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[Geschlossen] Geduld und Disziplin

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KleinerRiese
Beigetreten: 04.12.2009
Poker Player

Hi zusammen,

ich muss ein wenig ausholen, damit ihr die Vorgeschichte kennt. Ich habe vor einer Woche angefangen bei Partypoker zu spielen, am Anfang lief auch alles ganz gut, ich war recht diszipliniert, bin dann irgendwie nach 1-2 Tagen auf 55$ hoch (war natürlich viel Glück dabei, aber ich dachte wohl ich hätte es drauf). Jedenfalls habe ich später dann den einen oder anderen Bad Beat hingenommen und irgendwie fällt es mir extrem schwer danach einfach normal weiterzuspielen, ich tiltete mich also runter auf 50$ und danach auf 43$. Dann ging's wieder aufwärts auf 45$.

Heute dann mein absoluter Tiefpunkt, zuerst spiele ich ganz normal, läuft auch passabel, dann spiele ich AQ gegen 55, Flop ist 355, er spielt es slow, Turn kommt Q, er bietet den halben Pot, ich calle, River Q. Er geht allin, natürlich calle ich, weil ich denke, dass ich gut bin, zack 2$ weg. Okay, kann passieren, sollte man eigentlich sagen. Stattdessen gehe ich ein paar Hände später postflop mit nichts auf der Hand allin gegen einen Drilling. Wieder 2 $ weg. Jetzt stehe ich bei ~40$ nach ca. 2000 Händen.

Ihr seht also klar, dass es mir an der Disziplin und Geduld mangelt, die im Pokern aber unabdingbar sind. Wie habt ihr es am Anfang geschafft euch da zu zügeln? Solange es gut läuft, halte ich mich eigentlich gut an den Plan, aber wenn's dann Rückschläge gibt, tilte ich bis zum geht nicht mehr. Was ratet ihr mir, erstmal eine Woche Pause? Oder nach einem dicken Pot erstmal aufhören und später weiterspielen, wenn man abgekühlt ist?

Bin für jede Hilfe dankbar.

P.S. Ein weiterer PUnkt ist, dass ich seit ich unter 50$ bin krampfhaft versuche schnell wieder die Kohle reinzuholen, die ich verzockt habe, was das Ganze natürlich noch schlimmer macht.


12 Antworten
Hoddi
Beigetreten: 07.05.2007
PokerStrategist

Ich selbst schliesse einfach die Tische , wenn ich merke das ich das tilten anfange. Das ist vielleicht sehr einfach gesagt, und fällt mir auch oft schwer. Aber man muss sich dann einfach vor Augen halten, dass es NIE etwas bringt, schlechte Moves zu machen usw (auch wenn man schonmal mit schlechten Moves nen Pot gewinnt :P ... )

Ein gewisses Mass an Selbstdiziplin muss man sich einfach aneignen, um mit "Bad Beats" fertig zu werden und Pause zu machen wenn es einem zu viel wird.
Wie lang die Pause dann sein soll, liegt an jedem selbst.
Es passiert mir schonmal, da reicht es mir einfach mal in Ruhe eine zu Rauchen (ersatzweise an die Frische Luft zu gehen paar mins... ), andere male sinds dann schonmal 1-2 Tage die ich nicht an die Tische gehe.

EDIT nach deinem Edit:

Ganz schlimme Sache! Sehr beliebte Variante davon ist auch das "Losses Chasen" auf höheren Limits.

Setz dich einfach nicht zu sehr unter Druck. Es sagt ja keiner das du bis Morgen x Dollar erspielt haben musst.


KleinerRiese Themenstarter
KleinerRiese
Beigetreten: 04.12.2009
Poker Player

Hi Hoddi,

wahrscheinlich hast du recht, es hat keinen Sinn weiterzuspielen, wenn man auf Tilt ist, das umzusetzen muss ich mir noch beibringen, vielleicht mache ich mal ein paar Tage Pause.

