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QJs vs. 3-Bet auf dry board. Bluff opportunity?

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SanWogi
Beigetreten: 02.07.2008
Oldschool Grinder

PokerStars - $0.25/$0.50 (6 max) - Holdem - 5 players
Hand converted by PokerTracker 4

Hero (CO): $6.50
BTN: $11.48
SB: $16.25
BB: $8.77
UTG: $11.48

SB posts SB $0.10, BB posts BB $0.25

Pre Flop: (pot: $0.35) Hero has Q♥ J♥

fold, Hero raises to $0.50, BTN raises to $0.75, fold, fold, Hero calls $0.25

Flop: ($1.85, 2 players) 7♣ 8♠ K♦
Hero checks, BTN bets $0.25, Hero ???

Villain ist 27/23/2.9/44 auf 119 Hände. Er wird also ein TAG sein, vielleicht etwas looser als Chart. Sein 3-Bet Pre ist merkwürdig hoch mit 20, aber das liegt vielleicht auch an der kleinen Sample.

Wenn er nach unserem 3-Bet Chart spielt, dann haben wir am Flop 17% und können also bequem gegen die C-Bet folden. Das Board ist allerdings so dry, dass er selber in 40% der Fälle keine brauchbare Hand hat und somit die Line checkraise Flop bet Turn eine hohe Foldequity haben dürfte.

3-Bettet er etwas looser, also z.B. mit 44% Equity gegen unsere Range, dann erhöht sich unsere Equity nur leicht, aber er trifft das Board auch weniger. Wenn er noch etwas looser (43% Equity) 3-bettet, wird es aber nicht unbedingt besser, denn dann trifft er das Board wieder eher.

Ist vielleicht eher eine Theoriefrage, aber wie loose muss er eigentlich 3-betten und wie light muss er folden, damit sich der Bluff hier lohnt?
Welche Hände aus der Standard-OR-Range würdet ihr hier bluffcheckraisen?


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5 Antworten
Pulow
Beigetreten: 21.10.2006
Oldschool Grinder

ich denke es ist nicht unbedingt besonders wichtig, wie loose er nun preflop 3b, da die hände die hinzukommen nen paar mehr Ax vll 22-44 und sowas wie Kx, Qx hände sind, dh die stärke seiner range am flop, wird sich dadurch denk ich nicht zu sehr verändern
zumindest solange er nicht supertight 3b.. ich mag mich irren, aber er hat auch bei "normaler" 3b nen haufen ui Ax, die er gegen c/r nicht alle zum sd bringen "sollte".

und bei dem "sollte" ist denk ich eher der knackpunkt, wenn der gegner trotz deiner eher starken c/r range auf dem board einfach blind sein Ax downcalled, weil es ja draws(T9,JT) gibt, dann lohnt sich der bluff natürlich nicht, und unsere edge kommt daher, dass wir genug gewinnen wenn wir hitten, da der gegner uns ja immer ausbezahlt.

nun stell sich die frage, wenn der gegner reasonable spielt und wir ihn vor schwere entscheidungen mit Ax stellen wollen, wieviel hände sollten wir da so bluffen ..
wenn wir jeden K c/r aber nur T9s und TJs,TJo c/r bluffen, dann hat er halt nen easy fold mit so ziemlich allem was keine value c/r schlägt :


Board: K♦8♠7♣
       Equity     Win     Tie
CO     82.61%  82.42%   0.20% { JJ+, 88-77, AKs, K7s+, JTs, T9s, AKo, KTo+, JTo }
BU     17.39%  17.19%   0.20% { TT }

damit möchste ich nicht sagen, dass man hier TT an villains stelle auf nen c/r folden sollte, immerhin c/r ja einige auch 8x auf dem board.. sondern wie mies man halt darsteht, wenn hier nicht "purebluffs" in der range sind..

dh es sollte halbwegs "standard" sein, dass hier QJ mindestens mit BD quasi immer c/r wird, dh ja nicht, dass man alle karten durchballern muss. man hat aber auf 6,9,T auch gut bluffouts.
wenn man es nicht tut, ist es ein exploit, gegen den viel zu loose callenden gegner mmn.
man kann sich natürlich streiten, ob man nun QJ oder AT hier in seine "bluffingrange" packen möchte, aber AT kann gegen loosere ranges auch durchaus passiv c/c werden ..

bei deinen geposteten stats, hat der gegner einen wts von 44 was unser einziger anhaltspunkt hier ist. intressanter wäre vll noch sowas wie flopfold werte, bzw. fold flop-cb vs raise zb. dann kannst du abschätzen ob er vll hier direkt am flop einiges aufgibt, oder dich den turn ballern lässt. da wir aber eh nur 119 hände haben sind die stats alle komplett zu ignorieren, und ich würde die entscheidung einzig und allein von deiner einschätzung am tisch abhängig machen, wie tight er hier auf welcher straße foldet.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Prima Analyse von Pulow! Grundsätzlich ist deine Checkraise-Range auf so einem Board ziemlich valuelastig (siehe Pulows Analyse), wenn du keine reinen Bluffs einbaust. Es gibt nur recht wenige Draws in deiner Range. Daher könntest du einiges an Foldequity haben. Das setzt natürlich voraus, dass der Gegner in der Lage ist, zu folden. Wären die 44 WtS echt, dann wird es vielleicht schon knapp.

Ein ziemlich grosser Teil der Range des Gegners hat diesen Flop verpasst. In der Silberchartrange sind rund 40% der gegnerischen Range high Card Ace oder schlechter ohne Draws. Die Range dieses Gegners könnte sogar etwas looser sein, aber damit trifft er den Flop nicht besser. Die gegnerische Range ist daher zum grossen Teil schwach und angreifbar.

Deine Hand eignet sich ziemlich gut für einen Bluffraise, da sie wenig Showdownvalue hat (gute Ax hätten zuviel Showdownvalue für einen Bluff) und durch einen backdoor Draw gestützt wird. Deine Pair Outs sind auch ganz passabel und verschaffen dir mehr als 50% Equity auf dem Turn, wenn du triffst. Wenn du also Bluffs in deine Range mischen willst, dann ist diese Hand ein guter Kandidat.

Wie loose der Gegner preflop 3-bettet, ist fast egal. Er trifft mit keiner Range den Flop gut. Nur die supertighten Ranges (<10%) haben fast immer ein Pair auf dem Flop. In allen anderen Fällen befinden sich genügend schwache Hände in der Range des Gegners, die er folden könnte.

Wie gross ist die benötigte Foldequity? Wenn man deine Equity auf 4 Outs diskontiert, dann hast du durch die Outs gut 16% Equity. Davon kann man sich etwas abziehen, weil du die Riverkarte nicht immer siehst. Dann hast du geschätzt 14% verwertbare Equity durch deine Karten. Wenn man weiter annimmt, dass du oft noch auf dem Turn eine follow up Bet machen musst, dann sind deine Odds für den Bluff 13,4:4 = 3,35:1. Das setzt sich zusammen aus dem Betrag, den du am Turn gewinnen kannst (7,4 SB am Flop, 4 SB, die am Flop noch in den Pot gehen, wenn der Gegner callt und 2 SB am Turn für deinen Bluff) und Kosten von 4 SB für dich (je 2 an Flop und Turn). Damit das profitabel für dich ist, brauchst du eine Equity von 1/4,35 = 23%. 14% hast du durch deine Karten, also brauchst du 9% Foldequity.


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SanWogi Themenstarter
SanWogi
Beigetreten: 02.07.2008
Oldschool Grinder

Ok, das klingt ja ganz gut als Anhaltspunkt für einen Bluff. Ich hab hier gefoldet, aber mir kam das zu weak vor, weil du auf dem Board halt 100% die Conti bekommst, aber Villain selber nicht so wirklich gut trifft.

Die 9% klingen jetzt gar nicht mal so schlecht angesichts dessen, dass er möglicherweise auch nur einen normalen WTS mittelfristig hat und bisher 4 von 12 Flops gegen eine Bet gefoldet hat und immerhin auch schon einmal den Flop gegen eine Raise direkt gefoldet hat. Insofern tendiere ich hier dann tatsächlich dazu, solche Bluffraises einzustreuen.

Zum Turn delayen würdet ihrs nicht, oder? Er hat bisher immer auch den Turn gecbettet wenn er den Flop gebettet hat. Aber dafür hätte ich dann lieber eine Hand, die ich sowieso peelen würde, sonst wird mir das zu teuer.


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Sendrafreak
Beigetreten: 31.05.2011
Oldschool Grinder

Siehe heutiges Cornholio-Coaching. Gerade das Backdoorargument macht den Bluffcheckraise zu einem spielbaren Manöver!


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Wenn du den Move auf den Turn verschiebst, dann wird er teurer und du machst ihn mit weniger Equity. Das bedeutet, du brauchst eine höhere Foldequity. Es besteht die Möglichkeit, dass der Gegner am Turn nicht bettet, vor allem nicht auf Karten, die dir weiterhelfen. Ausserdem kann der Gegner am Turn ein Out treffen, dass er auf dem Flop noch folden würde.

Deine Equity am Turn wird schlechter, da du den Move nicht in allen Fällen machst, sondern nur, wenn du kein Out triffst. Wenn du am Turn Q oder J triffst, möchtest du wahrscheinlich nicht checkraisen, weil du erstens kein grosser Favorit bist und dich zweitens nicht viele schlechtere Hände callen.

Statt Odds von 3,35:1 für den Move am Flop bekommst du nur noch Odds von 15,4:5 = 3,08:1. Du hast dann vielleicht noch 3 Outs, was bei noch einer weiteren Karte nur noch einer Equity von 3/46 = 6,5% entspricht. Du benötigst also eine Equity von knapp 25%, also eine Foldequity von ca. 18%. Das ist doppelt so viel wie am Flop. Der Move ist zwar stärker, aber das Risiko ist auch viel höher.


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