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[Geschlossen] Neuanfang – (Wie) kann ich mich ändern?

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Hey Community,

ich dachte, ich spreche hier mal ein Problem an, dass mich seit langem belastet. Generell könnte das ne Wall of Text werden hier, aber ich versuchs mal kurz und schlüssig zu halten. Bitte tut es euch an und lest es :P

Früher, so bis zur 7. Klasse, war ich einfach endlos glücklich mit meinem Leben und allem, hatte auch nen Kumpel, mit dem ich mich fast täglich getroffen habe. Aus irgendeinem Grund brach dieses Freundschaftsverhältnis urplötzlich ab – ich kann gar nicht genau sagen wieso – und in dem Moment fing ich an, mich anderen Personen – hauptsächlich aber neuen Bekanntschaften oder Kollegen gegenüber – enorm zu verschließen. Das sorgte natürlich dafür, dass ich ab diesem Zeitpunkt kaum noch (ernsthafte) Freundschaften schloss (mit meinen Kumpels, die ich so noch kannte, verstand ich mich aber nach wie vor optimal). Immer wenn ich danach – es gab noch 2 Schulwechsel bis heute – vorsichtig versuchte, Freundschaften zu entwickeln, scheiterte ich. Eher kamen sogar Feindschaften mit bestimmten Personen auf, die anscheinend mit meiner Art nicht klarkamen; dabei bin ich nicht mal jemand, der besonders aneckt oder besonders auffällig ist, soweit ich das beurteilen kann.
Nun stehe ich kurz davor, in eine eigene Wohnung zu ziehen und meine Ausbildung + Studium zu beginnen. Auch das ist wieder ein Neuanfang, und diesmal würde ich gern versuchen, mich dahingehend zu verändern, dass ich besser neue Kontakte knüpfen kann. Man könnte jetzt behaupten, man soll sich selbst nicht für andere Personen ändern, aber offensichtlich beinhaltet mein Charakter ja irgendetwas, das andere stört, und ohne Kumpels ist das Leben relativ schwierig (bis jetzt habe ich mich ja noch regelmäßig mit meinen alten Freunden getroffen, dass wird dann aber nur noch seltener möglich sein).
Ich habe mal versucht, mich selbst möglichst objektiv zu "beobachten", und hab dabei festgestellt, dass ich "fremden" Personen recht verschlossen gegenübertrete; selbst, wenn ich auf der Straße an jemandem vorbeigehe, schaue ich ihm nur ungern in die Augen! Was ist denn das für ein Verhalten ... Ich stelle mir auch SEHR oft die Frage, was ANDERE gerade über mein Verhalten denken.
Zu guten Freunden bin ich sehr aufgeschlossen und für jeden Spaß zu haben, aber bei anderen meistens nicht (vllt. auch weil ich nicht weiß, wie sie darauf reagieren).
Ich brauche Ratschläge, vielleicht kann mir hier jemand Tipps geben. Gespräche z.B. mit meinem Vater haben mich bisher nicht weit gebracht; er sagt im Prinzip immer nur, "geh offen auf die Leute zu", aber das ist mir zu pauschal. Damit kann ich nichts anfangen. Kennt ihr Literatur, die mir weiterhilft. Sicher sind Bücher für solche Charakterthemen recht theoretisch, ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass sie mir weiterhelfen. Ich muss dringend mehr Selbstbewusstsein aufbauen.

Mir ist bewusst, dass die Thematik hier recht persönlich ist, um sie in ein Forum zu schreiben, aber ich kann damit umgehen; flamet mich ruhig, ich schäme mich nicht für meine Art, aber ich will versuchen, sie zu ändern ;)

Cliffs:
OP unfähig, neue Freundschaften aufzubauen (es entsteht eher das Gegenteil)
Grund vermutlich mangelndes Selbstbewusstsein und ständige Überlegung, was andere über einen denken
habt ihr Ratschläge, Büchertipps (würden mir definitiv helfen), Erfahrungen? am besten möglichst präzise


20 Antworten
michimanni
Beigetreten: 03.08.2006
Elite Grinder

Hallo EcaFaYn,

ich halte es für interessant, welche Art von Ausbildung & Studium angehst. Kannst Du darüber noch ein paar Worte verlieren?

