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Wie umgehen mit schwer krankem Kollegen?

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annobln
Beigetreten: 29.07.2007
Oldschool Grinder

Hallo, bin immer noch etwas geschockt und brauche mal objektiven Rat: Ein Arbeitskollege mit dem ich mich super verstehe, eigentlich schon ein Freund ist, hat heute geschrieben, dass er an ALS leidet und es seit ca. 1 Jahr weiß.

Er meint er konnte es nicht mehr für sich behalten, alleine schon weil in der nächsten Zeit die Symptone immer öfter und stärker auftreten werden. Er ist 33 und seine Lebenserwartung ist noch ca. 2-5 Jahre, wobei er das letzte Jahr schon schwer behindert sein wird. Im Moment sieht man ihm nichts an, er ist wie immer, irgendwie total schwer vorzustellen. Auf jeden Fall hat er sich bei allen bedankt, dass ihm die Arbeit sehr wichtig geworden ist, da er dort das Gefühl hat alles sei in Ordnung und er ist ein Bestandteil dieser Gesellschaft. Problem ist, dass er bis heute nur 1-2 Leuten erzählt hat, dass er die Krankheit hat (unter anderem unserem Chef, wegen Arbeitsbelastung). Daher sind natürlich alle mit ihm ganz normal ungegangen. Die einzige Auffälligkeit war, dass er sich in letzter Zeit öfter mal krank gemeldet hat.

Die Frage ist jetzt, wie ich am besten mit ihm umgehe. Ich kann ja auch nicht so tun als hätte er das nicht mitgeteilt. Sollte man versuchen mit ihm offen darüber zu reden oder meint ihr er nimmt das einem übel? Oder denkt ihr das es besser ist so zu tun als wäre nichts passiert. Ich will ihn auf jeden Fall bis zu seinem letzten Arbeitstag unterstützen und begleiten. Ich hoffe das wird noch lange der Fall sein und evtl. passiert ja auch ein Wunder, denn die Krankheit ist unheilbar und sehr sehr selten.

Danke


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11 Antworten
buccaneers
Beigetreten: 13.04.2006
PokerStrategist

Ich kenne viele Menschen, die gehen sehr positiv mit ihrer schweren Krankeit oder Behinderung um. Wenn du ihn gut kennst, und das musst du ja, wenn er eigentlich schon ein Freund ist, dann wird er dir das bestimmt net übel nehmen.

An seinem Schicksal teilzunehmen zeugt ja davon, dass er dir nicht egal ist.


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Zitat
BudSpencer8
Beigetreten: 16.06.2008
Oldschool Grinder

Original von annobln
Hallo, bin immer noch etwas geschockt und brauche mal objektiven Rat: Ein Arbeitskollege mit dem ich mich super verstehe, eigentlich schon ein Freund ist, hat heute geschrieben, dass er an ALS leidet und es seit ca. 1 Jahr weiß.

Er meint er konnte es nicht mehr für sich behalten, alleine schon weil in der nächsten Zeit die Symptone immer öfter und stärker auftreten werden. Er ist 33 und seine Lebenserwartung ist noch ca. 2-5 Jahre, wobei er das letzte Jahr schon schwer behindert sein wird. Im Moment sieht man ihm nichts an, er ist wie immer, irgendwie total schwer vorzustellen. Auf jeden Fall hat er sich bei allen bedankt, dass ihm die Arbeit sehr wichtig geworden ist, da er dort das Gefühl hat alles sei in Ordnung und er ist ein Bestandteil dieser Gesellschaft. Problem ist, dass er bis heute nur 1-2 Leuten erzählt hat, dass er die Krankheit hat (unter anderem unserem Chef, wegen Arbeitsbelastung). Daher sind natürlich alle mit ihm ganz normal ungegangen. Die einzige Auffälligkeit war, dass er sich in letzter Zeit öfter mal krank gemeldet hat.

Die Frage ist jetzt, wie ich am besten mit ihm umgehe. Ich kann ja auch nicht so tun als hätte er das nicht mitgeteilt. Sollte man versuchen mit ihm offen darüber zu reden oder meint ihr er nimmt das einem übel? Oder denkt ihr das es besser ist so zu tun als wäre nichts passiert. Ich will ihn auf jeden Fall bis zu seinem letzten Arbeitstag unterstützen und begleiten. Ich hoffe das wird noch lange der Fall sein und evtl. passiert ja auch ein Wunder, denn die Krankheit ist unheilbar und sehr sehr selten.

Danke

Genau das könnte er aber wollen.

Ich würde mich möglichst normal verhalten und falls es Probleme aufgrund seiner Leistungsfähigkeit geben sollte helfen.

Privat würde ich versuchen mit ihm außergewöhlche Dinge zu unternehmen solange er noch kann. Also einmal auf den und den Gipfel oder einmal nach xyz zu diesem oder jenen festival oder so etwas. Hängt natürlich immer von den Vorlieben der betreffenden Person ab. Einmal F1 fahren etc...

Auch Drogen so krass das jetzt klingen mag können bei der kurzen Restlebenszeit eine Option sein. Natürlich kein Dauerkonsum!


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Snapshot
Beigetreten: 28.08.2006
Oldschool Grinder

Hey...toll erstmal dass du dir gedanken dazu machst

meine vorschlaege/ ideen in kurzform da ueber handy:

1. gebt ihm das gefuehl dass es ok ist wenn es ihm an einigen tagen bis zu seinem tod schlecht geht dass er mal fehlen kann. dass ihr die arbeit die dann anfaellt gern uebernehmt. vielleicht auch den chef mit einbinden um dann bei bedarf die stunden zu reduzieren aber ihm trotzdem im team zu behalten

2. unternehmt was mit ihm unter euch kollegen...nehmt vielleicht family sodass diese sich auch kennen lernen koennen... auch seine partnerin wird sich ueber amteilnahme und ein offenes ohr und unterstuetzung freuen

3. vielleicht n gemeinsamer kueztrip oder n gutschein fuer was abgefahrenes wie n tandemsprung

kurzum...lasst den mann spueren dass es menschen gibt die ihn lieben und macht ihm die restliche zeit fuer ihn und euch unvergesslich


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larseda
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

behandel ihn weiter wie bisher ... kein mensch will mitleid

wenn er dir wichtig ist, dann biete ihn in ner ruhigen minute einfach an, dass er dich gern immer anrufen kann, wenn er probleme hat
ob er nu quatschen will oder was erledigt werden muss


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Play4forlife
Beigetreten: 11.12.2007
PokerStrategist

Ich kann dir nicht genau sagen wie du dich verhalten sollst, weil ich nie in deiner Situation war, aber sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eventuell mal Fachleute fragen, sollte nicht schaden.

So wird dein Kollege verschiedene Phasen durchleben (5 Phasen des Sterbens) und sowas ist wahrscheinlich ganz gut zu wissen.
Ansonsten würde ich mich persönlich wohl einfach wie immer verhalten. Wenn man übervorsichtig wird, dann wird er immer und immer wieder erinnert, dass etwas nicht stimmt.


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Zitat
larseda
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

Original von Play4forlife
So wird dein Kollege verschiedene Phasen durchleben (5 Phasen des Sterbens) und sowas ist wahrscheinlich ganz gut zu wissen.

ist das als allgemein gültig ?
meinst du nicht, dass sie das erst in den letzten paar Stunden, max Tagen, abspielt ?


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AGGROFORST
Beigetreten: 26.04.2008
Oldschool Grinder

Ich würde ihm einmalig mein Mitgefühl zeigen und dann versuchen so normal wie dir möglich mit ihm umzugehen.


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Play4forlife
Beigetreten: 11.12.2007
PokerStrategist

Original von larseda

Original von Play4forlife
So wird dein Kollege verschiedene Phasen durchleben (5 Phasen des Sterbens) und sowas ist wahrscheinlich ganz gut zu wissen.

ist das als allgemein gültig ?
meinst du nicht, dass sie das erst in den letzten paar Stunden, max Tagen, abspielt ?

Achtung Halbwissen!

Soweit ich weiß unterscheiden sich die Phasen in Reihenfolge und Dauer. Sie können sich auch wiederholen uns treten meines Wissens direkt in Erscheinung, sobald man von seinem baldigen Tod erfährt. Manchmal früher, manchmal später. Und wie gesagt unregelmäßig in Dauer und Reihenfolge.


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Zitat
wertus100
Beigetreten: 06.03.2010
PokerStrategist

Original von Play4forlife

Original von larseda

Original von Play4forlife
So wird dein Kollege verschiedene Phasen durchleben (5 Phasen des Sterbens) und sowas ist wahrscheinlich ganz gut zu wissen.

ist das als allgemein gültig ?
meinst du nicht, dass sie das erst in den letzten paar Stunden, max Tagen, abspielt ?

Achtung Halbwissen!

Soweit ich weiß unterscheiden sich die Phasen in Reihenfolge und Dauer. Sie können sich auch wiederholen uns treten meines Wissens direkt in Erscheinung, sobald man von seinem baldigen Tod erfährt. Manchmal früher, manchmal später. Und wie gesagt unregelmäßig in Dauer und Reihenfolge.

Hallo,
ich habe mich in dem letzten halben Jahr damit auseinander gesetzt und auch mit Leuten geredet die Menschen "zum Tod begleitet haben".
Dabei habe ich auch viele Berichte von Sterbenden gelesen, für die es wichtig war nicht über die Krankheit, sonder über ihre Gefühle zu reden. Das könntest du mal probieren wenn er nicht mag, dann respektiere das einfach und sag ihm das er gerne irgentwann mit dir reden kann wenn er mag. Es muss von ihm kommen aber du solltest den ersten Schritt machen und ihm die Möglichkeit eröffnen.
Die Sterbephasen von Kübler-Ross sind eine Theorie, die sich aber auf zig Fälle als allgemein gültig bewiesen hat, dabei ist es wichtig das die Phasen unterschiedlich dauern und wieder zurück und vorspringen können. Viele erreichen die 5. Phase leider nie und es sollte das Ziel sein die Sterbenden dort hin zu bringen oder ihnen dabei zu helfen.


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HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

wie schon gesagt wurde,kein mitleid zeigen und ihn so normal wie möglich behandeln.

OT:wäre ich in der situation,würde ich alles mögliche versuchen,um mein schicksal zu vermeiden oder hinauszuzögern.
nur weil es mit unserer medizin nicht heilbar ist,heißt es nicht,dass es überhaupt nicht heilbar ist.
ich hab mit ayurveda und trad. chinesischer medizin etwas erfahrung gemacht und die haben z.T. sehr gute erfolge mit "unheilbaren" krankheiten gemacht.
ich sag nicht,dass es aufjedenfall helfen wird,aber es kann unter umständen helfen.ich war selbst paar monate in indien und sofern dein arbeitskollege einigermaßen mobil ist,ist es kein problem.

rede vllt mal mit ihm ob er nicht interesse hätte.
und selbst wenn er nach asien/indien reist und es nicht helfen sollte,dann hätte er zumindest noch nen richtig geilen teil der welt gesehen,den er sonst verm. nicht gesehen hätte


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Fantomas741
Beigetreten: 13.08.2006
PokerStrategist

Original von larseda

Original von Play4forlife
So wird dein Kollege verschiedene Phasen durchleben (5 Phasen des Sterbens) und sowas ist wahrscheinlich ganz gut zu wissen.

ist das als allgemein gültig ?
meinst du nicht, dass sie das erst in den letzten paar Stunden, max Tagen, abspielt ?

Bei meiner Oma hats sichs ungefähr so abgespielt ja... die hatte Blutkrebs ~ 3 Jahre.... Die dritte und vierte Phase dauerte schon sehr lange 1-2 Jahre die letzte ging dann relativ schnell 1 Monat...


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