Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um den absoluten Menü-Schlusspunkt zu erwähnen.
In den besten Restaurants gibt es ja schon länger den Brauch, dass man zu Mantel und warmen Worten noch einen kleinen Pralinenkoffer, aus dem man sich bedienen darf, hingestellt oder gar eine fertig gepackte Tüte mit allerlei Leckereien mit auf den Nachhauseweg bekommt. Diese Art der Gastfreundschaft hat, finde ich jedenfalls, Klasse und unterstreicht ein liebevoll gekochtes Menü!
Da Patisserie heftig und nix für jedermann (und auch nicht für mich) ist, bieten sich Schokotrüffel an. Nicht dieser komische Alkohol-Billigschoko-Kram aus dem Supermarkt, sondern selbst gemachte, kleine Schokobomben. Die sind fix gemacht, lassen sich unendlich variieren und vereinen alles, was man an Schokolade liebt.
Ferran Adrias super simples Rezept ist für mich das beste und bietet auch viel Spielraum für Zusätze.
Gleiches Verhältnis 60-70er Bitterschokolade zu Sahne (32-36% Fett, also die ganz normale aus dem Supermarkt passt), pro 100gr Schokolade 1,5 TL Butter, Kakaopulver.
Beispiel:
100gr 70% Schokolade
100gr Sahne
1,5 TL Butter
Schokolade kleinhacken und in eine (Metall)Schüssel geben. Sahne aufkochen und von der Hitze nehmen, kurz (1-2 Minuten) warten und auf die Schokolade kippen. NICHT direkt rühren, sondern 3 Minuten warten. Dann kräftig durchrühren, bis die Schokolade geschmolzen und die Masse glatt ist. Nun die Butter dazugeben und einrühren.
An dieser Stelle kommt dann eure Phantasie ins Spiel. Die Ganache (so nennt man die Schokomasse, die nun entstanden ist) ist fertig und kann verfeinert werden.
Es bieten sich geröstete Haselnüsse an (kurz kleinhacken), oder Haselnussmuß (oder eine Kombi aus beiden, für Nutella/Ferrero Küsschen Plagiate), gehackte Pistazienkerne, grobes Meersalz, .. Weinbrand geht auch IMMER, der Alkohol verstärkt den Geschmack, man muss aber sehr vorsichtig sein, sonst überlagert er alles.
Ich teil die Ganache einfach auf drei, vier Schüsselchen auf und mache ein paar verschiedene Trüffel.
Dann lässt man die Masse abkühlen, am besten bei Zimmertemperatur, ich finde aber auch, dass zwei, drei Stündchen im Kühlschrank kein Problem sind, wenn man es an einem Tag machen will.
Zum Schluss ein großes Stück Backpapier oder sonst was nehmen, Kakaopulver darauf streuen (echtes Pulver ist ein Muss, nicht Kaba, Nesquick und Konsorten, das ist kein Kakaopulver sondern eine Trinkmischung), ruhig sehr großzügig.
Mit zwei Teelöffeln Nocken aus der Schokolade stechen und in das Pulver plumpsen lassen. Trüffel wenden (am besten mit dem Löffel, damit er nicht in die Hand schmilzt), wenn er dann schön in Kakaopulver gehüllt ist, kurz von einer in die andere Handfläche werfen, damit das überschüssige Pulver abfällt und fertig.
Zum Lagern in ne Schüssel geben, die mit Backpapier ausgelegt ist, mehrere Schichten mit Backpapier trennen, wenn man stapelt, und halbwegs luftdicht in den Kühlschrank. Halten sich locker ne Woche so. Man kann sie auch draußen lassen, denn bei Zimmertemperatur schmecken sie mit Abstand am besten. Dann aber besser nicht in totgeheizten Räumen :).
PS: Die Qualität der Schokolade und ganz besonders der Extrazutaten ist sehr wichtig. Lindt sollte es schon sein, oder Feodora etc.. Die gehackten Haselnüsse aus der Backecke für 80 Cent schmecken zwar im Kuchen gut, aber in Trüffeln recht muffig. Im Bioladen gibts ganze geröstete Haselnüsse, die schmecken grandios.