Ich denke viele junge Männer hier kennen das Gefühl vom Masturbationsdrang. Jeder hat gewisse Fantasien, die einem mehr Lust verschaffen als andere. In der heutigen Zeit kann man eine Vielzahl dieser Fantasien 24/7 visuell im Internet bedienen. Bei manchen bildet sich aus unterschiedlichsten Gründen sogar ein Fetisch aus, zumeist weil er sich auf irgendeine Art und Weise mit der inneren Gefühlswelt ergänzt. Soweit noch kein Problem, viele Menschen haben Fetische. Was jedoch, wenn dieser Fetisch zunehmend als Belastung empfunden wird und man Probleme hat ihm Einhalt zu gebieten? Wie verhindert man, dass jedesmal beim Aufwachen, vorm Schlafen gehen, wenn man alleine ist und Zugang zum Internet hat, vor dem Verlangen sich dieser Fantasie mithilfe dementsprechender Videos hinzugeben?
Wie werdet ihr Herr über eure Lust statt Sklave eurer Lust zu sein? Wie hört man auf einen Fetisch zu haben, der einem kurzfristig hohe Lust verschafft, aber im Großen und Ganzen eigentlich als Qual (da zB. Erektionsprobleme beim natürlichen Sex, Minderwertigkeitskomplexe gefördert werden) und als nicht normal empfunden wird?
Hintergrundinformationen:
- 24 Jahre alt, kein extrovertierter Lebensstil, noch keine feste Beziehung, sexuelle Erfahrungen eig bloß durch professionelle Damen
- Bei den Eltern lebend
- Pokerspieler, also viel Freizeit (aber ab 2016 arbeitssuchend)
- Versuche dem Fetisch/Sucht Einhalt zu gebieten: Webfilter, PW für elektr. Geräte meiner Eltern, Therapie... Irgendwie findet man dennoch immer wieder ein Schlupfloch. Mehrmals 6-12 Tage schon Nofap/NoPorn durchgehalten, aber immer wieder rückfällig geworden.
Meine Vermutungen, warum ich einfach nicht 100%ig Herr werde darüber, obwohl ich merke wie giftig es für meine emotionale und sexuelle Gesundheit ist: Zuviel Zeit, zuviel Gelegenheiten rückfällig zu werden. Sexualität ist ein zu großer Teil meiner Gedanken- und Lebenswelt. Das innerliche Gefühl der Minderwertigkeit und die Angst davor wieder von "echten Frauen" im "echten Leben" abgelehnt zu werden. Jedesmal, wenn ich dabei bin diese Punkte ernsthaft in Angriff zu nehmen, flüchte ich mich beim ersten Dämpfer wieder in meine "sichere" Fetischwelt zurück
Der Leidensdruck wird dann manchmal so groß, dass ich daran schon dachte, dem Ganzen ein für allemal ein Ende zu bereiten, aber eigentlich will ich nicht tot sein, aber weiterhin zwischen "Fetischwelt" und "realer Welt" hin- und herleben reizt mich auch nicht. Also warum, schaff ichs nicht mich für eine dieser Welten zu entscheiden oder zumindest beide miteinander gesund zu vereinbaren?
PS: Falls Interesse besteht, kann ich auch genauer auf meinen Fetisch eingehen, auch wenns mir peinlich ist, würde vermutlich auch nicht schaden einmal Reaktionen von anderen darauf zu sehen...