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Mentales Defizid, Quit Poker nach 4 Jahren

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NOLE239
Beigetreten: 06.10.2009
PokerStrategist

Hey Forum,

im Vorfeld....dieser Post wird ziemlich lang und undurchsichtig, weiss aber nicht wie ich es besser beschreiben soll.

seit 4 Jahren spiele ich nun online. Unterm Strich bin ich klarer Loosingplayer. Ich habe viele Strategieartikel gelesen und die Basics meiner Meinung nach verstanden. Trotzdem reicht es zur zeit nicht mal dafür NL2 zu schlagen, so traurig wie sich das auch anhört, es ist aber Fakt. Ich tu mir ziemlich schwer damit dies hier zu veröffentlichen. Aber bevor ich diese 4 Jahre für verschwendet erkläre, wollte ich gerne die Meinungen anderer Forenmitglieder hören.

Das Hauptproblem meiner Ansicht nach ist der Longrun auf den unteren Limits. Ich merke seit längerer Zeit schon, das ich in den Sessions, nach den ersten Badbeats, meine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle habe. Dies äußert sich darin, das ich bei vielen Entscheidungen nicht mehr logisch handeln kann und ich die Limits und Varianten wie verückt wechsele um Verluste auszugleichen. Das Xte mal bin ich jetzt wegen diesem Leak broke gegangen. Im Grunde habe ich keine Stammvariante mehr. Dies war aber nicht immer so. Es gab Zeiten wo ich locker mehrere tausend Hände FR spielen konnte und mir dies keine Probleme gemacht hat, auch wenns dann ne Loosingsession war. NL2 und NL5 hatte ich auch auf ca. 80000 Händen nachhaltig geschlagen, aber dann auf höheren Limits und schlechtem BRM verdonkt. Früher hab ich nur FR gespielt, dann auf SH gewechselt weil mir bei FR die Action fehlte und ich auf den SH Tischen mehr schlechte Spieler gefunden hab die halt Action gemacht haben. Es fühlt sich an wie ein Burnout. Ich weiss das es nicht um den shortrun geht und der Erfolg im Longrun liegt. Es ist aber schon so krass das ich keine Kraft mehr für lange Sessions aufringen kann. Mein Kopf macht nicht mehr mit. Es schaltet sich der Autopilot ein und mein Kopf schaltet sich aus, vorallem wenn man nach 2K Händen ABC Value Poker auf den Micros keinen Profit gemacht hat. Nach mehreren Badbeats und der darauffolgende Tilt weiss ich einfach nicht mehr was richtig und falsch ist. Es ist dann so als ob ich das Pokern verlernt habe und die komplette Spielttheorie in meinem Kopf gelöscht wurde. ABC Poker Langweilt mich zu Tode.

Manchmal hab ich das gefühl das es wirklich die Micros sind die mich so Tilten. Komischerweise ist es so, das wenn ich auf höheren Limits spiele mein Kopf automatisch wider anfängt über optimale Lines und Ranges nach zu denken. Ich habe auf NL10 und NL25 keine Probleme damit auf längere Zeit wirklich durchdacht und diszipliniert zu spielen.

Ich weiss viele von euch werden sich jetzt denken: wer nl2 nicht schlägt der wird auch niemals nl10 oder nl25 schlagen. Ich bin der gleichen ansicht, trotzdem ist es so das ich auf höheren Limits nicht mit dem Problem zu kämpfen hab meinen Kopf anzuschalten.

Zu dem kommt halt noch der Vorsatz das ich mich unbedingt die Limits von NL2 bis NL100
hocharbeiten möchte. Ich cashe dann 20 Stacks für NL2 ein und fange an zu grinden, bis die genannten Probleme dann folgen.

Beispiel:

NL2 FR 40$

--> weil ABC Value Poker meien Kopf zum einschlafen bringt nach ca. 2000 Hände durch Varianz und darauffolgendem Tilt im Minus

--> wechsel mit 30$ auf NL2 SH, 2 bis 3 Badbeats kassiert dazu wider Tilt

--> wechsel auf Nl25 FR ZOOM mit 25$ um Verluste auszugleichen mit dem Vorhaben danach wider NL2 zu grinden

-->verdoppel die BR von 25$ auf 50$, denke mir warum 3Std NL2 spielen mit no profit und keinem funktionsfähigem Mindset, ich bleib noch ne weile auf NL25 FR ZOOM

--> nach ner Std. Broke weil KK gegen AA und AA gegen set.

Fazit: Meine güte bin ich Strange!!! Warum bin ich denn so hohl und halte mich nicht ans BRM?! Nächstesmal bleibts bei NL2 FR!!

Und so fängt der gleiche Spass wider von vorne an :f_frown:.

Keine Ahnung ob mich jemand nachvollziehen kann, aber da ich nicht mehr fähig bin ABC Poker Sessions auf niedrigen Limits durchzuziehen, bleibt halt nur eine Lösung --> Quit Poker

oder

30 Stacks für NL10 SH einzucashen und darauf hoffen das mein Mindset sich wider stabilisiert.

keine Ahnung.... ?(

Eincashen wäre dann aber auch der allerletzte Anlauf für mich und das auch nur weil ich mich mit den vergeudeten 4 Jahren und der ganzen mühsam erlernten Pokertheorie die dann für die Katz waren nicht abfinden kann. Die Hoffnung stirbt halt doch irgendwie zuletzt.

aber ich tendiere halt stark in die Richtung zu Quitten, weil ich mir halt denke das dies ein Leak ist welches mich auf höheren Limits auch wieder einholen könnte.

Würde mich über konstruktive Kritik und Lösungsansätze sehr freuen....


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12 Antworten
niceup1
Beigetreten: 27.09.2012
PokerStrategist

Quit, wird nichts mehr mit dir. Alles andere würde nur Zeit kosten und zu wenig führen. Nicht jeder ist zum pokern geeignet, mich eingeschlossen :)


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Belg
Beigetreten: 16.02.2008
Elite Grinder

auf 2 und 5 verliert man einfach keine nennenswerte summen (hoffe ich zumindest für dich.). sieh poker einfach als hobby und mach dir keinen kopf. nicht jeder ist dazu geboten, geld mit pokern zu machen und mindset ist in der heutigen ecology fast so wichtig wie content.

wenn man als fussballer nur in der kreisklasse b spielt, sagt man ja auch nicht jedem, er solle aufhören. einfach weiterspielen, wenn du noch spass am spiel hast, wenn nicht obv QUIT.


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JoeKehr
Beigetreten: 05.03.2008
PokerStrategist

Wie sieht es mit anderen Hobbys aus? Machst du Sport zum Ausgleich?

Wie sieht es mit Theorie aus? Wie häufig machst du Theorie und welche Quellen nutzt du?

Was macht dich zu einem besseren Spieler als die anderen Spieler auf den Micros, dass du den Anspruch hast, Winning-Player zu sein/werden?


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NOLE239 Themenstarter
NOLE239
Beigetreten: 06.10.2009
PokerStrategist

Hey ihr beiden, vorab erstmal Danke für eure Meinungen.

Jetzt hab ich echt fast die ganze Nacht kein Auge zu gemacht und mir den Kopf darüber zerbrochen, wie es weitergehen soll. Nach langer Selbstreflektion bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Sache doch noch nicht so schnell zu beenden.Trotzdem wird es für mich schwieriger den je!!!
Die ganze Problematik mit dem schlechten Mindset sitzt viel tiefer und hat wenig mit dem Spiel auf den unteren limits, Langeweile wegen ABC Poker etc. zu tun.

Mir ist klar geworden, das der Hauptgrund dafür generell die schlechte Einstellung zu meinem verkorkstem Leben ist.

Ich möchte nicht umbedingt im Detail darauf eingehen, denn dies hier ist ganz bestimmt nicht der richtige Ort dafür, seine Problemchen kund zu tun.

Wie auch immer.

Mein Plan ist es mein Leben gewaltig umzukrempeln!!! denn meine "Real Life Leaks" nenne ich es jetzt mal, wie zum beispiel Bequemlichkeit, "Komm ich heute nicht, komm ich morgen" oder unangenehme Dinge immer vor mir herzuschieben oder auch manglnde Ausdauer und Sachen nicht zu Ende bringen, werden mich früher oder später in den Abgrund führen!

All diese Sachen zeugen von Charakterschäche und ganau dort muss ich ansetzen!!

Was die sache mit dem Pokern angeht, werde ich auf jeden Fall eine letzte Einzahlung tätigen. Werde aber auch dafür sorgen das ich die ganze Geschichte durchdachter angehe.

Helfen soll mir dabei:

- die Erstellung eines Blogs, hier im Forum.

- Einen struckturierter Tagesablauf und feste Zeiten für Sessions.

- Ausdauersport min. 2 mal die Woche

- Theorie von Anfang an neu erlernen

- vllt. auch autogenes training

etc.

Wenn dies nicht hilft, --> 100% QUIT

Ich werde den Blog und die Einzahlung Mitte nächster Woche starten. Bis dahin werde ich den NL Anfängerkurs durcharbeiten.


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NOLE239 Themenstarter
NOLE239
Beigetreten: 06.10.2009
PokerStrategist

Hi JoeKehr,

bis vor kurzem habe ich noch Sport gemacht. War 2 Jahre lang 4 mal die Woche im Fitnessstudio. Kraftsport hat mir nur bedingt geholfen meinen Kopf für die Tische frei zu bekommen. Vllt. hab ich es auch mit dem Sport ein wenig übertrieben. An Trainingstagen hatte ich dann irgendwie nicht mehr den Nerv dazu mich abends an den Rechner zu setzen. Dadurch ist es auch zu einer Unregelmäßigkeit geworden etwas fürs Spiel zu tun. Musste später auch feststellen das die erlente Theorie nach ner gewissen Pokerpause langsam verschwand. Trotzdem denke ich das Sport im gewissen Maße sehr hilfreich ist. Man ist halt ausgeglichener und springt nicht sofort an die Decke wenns mal wider nicht so läuft wie man möchte.

Um bessere Theoriekenntnisse zu erlangen habe ich mir überlegt Stars zu verlassen und mir einen Raum zu suchen, wo ich auf jeden Fall getrackt spielen kann. Sonst hab ich es immer so gehandhabt, das ich mir Ebooks gekauft habe und die halt durchgewälzt habe. Die meisten Ebooks die ich kenne, sind aber nicht für die Micros geschrieben worden. Hab eigentlich nur eins welches wirklich expliziet NL2 und NL5 behandelt.

Was macht mich zu einem besseren Spieler als die anderen Spieler auf den Micros?

Wenn ich erlich bin,............... mittlerweile nichts mehr!! Meine Theorikenntnisse sind Lückenhaft, Mindset ist fürn Arsch etc.

Ich weiss worauf du hinaus willst. Und deswegen werde ich zur Selbsthilfe mal nen Blog starten und zusehen die Dinge nicht mehr so schleifen zu lassen. Dazu kommt noch das ich sehr Hart an meiner Einstellung arbeiten muss.


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Pokersaft
Beigetreten: 02.03.2006
Oldschool Grinder

Meiner Meinung nach kann man mit Poker niemals sein Leben umgestalten. Das hängt damit zusammen, dass du einfach vor dem Rechner sitzt und das ist dein Problem.
Das ständige Zeittotschlagen vor dem PC. An deiner Stelle würde ich versuchen deinen Problemen anders antgegen zu treten.


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NOLE239 Themenstarter
NOLE239
Beigetreten: 06.10.2009
PokerStrategist

Hi Pokersaft,

kann sein das ich mich undeutlich ausgedrückt habe, aber so hatte ich das eigentlich auch nicht gedacht.

Es ist genau umgekehrt. Solange sich meine Einstellung zum Leben nicht ändert, wird das mMn auch nichts mit der Pokergeschicht. Ich bin nämlich in allen Hinsichten ne faule Sau geworden. In erster Linie will ich ja diesbezüglich etwas tun. Nur so kann ich doch die Fähigkeiten die ein Spieler brauch auch wider aufbauen. Und wenn es dann trotzdem mit der Pokerei nicht laufen sollte weil ich vllt. zu dumm dafür bin, dann habe ich doch trotzdem was positives für mein Leben gemacht oder nicht?


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GrandeSmokio
Beigetreten: 24.11.2006
BlackMember

klingt für mich sehr danach, als ob du mit diese thread versucht hast, dir das "ok" zu holen mal wieder einzuzahlen (no offence)

glückwunsch zur einsicht, dass nicht poker sondern deine "schlechte einstellung zu deinem verkorksten leben" dein "problem" ist (wie du selber sagst)

nur, mit der einsicht alleine hat sich noch nicht viel geändert. sie ist eher die ausrede dafür, warum es mit poker nicht so läuft. daher ist mir unverständlich, warum du jetzt sofort wieder einzahlen willst? denkst du tilt, motivation etc. sind jetzt korrigiert?

der einzig korrekte plan wäre, ERST die dinge in deinem leben zu regeln, die du selbst als ursachen für die pokermisere identifiziert hast und erst DANN wieder an poker zu denken

anders herum ist es nur ein aufschieben des Problems. Poker wird dein RL-stuff nicht korrigieren


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dude1990
Beigetreten: 24.06.2008
Oldschool Grinder

Ohne dir in irgendeiner Weise zu nahe zu treten zu wollen:
Wenn ich das richtig verstehe, was du schreibst und deine allgemeine Haltung, dann ist wohl Poker eines deiner kleineren Probleme. Vielleicht versucht du dir einfach durch Poker zu beweisen, dass du doch etwas "auf die Reihe bringen" kannst und siehst das als Startschuss im echten Leben was zum Positiven zu verändern. Mein Vorschlag wäre, wie auch schon einige angemerkt haben, erst mal da anzufangen, wo es wirklich sinnvoll ist.

Wenn du nach dem Sport zu müde/ausgelaugt bist, um Tische zu spielen, wäre das doch eine sehr gute Möglichkeit die Hände von der letzten Woche nochmal durchzugehen und im Bewertungsforum zu posten. Man muss nicht immer mit dem Kopf durch die Wand.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass du dich erstmal im wahren Leben weiterentwickelst, der Rest kommt doch von alleine.


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EasyMoe
Beigetreten: 22.08.2010
PokerStrategist

Kann dem nur beipflichten, auch aus eigener Erfahrung.
Ich weiß nicht, was in Deinem Leben verkorkst ist, aber korrigiere erst das.
Alles andere ist nur Flucht und Aufschieberitis. Auch der Wunsch nach Erfolg bei irgendwas oder etwas zu tun, was "einem Spaß" macht, können Auslöser dafür sein.
Aus der Not heraus Poker zu spielen und damit etwas zu erreichen, bringt weder dem guten Spiel was noch einem erfüllten Leben.


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Pokersaft
Beigetreten: 02.03.2006
Oldschool Grinder

Gute Posts!


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NoLimitProjekt
Beigetreten: 24.08.2007
BlackMember

Quitte einfach mal für ein paar Wochen udn konzentiere dich auf andere Dinge in deinem Leben. Und schau einfach in einigen Wochen ob du es nochmal versuchen willst oder es besser bleiben lässt.

Mental Game of Poker wird dir vermutlich helfen etwas strukturierter mit deinem mentalen Problem umzugehen. Villt hilft es dir auch über das poker spielen hinaus.

http://www.amazon.de/The-Mental-Game-Poker-Strategies/dp/0615436137/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1411409211&sr=8-1&keywords=mental+game+of+poker+deutsch

GL


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