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Protection als Underdog

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wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Gerade gelernt, dass man auch als Underdog in manchen Situationen protecten soll.

Wie sehen solche Situationen aus? Interessant für mich:

- anzahl spieler

- Position

- anzahl der gegnerischen Outs (evtl. falsche bERECHNUNG DER oUTS DER gEGNER -> INKORREKTE fOLDS?)

gerne mit konkreten Beispielen. Hier ist wohl eins, wobei mir hier noch die Equlation fehlt:

99 im 3-bettet pot 3-handed


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4 Antworten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Man kann es auf eine einfache Formel bringen: Raise als Underdog ist dann gut, wenn man dadurch Equity gewinnt. Je grösser der Pot, desto kleiner braucht der Equitygewinn zu sein, damit sich der Raise lohnt. Equity gewinnt man durch 3 Mechanismen:

  • dritte Spieler folden bessere Hände
  • dritte Spieler folden Outs
  • man selbst gewinnt Outs, weil dritte Spieler Hände folden, die unsere Outs blockieren

Ein Raise kann sich ausserdem lohnen, wenn man dadurch auf der nächsten Street einen taktischen Vorteil auf Grund der besseren Position bekommen kann. Klassisches Beispiel: Raise oder Cap für free Card. In diesem Fall dient der Raise dazu, die Gegner in Anlehnung an Sklanskys Fundamental Theorem of Poker zu einem Fehler zu verleiten, der grössere Auswirkungen hat als der Fehler, den wir mit dem Raise machen.


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wuerstchenwilli Themenstarter
wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Dann ist es aber für mich kein Protectionraise, sondern ein Raise FFC oder FFSD.

Wenn man EQ dazugewinnt... Hmmm. Also in Pötten, wenn die gewonnene EQ die Investtionskosten übersteigen. So hat es Aspirin ausgedrückt.

Das ist in große Pötten der Fall.


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Marvl
Beigetreten: 13.03.2005

Nein, ist kein Raise FFC oder FFSD, sondern, wie cjheigl bereits gesagt hat, ein Equitysteal.

Man raist quasi, um sich mit dem stärkeren zu verbünden und einen oder mehrere Dritte zu eliminieren, in der Hoffnung, dass der Anteil an der Beute sich dadurch um mehr als das zusätzliche Investment vergrößert.

Den Begriff „Protection“ auf dieses Verhalten auszudehnen, ist vielleicht ein bischen unpassend.

Bei der klassischen Protection, wenn man Favorit ist und trotzdem lieber möchte, dass die Gegner folden statt zu callen, möchte man sich gegen das schooling syndrome schützen.
Ein ähnliches, aber nicht das gleiche Motiv.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Ihr habt recht, Protection sollte man von Steal/Bluff trennen, auch vom free Card Raise. Bei Protection geht es im Kern nicht darum, bessere Hände zum folden zu bringen oder suboptimal spielen zu lassen, sondern darum, schlechtere Hände oder Outs zum folden zu bringen. Mein erster Punkt ist streng genommen keine Protection, sondern ein Bluff. Es kann Situationen geben, wo sich beide Aspekte mischen: Man hat Vorteil gegen einen Spieler, aber einen Nachteil gegen einen anderen, und man versucht, den Spieler mit der besseren Hand zum folden zu bringen, damit man den Vorteil gegen den anderen Spieler verwerten kann.

Beispiel: Spiel gegen Maniac

Hero ist MP3 mit A:h 7:h
CO ist ein TAG
BB ist ein Maniac

Preflop:
Hero raises, 1 fold, CO 3-bets, 2 fold, BB caps, Hero calls, CO calls.

Flop: K:s, 8:h, 5:c
BB bets, Hero raises,...

CO hat oft ein besseres Ass, das wir zum folden bringen können. Vielleicht foldet sogar 77/66. Gegen den Maniac haben wir einen Vorteil. Das Beispiel ist vielleicht noch besser, wenn BB preflop nicht cappt und auf dem Flop donkt.


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