Vielen Dank für die Antwort.


weirdal
Beigetreten: 20.02.2007
PokerStrategist

Dass man zu Beginn Rueckschlaege einstecken muss, ist doch ganz normal... genauso wie man nicht immer optimal spielen wird, also Fehler macht. Das liegt ganz einfach an der mangelnden Erfahrung, 2.000 Haende sind eben nichts.

Es geht aber nicht nur Anfaengern so; auch nach langer Zeit (bzw mit viel Erfahrung) wird man noch Tage erwischen, an denen man nicht sein A-Game bringt.
Wenn ich merke, dass ich unkonzentriert bin und nicht ganz bei der Sache oder etwa auf Tilt nach einigen verlorenen, dicken Poetten, dann beende ich meine Session ganz einfach und spiele am naechsten oder uebernaechsten Tag weiter.

Was auch hilft, ist einzelne interessante Haende noch einmal in Gedanken nachzuanalysieren. Wie zb bei der von dir beschriebenen 355-Hand; wenn man zu dem Schluss kommt, dass man keinen Fehler gemacht hat, sondern ganz einfach Pech hatte oder ein Setup, faellt es einem leichter, in der Folge nicht zu tilten.

Welches Limit spielst du denn egtl. (aus deinem Post geht nicht hervor, ob du nach SSS oder BSS spielst)?

Wuensche dir trotzdem noch viel Erfolg :f_grin:


Ich denke das hat jeder am Anfang durchgemacht.
Was ich dir noch rate: Schau dir für deine Variante die du spielst
so viele Videos wie möglich an. Die sind echt gut hier und du kannst
dein Spiel verbessern und verlierst dabei kein Geld ;)
Halte dich zudem an das Bankrollmanagement (so wie ich das sehe tust du
das), und sag dir selbst dass du gut bist und es wird (wenn auch nicht immer)
schon laufen.

Und nochwas: Sobald du keinen Spaß mehr hast oder merkst dass du aus Frust schlecht spielst -> Sport, Essen oder sonst was

Viel Erfolg dir!


KleinerRiese Themenstarter
KleinerRiese
Beigetreten: 04.12.2009
Poker Player

Danke für die Antworten, weirdal und MadMops.

Ich merke schon, dass mir die Diskussion hier eine Menge bringt, neben hilfreichen Tipps, sehe ich zumindest auch, dass ich mit der Problematik nicht alleine dastehe ;).

@weirdal

Limit habe ich vergessen zu erwähnen, stimmt, dabei sollte das noch mit in den Eingangspost, na dann eben hier: ich spiele BSS NL 0,01/0,02.

@Madmops

Ja, an die BRM halte ich mich, sonst wäre ich schon längst pleite .


Wenn ich nen scheiss Tag erwische, einige BadBeats bekomme und anfange zu tilten, dann breche ich erstmal ab und pauke ein bisschen Theorie. Es motiviert mich meisstens sehr, wenn ich beim Durchschnüffeln der Theorieartikel irgendetwas finde, was mir neu ist. Ich versuche es dann direkt gezielt anzuwenden. Falls ich mich nicht motiviert fühle, verlasse ich für den Tag die Tische. Oft motiviert es mich auch, einfach mal ein Video einer Livesession zu sehen.
Für mich ist es am wichtigsten, zu wissen (denken) das ich richtig spiele und selbstbewusst zu sein. Wenn ich mir darüber unsicher bin, ob ich die richtigen Entscheidungen Treffe, höre ich auf zu spielen und pauke Theorie.

Wenn ich zb. im SB hocke und der BU openraised und ich mir nicht sicher bin, ob es richtig ist 44 zu 3betten, dann bin ich mir postflop noch unsicherer... also für mich ist selbstvertrauen das wichtigste.

Wenn du viel Theorie paukst, und damit Selbstvertrauen bekommst, dann weisst du das es richtig ist was du tust, und somit tiltest du nicht so leicht... Weil du ja weisst, dass es richtig war mit QQ 4bet/broke zu gehen...

