Hab mittlerweile festgestellt, dass Heads Up Situationen gegen die richtigen Gegner zum profitabelsten gehören, was einem an einem Pokertisch passieren kann.
Jetzt gibt es aber leider im Strategieteil keine Richtlinien für's Spiel, wenn man schon vor dem Flop Heads Up ist (zumindest nicht bis einschliesslich Gold Content, keine Ahnung was danach kommt).
Im Starting Hands Expert Theory steht ja, dass der ORC Heads Up nicht zur Anwendung kommt, aber wie passt man sich an?
Sollte man tighter oder looser raisen als nach ORC? Öfter limp-reraisen? Hände completen, die man nach ORC gar nicht spielen würde?
Ich vermute ja, dass man Preflop eher tighter beim Raisen werden sollte, weil die Fold Equity natürlich niedriger ist in einer reinen Heads Up Situation und man mit Händen wie T6o oder 94s bei nicht getroffenem Board und gecallter Contibet in einer äußerst hässlichen Situation steckt.
Mein Ansatz wäre hier, nur Hände zu raisen, die auch unimproved Showdown Value haben und mit denen man guten Gewissens any Flop contibetten könnte (nach Gefühl also Qx Hände und höher). Nur completen sollte man dann vermutlich bei Händen mit nur marginaler Playability?
Und gilt Postflop noch das Prinzip, dass man als erster in einen Unraised Pot immer betten sollte?
Ich denke mal, gerade bei reinen Heads Up Situationen gibt es kein Patentrezept, aber ein paar Richtlinien wären gut, da HU gegen die richtigen Gegner natürlich eine Möglichkeit ist, in sehr kurzer Zeit sehr viel $$ zu machen.
Ich hatte gerade gestern so einen Fall, wo an einem SH Tisch auf einmal nur noch ein Gegner saß, der aber glücklicherweise grottig gespielt hat, viel zu oft seinen SB gefoldet hat, den BB viel zu selten defendet hat und Postflop ständig schon gegen Contibets raus war - der hat mir innerhalb weniger Minuten über 70$ (auf 2/4) praktisch geschenkt.
Als netten Nebeneffekt trainiert man in einer reinen HU Situation ausserdem die Gegner Reading Skills und HU Postflop Skills, die man auch im regulären SH Betrieb ständig braucht