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[Geschlossen] [alt, falsch] Delay Theory Light - heads-up pre-flop

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Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Outdated. Delay Theory greift nur bei Händen mit einer guten Playability. Bei Händen mit schlechter playability kann sogar eine "reverse delay theory" greifen, d.h. man 3-bettet pre-flop obwohl man keinen Edge hat.

Einleitung

Dieser Artikel beruht auf dem ursprünglichem Delay Theory Artikel.

Wir machen uns folgende Tatsache zunutze, die auf fast alle Gegner zutrifft:

Hat der Gegner pre-flop den letzten Raise platziert, und der Pot ist ab dem Flop heads-up, so wird der Gegner den Flop stets betten.

Dies hat zur Folge, dass wir - au�?er mit sehr starken Händen - mit unserer Action bis zum Flop warten können. Falls wir den Flop total verfehlen, sparen wir somit 2 small bets. Falls wir den Flop treffen, zwingen wir aber den Gegner dazu, dieselbe Menge Geld zu investieren wie bei der aggressiveren pre-flop Spielweise. Dieses Prinzip kommt vor allem in der Big Blind zur Anwendung. Wenn der Gegner raist und wir eine Hand haben, die zwar gegen die Raise Range des Gegners einen Edge hat, nicht aber gegen seine Cap Range, so sollten wir nur callen.(siehe Beispiel 1)

Spielen mit sehr starken Händen

Mit sehr starken Händen, die gegen die Cap Range des Gegners einen Edge haben, wollen wir allerdings schon direkt pre-flop 3-betten, damit der Gegner uns cappt - denn so erhalten wir ja bereits pre-flop 2 extra bets vom Gegner. Deshalb kommt das Warten auf den Flop mit solchen Händen nicht in Frage. (siehe Beispiel 2)

Ausserdem sollten wir, in position, gegen eine 3-bet des Gegners in der Regel nicht selbst cappen. Wenn wir nur callen wir der Gegner stehts in uns reinbetten und wir haben nun die Wahl zwischen raise Flop oder call Flop, Raise Turn um so den maximalen value zu erhalten. Sind wir allerdings in einer Position wie dem CO oder Button, und die 3-bet des Gegners kommt aus der SB, so sollten wir cappen. Denn nun gibt uns der Gegner trotz Cap wenig Respekt für eine starke Hand. (siehe Beispiel 3)

Sind wir allerdings out of position, so sollten wir alle Hände cappen, die gegen die 3-betting Range des Gegners einen Edge haben. Denn es passiert nicht selten, dass wir wenn wir oop cappen und den Flop bettetn, dennoch am Flop oder Turn geraist werden. Dies gilt vor allem, wenn wir in einer Position sind, bei der der Gegner uns wenig Stärke zuspricht, z.B. in der SB. (siehe Beispiel 4)

Beispiele

In allen Beispielen spielt unser Gegner typisch nach ORC und Equity.

1)
Preflop: Hero is BB with A♥9♣
Button raises, 1 folds, Hero ???

Wenn wir nun eine Hand haben, die zwar gegen die Raise Range des Gegners einen Edge hat, nicht aber gegen seine Cap Range (d.h. wir haben keine "sehr starke Hand") so sollten wir pre-flop nur callen.
Am Flop ergibt sich dann folgende Situation:

Flop: (4.50 SB) (2 players)
Hero checks, Button bets, Hero ???

Nun können wir je nach Hand entweder Raisen, Folden oder in bestimmten Fällen auch callen. Wir wählen je nach Situation die beste Spielweise.
Bei 3-bet pre-flop, bet Flop wäre diese Differenzierung nicht möglich gewesen.

2) Preflop: Hero is BB with A♠A♣
Button raises, 1 folds, Hero ???

Hier machen wir eine 3-bet und hoffen, dass der Gegner cappt. So maximieren wir unseren value und erhalten im Schnitt mehr Geld, als wenn wir pre-flop nur callen un den Flop raisen

3)
Preflop: Hero is Button with A♥A♦
Hero raises, 1 folds, BB 3-bets, Hero ???

In dieser Situation sollten wir in der Regel nicht cappen - auch nicht mit Killerhänden. Denn die 1 small bet die wir durch den pre-flop Cap noch erhalten könnten, bekommen wir sowieso wenn der Gegner am Flop in uns reinbettet. Nun können wir je nach Situation raisen um eine 3-bet zu induzieren oder aber call Flop, Raise Turn spielen.

