Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] Equity Frage

9 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
365 Ansichten
TrentFM
Beigetreten: 15.04.2006

Hand abspielen

$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)

Preflop: Hero is BU with K:d, 8:d.
2 folds, Hero raises, SB folds, BB calls (TAG 25/22/1,9/33 auf 740 Hände.

Flop: (4.4 SB) 5:s, 5:c, 6:c (2 players)
BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.

Turn: (4.2 BB) 6:d (2 players)
BB bets, Hero folds

Final Pot: 4.2 BB.

Wenn man annimmt, dass der Gegner hier jeden Flop mit Flushdraw, OESD, Gutshot+2 Overcards und Made Hand checkraist, dann sollte man imo den Flop callen.
Habe ihm hier folgende Range gegeben:
33-22, Ac4c, Ac3c, Ac2c, KcTc, Kc9c, Kc8c, Kc7c, K6s-K5s, Kc4c, Kc3c, Kc2c, QcTc, Qc9c, Qc8c, Qc7c, Q6s-Q5s, Qc4c, Qc3c, JcTc, Jc9c, Jc8c, Jc7c, J6s-J5s, Jc4c, Jc3c, Tc9c, Tc8c, Tc7c, T6s-T5s, Tc4c, 9c8c, 97s-95s, 85s+, 8c4c, 74s+, 63s+, 53s+, 43s, A6o-A5o, K6o-K5o, 97o+, 87o, 76o, 65o

Unsere Equity auf dem Flop: 32.6%
benötigte Equity: 1/(5,2+1)= 16%

Am Turn kommt für mich nichts und so gebe ich die Hand auf was mir im Nachhinein als Fehler erscheint.

Kann man annehmen, das der Gegner am Turn noch mal seine Gesamte Flop-Checkraising-Range bettet?

Ich sage ja und so haben wir nun mehr Equity als am Flop und müssen nochmal callen.

Am Board liegen nun 2 Paare und wir haben ordentlichen SD-Value, da nur wenige bessere unimproved Hände in Villains Flop Raising Range (Ac4c-Ac2c, KcTc-KcTc) liegen.
Somit muss ich fast jeden Non-Club River callen.

Fragen:

  • Stimmt die Flop-Checkraising-Range, die ich dem Gegner am Flop gegeben habe?
  • Stimmt es das der Gegner hier 100% der Flop Range am Turn nochmals bettet?
  • Ist die Formel für die benötigte Equity 1/(aktueller Pot+benötigter Einsatz) richtig?
  • Muss ich jeden Non-Club River callen und sonst folden?

Vielen Dank für alle Kommentare, sorry dass ich schon wieder einen Roman geschrieben habe


8 Antworten
Hypno87
Beigetreten: 09.03.2009

Preflop kann man die Hand raisen und stellt einen guten Bluff dar.

Flop ist Bet/Fold

Turn wäre zwar noch eine Gutshot-Straight möglich mit guten Overcards, die deiner Hand sogar noch Showdown-Qualität gibt, zu den Nuts.


TrentFM Themenstarter
TrentFM
Beigetreten: 15.04.2006

Original von Hypno87
Preflop kann man die Hand raisen und stellt einen guten Bluff dar.

Flop ist Bet/Fold

Turn wäre zwar noch eine Gutshot-Straight möglich mit guten Overcards, die deiner Hand sogar noch Showdown-Qualität gibt, zu den Nuts.

Sorry, ich verstehe deinen Post nicht ganz


Serdna777
Beigetreten: 15.01.2010

also ich kann mir gut vorstellen,dass die Leute ab diesem Limit agressiver spielen.dazu ist es shorthanded Tisch.BB hat Straigt und flushdraws in seiner Range.Turn ist blank.
am River wird pott 8.2 sein,wenn du zu SD gehst und 2 BB zahlt.also du solltest min 2/8.2=24.4 % Eguity haben.
wegen dem 3ten Kreuz : mach doch nochmal die Eguityanalyse fuer River mit :club: .


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

im wesentlichen dürfte die Checkraising Range des Gegners so aussehen, wobei man ihm auch noch ein paar bessere Pockets in die Hand geben kann. Im Silberchart kommt zwar ab 44+ preflop ein Reraise, aber es gibt Spieler, die diese Pockets call preflop, checkraise Flop spielen. Sehr viel macht das nicht aus.

