ich bin neu, ich bin ein fish und ich habe keine Ahnung vom strategischen Poker auf mittlerem oder hohem Skill Niveau.
Alles eingestanden und akzeptiert.
Aber die hier angebotenen Einsteigerstratiegien SSS und BSS schrecken mich doch schon nach kurzer Zeit komplett ab. Ich habe die Artikel gelesen (und verstanden) und auch im Spiel versucht umzusetzen.
Aber aus meiner Sicht bedeuten beide Strategien eine Art Antipoker zu spielen.
(Fast) alles ist festgelegt, sogar die Starthände, die Reaktionen etc. (bei BSS)
Ziel scheint zu sein das eigene Denken weitgehend zu minimieren, wohl um dumme Fehler auszuschließen. Ok.
Aber mir verleidet das komplett den Spaß an dem Spiel, da stundenlang nach Schema F zu spielen, kleinere Beträge einzusammeln, dann vielleicht auch noch 2,3 Showdowns mit 80% zu verlieren und wieder weitermachen (grinden nennt man das wohl?)
Meine Frage ist jetzt einfach die, muss man eben da durch (wenn man kein hohes Risiko eingehen will Pleite zu gehen) sich eben langsam, aber (relativ gefahrlos) auf höhere Level spielen und mit einer größeren Bankroll kann man dann auch experimentieren, "richtiges" Poker (LAG) auf kleineren Levels üben, oder wird das auf den höheren Ebenen ganz anders?
Denn als quasi Automat zu spielen ist echt nicht mein Ding.
Mir scheint übrigens diese SSS und BSS Strategie, die versucht möglichst fehlerfreies Poker zu spielen eine falsche, oder vielleicht besser "zu wortgetreue", Interpretation von Sklanskys Fundamentaltheorem zu sein.
Denn der ganze Witz besteht (für mich) darin, dass das Verhältnis von eigenen "Fehlern" und "Fehlern" des Gegners zu meinem Vorteil ist.
(Daher auch mein Faible für die LAG)
Daher ist es natürlich viel profitabler, wenn ich anstatt supertight nur Premiumhände spiele und gegen gute Gegner kaum Action bekomme (also relativ fehlerfrei spiele), wenn ich viel looser spiele, also (freiwillig!) mehr Fehler mache, dadurch aber mehr Action generiere und vor allem meine Gegner zu mehr Fehlern verleite, bzw. sie ausspielen kann.
Für mich repräsentieren Spieler wie Tom Dwan diesen Stil. Der hat einerseits das ganze theoretische Wissen drauf, spielt aber trotzdem kein Schema F Poker und haut sie gerade deshalb alle um.
Aber solche Spieler sind wohl nicht das was Poker Strategy versucht heranzubilden, oder?