4)
Preflop: Hero is SB with A♣Q♠
Hero raises, 1 folds, BB 3-bets, Hero ???

In dieser Situation sollten wir alle Hände cappen, die gegen die 3-bet Range des Gegners einen Edge haben. Denn nicht selten passiert es, dass unsere Flop bet nach unserem pre-flop Cap dennoch geraist wird. So bietet sich uns die Chance, unsereren Value in der Hand zu maximieren.

Faustregeln

Voraussetzungen:

  • Der Pot ist ab dem Flop garantiert heads-up
  • Der Gegner bettet stets den Flop wenn er pre-flop den letzten Raise platziert hat

Dann gelten folgende Regeln:

Regel 1: Pre-Flop nur dann 3-betten, wenn ihr gegen die Cap Range des Gegners einen Edge habt.

Regel 2 Pre-Flop in position üblicherweise nicht cappen, sondern die 3-bets des Gegners nur callen.

Verwandte Themen

Seine Hände ständig OOP ohne Initiative zu spielen ist schwierig. Sehr schwierig sogar, wenn man eine Ace high hand hat. Einen Beitrag dazu habe ich hier verfasst: Ace high hands in der BB ohne Initiative


19 Antworten
betout
Beigetreten: 06.02.2005
BlackMember

Original von Korn

Mit sehr starken Händen wollen wir allerdings schon am Flop direkt einen Cap, deshalb kommt das Warten auf den Flop mit solchen Händen nicht in Frage.

Du meinst wohl, wir wollen schon preflop einen cap, deshalb kommt das Warten auf den Flop nicht in Frage. Dies gilt aber auch nur, wenn wir postflop OOP sind, wie Beispiel 2 verdeutlicht. Verstehe ich das richtig?


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder
FiSheYe
Beigetreten: 17.01.2005
BlackMember

Nun gefällt es mir deutlich besser, thx für die Verbesserung :)


mausgambler
Beigetreten: 02.04.2005
Elite Grinder

Wenn ich das nun richtig sehe, mü�?te der [Strategie] Pre-flop: Starting Hands - Expert Theory 3.0-Artikel (BB defense) upgedated werden, und der "BB Defense gegen Buttonraise bei 38% Raiserang des Gegners Chart" (den ich übrigens nicht mehr finden kann) wäre auch überholt, da man ja nur mehr in solchen Situationen 3.betten soll, die gegenüber dem Cap-Rang des Gegners ein Egde haben


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

@maus:

Jein, denn die "Expert Theory" befindet sich lediglich in der fortgeschrittenen Sektion.


also ich finde es sehr gut, dass diese Theorie nicht direkt ins preflop 3.0 integriert wird. Preflop 3.0 ist so schon eine grundsätzliche Umstellung vom denken her, da ist es gut, wenn man nicht gleich mit allen +EV-Sondersituationen belastet wird, sondern erstmal nur die Standard-Ideen vermittelt bekommt. Wers genauer wissen will, kann ja hier rein guggen.
Was ich aber für sinnvoll erachten würde, wäre eine Linksammlung am Ende des Preflop-Artikels in dem auf solche Threads wie diesen hier hingewiesen wird (inkl. Link). Vielleicht noch einen Vermerk dazu "nur mit Erfahrung in den hier genannten Punkten".


tmy
tmy
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

ist das nicht die erste schöne grundlage für einen headsup artikel gegen lags/tags ? =)


Hm kommen wir dadurch nicht postflop oft in eine Situation in der wir die beste Hand wegwerfen? Raised der Gegner z.b. mit nem kleineren Ace aus SB und wir callen nur mit A9o. Der Flop kommt KQx und der Gegner bettet und wir werden wohl die beste hand folden. Was sind es dann für Flops bei denen wir mit solchen marginalen Händen wie A9o sicher spielen können?

Bei starken Madehands wie AA kann ich den Gedankengang gut nachvollziehen, nur stört mich das bei A9o z.b.


Scipio
Beigetreten: 22.03.2005
Elite Grinder

In wiefern kann ich diese Theorie auf mittlere Pocketpairs beziehen?
Da der Gegner gegen ein Pocket Neuner in der Regel 6 volle Outs hat, ist die Foldequity natürlich besonders wichtig und ich nehme an, dass ich mehr foldequity erzeuge, wenn ich erst postflop Aggression zeige, statt preflop.

Kann ich daraus schlussfolgern, dass ich beispielsweiser nach einem Steal vom SB als BB ein Pocket Neuner immer callen sollte?