Ach viel zu lange Rede, für viel zu wenig Info ^^


Einfach erst mal abbrechen.... was anderes machen. Sport zum Beispiel. Ist sowieso ganz gut wenn man sich mit Sport ablenkt, denn wenn Du eh den ganzen Tag vorm Rechner hängst "verkommt" auch dein Körper.


HenMac10
Beigetreten: 21.02.2007
PokerStrategist

Hab das gleiche Problem im Moment bzw. grad dabei es zu lösen.
Mir hat es sehr geholfen meine Spielweise zu analysieren. Dadurch hab ich erst gemerkt, dass es am Anfang vielleicht Bad beats waren, ich dadurch aber sehr schnell auf Tilt kam und oft passiv gespielt habe bzw meine Top-Pairs overplayed habe und häufig damit All-In gegangen bin.

Ich gehe jetzt vor jeder Session nochmal ein wenig in mich und sage mir, dass ich grundsätzlich agressiver spielen soll, aber kontrolliert.
Außerdem hab ich noch einen kleinen Zettel neben mir liegen. Hauptsächlich stehen da ein paar Postflop-Konzepte drauf, worauf ich gerne zurück greife, da ich da noch nicht ganz sicher bin.
Die ganz große Überschrift dieses Zettels lautet aber seit Kurzem: "Don't do any stupid".

Damit kann ich meinen Tilt zur Zeit einigermaßen im Zaun halten.


Xyon666
Beigetreten: 12.02.2007
PokerStrategist

Hatte das selbe Problem auch am anfang, einfach sobald du merkst du spielst nicht mehr gut von den Tischen gehen.... bei mir war das genauso am Anfang nur dass ich leichtsinnigerweise BSS NL5 gezockt habe...

50$ -> 55$ -> 40$ -> 50$... 3 monate rumgeschwankt -> 69$ ->55$ -> 86$ -> 120$ -> ... hochgeschaukelt auf BR ca. 1100$ aktuell

irgendwann haste einfach den dreh raus dann gehts erstmal einfach nur aufwärts, kann aber einige monate dauern bis dahin


victor0891
Beigetreten: 04.01.2009
PokerStrategist

Wenn ich innerhalb relativ kurzer Zeit so 4 oder 5 große Pötte unglücklich verlier, die Wut in mir aufsteigt und ich den starken Drang hab richtig auf die Tastatur zu schlagen, loszubrüllen oder die Maus an die Wand zu schleudern schliesse ich direkt alle Tische.

Ich warte in diesem Fall auch nicht mehr ab, bis ich bei den Blinds bin. Da komm ich auch gar nicht mehr auf den Gedanken, verlusten hinterherzujagen. So hat der Tilt bei mir eigentlich wenig Chancen und ich hab quasi ein stop loss limit. Ich beruhig mich danach eigentlich auch recht schnell. Meistens kann ich sogar am selben Tag noch ne normale Session hinlegen.


KleinerRiese Themenstarter
KleinerRiese
Beigetreten: 04.12.2009
Poker Player

Jaaaaaaa, der Thread lebt ja noch :)

Vielen Dank für die Ratschläge, die ich auch brav befolge. Mittlerweile habe ich mein Tilting ganz gut im Griff, versuche es locker zu nehmen, wenn ich mal wieder einen dicken Pot verloren habe, was mir meistens aber doch schwerfällt, jedenfalls leidet mein Spiel nicht mehr so sehr darunter. Und falls ich merke, dass es nicht mehr läuft, schliesse ich die Tische, wie die meisten mir hier auch empfohlen haben, das ist tatsächlich das Beste.

Mittlerweile bin ich wieder bei 56$, klar, nichts Besonderes für die meisten, aber dass ich von den 40$ wieder hochgekommen bin, macht mich schon ein bisschen stolz =).


Man kann durchaus stolz drauf sein, wenn die Bankroll wächst.


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