Singles, Berufstätige und Koch-Faule kennen sich aus: Convenience Food heißt die Lösung für alle, die schnell und einfach kochen wollen. Die Palette an Fertiggerichten ist riesig, und ständig erobern neue Produkte den Markt. Dabei sind die Qualitätsunterschiede immens. Denn das Essen aus der Dose, Tüte oder Tiefkühltruhe bietet zwar fixe Alternativen, doch gesund und lecker sind längst nicht alle. Welche Fertiggerichte sind ein akzeptabler Ersatz für die frische Kost? Und welche Produkte sollten Sie besser aus Ihrer Küche verbannen? Wir verraten Ihnen, wie schnelle und gesunde Leckereien auf Ihrem Teller landen.
Frisches contra Dosenzauber
Essen aus der Dose ist noch immer verpönt und gilt als ungesündere Alternative zur frischen Kost. Ein Irrtum: Denn die gesunden Inhaltsstoffe von Obst, Gemüse und Fleisch bleiben weitgehend erhalten. Nach einem kurzen Dampfbad kommen die Lebensmittel direkt in die Dose. "Vitaminkiller wie Licht und Luft bleiben draußen", so berichten die Dosenköche. Und geben Tipps zum richtigen Zubereiten: "Produkte aus der Dose sind bereits vorgegart. Sie sollten deshalb nur kurz erwärmt werden, um die Vitamine zu schonen." Was dagegen zu Hause in der Obstschale oder im Gemüsefach liegt, verliert schneller an Vitaminen. Neue Studien haben ergeben, dass Dosen oft genauso viele Vitamine und Nährstoffe enthalten wie frisch Zubereitetes. Das gilt auch für die Tiefkühlkost: Werden frisch geerntetes Obst und Gemüse von den Herstellern schockgefrostet, so bleibt der hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen bis zum Auftauen erhalten. Beim langsamen Einfrieren bilden sich dagegen Eiskristalle, die die Qualität und Nährstoffe mindern.
Lasagne, Kartoffelbrei und Pasta im Test
Im Gegensatz zu den Einzelzutaten aus der Dose oder der Tiefkühltruhe sind komplette Fertiggerichte keine gute Alternative zur selbst gekochten Mahlzeit. Nur wenige schmecken. Die meisten vermeintlichen Leckereien sind "pappig, zäh, breiig, verkocht oder unappetitlich", so das Urteil der Geschmacksexperten von Öko-Test. Das Verbrauchermagazin hat in seiner aktuellen Ausgabe 27 verschiedene Fertiggerichte getestet - von Lasagne und Pasta über Nasi Goreng bis hin zu Gulasch und Kartoffelpüree. Am besten schnitten tiefgekühlte Reis- und Pastagerichte ab. Beim Nasi Goreng gab es nur "gute" und "sehr gute" Testergebnisse. Bei der Pasta mit Käse und Spinat bekamen vier von fünf Produkten die Bestnote. Immerhin die Hälfte der Lasagnen wurden mit "gut" bewertet. Schlechter ist das Ergebnis bei den Kartoffelbechern und Gulasch-Schalen-Menüs. Hier schneidet nur ein Produkt mit "sehr gut" ab: der Kartoffelbecher "Natur Compagnie Kartoffelbrei mit Röstzwiebeln, Bio". Die schlechtesten Noten gab für "Erasco Rindergulasch" und "Gewiko Schweinegulasch": Bei beiden fehlten Angaben zu wichtigen Zutaten wie dem Gemüseanteil und der Geschmacksverstärker Glutamat wurde zugesetzt.
Zu viel Salz, zu wenig Füllung
Tendenziell steckt der Geschmacksverstärker, der Kopfschmerzen auslösen kann, aber in wenigen Produkten, so das positive Urteil das Verbrauchermagazin. Nicht so erfreulich für die Verbraucher: In einigen Fertigmahlzeiten ist viel weniger drin, als die Hersteller auf der Verpackung angeben. Hier war die "Hilcona Lasagne Bolognese" der Test-Verlierer: Statt satten 74 Prozent Füllung, wie auf der Packung angegeben, steckten tatsächlich nur 44 Prozent drin. Weiter kritisiert Öko-Test, dass viele Artikel immer noch zu viel Kochsalz enthalten. Pro fertige Mahlzeit kommen so schnell vier oder mehr Gramm zusammen – fast schon die empfohlene Tagesmenge. Denn nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind sechs Gramm pro Tag völlig ausreichend.
Quelle: Juli-Heft von Öko-Test