Contibet Turn: wäre Standard. Im Prinzip hat der Gegner null Foldequity auf so einem Flop und sollte wissen, dass er eine Contibet auf dem Turn benötigt, um etwas zu erreichen. Jeder aggressive Spieler würde das auch tun. Eine alternative Linie wäre check/call Flop, checkraise Turn. Die ist teurer als die checkraise Flop Linie, balanciert aber die cc cc und cc cf Linie, die der Gegner vielleicht auch mal spielen will. Wenn er aber den Flop checkraist, dann wäre es vernünftig von ihm, auch den Turn zu betten.

Equityformel: haut nicht hin, da der Pot am Flop nicht zu Ende ist. Du musst berücksichtigen, dass du am Turn (mindestens) und vielleicht auch am River weitere Bets bezahlen musst, um die Equity zu realisieren. Du kannst also nur die Equity zählen, die du auch realiseren kannst. In der Praxis unterscheidest du daher zwei Fälle: Equity, die durch Outs repräsentiert wird und Showdownequity. Die Outs spielen sich nach Odds und Outs unter Berücksichtigung von implied Odds. Die Showdownequity wird unter Einbeziehung der zu erwartetenden Bets bis zum River gerechnet. Mit dem K callst du zum grossen Teil für Showdownequity, während du auch ein paar Outs hast. Outs hast du aber nicht viele, weil die made Hände des Gegners bereits sehr gut sein können. Hauptsächlich geht es also um den Showdownvalue.

Der schlimmste Fall dabei ist, dass du jede Runde eine Bet bezahlen musst. Dann hat der Pot am Showdown eine Grösse von 4,2 BB + 2* 2 BB = 8,2 BB. Das kostet dich am Flop noch 2,5 BB und am Turn noch 2 BB. Die benötigte Equity ist
Kosten des Calldowns / Pot am Showdown = 2,5/8,2 = 30,5% am Flop und 2/8,2 = 24,4% am Turn. Der Rake nimmt dir noch einmal 1,5% ab. Du landest also bei 32% am Flop und 26% am Turn.

Wenn du den Turn callst, dann bist du auch im Showdown, wenn möglich. Auf dem River bekommst du Pot Odds von 1/7,2, d. h. du benötigst eine Equity von 1/8,2=12,2%, mit Rake knapp 13%. Du kannst dir das mit dem Equilab ansehen:

Kritisch ist nur die 7:c.

Das wird allerdings durch die Bereitschaft des Gegners, durchzubluffen, relativiert. Wenn er nicht mehr so oft den River blufft, dann ist deine Equity zwangsläufig niedriger. Andererseits werden viele mit einem Ass den River nicht mehr betten, weil sie davon ausgehen, dass kaum bessere Hände folden und kaum schlechtere callen. Stattdessen wollen sie vielleicht lieber selbst einen Bluff fangen. Das wieder verbessert deine Aussichten etwas.

Editor einstellen: ->Tab Forum drücken. Dann findest du oben unterhalb der Reiterleiste ->Dein Profil. Von da aus weiter zu -> Einstellungen editieren -> Erweiterten Eingabeeditor benutzen?


Hypno87
Beigetreten: 09.03.2009

Dein Gegner kann random-händs halten und dennoch brauch man statistiken von ihm dafür.

Es ist bei nem Raise UTG am Flop doch schon schwer zu erwarten, dass am Turn eine Bet danach kommt.

Lies dir mal paar Artikel durch. Ich merke selber, wie man ständig auch angewandte Züge durchweg wieder auffrischen muss. Was erscheint dir an einer Hand, wie K8 so besonders?

Wenn ich dir hier : Ja, folden und gut sein lassen sagen würde, würdest du wirklich jeden K8 mit Gutshot-Straight, sowie Overpair-Chance folden?

Zur Hand:

Dein Button-Raise lässt steal-möglichkeiten zu, der aber beileibe nicht stark ist.

Known players:
[tg]Position_Stack:hands/vp$ip/RaisePreflop/AF/WTS/ORL/BBvsSteal/W$SD;MP1$2,92:31/35/23/2,0/55/-/-/17;Hero$1,29:///////;[/tg]
0,05/0,1 Fixed-Limit Hold'em (8 handed)
Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.104 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is BU with K♥, 4♦
UTG2 folds, MP1 raises, 3 folds, Hero 3-bets, 2 folds, MP1 calls.

