Commtool geht für mich 4ever Einsteiger leider nicht, aber ich hätts ohnehin gepostet ist sicherlich auch motivierend:
Ich bin 22 Jahre alt, 1.85m groß und wiege atm 98kg.
War mein ganzes Leben lang dick. Natürlich nicht immer so extrem wie am Schluß mit meinen 160kg aber im Verhältnis gesehen immer soviel dass man von starker Adipositas spechen kann. Meine Fettleibigkeit ist nicht das Produkt meiner widrigen Lebensumstände oder etwaiger Schicksalsschläge gewesen (stamme aus einer gehobenen Mittelschicht-Familie). Sicher gab es auch früh in meiner Kindheit traumatisierende Erlebnise, diese zieh ich aber sicher nicht als Erklärung für mein Aussehen heran wie es einfach von sovielen Menschen geglaubt wird. "Oh der Mann wiegt 230kg, es muss dafür einen Grund geben. Man wird doch nicht freiwillig fett." Derartige Märchen muss ich den meisten Leuten in meiner Umgebung auch erstmal aus dem Kopf schlagen wenn man mich nach meiner Geschichte fragt.
Ich sage immer "Masse erhält Masse". Wenn man einmal, warum auch immer, fettleibig wird ist es selbstverständlich ein Leichtes den Körper auch zu halten. Dein Grundumsatz ist höher, der Körper giert nach mehr um auf dem Level zu bleiben und bestraft einen mit Symptomen ähnlich wie dem Entzug wenn die Nahrungszufuhr ausbleibt. Das führt natürlich zu einem Teufelskreis aus Zunahme, Gier und oft auch schlechtem Gewissen.
Anfang 2011 probierte ich es einfach mal aus wie es ist nicht mit weniger auszukommen sondern einfach mit einer Umstellung. Mir war garnicht bewusst was ich da praktiziere, ich habe nie ein Buch dazu gelesen oder bin wegen meiner Abnahme zum Arzt gegangen. Erst als ich erste Erfolge aufweisen konnte informierte ich mich weiter was es für Konzepte gibt und wie man die umsetzt. Ich war also kein "Diät-Planer" der jetzt irgendwie stundenlang vorm PC saß und den Begriff Low-Carb googelte. Mein Tagesablauf war einfach gestrikt: 2 Mahlzeiten am Tag. Mittags etwas KH (ab jetzt Kohlenhydrate im Text) und Abends keine mehr. Dabei soviel essen bis ich satt war. Pute, Hähnchen, Magerquark, Pferdefleisch eben alles stark Eiweißhaltige. Durch mein angefangenes Studium hatte ich Glück. Relativ schnell merkte ich dass Vorlesungen zu besuchen für mich eher wenig Sinn macht so wurde ich zum Selbstlerner zuhause und konnte auch mal bis 12 Uhr schlafen um meinen Zwei-Mahlzeiten-Plan einzuhalten. 12-13 Uhr Mittag, 18-19 Uhr Abend. Damit hat man bis zu 18 Stunden zwischen Abend und Morgen. Wertvolle Zeit die dein Körper nutzt um Masse abzubauen.
Ich hatte keinen Schalter im Kopf der "Klick" gemacht hat, wie ebenfalls von vielen Leuten gedacht. Ich wusste dass ich mit 40 an meiner Fettleibigkeit zu Grunde gehen werde wenn sich das Fett und Cholesterin an meinen Arterienwänden so sehr angereichert hat dass ich einen Herzinfarkt erleide. Das war mir alles seit meinem 6ten Lebensjahr bewusst (In der Hinsicht ist ein dicker Mensch wirklich schizophren. Er weiß einfach dass er daran sterben wird tut aber nichts dagegen). Ich habe es einfach ausprobiert und hab mich dran gehalten als sich Erfolge einstellten. Die ersten beiden Tage war das Verlangen nach KH wirklich groß und ich musste mich wahrlich beherschen nicht noch eine Scheibe Brot nachzuschieben wenn ich abends im Bett lag und über meine Situation nachdachte. Aber für mich war das auch eine Herausforderung ob ich es schaffen würde meinen Willen durchzusetzen und nicht schon wieder meinem Körper nachzugeben.
Man sagt dass man mir meine rund 100kg garnicht ansieht und dass ich jetzt genug abgenommen hätte doch das ist Blödsinn auch mit 100kg bin ich noch übergewichtig und das sicherlich gesundheitsgefährdend. Für mich zumindest hat sich auch außer im sexuellen Bereich keine Verbesserung der Lebensqualität eingestellt. Beliebte Frage: "Gehts dir jetzt besser, fühlst du dich vitaler/toller?". Kann das nur mit Nein beantworten. Man nimmt ja nicht von heut auf morgen 60kg ab. Sondern jeden Tag ein Bisschen. Man gewöhnt sich an den Zustand. Treppen steigen konnte ich vorher schon ohne aus der Puste zu sein.
Damit beende ich mal hier meine Geschichte, der Post ist soweiso schon lang genug. Wenn Interesse besteht kann ich auch noch gerne erzählen wie ich Gewichtsplateaus durchbrochen habe (danach werd ich auch immer wieder gefragt) oder andere Fragen beantworten. Doch hier soll es um deinen Freund gehen und wie ihm geholfen werden kann.