Gruß,
michimanni


J4cK90
Beigetreten: 05.09.2008
PokerStrategist

Ich denke allgemein sind Vereine immer eine gute Möglichkeit in Kontakt mit neuen Leuten zu kommen. Sportvereine sind wohl ganz gut, wenn du aber nicht so der sportliche Mensch bist gibt es ja auch noch Sachen wie Feuerwehr, rotes Kreuz etc.

Man kann auch über Reflexion der eigenen Verhaltensweise meist selber feststellen, was andere Leute an einem störend empfinden. Wenn man z.B. oft klugscheißert, nervt das die meisten Leute, oder wenn man immer am nörgeln ist. Wenn dir selber so etwas auffällt, kannst du deinen Umgang mit anderen Leuten verbessern.

Ich hoffe für dich, dass du deine Hemmungen vllt bald ein wenig ablegen kannst und es schaffst mehr neue Kontakte zu knüpfen.

Viel Erfolg dabei =)


Was ist denn mit dem Thema Freundin?

Kenne viele "Typen" die auch eher einen spärlichen Freundeskreis haben und ihren Fokus eher auf ihre Beziehung richten.

Was vielleicht gar nicht schlecht wäre, im neuen Lebensabschnitt in eine WG zu ziehen, wobei man sich da dann auch schon die richtige aussuchen muss. Denke über diese Schiene ist relativ einfach neuen Bekanntschaften zu machen, ob man sich auf dauer riechen kann muss sich ergeben.

Gruß


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Eine WG war zuerst auch in meiner Planung drin. Findet man da die richtige, hat man bereits zu Anfang ein paar Leute um sich rum. Letztlich war es aber technisch gesehen einfacher, eine Wohnung zu finden (ich wohne jetzt noch 300 km entfernt von meinem neuen Wohnort) als eine WG, in der man ja auch erstmal schauen muss, wie die Mitbewohner so sind und ob man sich versteht, und zudem will ich auch unbedingt selbstständiger werden und da komme ich in einer eigenen Wohnung dann ja nicht drumherum. Allerdings werde ich evtl. später dann versuchen, in eine WG zu ziehen - vllt. finde ich ja auch andere Kollegen, die sowas vorhaben.

Der Punkt Sportvereine: Ich hatte mich hier nach längerer Pause wieder in einem Tennisverein angemeldet. Mit der Gruppe habe ich mich auch super verstanden, aber eben nicht mehr - über das Training ging es nicht hinaus. Vllt. ist für sowas aber auch Gruppensport wie Fußball geeigneter, allerdings halte ich es für zu schwer, damit jetzt noch anzufangen.

Mit den Mädels habe ich die gleichen, wenn nicht sogar noch stärkere Annäherungsprobleme, weshalb es da selten zu Kontakten kam.

Was meine Arbeit angeht: es ist ein duales Studium zum MatSe (Mathematisch-technischer Softwareentwickler) - das passt eig. perfekt zu einem nerdy Typen wie mir ^^ (häng viel vorm PC und bin halt mathebegeistert).

