Hey, tut mir sehr Leid, dass es auseinander geht. Aber das ist okay. Wirklich, ist es. Das braucht ihr beide um euch als Mensch weiter zu entwickeln. Damit es nicht ganz haltlos wirkt, kurz meine Story.
Vor 3 Wochen ungefähr hat sich auch meine Freundin nach knapp 3 Jahren von mir getrennt. Sie war ein halbes Jahr zuvor nach Berlin gezogen (ich wohne Dresden) und eigentlich lief alles gut, bis ein dritter Einfluss auf sie einwirkte, sprich ein anderer Typ. Ich hätte es erst auf ihn geschoben, tatsächlich war aber ich das Problem. Trotzdem haben wir Drama vermieden, da wir immer viel wert auf offene Kommunikation gelegt haben und unser Ego ein ums andere mal in Zaum gehalten haben. Viel mehr ist es nicht, es ist eine Ego Sache. Man denkt man selbst sei das Problem. Das ist nie der Fall. Zusammenkommen, Beziehung führen und auseinander gehen ist immer ein Teamprojekt. Jeder hat seinen Anteil, aber niemand ist vollständig das Problem. Manchmal sind es einfach die Umstände, die sich ändern.
Ja, man wird nun mal älter. Ja, die Prioritäten ändern sich. Und ja, was ich lernen musste ist, es gibt einen riesen Unterschied zwischen zufrieden sein in der Beziehung und wirklichglücklich sein. Sie war glücklich in Berlin, weil es aufregend war, jede Menge zu entdecken, schier unendliche Möglichkeiten und eine Menge interessanter Persönlichkeiten, eigentlich die ganze Mentalität. Ich habe sie dahingehend auch nie eingeschränkt. Der Sex war auch kein Problem. Nichtmal wirklich die Fernbeziehung. Das Problem war nur, dass ich lediglich zufrieden war mit der Situation, mich auf berufliches konzentriert hab aber einen entscheidenden Fehler machte: ich vergaß mich selber weiterzuentwickeln.
Ich habe seltener was unternommen, meist daheim gezockt und mich täglich von ihr am Telefon bequatschen lassen. Sie hat eben immer erzählt, wie ihr Tag war, so wie wir es täglich seit fast 3 Jahren gehandhabt haben. Aber vieles wiederholte sich und ich hab die Hälfte dann ausgeblendet, weil es mir "kostbare Freizeit" genommen hatte, die letztlich eh nicht so wirklich produktiv war.
Ums kurz zu machen (klingt spöttisch bei der Wall of Text^^°): ich bin versackt. Ich war im warmen Nest, die Beziehung schien schon irgendwie zu laufen und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Ausbildung vorbei ist, ich ordentlich Geld mache und dann auch nach Berlin ziehe.
Denkste.
Ich wurde unterbewusst negativer. Hab mehr genörgelt und Dinge nicht mehr so optimistisch gesehen. Ich hatte wenig Neues zu erzählen, wenn sie anrief und auch so wenig neue Einflüsse im Leben. Sie hatte Berlin. Ich hab sie also nicht an einen anderen Typen verloren, ich hatte sie an Berlin verloren und mir eingeredet, selbst nie Berlin verkörpern zu können. Und das war schon Ausdruck meines Egos, ja nicht an mir selber arbeiten zu wollen.
Ich vermisse sie trotzdem, aber ich hab die Kurve gekriegt inzwischen. War auch nicht die erste Trennung, aber die längste Beziehung bis dato (bin jetzt 28). Natürlich verliert man da einiges, Vertrautheit, Geborgenheit, eine gemeinsame Zukunft. Das alles plötzlich weg; das ist kalter Entzug. Das haut rein! Das kann auch niemand kleinreden, es IST heftig. Ich hab auch eine ganze Nacht geheult, ohne Scheiß. Aber es tat gut. Es musste raus! Die ganze Entzugs-Wichse musste einfach raus. Fuck everything. Heulen ist okay man. Trauern ist wichtig, nimm dir dafür Zeit. Verdränge es nicht und rede es nicht klein.
Aber lerne! Nimm Wissen mit, lerne die Erfahrungen für dich positiv umzusetzen. Du hast jetzt selbst auch neue Freiheiten, du kannst dein eignes Leben gestalten wie es dir passt! Irgendwann werden auch neue Frauen kommen, aber wenn du es jetzt erzwingst, tust du dir keinen Gefallen damit langfristig. Du musst niemandem etwas beweisen, weder ihr, noch Freunden, noch dir selbst! Jetzt ist der Augenblick des Abschließenes, des Bewältigens.
Und bitte schiebe keine Ego Trips. Du hast den Menschen geliebt und für DIESE Zeit deines Lebens, war sie die richtige. Aber für die Zukunft, da wird es andere perfekte Partner geben. Vertrau mir da bitte einfach. Das alles dient dazu, zu wachsen, als Mensch! Es ist normal, es ist sogar wichtig. Es ist keine Niederlage, es ist eine CHANCE!
Was du jetzt tust ist einfach: du vermeidest den Kontakt mit ihr, beschränke ihn aufs minimalste Organisatorische. Frage nicht, wie es ihr geht. Ihr geht es nicht besser als dir. Es ist auch immer für den hart, der sich trennt. Sie BRAUCHT ihren Freiraum, das ist kein leeres Geschwätz um dich loszuwerden, es ist einfach die beste Lösung um zu schauen, welche Perspektiven man hat, was geht, was nicht mehr geht etc. Es ist Teil des Heilungsprozesses und genau den musst du auch in Anspruch nehmen.
Bleib cool! Sei freundlich ihr gegenüber. Verletze sie nicht, manipulier sie nicht. Fokussier dich auf dich allein! Mach etwas, was du schon immer machen wolltest und keine Zeit/Raum/Energie etc hattest. Mach was Neues! Entwickel dich, wachse, werde reifer. Neues Hobby, neuer Wohnraum (wenn nicht Umziehen, dann etwas Umräumen, vielleicht sogar neues kaufen, reparieren, whatever), neue Freunde(!). Sei trotzdem sozial, geh unter die Menschen. Kurzum: werde ein Mensch, den sie achten kann, trotz verflossener Liebe. Brenne keine Brücken ab, die dir nichts getan haben. Sie werden dir trotzdem noch nützlich sein in der Zukunft.
Trauerzeit kann lange dauern, nach so langer Beziehung und wenn man noch nicht soviel Erfahrung damit hat. Das ist okay. Nimm dir täglich etwas Zeit die Trauer zu analysieren, vergangene Fehler zu reflektieren und daraus zu lernen, und dann lenk dich etwas ab. Mir haben damals Stand-Up Videos auf Youtube sehr geholfen. Mit PickUp beschäftigen KANN hilfreich sein, wenn es darum geht die Fehler zu erkennen, die man gemacht hat. Nutze es nicht um sie zu manipulieren zu dir zurückzukehren. Die Chance BESTEHT, wenn du JETZT das Beste aus dir machst und sie damit noch eine Hoffnung sieht. Aber dann frag dich selber auch ganz ernsthaft, ob du es überhaupt noch möchtest. Falle nie in alte Muster zurück. Stagnation ist der Tod. Im Leben, in der Liebe, überall! Fortschritt und Entwicklung sind nunmal die treibenden Motoren des Lebens.
Vergiss das nie! Es ergeht JEDEM so, wie dir. Viele trauen sich den Schritt in die Trennung aber nicht und versacken in Abhängigkeit ihr Leben lang, bis es nur noch ein destruktives Gebilde ist, bei dem beide Stagnieren und sich in diesem Zustand festhalten. Bis es im Alter dann richtig kracht und einer von beiden den anderen richtig ruiniert. Sei bitte kein Teil davon. Egal, in welcher künftigen Beziehung. Aber heutzutage machen die Mädls meist gleich einen Cut, wenn sie Stagnation bemerken. Es ist etwas Gutes, auch wenn es sich erstmal nicht so anfühlt.
Falls das so rüberkam: du bist nicht kaputt oder defekt oder sonst was. An dir arbeiten heißt einfach, reifer werden. Nicht alles wegwerfen, was du magst und gewohnt bist. Bring neue Dinge mit rein, die die alten dann nach und nach ersetzen.
Ich hab viel gezockt zB bis vor einem Monat. Inzwischen gar nicht mehr, weil meine Zeit völlig anders okkupiert ist. Ich mach jeden Tag Fitness, stehe früh auf, gehe zeitig zu Bett, trinke viel Wasser, ernähre mich bewusster, versuche jeden Tag fremde Menschen anzulächeln, ein Stück auf dem Keyboard zu üben, einen Zaubertrick zu üben und eine Skizze zu machen. Das Zocken hat sich von völlig allein auf vielleicht ein~zwei Stündchen in der Woche(!) beschränkt, ohne dass ich es groß vermissen würde. Gleichzeitig haben diese neuen Angewohnheiten mehrere Ziele:
1. gesünder und fitter werden (produziert Glückshormone und positive Aufwärtsspirale)
2. sozialer werden und Menschen nicht runterziehen, sondern bereichern!
3. neue Interessen verfolgen und vertiefen.
4. weniger negativ sein und mehr Optimismus ausstrahlen
Und es funktioniert. Viele waren sehr überrascht, dass ich bereits nach 3 Tagen schon wieder Glück empfunden habe. Es war eine Mischung aus Trauerbewältigung (hab geflennt, hab mich mit ihr ausgesprochen), Optimismus (hatte alle Optionen, mein Leben in meiner Hand), etwas Background-Wissen (PU mit Fokus auf Charakterentwicklung) und ein eBook, das gar nicht hätte passender kommen können vom Timing her (Schicksal?^^).
Das möchte ich dir noch kurz nahelegen: es heißt Mini Habits: Smaller Habits, Bigger Results, als eBook für Kindle-Reader für grade mal 5€ zu haben. Du brauchst keinen Kindle, sondern nur einen Internetbrowser zum lesen.
Im Grunde geht es darum, positive Gewohnheiten ins Leben einzubauen, ohne schwankender Motivation erlegen zu sein. Das kann sich auf fast alle Lebensbereiche beziehen. Viele gute Vorschläge sind auch drin. Dadurch hast du jeden Tag das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Und wenn das nicht aufbaut, weiß ich auch nicht weiter
Viel Glück und gute Besserung. Ich behalte den Thread im Auge, falls Fragen auftreten.