unter aller Sau ist! Man sollte zwingend bei amazon kaufen, da die Rückgabe dort am unkompliziertesten ist. Blöderweise ist die Maschine, so sie denn funktioniert, einfach perfekt im Eis machen :).
Der Preis schwankt sehr stark. Ich habe bei amazon 270 bezahlt, danach kostete sie wieder 299, jetzt 340, morgen 380 und in ner Woche 280, ich habe keinen Plan, welche Gesetzmäßigkeiten des Pricings sich dahinter verbergen, aber man sollte ein Auge auf die Preisentwicklung haben und sich immer die Warehouse Deals anschauen, denn dort gibt es sie auch sehr oft!
Die Verarbeitung der wichtigen Teile ist sehr gut. In der Maschine steckt sehr viel Kupfer und die leitenden Teile sind tiptop verarbeitet. Mein Gerät hat sehr unangenehm gequietscht, das liegt am Antrieb des Rührmotors. Da ich aber keine Lust hatte, das Teil zur Post zu schleppen, da es sehr schwer ist, hab ich es geöffnet und das Problem selber behoben. Eigentlich unnötig, da amazon es eh tauscht, aber an sich war ich ja zufrieden mit dem Gerät.

Das ist die Maschine von innen. Hinten der große Kompressor, seitlich das Kühlelement, vorne unten der Motor und der feste Eisbehälter.
Im Lieferumfang enthalten sind alle Teile, die man benötigt, um das Eis herzustellen. Man kann es sowohl im in der Maschine eingelassenen Behälter zubereiten, oder aber einen herausnehmbaren Behälter einsetzen, was natürlich die Entnahme und Reinigung stark erleichtert.
Da aber zwischen dem eingebauten und dem einsetzbaren Behälter eine minimale Luftschicht ist und Luft ein sehr schlechter Kälteleiter ist, muss man einen kleinen Schuß 40%+ Alkohol in den festen Behälter füllen, bevor man den Herausnehmbaren einsetzt. Alkohol friert nicht und leitet die Kälte extrem gut weiter. Im Lieferumfang ist ein kleines Gefäß, dass die genaue Menge Alkohol abmisst (ich nehme Vodka oder irgendeinen Fusel, man braucht ja nur 10, 20ml).
Andere Maschinen mit Kompressor haben entweder einen zu schwachen Motor, einen zu schwachen Kompressor oder fragile Rührarme. Natürlich wird man auch mit einer Unold, Cuisinart oder Nemox besseres Eis als mit den passiven Maschinen machen, aber die Gaggia ist einfach perfekt und die Preisdifferenz zu diesen Maschinen ist definitiv nicht groß genug, um die schlechteren Ergebnisse zu rechtfertigen.
Die Bedienung der Maschine ist kinderleicht. Man hat eine "Eieruhr", die dreht man einfach jedes Mal auf Anschlag auf. Dann gibt es einen Schalter, der den Kompressor anschaltet, womit die Kühlung beginnt und einen Schalter für das Rührwerk.
Die Eismasse sollte kalt sein, dann friert das Eis schneller und gleichmäßiger. Wenn man aber spontan Bock auf Eis hat, geht auch lauwarme Masse, die bloß ne Stunde gekühlt hat (so mache ich es eigentlich immer). Wenn man die Maschine herausfordern will, kann man auch warme Masse reinfüllen, der Kompressor liefert ja immer weiter Kälte - aber davon ist abzuraten. Soviel Zeit muss sein, man kann ja die Masse kurz in ein mit kaltem Wasser gefülltes Spülbecken stellen und aufräumen, dann ist sie schon lauwarm.
Wenn der Motor sich nicht mehr drehen kann (auf die Eieruhr achten, wenn die abgelaufen ist, was etwa 45 Minuten dauert, dreht der Arm auch nicht weiter) ist das Eis fest genug und fertig. Dann sollte man schnell den Kompressor ausmachen und den Behälter entnehmen. Das Eis ist jetzt für meine Begriffe perfekt, 30 Minuten im Eisfach machen es noch kugelfester, aber ich löffel es auch gern direkt aus dem Behälter! Wenn man Mix-Ins reinstreuen will oder Swirls einrühren will, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür, wobei ich das auch gerne kurz vor Ende des Rührvorgangs mache. Wenn man zwei Mal Eis gemacht hat, kann man gut abschätzen, wie lange es noch dauert, bis es fertig ist und dann eine Minute vor Ende Sachen reinstreuen.
Der Rührarm besteht zwar aus Plastik, ist aber keinesfalls billig oder nachgiebig. Im Gegenteil, er ist steinhart und ziemlich scharf, wenn man also ein Idiot ist und den Rührarm nach getaner Arbeit ableckt wie ein Hungernder, der ne Woche nichts gegessen hat, kann man sich gut und gerne mal den Mundwinkel an den scharfen Kanten einschneiden! Hab ich... mal .. gehört :f_p:.
Das Eis wird in jedem Fall ordentlich durchgeknetet und die Masse ist am Schluß des Rührvorgangs immer homogen, cremig, dicht aber gleichzeitig luftig und zart.
Industrielle Maschinen machen kein besseres Eis als die Gaggia! Sie machen nur deutlich größere Mengen und müssen deutlich mehr Belastung aushalten können. Sie kühlen mit einem Kompressor auf die gleiche Temperatur herunter und sie rühren auf die gleiche Art und Weise um. Würdet ihr eure Eisrezepturen in eine solche, 1500€+++ Maschine kippen, würde das Ergebnis exakt gleich schmecken.
Ganz findige Küchenkenner werden jetzt sagen, dass das beste Eis der Welt nur aus einem Pacojet kommen kann. Jup. Ein Pacojet kostet 3000€, ist riesig, macht einen Höllenlärm, muss mit großen Mengen gefüttert werden und spuckt dementsprechend 15 Liter Eis aus und steht in KEINER! EISDIELE! AUF DER WELT! Das ist ein Gerät für die gehobene (Sterne)Küche und dient einem völlig anderen Zweck, vornehmlich der Produktion von Eiscreme aus Zutaten, die sich mit konventionellen Eiscremezutaten wie Ei, Sahne und Zucker nicht besonders gut vertragen (Feldsalatsorbet z.B.).
Im nächsten Teil beschreibe ich kurz ein wenig hilfreiches Zubehör und die beiden Grundzubereitungsarten von Eiscreme, einmal die klassische Custard-based-Variante, die Erhitzen und Eindicken erfordert und einmal die leichtere Philly-Style-Variante, die ohne Erhitzen auskommt. Das mache ich allerdings nicht mehr heute :).