Selbstreflexion ist sicher wichtig zur Veränderung. Aber das finde ich gerade komisch: ich denke eig. nicht, dass ich irgendwelche extremen Charakterzüge habe, die die Leute anpissen. Vielleicht ist es auch gerade das: dass ich zu oberflächlich, langweilig rede in der Angst, den anderen mit irgendetwas vor den Kopf zu stoßen.


michimanni
Beigetreten: 03.08.2006
Elite Grinder

Wenn Du den Mut hast, Dich in einer Gemeinschaft einzubringen, dann wirst Du in der Regel auch schnell akzeptiert. Das ist insbesondere in einem Fußballverein so. Ich habe es in diversen Fußballvereinen in meinem Leben auf jeden Fall nie anders kennengelernt - weder bei mir selbst noch bei anderen. Dazu bedarf es auch nicht einer bestimmten Güte. Klar, wenn Du jetzt anfängst mit Fußball, dann wirst Du es vermutlich kein ganz hohes Niveau mehr erreichen, aber das ja auch gar nicht Dein Anspruch. Du möchtest neue Leute kennenlernen und dafür ist ein Teamsport nahezu ideal. Trau Dich, geh auf die Leute zu und versuch Dein Glück. Du wirst schneller angenehm überrascht sein, als Du im Moment denkst.


Naems
Beigetreten: 27.05.2008
Elite Grinder

Naja, du musst wissen, dass die Anderen Menschen oft genauso sind wie du und
sich immer wieder überlegen, was Andere über sie denken und wie sie rüberkommen. Manche mehr, manche weniger. Wenn du mit Leuten über sowas sprichst wirst du feststellen wie sich von Generation zu Generation nichts geändert hat. Im Prinzip ist es eigentlich egal, was sie über dich denken, denn
du bedeutest dem Gesamten so wenig wie ich, michimann, Michael Jackson, meinem Nachbar, Hitler, Tupac, Elvis, der Angie, Bush etc...
das war jetzt etwas übertrieben, aber aufs Gesamte gesehen ist es der Welt relativ egal was xy über yx denkt. Also nimm dir das nicht so zu Herzen. Du lebst
schließlich nur einmal.

Was gut helfen könnte wären Sensibilisierungsversuche:

- Händchenhaltend mit nem Kumpel durch die Altstadt
- Singend durch die Mensa
- in einem Laden klauen und versuchen dabei erwischt zu werden

etc.

klingt krass, aber sowas sensibilisert so ungemein, kannst du dir nicht vorstellen


gromit78
Beigetreten: 26.04.2008
Oldschool Grinder

Alleine um "Normal" zu bleiben würde ich alleine immer in eine WG ziehen! Zumindest bis zu einem gewissen Alter! Menschen, die sich zu häufig nur mit sich selbst beschäftigen und sich nicht arrangieren müssen werden fast immer seltsam!

Selbstreflexion scheint bei dir tatsächlich ein kleines Problem zu sein. Ich glaube aber anders als du denkst. Deine Unsicherheit verändert deine Eigenwahrnehmung dahingehend, dass du dich vermutlich nicht mehr ganz realistisch wahrnimmst. Was Dir fehlt ist lediglich ein wenig Sicherheit und die kommt wenn man Situationen schafft und nutzt und sie dann nicht überreflektiert!
Logik-liebende Menschen denken halt einfach viel zu häufig ergebnisorientiert, dementsprechend ist die Erwartungshaltung für den Anfang häufig zu hoch!


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von gromit78
Selbstreflexion scheint bei dir tatsächlich ein kleines Problem zu sein. Ich glaube aber anders als du denkst. Deine Unsicherheit verändert deine Eigenwahrnehmung dahingehend, dass du dich vermutlich nicht mehr ganz realistisch wahrnimmst. Was Dir fehlt ist lediglich ein wenig Sicherheit und die kommt wenn man Situationen schafft und nutzt und sie dann nicht überreflektiert!
Logik-liebende Menschen denken halt einfach viel zu häufig ergebnisorientiert, dementsprechend ist die Erwartungshaltung für den Anfang häufig zu hoch!

