Zum Forum springen
Unterschätze ich me...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Unterschätze ich mein Alkoholproblem?

364 Beiträge
90 Benutzer
0 Reactions
22 K Ansichten
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Hallo Leute. Kostet mich ziemlich Überwindung das hier zu schreiben. Aber ich habe wohl ein Problem. Unter anderem hat auch schwek sein blog mich damals zum nachdenken gebracht. Ich will nicht, dass es so ernst wird wie bei ihm. Schlimme Sache.

Ich habe definitiv kein normales Trinkverhalten, dass weiß ich schon länger. Seit den letzten Monaten/Jahren? habe ich privat sehr zu kämpfen und bin leider auch recht allein und richtig dicke Freunde habe ich nicht (mein alten Kreis komplett aufgegeben, Drogenclique).

Irgendwie macht mir die Einsamkeit und die Angst vor der Zukunft ziemlich zu schaffen. Unter anderem deswegen hole ich mir vermehrt Bier und betrinke mich zu Hause allein vorm Rechner. Das hat sich so hochgependelt bis auf aktuell 1-2 mal die Woche 7-10 Bier den Abend. Ich habe bei mir den typischen Kontrollverlust bemerkt. Fange ich an zu trinken, wird solange gebechert bis nichts mehr geht und ich irgendwann einpenne. Ein oder 2 Bier gibt es nicht, habe ich oft probiert und dann teilweise mitten in der Nacht zur Tanke und eben soviel Nachschub geholt, dass ich auch richtig voll werden kann. Teilweise auch auf öffentlichen Veranstaltungen bis zum geht nicht mehr getrunken und absolut peinliches Verhalten an den Tag gelegt.

Ich wollte schon mehrfach damit Schluss machen, habe dann trotzdem wieder Bier gekauft. Vor einer Woche ebenfalls wieder der Entschluss aufzuhören. Ich habe mich in einem Alkoholikerforum angemeldet und meine Geschichte geschildert. Habe seitdem abrupt aufgehört, ist jetzt der 7.Tag. Die sagen dort ich muss unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn ich mache gerade ein unter Umständen extrem gefährlichen "Kalten Entzug".

Ich bilde mir ein, dass die Leute übertreiben. Ist es wirklich schon so schlimm bei mir? bis jetzt spüre ich keine bemerkenswerten Entzugserscheinungen. Sollte ich zum Arzt gehen? Ich habe großen Scham muss ich zugeben. Aber ich will auch damit aufhören, dachte das kann ich schaffen, indem ich mich in dem Forum anmelde dort und eine Art Blog führe über mein Vorhaben.

Die meinen sogar ich muss komplett Abstinent werden, bis hin zu keinen Kuchen/Medikamente mehr mit Alkohol, etc. Ist es wirklich so ernst? Ich kann (will?) das so nicht glauben. Ich wollte jetzt schon erstmal einige Monate komplett Abstinent bleiben, einfach um die Gewohnheit abzuschaffen, aber später mal wieder ein Bier beim grillen etc. würde ich nicht ausschließen. Ich möchte nur daheim nie wieder allein trinken. Das macht keinen Sinn und ist unnormal in meinen Ausmaßen. Halte ich mir da nur Hintertürchen auf? Schreibt da gerade mein Suchtgedächtnis mit?

Danke für jede Meinung!


Antwort
Zitat
363 Antworten
Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006

Vorweg: Bin absoluter Laie.

Ich denke, dass du schon auf einem guten Weg bist/warst zum richtigen ALkoholiker zu werden und es sehr wichtig ist, dass du jetzt erstmal über eine lange Zeit nichts trinkst.

Hattest du die 7 Tage bisher denn irgendwelche Entzugserscheinungen? Ich habe keine Ahnung in welcher Form sich Entzugserscheinungen äußern können, z.B. zittrige Hände oder so? Hattest du die letzten 7 Tage irgendwann mal extremen Suchtdruck und musstest dich regelrecht zwingen nichts zu trinken?


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010

Kann dir wohl keiner hier so einfach beantworten. Aber versuch ehrlich zu dir selbst zu sein und es nicht zu locker zu nehmen. Wenn du wirklich regelmäßig getrunken hast dann würde ich einfach jetzt mal vorschlagen bis zum Jahresende nichts mehr zu trinken.

Dann weißt du jedenfalls etwas genauer wo du stehst und versuchs nicht mit Ausreden dir selbst gegenüber. Wäre jedenfalls erstmal ein Weg ohne Arzt oder Gruppe...


Antwort
Zitat
Pokersaft
Beigetreten: 02.03.2006

Was dich sicherlich von schweren Alkoholikern unterscheidet ist, dass du nur 1-2 Woche gesoffen hast.
Verstehe mich nicht falsch, auch dass wird schon eine Sucht gewesen sein. Aber ich denke der Körper fuckt dann nicht so ab wie wenn es jeden Tag passiert. Außerdem denke ich, dass 10 Bier "gesünder" sind als eine Flasche Korn am Tag.


Antwort
Zitat
DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008

also diese alkoholikerforen muss man auch mal differenziert sehen...

die hattenein Problem mit Alkohol und sehen darin jetzt allgemein den großen Feind... das is so, wie Raucher, die aufgehört haben und jetzt jeden meinen missionieren zu müssen.

FÜr die ist, sobald jemand auch nur fragt, instant ne sucht da und du darfst nie wieder irgendwas trinken, die sehen den teufel überall drinne. Solche AntiAlkoholiker Gemeinschaften entwickeln teilweise wirklich einen Sektencharakter und meinen dann, alles missionieren zu müssen.

Ob du ein problem hast, ist imo schwer zu beantworten.

Du trinkst nur 1-2 mal die Woche... hast du an den anderen Tagen auch das Bedürfnis zu trinken? Ich trinke auch 3-4 mal die Woche abends bier.. und das werden dann auch schon mal 3-5 Halbe... aber ich habe auch überhaupt kein problem, wenn ich abends nix trinke... ich hab dann auch einfach mal gesagt " ich trink jetzt einfach mal ne woche gar nix", hab das dann gemacht und kein Problem.

Nur von der Menge/Regelmäßigkeit würde ich nicht auf irgendwas zurück schließen...

das einzig ausschlaggebende ist, ob du es problemlos schaffst, paar tage auch nxi zu trinken.

Wenn das der Fall ist, würde ich nicht sagen, dass du ein drastisches Problem hast..

Zusammenfassung: Die Mengen selbst sind imo kein Problem. Der Kontrollverlust ist allerdings schon ein Alarmsignal.
Entscheidend ist einfach, ob du es schaffst, wenn du sagst, ich trink jetzt mal, zB 2 Wochen, nix. Und ob dir die Abende ohne Alkohol schwer fallen (der einfache Gedanke "nen bier is schon lecker" ist dabei imo noch nicht schlimm. Schlimm wird es nur dann, wenn du nur noch an das Bier denkst.)


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009

Mag sein, dass er aktuell noch kein Alkoholiker ist aber mit der Einstellung die Darkzonk an den Tag legt ist es imo nur eine Frage der Zeit. Ist denk ich bei jeder Droge in etwa der selbe Verlauf, am Anfang kann ich problemlos drauf verzichten aber je öfter und länger man (mehr oder weniger) regelmäßig konsumiert, desto kürzer werden die abstinenten Phasen.
Würde an OPs Stelle das alleine Trinken komplett einstellen und auch in Gesellschaft nur noch sehr maßvoll.


Antwort
Zitat
Staarrrr
Beigetreten: 09.07.2007

Find ich schon bedenklich, es ist gut, dass du genau das genau jetzt beobachtest und identifizierst. Geh doch mal zu einer Suchtberatung, kann nicht schaden. Du musst da schon von runter kommen, das kann ganz schnell ins ungesunde abdriften.


Antwort
Zitat
SkeSh
Beigetreten: 30.03.2009

du trinkst wie n student, also imo ist die menge absolut im rahmen. mich würde eher der grund, warum du trinkst, beunruhigen. wenn du die menge in gesellschaft trinkst kein problem. aber du trinkst obv weil du deine gefühle unterdrücken willst. das kann dann schon gefährlich werden.

würde dir raten auf den alk zu verzichten, wenn du alleine bist. in gesellschaft ist die menge absolut in ordnung, auch wenns nich gerade gesundheitsfördernd ist :P gibt zig studenten, die mehr trinken.


Antwort
Zitat
Krach-Bumm-Ente
Beigetreten: 01.05.2006

Original von Witz84
Irgendwie macht mir die Einsamkeit und die Angst vor der Zukunft ziemlich zu schaffen. Unter anderem deswegen hole ich mir vermehrt Bier und betrinke mich zu Hause allein vorm Rechner.

Klingt nach alpha-Alkoholiker (Erleichterungstrinker).

Original von Witz84
Ich habe bei mir den typischen Kontrollverlust bemerkt. Fange ich an zu trinken, wird solange gebechert bis nichts mehr geht und ich irgendwann einpenne. Ein oder 2 Bier gibt es nicht, habe ich oft probiert und dann teilweise mitten in der Nacht zur Tanke und eben soviel Nachschub geholt, dass ich auch richtig voll werden kann.

Spätestens hier muss man dir unbedingt zu einem Arztbesuch raten.
Finde deinen Entschluss dich dem zu stellen sehr gut, viel Erfolg dabei!


Antwort
Zitat
SniffvsSnaf
Beigetreten: 23.03.2008

Original von Witz84
...ich habe wohl ein Problem.

aktuell 1-2 mal die Woche 7-10 Bier den Abend. Ich habe bei mir den typischen Kontrollverlust bemerkt. Fange ich an zu trinken, wird solange gebechert bis nichts mehr geht und ich irgendwann einpenne. Ein oder 2 Bier gibt es nicht, habe ich oft probiert und dann teilweise mitten in der Nacht zur Tanke und eben soviel Nachschub geholt, dass ich auch richtig voll werden kann. Teilweise auch auf öffentlichen Veranstaltungen bis zum geht nicht mehr getrunken und absolut peinliches Verhalten an den Tag gelegt.

...Ich wollte schon mehrfach damit Schluss machen, habe dann trotzdem wieder Bier gekauft. Vor einer Woche ebenfalls wieder der Entschluss aufzuhören.

...ist jetzt der 7.Tag. Die sagen dort ich muss unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn ich mache gerade ein unter Umständen extrem gefährlichen "Kalten Entzug".

...Ich bilde mir ein, dass die Leute übertreiben. Ist es wirklich schon so schlimm bei mir? bis jetzt spüre ich keine bemerkenswerten Entzugserscheinungen. Sollte ich zum Arzt gehen?

...Die meinen sogar ich muss komplett Abstinent werden, bis hin zu keinen Kuchen/Medikamente mehr mit Alkohol, etc. Ist es wirklich so ernst? Ich kann (will?) das so nicht glauben. Ich wollte jetzt schon erstmal einige Monate komplett Abstinent bleiben, einfach um die Gewohnheit abzuschaffen, aber später mal wieder ein Bier beim grillen etc. würde ich nicht ausschließen. Ich möchte nur daheim nie wieder allein trinken. Das macht keinen Sinn und ist unnormal in meinen Ausmaßen. Halte ich mir da nur Hintertürchen auf? Schreibt da gerade mein Suchtgedächtnis mit?

Danke für jede Meinung!

Problem auf jeden Fall schon mal erkannt! Imo erkennen/anerkennen/akzeptieren die meisten das Problem erst dann, wenn es erst richtig schwierig wird.

Bei den Kontrollverlusten würde ich auch keinesfalls mehr von - das ist ja alles noch normal und andere (Studenten) trinken viel mehr sprechen... Kann ja sein das andere mehr trinken die Frage ist, wie sehr sie Ihren Alkoholkonsum auf Dauer im Griff haben.

Würde mir jetzt wegen "Kalten Entzugs" keine Sorgen machen... den hast du ja 1-2 mal die Woche regelmäßig gut überstanden - dein Körper wird damit zurechtkommen.
Anders wäre es, wenn du jetzt wirklich immer konstant einen Alkoholspiegel gehabt hättest und nun auf einmal die Zufuhr komplett killst. Imo hättest du denn Thread dann hier nur schwerlich aufmachen können. Zum Arzt gehen kannst du trotzdem mal. Auch dein Hausarzt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ist i.d.R. auch gut sich einer Person im RealLife anzuvertrauen. Arzt ist da i.d.R auch beste Wahl.

Also was bei dir schlimm ist, ist nicht der gegenwärtige körperliche Zustand sondern die vom Kontrollverlust ausgehenden Gefahren. Du kannst wirklich eins fix zwei von 1-2 Tagen auf 5 Tage in der Woche hochgehen... - war zumindest bei mir so... Krass sind natürlich auch deine Kontrollverluste beim gesellschaftlichen Trinken.