Flop: (7,40 SB) K♦, T♣, 5♠ (2 players)
MP1 checks, Hero bets, MP1 calls.

Turn: (4,70 BB) 9♣ (2 players)
MP1 checks, Hero bets, MP1 raises, Hero calls.

River: (8,70 BB) 3♠ (2 players)
MP1 checks, Hero bets, MP1 folds, Hero gets uncalled bet back.

Final Pot: 8,70 BB

Ich hatte einen Beat kassiert, aber dennoch war selbst die Hand nicht schlecht, sobald ich floppe.

Am Flop muss ich aufpassen, aber dennoch hatte ich Vorteil, schon allein durch two-pair Möglichkeit und Drilling Möglichkeit.

Das Schwierige bei der Hand wird mir am Turn schnell klar, als ein Reraise UTG's Ranges von AT+/22+ vermuten lassen.

Während einer Session passieren viele Dinge, wozu es sich schon schwer lohnt, überhaupt zu bluffen, wobei selbst die Spielzüge Straight-Forward geschehen sollten.

Wie kommst du darauf, dass dein Gegner seine Spielweise ändert nur weil deine Mathematik es vorgibt?

Wenn du davon ausgehst, dass dein Gegner nur jede Hand maximal value spielt, ist er kein Gegner zum bluffen, sondern mehr noch ziemlich gefährlich, denn dann is ja grade noch wahrscheinlich, dass er setzen wird, also wäre es geldverschwendung noch trickreiches Spiel zu wagen.


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

@Hypno: du hattest mit deiner Hand viel Glück. Wenn du deceptive 3-betten willst (das heisst du 3-bettest mit klar schlechterer Equity), dann mach das am besten mit Händen die nicht so leicht dominiert werden (hohe Karten mit kleinem Kicker werden leicht dominiert) und mit Händen, die gute implied Odds liefern. Also Pockets, suited Connectors, meinetwegen gapped suited Connectors und offsuit Connectors (wird immer grenzwertiger). Mit K4o triffst du keine guten Flops. Triffst du die 4, ist das vielleicht das schlechtere Paar, triffst du den K, hat dein Gegner vielleicht den besseren Kicker. Mit JTs-87s passiert dir das viel seltener und du hast gute Chancen auf Straight oder Flush, was dir Monsterpötte bringen kann. Mit K4 kannst du keine Monsterpötte gewinnen. (Es sei denn, der Gegner spielt völligen Schwachsinn wie hier. cc Flop cr Turn und cf River ist totaler Blödsinn. Bettet er den River, bist du in ernsthaften Schweirigkeiten. Eigentlich schon auf den Turncheckraise.)


Hypno87
Beigetreten: 09.03.2009

Lies mal bisschen Artikel hier, die frischen die Standart-Züge auf und geben wieder Motivation zur Anwendung.

So scheiße vielleicht die Ein oder andere Hand von mir hier aussieht, so weiß ich auf jedenfall was und warum ich eben jenen speziellen Spielzug hier tat und da ist es mir schnuppe, ob deine Statistik aufweist, dass du tight-aggressive spielzüge aufweist, oder nicht. Wenn mein König ein FH machen will unter ganz spekulativen, gutgemeinten Spielzügen, dann wird der geraist...

Dem ein oder anderen wird schon klar sein, wieso ich mich im Limit auch manchmal wohler fühle, als bei den Varianzen vom No-Limit, bei dem du mit schwacheren Händen bei dem Turn ein All-In gesetzt bekommst, weil A9 genügend Outs hat, um selbst ein schwaches Pärchen zu dominieren.


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Sind nur gutgemeinte Ratschläge, no offense ;) Ich kenne das Konzept. Schliesslich muss ich auch gegen solche Gegner spielen. Wenn du mit K4o 3-bettest, dann spielst du gegen die Wahrscheinlichkeiten, auch wenn das mal gut ausgehen kann. Vor allem wirst du das nicht nur mit K4o machen, sondern dann auch mit vielen anderen Händen, weil die bessere Chancen haben. Du landest so bei einer 3-bet Rate von 50%, was jedem schnell auffallen wird. Irgendwann können sich die Gegner auch anpassen und spätestens da funktioniert es nicht mehr. An die selektiven Ranges kann man sich viel schwieriger anpassen.


Teilen: