Original von Kyroka
Ist halt alles Bullshit.
-auch im FL kann man LAG spielen.
-auch im FL kann man unter FPS leiden.
-auch (gerade) im FL ist die Varianz eine Bitch. (Bis man PLO gespielt hat :P)
-auch im FL halten sich gute Spieler nicht an einen simplen Chart.
-auch FL ist letztlich ein guessing game und Reads sind eher noch wichtiger.
usw. usf.
Letztlich hast du doch ein Problem mit deinem Mindset. Sehe nicht, dass die Spielvariante etwas daran ändert.
widersprechen will ich dir auf keinen Fall.
Aber ich kann mich wirklich nur wiederholen. Ich spiele seit >25 Jahren Schach und bin ein sehr guter Spieler. Beim Schach gewinnt man dadurch, dass man GTO spielt. Die Fälle in denen man absichtlich einen schwächeren Zug macht, weil man glaubt dass der spezielle Gegner darauf so oft schwach reagieren wird, dass die eigenen Gewinnchancen steigen sind extrem selten.
Ich habe jahrelang an meinem Eröffnungswissen gearbeitet und an Endspieltechniken und es hat mir nicht nur viel an Spielstärke gebracht, sondern auch sehr großen Spass gemacht.
Auf genau dieselbe Weise würde ich gerne Poker spielen. Korrekt, logisch, nahe am Optimum, mit sehr viel Theoriearbeit und -wissen dabei und "alleine" dadurch, eben weil die Gegner mehr Fehler machen als ich, gewinnen.
Ich glaube, dass FL die besten Möglichkeiten in dieser Hinsicht bietet.
Bei NL habe ich extrem oft nicht die Sicherheit zu wissen welcher Spielzug der beste ist. Und genau diese Unwissenheit ist es die der Grund der Mindsetprobleme ist.
Alles was dann kommt, dass ich mal ein paar Hände unglücklich verliere, keines meiner Outs treffe, kartentot bin und dann anfange viel zu loose und zu aggressiv zu spielen resultiert nur daraus, dass ich nicht weiß, dass mein Spiel obwohl ich verliere korrekt ist. Ich nehme es natürlich an, sonst würde ich ja anders spielen, aber ich bin mir eben nicht sicher und weil ich unsicher bin beeinflussen mich die Ergebnisse massiv.
Klar kann man FL nicht einfach ausrechnen und nach nem hirntoten Schema spielen (zumindest nicht ab nem gewissen Limit) aber das ist auch nicht mein Ziel. Ich will schon nachdenken müssen und eben Entscheidungen fällen, aber ich will die Möglichkeit haben zu überprüfen ob meine Entscheidungen richtig oder falsch waren und nach allem was ich bisher über FL weiß (was noch nicht viel ist) ist das hier mind. 10x so sicher möglich wie bei NL.
(Kurioserweise ist es bei PLO in der Tat auch so, dass es extrem mathematisch ist, viel mathematischer als NL, auch wenn die Varianz in dem Spiel in der Tat unmenschlich ist).
Meine Hoffnung ist also, dass ich bei FL meine mindset Probleme in den Griff bekomme, indem ich die Sicherheit gewinne in den allermeisten spots zu wissen, dass ich profitabel gespielt habe (egal wie die Hand ausging) oder dass ich einen klaren Fehler gemacht habe.
Hätte ich dieses Wissen würde ich niemals tilten und ich glaube ich würde sehr schnell sehr gut werden, denn schon bei NL spiele ich in den (kurzen) Phasen wo ich mal wirklich völlig titlfrei spiele und Vertrauen in mein Spiel habe besser und erfolgreicher als alle die ich kenne, nur kommt halt meist schneller als mir lieb ist doch wieder die Unsicherheit und der Tilt zurück und dann mache ich mir alles wieder kaputt...
Wie gesagt, ich habe es mir genau überlegt und werde FL angehen, wenn es dennoch nicht klappt mit dem mindset dann muss ich das so hinnehmen und dann wird Poker auf ewig nicht mein Spiel bleiben.
Aber soweit ist es noch nicht.