Komplette Abstinenz wäre für dich wohl das beste. Ja auch Kuchen und Medikamente. Du hast es doch schon versucht, du kannst es jetzt nicht steuern... warum solltest du es auf einmal später steuern können. Dein Körper springt sofort auf go, wenn er schon ein Bier hat. Du kannst nach einer Pause wahrscheinlich 1, 2 oder 3, 4 oder vielleicht auch 5mal ein Bier trinken, danach werden aller Wahrscheinlichkeit nach alle im Gehirn mit dem Suchtkreislauf zusammenhängenden Neuronen wieder feuern. Es ist leider wie fahrradfahren - unverlernbar. Es mag Ausnahmen geben oder gegeben haben. Jedoch, sind viele von denen, die hofften - dachten sie wären dieser 1er von 100 Ausnahme nicht mehr am Leben, oder siffen wieder vor sich hin.
Du sagst "du willst das nicht glauben!". Das komplette Abstinenz die einzige Lösung wäre. Kann ich gut verstehen... du befürchtest viel zu verlieren, wenn du nichts mehr trinken kannst. All die positiven Dinge, die du mit dem Konsum assozierst.... du musst dir vor Augen führen, was und wie die Sucht wirklich ist und wohin sie dich führt und du musst lernen, das alles das, was dir der Alkohol verspricht auch nüchtern auf anderen Wegen erreicht werden kann.

Nun nehmen wir mal an, du schaffst es nach den Monaten kontrolliert, nur ein Bier zu trinken... und dann zu stoppen! Würde dir das Spass machen nach einem Bier aufzuhören? Was ist an einem Bier so toll, was dir nicht auch e.g. eine Bitterlemon bieten könnte? Ich hab noch bevor ich aufgehört habe geschafft an 50% der Tage kontrolliert nur 2-3 Bier zu trinken. Der Rest des Abends wahr allerdings für mich immer ein absolut Qual..., so dass ich mir gesagt habe - hey dann kann ich ja wirklich auch ganz aufhören...

Ich denke mal du hast viel soziale Defizite (k.a. was du noch mit privat viel zu kämpfen meinst). Imo mußt du raus gehen und dich mit oder ohne Hilfe diesen Problemen stellen und die entsprechenden Kompetenzen erwerben. Echte Freunde finden. Körperlich aktiv werden usw. und so fort.


Antwort
Zitat

Erstmal Glückwunsch, dass du das Problem von alleine erkannt hast und bereit bist, früh genug die Handbremse zu ziehen.

Alkoholikerforen sind wohl der Falsche Ort für Ratschläge. Da findest du eigentlich nur Leute, bei denen das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Diese neigen definitiv dazu, den Alkohol als großen Feind zu sehen und sind was das Thema betrifft sehr sensibel. Diese Leute haben in der Regel ein vielfaches von dem getrunken, was du hier angibst. Deine Einsicht und die Bereitschaft etwas zu ändern, zeigen eigentlich, dass es bei dir noch nicht zu spät ist, das Ganze mit etwas Disziplin in den Griff zu bekommen.

Dir sollte auf jeden Fall klar sein, dass dein Trinkverhalten alles andere als gut für dich ist und auch Handlungsbedarf erfordert.

Das man im Rausch die Kontrolle verliert und immer mehr trinkt, ist keine Seltenheit und die Mengen, die du angibst, sind unter Studenten durchaus nichts außergewöhnliches.

Ich kann dir die absolute Abstinenz empfehlen. Ich selbst trinke seit 4 Jahren gar keinen Alkohol mehr und vermisse nichts.


Antwort
Zitat
Witz84 Themenstarter
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Erstmal danke für die vielen Antworten. Das mit dem Alkoholikerforum dachte ich mir schon. Alle die mir da geschrieben haben waren um die 50 und schon Jahre lang trocken. Wer weiß was die mal durchgemacht haben.

Also DarkZonk sieht das viel zu locker finde ich. Es ist definitiv nicht mehr normal bei mir. Allein schon das allein trinken. Ich verstecke das auch ziemlich vor der Familie, auch den Einkauf etc. Wenn ich so weiter mache sitze ich definitiv in der Scheiße. Und für ein Tag den ich trinke ist der nächste Tag und alle Alltagsaufgaben auch gegessen für mich. Bude wird nicht aufgeräumt, geplante Dinge verschoben, etc. Mein Alltag leidet zunehmend!

Zu den Studententhema:
Ich bin ebenfalls Student. Gehe ich feiern bin ich fast immer derjenige, der es übertrieben hat. Da sind dann auch mal mehr als 10 Bier drin und oft auch Schnaps etc. Zu Hause trinke ich nur Bier. Und fast immer kann ich mir den nächsten Tag Storys anhören die unglaublich sind. Ich bin unaustehlich, nicht aggressiv, aber absolut kein Umgang mehr möglich mit mir dann. So lern ich auch keine neuen Leute kennen, eher Feinde. Und vor den Mädels mach ich mich zum Gespött bzw. werde ich extrem penetrant. Also auch zunehmender Kontrollverlust im Verhalten. Das war vor ein paar Jahren noch anders.

Mehr zu meiner Vergangenheit:
Ich habe früher sehr viel gekifft, täglich über Jahre hinweg. Vor ca. 2,5 Jahren abrupt aufgehört. Auch mit Tabak/Rauchen. Seitdem nie wieder geraucht. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Kann jetzt natürlich eine nicht untypische Suchtverlagerung sein. Ich denke mal ich bin eine Art "Suchtmensch" geworden und habe das alles nur verschoben zum Alk hin.

@SniffvsSnuff:
"Nun nehmen wir mal an, du schaffst es nach den Monaten kontrolliert, nur ein Bier zu trinken... und dann zu stoppen! Würde dir das Spass machen nach einem Bier aufzuhören? Was ist an einem Bier so toll, was dir nicht auch e.g. eine Bitterlemon bieten könnte? Ich hab noch bevor ich aufgehört habe geschafft an 50% der Tage kontrolliert nur 2-3 Bier zu trinken. Der Rest des Abends wahr allerdings für mich immer ein absolut Qual..., so dass ich mir gesagt habe - hey dann kann ich ja wirklich auch ganz aufhören..."

Sehr gute Argumente. Das lass ich mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen und versuche mich daran oft zu erinnern. Absolut logisch.

Zu mein weiteren Vorgehen:
Ich denke, dass bei mir durch kalten Entzug eine ernste Gefahr ausgeht trifft nicht zu. Habe auch null Erscheinungen bisher und auch sonst immer mal Trinkpausen gehabt (wobei die letzte Zeit sehr selten waren).
Was ich schockierend feststelle: Der "Saufdruck" ist in manchen kurzen Augenblicken extrem hoch und ich muss mich überwinden und gegen meine Gedanken ankämpfen um nicht schließlich loszufahren und Bier zu holen. Damit hätte ich so erstmal nicht gerechnet. Also bis jetzt gab es da jeden Tag Momente. Ich werde erstmal sehr, sehr lange Zeit absolut abstinent bleiben. Zu weit in die Zukunft möchte ich nicht schauen. Aber SniffvsSnaff hat ja recht: Wozu 1-2 Bier? Aktuell denke ich von Tag zu Tag: "Heute trinke ich nichts" Das klappt bisher ganz gut.

Ich schreib jetzt erstmal hier weiter. Mir hat es bisher geholfen, auch in den Alkforum da, was mir aber unpassend erscheint. Die Mods dort regieren auch sehr ungehalten.

Danke euch!


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008

Du betrinkst dich also entweder allein, was keinen Sinn hat, wie du ja selber zugibst, oder in Gesellschaft, wo du dich zum Affen machst und dir das hinterher peinlich ist. Rational betrachtet also überhaupt kein Grund, noch was zu trinken, oder? ;)

Gerade dass du deinen Konsum schon versteckst würde mir da sehr zu denken geben. Du weißt, dass es zu viel ist. Finde die Entscheidung, erst mal abstinent zu bleiben, da sehr gut.

@Zonk: Einfache Challenge, von jetzt sofort an n Vierteljahr keinen Alkohol mehr. Wenn du spontan darüber nachdenkst, kommen dann möglicherweise sofort Überlegungen, dass das nicht geht weil du bei Event x ja schon was trinken willst? Oder Gedanken wie "Klar, könnt ich sofort machen, aber warum sollt ich?", was effektiv nicht viel anders is als "Ich kanns eben doch nicht"?

Ich glaub allgemein, dass regelmäßiger Alkoholkonsum, da sehr weit verbreitet, als deutlich harmloser angesehen wird, als er eigentlich ist. Und ja, das sag ich als Bayer, dem das Konzept des Feierabendbiers nicht fremd ist. Aber ich finds gefährlich, wenn das dann in so ne Normalität reinrutscht, merk ich an mir selber, dass zumindest regelmäßig die "Ach, jetzt n Bier dazu" Gedanken auftauchen. Dann hat man den harten Arbeitstag, nachdem man unbedingt n Bier braucht, und es geht einem allgemein mies und man trinkt halt n Bier für die gute Laune und irgendwann wirds dann doch schleichend immer mehr... Würd ich zumindest regelmäßig kritisch hinterfragen, was man da so säuft...