Ja, ich denke das trifft es ziemlich gut, und es fällt mir sehr schwer, das zu ändern. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das Beitreten in eine Gruppe - ob nun Sportverein, WG o.ä. - an für sich für mich noch nicht ausreicht, um neue Bekanntschaften zu schließen, eben weil ich diese charakterlichen Probleme habe.
Dabei scheint alles so einfach. Es ist egal, was andere über dich denken. Diese Einsicht würde vermutlich mein gesamtes Leben verbessern, aber das zu erreichen ist schwer.
Das Kuriose ist auch, mit Freunden an meiner Seite wäre ich selbstbewusster, und mit mehr Selbstbewusstsein könnte ich eher Freundschaften schließen ... :rolleyes:

Danke für eure Beiträge.


michimanni
Beigetreten: 03.08.2006
Elite Grinder

Original von EcaFaYn
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das Beitreten in eine Gruppe - ob nun Sportverein, WG o.ä. - an für sich für mich noch nicht ausreicht, um neue Bekanntschaften zu schließen, eben weil ich diese charakterlichen Probleme habe.

Das mag durchaus richtig sein, das lässt sich nur schwierig per Ferndiagnose beantworten. Eines halte ich jedoch für unzweifelhaft: Wenn Du es gar nicht erst versuchst, dann wird es Dir ganz sicher auch nicht gelingen. Jeder noch so weite Weg beginnt mit dem ersten Schritt, EcaFaYn.

Schönes Wochenende wünsche ich Dir :)

Gruß,
michimanni


AmelieS33
Beigetreten: 12.02.2010
Poker Player

Hallo EcaFaYn,

was dir fehlt ist Selbstvertrauen und das gwinnt man nicht durch Ladendiebstahl. Wenn ich dich richtig einschätze, so gehörst du zu den besonders intelligenten jungen Leuten mit hohem Anspruch an ihre Gesprächspartner. Damit gehörst du zu einer etwas kleineren Gruppe und wirst nicht allzu oft auf Gleichgesinnte treffen.
Dein Problem bist nicht du, sondern die Tatsache, dass die meisten Menschen, die du triffst, weniger anspruchvoll sind.

Tennisclub finde ich gut. Du solltest versuchen, auch am Clubleben teilzunehmen.
Noch besser wäre ein Golfclub. Dort findest du mit Sicherheit Menschen mit hohen Ansprüchen, was die Qualität der Gespräche betrifft. Im Laufe der Zeit wirst du auf Menschen treffen, mit denen du gerne näher befreundet bist.
Nach der Spielrunde sitzt man immer zusammen und trinkt etwas. Ich bin mir sicher, dass du dich an diesem Platz wohlfühlen könntest.

Rede dir bitte nicht ein, dass du alles verkehrt machst. Menschen sind unterschiedlich in ihrem Verhalten und das ist auch gut so. Individualisten sind Menschen mit Tiefgang, sie bereichern unsere Gesellschaft, auch wenn sie unauffällig sind. Große Maler oder Schriftsteller sind immer Einzelgänger, sie sind nicht weniger interessante Menschen.

Höre auf, dich zu beobachten, du machst nichts falsch, du machst alles genau richtig, nur ein wenig anders als die Masse.

Lass dich grüßen!
Amelie


Habe ein ähnliches Problem.
Nach langer Zeit udn viel Übung habe ich es einigermaßen geschafft einen Freundeskreis aufzubauen...Problem war nur, das es mir irgendwann kein Spass mehr gemacht hat mich mit ihnen zu treffen, da ich mich für intellektuell weitaus höher einschätze und bei 95% aller aussagen die sie treffen einfach nur denke, über was für eine scheisse oder was für offensichtliche sachen sie reden und wie scheiss egal mir das ist. meiner ansicht nach interessante gespräche blieben eigentlich immer aus.
Ich empfand einfach keinen Spass daran mit diesen Leuten Zeit zu verbringen.
Daher bin jz wieder relativ alleine und unternehme nur selten etwas.


gromit78
Beigetreten: 26.04.2008
Oldschool Grinder

Original von EcaFaYn

Es ist egal, was andere über dich denken. Diese Einsicht würde vermutlich mein gesamtes Leben verbessern, aber das zu erreichen ist schwer.
Das Kuriose ist auch, mit Freunden an meiner Seite wäre ich selbstbewusster, und mit mehr Selbstbewusstsein könnte ich eher Freundschaften schließen ... :rolleyes:

Danke für eure Beiträge.

Würde sie nicht! Aber witzig das du das schreibst!

Sieh es mal so: Gerade weil dir das nicht egal ist, bist du vermutlich jemand, den man gern um sich hat! So gesehen also eine Stärke von dir. Es ist nahezu immer so, dass eine Stärke überzogen, gleichzeitig eigentlich auch immer eine "mittelgroße" Schwäche ist. Vorsichtig formuliert. ;) Dir fehlt halt ein wenig Balance und ein besserer Blickwinkel. Was dir vor allem fehlt ist ein klitzekleiner Anfang. Den wünsch ich dir...


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Cool, viele neue Beiträge, danke euch allen.

Habe ein ähnliches Problem. Nach langer Zeit udn viel Übung habe ich es einigermaßen geschafft einen Freundeskreis aufzubauen...Problem war nur, das es mir irgendwann kein Spass mehr gemacht hat mich mit ihnen zu treffen, da ich mich für intellektuell weitaus höher einschätze und bei 95% aller aussagen die sie treffen einfach nur denke, über was für eine scheisse oder was für offensichtliche sachen sie reden und wie scheiss egal mir das ist.

Das kommt mir bekannt vor. Zu Beginn der 11. hatte ich auch einige Freundschaften, die sich praktisch nur ums Saufen gehen drehten. Anfangs war das ne nette Abwechslung, aber letztlich wurde mir klar, dass das ganze sehr stumpf und oberflächlich war und man sich mit den entsprechenden Personen über kaum etwas anderes als Saufen und Kiffen austauschen konnte. Diese Freundschaften hab ich dann abgebrochen, was wohl auch keine falsche Entscheidung war.

Höre auf, dich zu beobachten, du machst nichts falsch, du machst alles genau richtig, nur ein wenig anders als die Masse.

Vielleicht ist das so, Amelie; aber das Leben kann ziemlich anstrengend und einsam sein, wenn man keine Freunde in der Nähe hat, mit denen man sich austauschen kann. Ich glaube nicht, dass ich bereit bin, ein Leben als Einzelgänger zu akzeptieren und hinzunehmen. Andererseits würde mich das vllt von meinen ständigen Sorgen entlasten. Darüber muss ich wohl noch mal nachdenken.

Sieh es mal so: Gerade weil dir das nicht egal ist, bist du vermutlich jemand, den man gern um sich hat! So gesehen also eine Stärke von dir.

Wenn ich aber mein Verhalten davon abhängig mache, wie andere über mich denken, dann sehen sie doch nicht meine "wahre" Persönlichkeit, sondern vielmehr einen auf sie abgestimmten Gesprächspartner. Ich weiß nicht, ob das das richtige ist.

btw: ich penne heut zum ersten Mal in meiner neuen Wohnung und fang dann ab 1. September an zu arbeiten. Ich habe also noch ein bisschen Zeit, mich über mich selbst klar zu werden.

Gruß, EcaFaYn


Studium ist ne Klasse Gelegenheit neue Leute kennenzulernen. Weiß nicht an was für 'ne Uni du kommst, aber wenn du das Glück hast an 'ner Campus-Uni zu studieren wirste ne Riesenmenge an verschiedenen Leuten kennenlernen und das passiert meist von alleine, ohne viel Aufwand. WG halte ich für nen guten Einstieg, alleine wohnen zu Beginn des Studiums isoliert sofort.

Und auch wenn du die stumpfen Leute aus der Schule kennst und vielleicht wirklich Leute mit Anspruch kennen lernen willst, schraub deine Erwartungen nen bisschen runter. Nicht jeder kann und muss mit dir auf einem Niveau sein. Manche brauchen dafür auch einfach länger. Soll heißen wenn du heute xy kennenlernst und xy ist momentan dauernd am Party machen und redet nur über Fußball, heißt dass nicht dass xy nicht loyal ist und in 2 Jahren vielleicht viel weiter ist. Manche schaffens auch nie und können trotzdem super gute Freunde sein. Freundschaft macht man nicht davon abhängig wie angeregt man über weltbewegende Themen diskutieren kann. Aber hey, wenn du die vorgeschlagene Sache mit dem Golfclub versuchst und es dein Ding is, gz. Ich halts für keine gute Idee, man sollte mit allen Arten von Menschen irgendwie umgehen können und sich nicht dauernd abschotten und isolieren müssen.

Was die Sache mit dem dauernd drauf achten was andere von dir denken könnten angeht: Wirst du wahrscheinlich nie ganz abstellen können. Damit kannste aber gut klarkommen, wird ne Weile dauern, aber wenn dus richtig anstellst läuft die Sache. Du musst nur ein paar Gegenstrategien entwickeln, immer wenn der Gedanke aufkommt sagst du dir z.B. selbst, dass es Schwachsinn ist gerade jetzt darüber nachzudenken, oder gewöhn dir an dich n bissl öfter im Spiegel anzusehen und fang gut zu finden was du das siehst, oder immer wenn der Gedanke kommt in nem Gespräch mach irgendne Bewegung die total unauffällig ist aber den Effekt hat dass du den Gedanken "abschüttelst", schüttel kurz mit der Hand, zwinker mit den Augen, oder sonst was. Da musste einfach iwas finden was für dich passt, da is jeder verschieden. Wiegesagt, weg gehen wird das wahrscheinlich nie, aber du kannst es eindämmen und schlussendlich auch zu deinem Vorteil nutzen. Dadurch, dass du dich selbst so viel beobachtest lernst du dich natürlich kennen und ich vermute mal, dass du die Fähigkeit besitzt andere Menschen sehr schnell und meist passend einzuschätzen.

Vergiss auch nie, dass sich Freundschaften, die nicht schon im Kindergarten oder Vorschulalter geschlossen wurden, immer erst entwickeln müssen und sich meistens nur durch viele harte Prüfungen bewähren können.


Pokerxx
Beigetreten: 05.12.2007
Oldschool Grinder

Original von EcaFaYn
Cliffs:
OP unfähig, neue Freundschaften aufzubauen (es entsteht eher das Gegenteil)
Grund vermutlich mangelndes Selbstbewusstsein und ständige Überlegung, was andere über einen denken
habt ihr Ratschläge, Büchertipps (würden mir definitiv helfen), Erfahrungen? am besten möglichst präzise

Hatte mal die selben Probleme, ist aber schon ein Weilchen her. Besonders, das "Was denken die anderen über mich?".

Heute kann ich über die alten Gedanken nur noch lachen. Wie du schon richtig erkannt hast, liegt dein Problem an deinem Selbstwertgefühl. Selbstwert ist für mich in der Situation das "bessere" Wort. Dein Selbstwert (Begriff erklärt sich eig. schon alleine) ist wohl nicht der Beste. Du wirst wahrscheinlich zu sehr von deinem "Fremdwert" gesteuert, bestimmt. Dieser Fremdwert entsteht durch zuviele Gedanken, über Vergleiche mit Anderen, negativen Erfahrungen usw.

Du bist aber nicht deine Gedanken, deine ganze Gedankenwelt ist nur eine Illusion und höchst subjektiv noch dazu. Wenn du es schaffst dich nicht mit deinen Gedanken, deinem falschen Selbst, sprich deinem "Ego" zu identifizieren, wird vieles im Leben "einfacher" Laufen und du wirst das Leben wieder genießen.

Du musst dich nicht verbessern. Du musst lediglich ein paar Sachen ablegen.

Buch Tipp:

Eines von ein paar wenigen Sachen die "wahres" Selbstbewusstsein hervorruft. Und nicht nur irgendwas von außen her faked.

Wenn dich die Sachen ansprechen, kannst du mich gerne im Com. Modul adden. Könnte dir noch mit paar hilfreichen Sachen behilflich sein.


XxRushxX
Beigetreten: 09.10.2007
PokerStrategist

Dieses Thema kommt mir leider sehr bekannt vor.Abgesehen von der Wohnung.
Das plus Frau und Kind hab ich schon :]

Die Probleme mit anderen neuen Menschen,diese Verschlossenheit und diese Unlust mit dem eigentlichen Freundeskreis,der vielleicht aus 3 oder 4 Leuten besteht, etwas zu unternehmen.


Hallo,

auch mir kommt dein beschriebenes Problem recht vertraut vor, daher möchte ich mich kurz dazu äußern. Es ist immer sehr schwierig sich ein "richtiges" Bild von einem Menschen zu machen. Fast unmöglich ist es aber dies aufgrund einiger Sätze zu tun. Was dabei rauskommt ist meistens doch nur Projektion des eigenen Seelenlebens. So und nicht anders ist auch mein Beitrag zu verstehen .
Viele Beiträge hier zielen auf das Problem "Selbstwert" und "Selbstwahrnehmung" ab. Ist das dein Problem? Bist du "einfach" Schüchtern? Hast du Angst davor das andere dich blöd oder merkwürdig finden? Kommst du dir vor wie auf einer Bühne und alle achten nur auf dich? Wenn dem so ist dann sind die Sensibilisierungs-Tipps warscheinlich ok, vom Golfclub rate ich aber eher ab, da die Leute dort auch nicht Besser sind sondern nur ihren Müll auf affektierterem Niveau ablassen.(ich weiss ich weiss ...soziales Resentiment von unten)
Wenn du auf der Suche bist nach Menschen mit denen du dich auf deinem Niveau, in deiner Sprache etc austauschen kannst dann kann ich nur sagen....suchen suchen suchen...es gibt sie, aber selten und oft gut getarnt. Es dauert oft monate/Jahre bis du sie als solchen Entdeckst...und sie sind nicht an besonderen Orten zu finden sondern überall , nur eben so selten wie ein RoyalFlash.
Was mir jedoch aufgefallen ist ist deine Einleitung: "Früher, so bis zur 7. Klasse, war ich einfach endlos glücklich mit meinem Leben und allem, hatte auch nen Kumpel, mit dem ich mich fast täglich getroffen habe. Aus irgendeinem Grund brach dieses Freundschaftsverhältnis urplötzlich ab – ich kann gar nicht genau sagen wieso – und in dem Moment fing ich an, mich anderen Personen – hauptsächlich aber neuen Bekanntschaften oder Kollegen gegenüber – enorm zu verschließen"
Als Kind ist mensch (meistens) in der beneidenswerten Lage völlig unvoreingenommen auf andere zuzugehen und sie als Mensch 100% zu akzeptieren ohne den ganzen selischen Müll den mensch dann später mit sich rumschleppt und diesen dann auf neue Bekanntschaften projeziert. Daraus Resultiert m.E. dieses unglaublich beglückende Gefühl unendlicher Freundschaft. Wird dieser Zustand "absoluter Geborgenheit" zerstört, weil die Freundschaft zerbrich, kann das dazu führen das mensch nicht mehr oder nur recht zögerlich mit anderen eine tiefere emotionale Bindung eingehen kann, da die Angst erneut jemanden zu verlieren oder von jemanden "verraten" zu werden zu groß ist.
Wenn meine Einschätzung zutrifft kann ich dir nur folgendes sagen:
1. Ja ......die Gefahr besteht IMMER einen geliebten Menschen zu verlieren oder von ihm "verraten" zu werden
2. Nein ......es ist nicht besser es dann lieber gleich zu lassen und das Eremiten-Leben zu suchen, denn wie du schon sagtest: ohne Freunde ist das Leben scheiße.
3. ....Leben bedeutet immer auch scheitern....Aber was ist geiler als im Vollsuff seine in 15k Händen mühsam erspielte Bankroll zu verzocken und sich 1 Stunde lang wie ein Jedi am 3$NLH Tisch zu fühlen?.
Wie gesagt warscheinlich Projeziere ich nur meinen eigenen Müll auf dich aber vielleicht hilft dir das ja irgendwie weiter.
Ich wünsche dir jedenfalls alles gute und viel Glück beim Pokern und im angeblich reallen Leben.


