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Krebsdiagnose bei Angehörigem

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klaus8003
Beigetreten: 28.08.2006
PokerStrategist

Hallo

Weiß gar nicht recht, wie ich hier anfangen soll. Bei meinem Vater wurde vor 3 Tagen Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert - lt meinen "Recherchen" ist der wohl ziemlich unheilbar. Hat mich ziemlich von den Socken gehauen. Er wird jetzt im Juni 68 und ist erst vor ein paar Monaten in Pension gegangen.

Wir hatte nie das beste Verhältnis - genau genommen gar keines. Er war, seit ich mich zurück erinnere, nur an den Wochenenden zu Hause und auch dann nur wenig mit uns (Geschwister und mir) beschäftigt. Um so mehr bin ich überrascht, wie sehr mich diese Diagnose mitnimmt. Kann eigentlich in den letzten Tagen kaum mehr schlafen und auch tagsüber holt es mich immer wieder ein. Dachte nicht, dass ich so empfindlich bin. :|

Mir ist schon klar, dass jeder mal sterben wird, aber ich hätte im schon noch ein paar ruhige Pensionsjahre gewünscht und er tut mir einfach leid. Hab auch, aufgrund unserer schwachen Beziehung, nicht wirklich eine Idee, wie ich auf ihn zu gehen soll? Any ideas?


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17 Antworten
DuckGambler
Beigetreten: 17.10.2008
Poker Player

Tu es einfach!
Rede mit ihm, hör ihm zu. Ein Patentrezept wird dir keiner geben können.
Bei meinem Vater hab ich viele seiner Beweggründe auch erst in den letzten Jahren vor seinem Tod verstanden. Ich hätte mir in meiner Kindheit/Jugend auch vieles anders gewünscht... heute weiß ich, dass er alles nur richtig machen wollte, auch wenn ich das damals nicht nachvollziehen konnte.


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weissnich
Beigetreten: 28.01.2008
PokerStrategist

zuerst mal eins.. lasst euch nicht überreden da noch gross chemo oder sowas zu machen.. das bringt bei bauchspeicheldrüse nur den effekt das die letzten paar lebenswochen auch noch versaut sind.. hab das schon bei einigen erlebt.. der krebs ist nur zu behandeln wenn man ihn aus zufall schon in nem extremen frühstadium findet.. wenn man negative dinge spürt ist es zu spät..

das zweite.. dein vater wird in der woche gearbeitet haben um euch zu ernähren - um auch dir einen guten start zu ermöglichen . klar ein harzdaddy hat mehr zeit für seine kinder.. finde es schade das dir das nicht klar ist.. natürlich ist es auch schade das er am we dann nicht mehr die energie hatte mit euch dauerzuspielen etc. aber ich kenne die verhältnisse bei euch auch nicht.. das blöde ist das es jetzt nicht die jahre geben wird euer verhältniss noch zu bessern und dir die erkentnisse zu bringen..
wobei die tatsache das es dich so sehr trifft eigentlich dafür spricht das euer verhältnis besser ist als du es dir eingestehst..

ansonsten kannst nicht so arg viel machen.. bereite dich darauf vor das es recht schnell gehen kann jetzt und ihr nicht mehr sehr viel zeit haben werdet.. bemitleide ihn nicht sondern behandele ihn ganz normal..


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feinheit
Beigetreten: 07.04.2008
PokerStrategist

finde es etwas unverschämt dass dr.weissnich über das internet ratschläge über chemotherapien und aufklärung über die familienverhältnisse gibt.
das erste ist besser bei ärtzen aufgehoben, die seinen vater behandeln. und das zweite sollte klaus8003 wohl besser einschätzen können.

würde unbedingt versuchen das gespräch mit deinem vater zu suchen. auch wenn du schreibst dass ihr nicht das dickste verhältnis habt wird er sich freuen wenn du auf ihn zugehst. und dir wirds helfen deine gedanken zu sortieren.
alles gute!


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Vorallem bei einem nicht so nahen Verhältnis sind Tipps und Ratschläge doch völlig unangebracht. Sein Vater muss sich für etwas entscheiden und das haben alle anderen dann zu akzeptieren. Da gleich das nächste Thema aufzumachen ist mal völlig daneben.

Treffen, Reden, NICHT Bemitleiden und der Rest ergibt sich. Nicht treffen wäre wohl das einzige was man sich eventuell später vorwerfen könnte. Es geht auch nicht darum jetzt ein super Verhältnis aufzubauen, sondern einfach noch mal zu reden.


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klaus8003 Themenstarter
klaus8003
Beigetreten: 28.08.2006
PokerStrategist

Danke für die Ratschläge. Werde mir einiges zu Herzen nehmen. Im Moment ist er leider (noch) nicht bereit das Thema anzugehen. Will ihn auch gar nicht zu irgend etwas drängen.


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StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007
Oldschool Grinder

Original von weissnich
zuerst mal eins.. lasst euch nicht überreden da noch gross chemo oder sowas zu machen.. das bringt bei bauchspeicheldrüse nur den effekt das die letzten paar lebenswochen auch noch versaut sind..

