Mythoughts Post enthält viele interessante Ideen.
Zunächst vorweg: fold Flop ist bestimmt kein grosser Fehler, weil du nicht genug Equity für den Calldown hast und nach call Flop auf viele Karten auf dem Turn aufgeben musst. Das Board kann sich nach dem Flop fast nur verschlechtern. Es ist sehr schwierig, am Turn gut weiterzuspielen, wenn man auf dem Flop callt.
Die Idee, die Hand in einen Bluff zu verwandeln, hat deshalb etwas für sich. Die zwei Hauptüberlegungen dazu sind: gegen welche Hände habe ich Foldequity und reicht das, um die Hand als Bluff zu spielen? Wenn ich am Flop bluffen will, ist 55 dafür eine gute Hand oder mache ich das lieber mit einem anderen Teil meiner Range?
Welche Hände der Gegner folden kann, das hängt stark vom Spielertyp ab. Je looser er ist, desto weniger foldet er. Es gibt aber ziemlich viele Hände, die auf dem Flop nicht viel haben und auf dem Turn nicht viel dazubekommen. Generell kann man davon ausgehen, dass der Gegner wegen der möglichen Draws Pockets wahrscheinlich nicht folden wird. Eine T ganz sicher nicht. Vielleicht callt er sogar mit einem K runter. Zieht man das alles ab, bleibt immer noch eine Menge Trash in der gegnerischen Range.
Gut 14% der Range des Gegners ist weder Pair oder besser noch K high, noch Gutshot oder besserer Draw. Da sind zwar ein paar backdoor Draws dabei, aber viele Gegner würden das sofort folden. Die Chance auf eine 5 auf dem Turn macht 2/47 = 4,3% aus. In knapp 19% der Fälle wäre der Checkraise also gut.
Die Odds für einen Checkraise wären 5,5:2 = 2,75:1. Wenn du Gewinn machen willst, dann muss der Checkraise in 1/3,75 ~ 27% der Fälle klappen. Das sieht direkt gesehen nicht so gut aus. Der Gegner muss ausserdem noch weitere Hände gleich folden oder noch einige mehr auf dem Turn. Der Move checkraise Flop, bet Turn kostet dich 2 BB, wobei du 3,75 BB gewinnen kannst (den Pot am Flop plus den Call des Ggeners am Flop. 3,75:2 = 1,875:1 Odds sind natürlich schon viel schlechter. Du musst dann in 35% der Fälle Erfolg haben. Die 5 am Turn triffst du nicht öfter, was bedeutet, der Gegner muss bis zum Turn 31% seiner Range folden. Knapp 52% seiner Hände haben am Flop ein Paar und 6 Outs (K high) treffen zu 13% ein Paar am Flop. Die Gutshots treffen ihre Outs noch öfter. Das wird also knapp werden, selbst wenn der Gegner alle Gutshots am Turn foldet. Damit der Move gut ist, muss der Gegner alle Ks, die kein Gutshot und kein Flush Draw sind, am Flop schon folden.
Das bringt uns zu der Frage, welchen Teil seiner Range man bluffen sollte, wenn man bluffen will. Das ist ganz einfach: wenn die Foldequity alleine es nicht richtet, braucht man Outs, die für Equity gut ist. Das sind die Draws. Ein Gutshot hat vielleicht 6 diskontierte Outs, die bringen für den Turn 6/47 = 13% Gewinnchance. Das zusammen mit den 14% Foldequity auf dem Flop sind die benötigten 27%. Wenn man also bluffen will, dann am besten Draws oder wenigstens Hände mit backdoor Draws.
55 ist keine gute Hand, weil der Showdownvalue verschwindet, wenn man blufft und man nicht ausreichend Outs hat.
Wenn man Draws und Ass checkraist, dann ist die Range nicht zu valuelastig, weil Heros Range wegen der zwei Asse auf dem Board gar nicht so viele Asse enthält. Checkraist Hero Ass und Flush Draws, dann besteht seine Range fast zur Hälfte aus Flush Draws (44 gegen 41 Kombos), was ganz sicher keine valuelastige Quote ist. Mischt man die Gutshots QJ dazu, dann besteht seine Range sogar zu 56% aus Draws.
Das bedeutet, die Range aus Ass und Draw ist bereits gut ausbalanciert. Man sollte nicht übermässig viele Bluffs hinzufügen, wenn man nicht davon ausgeht, dass der Gegner zu viel foldet.