Antwort
Zitat
TAHG2010
Beigetreten: 10.12.2010

@ Witz84: gl, ich seh aber keine große Chance, das alleine zu schaffen. Du musst dir konkret ein paar Gedanken zu verschiedenen Themen machen und das ist leichter, wenn dir jemand professionelles dabei über die Schulter schaut.
Jellinek ein Test der Symptome nach Phasen gliedert.
Der Unterschied zwischen dir und anderen besteht vordergründig darin, dass du selbst glaubst eine Abhängigkeit zu entwickeln, Stichwort Kontrollverlust.

Hast du Handlungsalternativen für Risikosituationen? Wie willst du damit umgehen, falls du scheiterst?

@ sarc und @ die studententrinker ;)
Ich finds kritischer, wenn man 10 Bier +x trinken kann, als wenn man regelmäßig 1-2 trinkt, hinsichtlich der Gewöhnungsmenge. Das ist nämlich der Punkt, an dem die Schäden für einen selbst beginnen. Sei das jetzt physisch oder sozial.


Antwort
Zitat
Witz84 Themenstarter
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Hi TAHG.

Ich möchte es erstmal halbwegs allein versuchen. Mit ein alten Freund habe ich erst vor kurzen mal darüber geredet. Werde da wohl jetzt auch andere Leute einbinden und es denen erklären. Die werden sich eh wundern, wenn ich mal beim Grillen nichts trinke etc. Ich spiele auch täglich mit dem Gedanken doch noch zum HA zu gehen. Mal abgesehen von den körperlichen check ist die psychische Komponente, es jemanden komplett "gebeichtet" zu haben, wohl eine gute Unterstützung auf diesem Weg.

Ja diese Symptomtests und die Alkoholikerstufen kenne ich. Ca. die Hälfte der Fragen kann ich bejahen. Ich habe mir vor kurzem selbst Literatur zum Thema gekauft. Dies war auch mit ein Grund, dass ich mir den Ernst meiner Lage eingestanden habe. Das wird ganz böse enden wenn ich nicht die Reißleine ziehe.


Antwort
Zitat
JoeKehr
Beigetreten: 05.03.2008

Mit dem Beichten würde ich mir das Ganze zu Beginn gar nicht so schwer machen. Musst ja nicht gleich von Abhängigkeit reden, sondern wenn du ein Bier ablehnst, dann begründe es doch einfach damit, dass du entweder ne Wette am Laufen hast oder es ne eigene Challenge mit dir selber ist, dass du versuchen willst, bis XY nichts mehr zu trinken. Dann fragt auch keiner mehr nach und du kommst nicht in Erklärungsnöte.

Außerdem nimmt es dir den Druck, sich in solchen Situationen zu outen, was oftmals eher unangenehm ist.


Antwort
Zitat
Witz84 Themenstarter
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Also was vorspielen möchte ich mir da nichts. So ausführlich wie hier werde ich da nicht antworten. Aber ich sage einfach, dass es mir nicht mehr gut tut und ich in letzter Zeit keine Kontrolle mehr darüber habe (das wissen die, die mich kennen von ganz allein). Und das möchte ich nicht mehr. Zumindest zu den Leuten, die mich kennen kann ich das sagen. Wenn mal ein Fremder danach fragt, ist deine Antwort angebrachter meiner Meinung nach. "Beichten" war etwas schlecht formuliert.


Antwort
Zitat
Kraese
Beigetreten: 21.09.2009

Warum trinkst du denn alleine?
weil es dir schmeckt? oder weil du den "rausch" willst?


Antwort
Zitat
Witz84 Themenstarter
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Ganz ehrlich: Was für eine Frage...


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008

@TAHG: Na ja... Ich sehs für mich schon kritisch, wenn ich das Gefühl krieg, "jetzt wär n Bier schon geil", so einfach ausm Blauen heraus. Seh mich jetzt da wirklich nicht als gefährdet an, hab aber auch keine Lust, schleichend in irgendwas reinzurutschen. Und ja, ich bin allgemein schon der Meinung, dass das viele deutlich zu locker sehen.


Antwort
Zitat
Teilen: