Aus der Main-Post (Würzburg) zum Spiel gegen den KSC:
Am Mittwochabend war das Fußballstadion in Frankfurt Schauplatz eines ziemlich grotesken Schauspiels. Zehntausende Anhänger von Eintracht Frankfurt forderten den Rauswurf von Trainer Friedhelm Funkel, nachdem dessen Team in der 81. Spielminute gegen den Karlsruher SC in Rückstand geraten war. Die Schreie gingen ins Mark und hörten auch nicht auf, nachdem der Ausgleich (87.) gelungen war. Der Abgesang dauerte an – bis in die Nachspielzeit, bis die Schmährufe sich in Sekundenschnelle kurzzeitig in Jubelgesänge verwandelten, ehe die Funkel-Raus-Rufe von Neuem erschallten. Das Ergebnis hatte die Position des Trainers verbessert, nicht aber die Stimmung. Den Anhängern war die schwache, ja teils fürchterliche Leistung nicht entgangen. Spiel gewonnen, aber Glaube und Hoffnung auf Besserung verloren; die Fans von Eintracht Frankfurt konnten sich nicht wirklich freuen. Das 2:1 gegen schüchterne Badener war nicht der erhoffte Befreiungsschlag, vielmehr das glückliche Produkt einiger Zufälle. Funkel sprach von einem „Sieg der Leidenschaft." Tatsächlich war das Spiel über eine Stunde lang unerträglich unattraktiv gewesen. Von Leidenschaft keine Spur. Lediglich die Abwehr um den zurückgekehrten Chris machte eine halbwegs ordentliche Figur. Letztlich lenkt der Sieg nur von den wahren Problemen ab. Von Problemen, die vor allem im Mittelfeld sichtbar werden und die in der von Funkel verordneten vorsichtigen Spielweise zu sehen sind. Es mag blöd klingen, aber der Eintracht wäre am Mittwoch ein anderes Ergebnis zu wünschen gewesen, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass die Uhr von Friedhelm Funkel nach mehr als vier Jahren abgelaufen ist. Sie sollten ihm danken für den Aufstieg und schauen, dass sie mit ihm nicht wieder absteigen.
Finde, dem ist nix mehr hinzuzufügen....