Denz
Beigetreten: 16.01.2005
Elite Grinder

Ich habe mal versucht, mich selbst möglichst objektiv zu "beobachten", und hab dabei festgestellt, dass ich "fremden" Personen recht verschlossen gegenübertrete; selbst, wenn ich auf der Straße an jemandem vorbeigehe, schaue ich ihm nur ungern in die Augen!

Ich möchte mal herausstellen das es oft nur Nuancen sind die entscheiden ob man einen Menschen "weird" oder "korrekt" findet um es mal ganz platt auszudrücken.
Leider musst man Menschen zuerst oberflächlich kennen lernen um irgendwann ihren wahren charakter und ihr Inneres zu erfahren.

Ich beobachte oft, dass sehr intelligente Leute im sozialen Umgang an den einfachsten Grundregeln scheitern:

a) viele Leute gucken ihren Gegenüber nicht an im Gespräch und/oder haben oft unbewusst eine negative Mimik.
Versuche dich in der Hinsicht selbst zb vorm Spiegel zu kontrollieren, du musst deinem Gesprächspartner in die Augen sehen!

b) Die meisten Leute interessiert es wenig was andere Menschen so machen.

Das ist ok, allerdings für eine Sozialisation nicht förderlich da fast jeder gerne von sich erzählt und es gut findet wenn man ihm zuhört.
Du solltest also Interesse an deinem Gegenüber zeigen, am besten die meisten Gespräche mit 1-2 Fragen nach dem aktuellen Stand der Dinge des Anderen beginnen. Im Gespräch dann immer wieder Nachfragen, das zeigt das du zuhörst und Interesse hast.
Dies muss jedoch authentisch wirken auch wenn du da vllt nicht so Lust drauf hast, jeder wird es Dir positiv in Erinnerung behalten.

Es ist wie in der Werbung, wenn du dem anderen das Gefühl gibst wichtig zu sein frisst er dir aus der Hand ;)

c) Versuche zu erkennen wie der andere Mensch tickt ob er gerne selbst viel redet, ob er dankbar ist wenn du das Gespräch leitest etc und passe dich dem etwas an.

mit etwas Übung merkt man das in der Regel sehr schnell.

Es ist gut sich selbst anfangs etwas zurück zu nehmen auch wenn du zb. viel Fachwissen über ein Thema hast lass nicht alles aufeinmal raus.
Sei kein Besserwisser, kontrolliere immer wie der andere darauf reagiert wenn du beispielsweise einen Monolog führst und so weiter.

Auf diese Weise wirst du viele Leute kennen lernen und kannst somit später selbst entscheiden welche Kontakte du weiter pflegst und welche du abbrichst.
In deinem Studium wirst du ja auch "Nerds" haben die deine Interessensgebiete teilen :P

Die Dinge klingen alle ziemlich obv aber die meisten scheitern wirklich an solchen Basics


HarryGER
Beigetreten: 25.12.2007
Elite Grinder

Aber was ist geiler als im Vollsuff seine in 15k Händen mühsam erspielte Bankroll zu verzocken und sich 1 Stunde lang wie ein Jedi am 3$NLH Tisch zu fühlen?

Wie viele Beispiele willst du?


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