Also so wie ich das lese, hast du deiner Karriere oft immer den Vorzug gegeben im Vergleich zu deiner Freundin. Ich glaube nur, dass bei dir die Mischung nicht stimmt.
1. 80 - 120 Stundenwoche ist viel zu viel, du wirst daran zu Grunde gehen, unabhängig ob es dein Traumjob ist, oder nicht. Ich habe letzte Woche inkl. Samstag 60 Stunden gearbeitet, abends aus dem Bett raus noch ab und zu Emails beantwortet etc. Ja, mein Job macht mir Spaß, aber ich habe meiner Freundin gesagt, dass sie mir verbieten soll, dass ich Emails zu solchen sinnlosen Zeiten schreibe. Du musst ein gesundes Maß zwischen Arbeitsleben und Privatleben finden. Andernfalls wirst du langfristig nicht glücklich, der Burnout kommt früher, als du dir denkst !
2. Du stehst aktuell an dem Punkt, dass sich durch die Arbeit gravierend etwas in deinem Leben ändert. Solche Abschnitte im Leben entscheiden oft immer darüber, wie es in der Beziehung weiter geht. Eine meiner Beziehungen ging zu Grunde, als meine Ex in ihren Job im Schichtdienst (Polizistin) anfing und die Ausbildung abgeschlossen war. Das Resultat war einfach: Ich war noch Student, sie voll berufstätig, man lebt sich auseinander, ich vögelte die Mitbewohnerin in meiner 2. Wohnung und WG und prompt war Ende. Man muss sich immer im Klaren sein: Neuer Lebensabschnitt bedeutet auch, dass Partner sich voneinander trennen.
3. Du hast dich eigentlich sowieso schon entschieden und willst hier eh nur deinen Segen. Nimm den Job, fahre ein wenig deinen Arbeitseinsatz zurück und halte dein soziales Leben aufrecht. Such dir neue Freunde, mach Sport als Ausgleich und unternimm auch ab und zu mal etwas.
4. Mein Tip für die berufliche Zukunft mit einer Frau: Spiel mit offenen Karten. Ich habe das bei meiner Freundin gemacht und es funktioniert blendend. Und ich rede nicht davon, dass du sie beim ersten Date direkt überfällst. Du bist jetzt an einem anderen Abschnitt in deinem Leben, die lockere Zeit vom Studium ist vorbei, du bist jetzt in der Berufswelt. Dadurch sollten sich auch deine Prioritäten ändern. Ich will mal eine Familie gründen, ein Haus bauen und bitte mal mit meinen Kindern 2 mal im Jahr mindestens in den Urlaub fahren. Dafür muss man aber zwangsläufig auch Karriere machen. Ich habe mit meiner Freundin sehr früh darüber geredet, weil ich auch einfach keine Lust darauf habe, dass wir nach 2 Jahren feststellen: Hoppla, die Lebensplanung passt gar nicht zueinander. So etwas muss schon am Anfang stimmen!
Übrigens, das Resultat aus solcher Offenheit ist grandios. Meine Freundin weiß 100%, warum ich arbeiten gehe (und auch ggf. warum so viel). Sie weiß, dass ich mich für unsere gemeinsame Zukunft ins Zeug lege. Ich brauch nicht mehr zum Leben, aber ich möchte mehr haben, um meinen Kindern entsprechend etwas zu bieten. Und ja, wenn ich den Job wechsel und umziehe, kommt sie selbstverständlich mit (und nein, sie liegt mir nicht auf der Tasche. Allerdings sind in ihrem Bereich die Karrierechancen eingeschränkt und sie findet relativ einfach etwas neues). Abgesehen davon unterstützt sie mich, wir gehen abends unseren Tag durch, ich kann mich von der Arbeit ein wenig auskotzen und dann geht's mir auch besser.
Hat btw 3 Jahre gefunden, bis ich so eine Frau gefunden habe. Gerade wenn man früh die Lebensplanung durchgeht, wirkt das für viele abschreckend. Da kommt es halt dann auch auf die Reife der Frau an.