Auch wenn's wohl eh kaum jemanden interessieren wird, hier trotzdem mal der Vollständigkeit halber:
Spoiler
Es rappelt mal wieder zwischen Gearbox und 3D Realms: Erstere haben Klage (siehe unten) gegen letztere eingereicht. Der Anlass ist das vor drei Wochen angekündigte Duke Nukem: Mass Destruction.
3D Realms und dem ebenfalls verklagten Studio Interceptor wird vorgeworfen, ein Spiel in der Mache zu haben, das auf einer Marke basiert, die mittlerweile Gearbox gehört - ohne dessen Erlaubnis.
3D Realms habe die Rechte an Duke Nukem 2010 an Randy Pitchford & Co. abgetreten, versuche jetzt aber hinter vorgehaltener Hand so zu tun, als habe es jenen Deal nie gegeben. 3D Realms habe versucht, "das Unlizenzierbare zu lizenzieren" und habe damit faktisch gegen die Verkaufsvereinbarung verstoßen. Das "3DR-Interceptor-Manöver" lasse Gearbox gar keine andere Wahl als das Bemühen der Rechtsanwälte.
Am 13. Februar habe Gearbox 3D Realms eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen - dort sei das Dokument am 16. Februar unterschrieben worden. Man habe zugegeben, dass Duke Nukem: Mass Destruction ein nicht genehmigtes Unterfangen sei und sich entschuldigt. Trotz des Eingeständnisses und der Unterschrift sei die Teaser-Webseite für das Spiel jedoch nicht vom Netz genommen und zwischenzeitlich gar mit einem Countdown versehen worden. Laut der Klageschrift sollte das Projekt - ein Shooter mit isometrischer Draufsicht und Rollenspielelementen - wohl am 25. Februar erscheinen.
Gearbox merkt nochmal an, dass man mit dem Deal 3D Realms damals vor der Pleite und der Rechtsabteilung von Take-Two bewahrt habe durch den Deal und die Einwilligung, das "technologische Puzzle-Spiel Duke Nukem Forever" zu vervollständigen. Die allgemeinen Rechte an der Marke seien jetzt bei Gearbox - 3D Realms habe noch das Recht, die älteren Duke-Titel zu vermarkten.
Im Interview mit Polygon sagt Steve Gibson von Gearbox, die Klage sei eine "reine Formalität" - der Ausgang des Verfahrens sei eigentlich allen klar. Man habe vorher alles versucht, um den Gang zum Gericht zu vermeiden.
Schon 2013 hatte es Ärger zwischen den beiden Parteien gegeben: Im Juni hatte 3D Realms Gearbox verklagt und behauptet, das Studio schulde zwei Mio. Dollar an fälligen Vorauszahlungen und Gewinnbeteiligungen. Die Antwort von Gearbox kam prompt: "3D Realms bereichert, 3DR aus seinen Schulden gerettet und 3DR von seinem über einem Dutzend Jahre langen Versuch erlöst, Duke Nukem Forever fertigzustellen."
"Alle wünschen sich den Spielern und Entwicklern zuliebe, dass 3DRs Spiel besser vom Markt angenommen worden wäre. Auch wenn 3DR die durch die Ergebnisse klare Realität nicht genehm sein mag, so ist 3DR die einzige Partie, die etwas von dem Deal hatte. Gearbox Software hat hingegen einen Schaden an seiner Glaubwürdigkeit und finanzielle Verluste hinnehmen müssen."
Das Studio nahm sogar 3DR-Chef Scott Miller persönlich ins Visier und kommentierte ungewöhnlich scharf: "Die Lektion, die man hier vielleicht lernen sollte: Mache niemals einen Spieledeal mit jemandem, der mehr Klagen als ausgelieferte Spiele auf der Haben-Seite hat."
Im September zog 3D Realms die Klage zurück - und Miller bezeichnete das Ganze als "Missverständnis" ließ recht kleinlaut mitteilen: ""Jetzt, da wir die tatsächliche Natur unserer Geschäftsangelegenheiten besser verstehen und zu schätzen wissen, haben wir freiwillig unsere Ansprüche gegenüber Gearbox fallen gelassen und uns ehrlich entschuldigt bei Randy [Pitchford] für den Schaden, den unsere Klage an unserem Verhältnis hinterlassen haben könnte."