Auch bei metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es bei entsprechender Behandlung einige wenige (ca. 5-10 %) Langzeitüberlebende (4-5 Jahre). Und wir wissen hier noch nicht einmal, ob Metastasen da sind. Jeder Einzelfall ist natürlich anders und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er für die gegebene Chance leiden mag, allerdings leidet man bei diesem Krankheitsbild auch ohne Behandlung sehr.

Aber OP, dir muss auch klar sein, dass es unter Umständen SEHR und überraschend schnell gehen kann. Die meisten sterben tatsächlich innerhalb weniger Monate (medianes Überleben 11 Monate z.B. in dieser Studie https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1011923). Daher wäre auch mein einziger Rat "mach es einfach", abwarten würde ich nicht besonders lange. AyCaramba hat da vollkommen Recht, treffen, reden, nicht bemitleiden - damit kannst du nichts falsch machen.


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klaus8003 Themenstarter
klaus8003
Beigetreten: 28.08.2006
PokerStrategist

Lt. Befund gibt es wohl Metastasen in der Leber und Lunge und ja, mir ist klar, das es wohl ziemlich schnell gehen kann. :f_frown:


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ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

war bei meinem Vater damals ähnlich, von Erstdiagnose zum Ableben waren es genau 10 Monate - allerdings mit Chemo, die glaube ich hilfreich war. Er hat sie eigentlcih ganz gut vertragen.

Ich wünsche Dir persönlich alles Gute für diese schwere Zeit!


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Tobbes
Beigetreten: 09.06.2005
Elite Grinder

Wenn es sich um Familie geht sollte man nicht nachtragend sein! Ich nehme an er hat dich/euch ja nicht schlecht behandelt oder sogar misshandelt. Das er wenig Zeit hatte bringen manchmal die Lebensumstände mit sich. Ich würde dir raten die Zeit zu nutzen die euch bleibt, und nicht der vergangenheit nachzutrauern! Hör auf dein Herz, und wenn du deinen Vater liebst, dann mach die Zeit so schön wie möglich, rede nicht über Fehler und mach keine Vorwürfe. Gib ihm das Gefühl das er dein Vater ist und das du für ihn da bist. Verscuhe einfach deinem Vater es so leicht wie möglich zu machen und so viele schöne Erinnerungen wie möglich zu erschaffen! Das wird auch dir helfen!

Ich habe meine Mutter 2005 an Lungenkrebs verloren. Das Jahr von der Diagnose bis zum Ende war für uns alle die Hölle. Wir hatten ein sehr enges und liebevolles Verhältnis und noch heute denke ich jeden Tag an sie und nicht selten vergieße ich selbst nach all den Jahren noch ein paar Tränen. Trotzdem denke ich mit einem warmen Gefühl an die schönen Zeiten zurück. Das hilft, auch wenn es weh tut. Das würde ich dir auch wünschen!

Ich wünsch euch viel Kraft in der schweren Zeit die euch bevorsteht!


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pokezilla
Beigetreten: 12.02.2007
PokerStrategist

Wird dein Vater von einem Palliativnetzwerk betreut? Wenn ja, solltest du dich vieleicht mal von denen beraten lassen. Das Netzwerk in unserem Kreis macht viel im Bereich psychosoziale Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Palliativnetz


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Zitat
weissnich
Beigetreten: 28.01.2008
PokerStrategist

Original von feinheit
finde es etwas unverschämt dass dr.weissnich über das internet ratschläge über chemotherapien und aufklärung über die familienverhältnisse gibt.
das erste ist besser bei ärtzen aufgehoben, die seinen vater behandeln. und das zweite sollte klaus8003 wohl besser einschätzen können.
....

ich hab das mit 4 leuten durch.. drei haben noch chemo bekommen und ihre letzten wochen elend erlebt.. einer hat sich dagegen entschieden und noch 6 monate okay gelebt.. die ärzte werden fast immer zur chemo raten - sie verdienen damit ihr geld.. die zeiten das ein arzt dem patienten das beste für den patienten geraten hat sind ganz ganz lange vorbei..
ich finde es immer schlimm das man die menschen dann am ende so in erinnerung behält.. unter einfluss der chemo ohne haare und als schatten ihrer selbst.. aber entscheiden muss das jeder selbst..


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Das ist insgesamt eine sehr individuelle Sache und hängt nicht nur vom Krebs ab, sondern auch auch vom Alter und wie man die Chemo verträgt. Ich habe es auch miterlebt und häufig haben gerade ältere Leute dann keinen Hunger mehr, fühlen sich schlecht, übergeben sich und wollen irgendwann nicht mehr (Leben). Wenn man sich vorstellt das man Energie (Nahrung) und Energie (Lebenswille) braucht gegen Krankheiten, dann ist das für mich auch nachvollziehbar, dass man den Körper nicht endlos schwächen kann.

In der folgenden Studie bei älteren Leuten ist man z.B. zum Ergebnis gekommen, dass mittlere Dosen genauso wirken wie hohe Dosen und selbst niedrige Dosen fast genauso wirken, aber viel mehr Lebensqualität bedeuten.
Cancer Research UK, Less chemotherapy better for older patients with some advanced cancers, 16. Mai 2019

Ich will damit zu nichts raten, aber kann daher auch jeden verstehen, der sich eben nicht für die "Standard-Chemo" entscheidet. Als Beteiligter ist man ja schnell sauer, wenn der Kranke nicht alles "versucht".


