.
Alleine wohnen und erwachsen werden ist für viele nicht einfach. Also ich kann das gut nachvollziehen deine Situation.
Mein Tipp, rede mehr drüber und hol dir Hilfe von deinen Freunden.
Schließe mich StephanN an.
Ich hatte zu Beginn meines Studiums eine ähnliche Situation. Eltern wohnen ca. 60km weit weg und man kann spontan hinfahren. Hatte auch einen Freundeskreis, mit dem ich jedes Wochenende was unternommen habe und so nicht an meinem Studienort war. Mit der Zeit zogen aber viele aus dem Freundeskreis wegen Studium in andere Städte und man sah sich nicht mehr so oft. Dementsprechend hab ich dann hier angefangen öfters was mit Freunden zu machen. In meinem Fall hat es mir auch geholfen, dass ich hier eine Freundin hatte. So war man nicht ganz einsam.
Nur hab ich nun einen Job ab September in Mannheim und das sind ca. 350km weit weg von allen bekannten Personen und Single bin ich auch wieder. Dementsprechend kann ich nachempfinden, wie es dir geht.
Vereinsamen muss man trotzdem nicht. Schau dich mal in verschiedenen Vereinen um. Gibt es Sportarten, die du gerne machst, aber nicht alleine machen willst? Wenn es eine Uni in deiner Stadt gibt, kann das Uni-Sport-Angebot auch interessant sein. Ansonsten einfach mal neue Sportarten ausprobieren. Andere Aktivitäten sind auch möglich. Geocachinggruppen, Schützenvereine usw.
Wichtig ist nur, dass du unter Leute kommst. So kannst du neue Menschen kennenlernen, die das Leben nicht mehr so einsam machen.
Gibt Leute die extrem unter Heimweh leiden. Jesus Navas (Fussballer bei Man City) hat früher in Sevilla gespielt und ist zimelich gut. Er konnte aber nie zu Turnieren mit der Nationalmannschaft, weil er zu starkes Heimweh hat. Er hat sich behandeln lassen und jetzt ists kein Thema mehr. Vielleicht kannst dir ja auch ein Buch holen oder mal ein Berautngsgespräch führen, was man dagegen machen kann.
Ich bin direkt nach meinem Abi studieren gegangen - 500 km entfernt. Die ersten Wochen waren die Hölle, ich habe absolut niemanden gekannt, wurde richtig schlimm krank (hohes Fieber, starker Husten usw) - und das Studium hat erst über einen Monat später begonnen. Zudem hatte ich kein Internet, keinen Fernsehanschluss und kein Handy (bin nach Österreich gezogen und hatte noch keine Handykarte)
Ich hatte nie Angst vor dem Moment des "Ausziehens" - habe mich sogar richtig darauf gefreut. Mein Vater hat mich begleitet und war 2 Tage in meiner neuen Wohnung wegen dem Umzug. Am letzten Morgen , kurz bevor mein Vater dann fahren wollte, traf es mich wirklich wie ein Schlag ins Gesicht (gefühlt allerdings in die Magengegend) . Ich wollte wieder mit Heim!
Als mein Vater dann weg war stand ich ganz allein in meiner 1 Zimmer Wohnung. Ich wusste nicht wo man einkaufen geht, wo Apotheken sind, wen ich anrufen könnte wenn etwas schief geht. Ich hab mich noch nie so hilflos gefühlt.Man weiß zwar das alle für einen da sind - aber was bringt das wenn sie 500 km entfernt sind?
Die ersten 3-4 Tage habe ich also heulend und fast gänzlich ohne Nahrung im Bett verbracht. Als es nicht besser wurde habe ich entschlossen zumindest etwas für meine Psyche zu unternehmen.
Ich hab mir meinen Block geschnappt und jeden Morgen , Mittag und Abend eine Art "Gefühlstagebuch" geführt. Ich habe einfach aufgeschrieben was ich fühle. Das hat manchmal 2-3 Stunden gedauert! Und danach ging es mir viel besser.
Als ich dann auch gesundheitlich wieder fitter wurde habe ich mir den Stadtplan geschnappt (hab ich mir daheim schon gekauft) und bin in den nächsten Telekom laden um Inet und TV zu beantragen (hat gut 1 Monat gedauert bis ich es dann hatte ♦ ) - und dann habe ich einen DVD Laden gesucht und mir jeden zweiten Tag 2 Filme ausgeliehen.
Diese Filme sind mir irgendwie ganz besonders in Erinnerung belieben und ich fühle mich heute noch komisch wenn ich sie sehe. Vor allem bei Gran Torino und the big lebowski.
Nach ein paar Wochen habe ich dann mein "Gefühlstagebuch" eingestellt weil ich immer weniger hatte was ich aufschreiben konnte. Zum ersten Mal konnte ich dann meine neue Umgebung genießen. Die Alpen direkt vor der Tür, eine wirklich wunderschöne Stadt - tolle Menschen.
"Alleinsein" muss man erst lernen. Ich habe auch relativ lange gebraucht, obwohl ich nie gedacht hätte das es mich so hart trifft. Und auch ich hätte mich als sehr selbstbewussten Menschen (was so etwas angeht) bezeichnet. Heute (komplett andere Wohnsituation - auch sehr nah bei Familie) wünsche ich mir ab und an wieder ein paar Tage des "alleinseins". Ich vermisse es manchmal einfach nur für mich zu sein. Man hat fast keine Zeit mehr für sich selbst um zb seine Gedanken zu Ordnen oder einfach nur um die Ruhe zu genießen..
Bleib einfach dran und denke positiv - du wirst sehen : Alleinsein ist manchmal gar nicht so schlecht