Geb ich dir in allem Recht und deine Erfahrungen und Meinung teilt mit Sicherheit die Mehrheit aller Nichtultra-Allesfahrer. Also die gemäßigten Fans, zu denen ich mich übrigens auch zähle.
Wenn man lange und viel auswärts fährt, sieht man genug Situationen, bei denen man sich denkt: da passiert intern gar nix. Und klar gibt es auch Szenen, in denen Dinge gefeiert werden, die ich und die Mehrheit der anderen Fans für komplett daneben halte.
Trotzdem glaube ich, dass die Alternative – nämlich dass alles nur noch über Polizei, Verbände und Politik geregelt wird – für alle Fans (also auch für uns) insgesamt die schlechtere Lösung ist. Deswegen halte ich den Gedanken eines Selbstreinigungsprozesses weiterhin für wichtig, auch wenn er offensichtlich nicht überall und nicht immer funktioniert.
Und man darf auch nicht vergessen: "die Ultras" sind keine homogene Gruppe. Zwischen verschiedenen Szenen, Generationen und Gruppen gibt es riesige Unterschiede darin, was toleriert wird und was nicht. Selbst innerhalb eines Vereins.
Dass es in Teilen der Kurve Parallelstrukturen und eigene Regeln gibt, bestreite ich nicht. Die gibt es. Die Frage ist eher, ob man versucht, innerhalb dieser Strukturen Verantwortung zu stärken oder ob man sie komplett aufgibt und alles von außen regulieren lässt.
Ich glaube weiterhin, dass ersteres langfristig die bessere Chance hat. Auch wenn es oft frustrierend langsam geht.