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Serdna777
Beigetreten: 15.01.2010
PokerStrategist

Hi Klaus!
Ich bin hier nur ,um mein Beileid auszusprechen.

Kann dir sonst keine Ratschläge geben.
Du sollst aber daran denken,dass dein Vater trotz des nicht besten Verhältnisses die Zeit gefunden hat,dich zumindest am WE zu besuchen.
Zum Beispiel :Ich persönlich habe mein Vater nie gesehen und weiß nicht mal ,wie er heißt und ob er lebt.

Ich wünsche dir noch alles gute und hoffe ,dass du die richtige Entscheidung für dich triffst.


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klaus8003 Themenstarter
klaus8003
Beigetreten: 28.08.2006
PokerStrategist

Hab mich in den letzten Tagen nach dem ersten Schock doch ziemlich gefangen. Mir ist klar, der Tod gehört einfach zum Leben. War mir vorher durchaus schon bewusst, aber in so einer Situation nimmt das Ganze doch etwas andere Züge an.

Vielen Dank für die Posts und die Anteilnahme.

Original von ElBasadero
war bei meinem Vater damals ähnlich, von Erstdiagnose zum Ableben waren es genau 10 Monate - allerdings mit Chemo, die glaube ich hilfreich war. Er hat sie eigentlcih ganz gut vertragen.

Ich wünsche Dir persönlich alles Gute für diese schwere Zeit!

Chemo geht nächste Woche los. Soll die Ausbreitung stoppen, um eine OP zu ermöglichen. Mal sehn

Original von Tobbes
Wenn es sich um Familie geht sollte man nicht nachtragend sein! Ich nehme an er hat dich/euch ja nicht schlecht behandelt oder sogar misshandelt. Das er wenig Zeit hatte bringen manchmal die Lebensumstände mit sich. Ich würde dir raten die Zeit zu nutzen die euch bleibt, und nicht der vergangenheit nachzutrauern! Hör auf dein Herz, und wenn du deinen Vater liebst, dann mach die Zeit so schön wie möglich, rede nicht über Fehler und mach keine Vorwürfe. Gib ihm das Gefühl das er dein Vater ist und das du für ihn da bist. Verscuhe einfach deinem Vater es so leicht wie möglich zu machen und so viele schöne Erinnerungen wie möglich zu erschaffen! Das wird auch dir helfen!

Ich habe meine Mutter 2005 an Lungenkrebs verloren. Das Jahr von der Diagnose bis zum Ende war für uns alle die Hölle. Wir hatten ein sehr enges und liebevolles Verhältnis und noch heute denke ich jeden Tag an sie und nicht selten vergieße ich selbst nach all den Jahren noch ein paar Tränen. Trotzdem denke ich mit einem warmen Gefühl an die schönen Zeiten zurück. Das hilft, auch wenn es weh tut. Das würde ich dir auch wünschen!

Ich wünsch euch viel Kraft in der schweren Zeit die euch bevorsteht!

Tut mir leid, dass du so lange damit kämpfen musst. Zeigt aber auch, wie toll euer Verhältnis wohl war. Hab mit 15 meinen besten Freund bei einem Vekehrsunfall sterben sehen und kann bis heute nicht wirklich damit abschließen. Finde trotzdem einen schnellen Abschied besser, als jemanden jahre(monate)lang beim Sterben zuzusehen.

Original von weissnich

ich finde es immer schlimm das man die menschen dann am ende so in erinnerung behält.. unter einfluss der chemo ohne haare und als schatten ihrer selbst.. aber entscheiden muss das jeder selbst..

Diese Angst habe ich auch, jedoch vertraue ich doch auf die behandelten Ärzte. Was soll ich auch machen - ihm die Chemo ausreden, mit dem Hintergrund, dass ich es nicht sehen will?


Antwort
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weissnich
Beigetreten: 28.01.2008
PokerStrategist

die entscheidung liegt allein beim patienten.. und es ist aus der ferne auch kein abschliessendet ratschlag zu geben.. es mag fälle geben wenn der krebs extrem früh (eher durch zufall) entdeckt wird wo eine chemo noch sinn macht.. aber bei dieser form ist das eher sehr selten.
problem ist halt das die ärzte immer behandeln wollen.. egal obs sinn macht oder nicht..


Antwort
Zitat
feinheit
Beigetreten: 07.04.2008
PokerStrategist

keine Ahnung wie ich wieder über den Thread gestolpert bin

@OP: Wie ging die Sache mit deinem Vater aus? Würd mir wünschen, dass er ein zufriedenes Leben führt. Auch wenn die Chancen dafür leider schlecht standen


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Ratskrone
Beigetreten: 10.02.2020
Legacy Member

Der Herr Jesus wird deinen Vater heilen. Ich werde für deinen Vater beten.

Sry das ist jetzt schon vier Jahre her, hab ich erst jetzt gesehen.


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