Wieviel Gewicht würde man dem Informationsverlust beimessen, wenn ich den Raise nur calle, aber nicht 3-bette? Wenn der Gegner eine 3-Bet nur callt, ist das Spiel doch weit anders, als wenn der Gegner einen cappt. ( siehe auch SlannesH)


tmy
tmy
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

nehmen wir an ich hab aj o bin slightly underdog gegen seine cap range e.g 45% dann flopped K73 rainbow und ich muss gegen seine bet folden, da foldet man doch extrem häufig die beste hand :/

MfG Tim


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von tmy
nehmen wir an ich hab aj o bin slightly underdog gegen seine cap range e.g 45% dann flopped K73 rainbow und ich muss gegen seine bet folden, da foldet man doch extrem häufig die beste hand :/

MfG Tim

Bei K73 spielst du einen check-raise.


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von SlannesH
Hm kommen wir dadurch nicht postflop oft in eine Situation in der wir die beste Hand wegwerfen? Raised der Gegner z.b. mit nem kleineren Ace aus SB und wir callen nur mit A9o. Der Flop kommt KQx und der Gegner bettet und wir werden wohl die beste hand folden. Was sind es dann für Flops bei denen wir mit solchen marginalen Händen wie A9o sicher spielen können?

Bei starken Madehands wie AA kann ich den Gedankengang gut nachvollziehen, nur stört mich das bei A9o z.b.

Ja, wir werden sicherlich öfter mal die beste Hand folden. Dafür verlieren wir aber jedes mal, wenn wir tatsächlich hinten liegen nur insgesamt 2 SB (BB + pre-flop Call) anstatt oft 6 SB (3-bet pre-flop, bet flop, bet turn). Untern Strich rechnet sich das locker.


Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

Da braucht man aber sehr viel Erfahrung, wann man c/r, c/c oder c/f spielen sollte. Das wei�? ich ja jetzt schon in manchen Situationen nicht, also wann man einen Move machen sollte, wenn man selber nichts getroffen hat.


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von Sleyde
Da braucht man aber sehr viel Erfahrung, wann man c/r, c/c oder c/f spielen sollte. Das wei�? ich ja jetzt schon in manchen Situationen nicht, also wann man einen Move machen sollte, wenn man selber nichts getroffen hat.

Klar, es ist mit Sicherheit nicht einfach, aber profitabler als die konventionelle Spielweise.


FiSheYe
Beigetreten: 17.01.2005
BlackMember

Denke der reversed delay Theory sollte mehr Beachtung geschenkt werden als der Delay Theorie. Der Faktor, dass man Preflop gegen halbwegs Thinking-Player eine sehr starke Bedrohung darstellt ist nicht zu unterschätzen. Psychisch bedeutet das oft er setzt uns auf ein grö�?eres Pocket oder ein Ace + good kicker. Kommt der Flop mit einem Ace oder King, wird der Gegner oft durch unsere Bet am Flop sich von seinen schlechten Hands trennen (teilweise auch LAGs), die er ansonsten gegen uns gebettet hätte und uns dadurch zum folden bringen würde (insbesondere foldet er teilweise bessere Pockets oder Hands mit vielen Outs).

Selbst bei Händen wie KQo / KQs trifft dieses teilweise zu.
Aber speziell bei Pocketpairs sollte der Aspekt vielleicht noch etwas genauer durchleutet werden. Bei mittelguten Pockets finde ich die Initative besonders wichtig, ansonsten eiert man die ganze Hand über herum und hat auch kaum noch Foldequity. Da ist die eine SB preflop wirklich eine sinnvolle Investition, allerdings gegen Gegner die viel Preflopcappen hat man teilweise wieder das Problem oft in eine blöde Situation zu kommen.

Interessant finde ich halt sowas wie ein TAG am Button der mit 20 Att to Steal raised und man dann in der BB mit 55 3bettet. Auf die weise kriegt man bei entsprechendem Flop teilweise auch 66, 77, 88 zum folden und kann vielleicht gegen ein flop call, turn raise sogar recht easy folden.

Was meinst du dazu ?


heisst das [alt,falsch] das die Delay Theorie, welche zuerst ja als doch nicht so gut erkannt wurde und deshalb in der Light Version eine Wiedergeburt erfuhr nun ganz fürn Arsch is?


Scipio
Beigetreten: 22.03.2005
Elite Grinder

Schlie�?e mich der Frage mal an.

Hatten wir nicht zumindest ausgemacht, dass wir als Stealraiser im Button mit Pocketaces nem BB der 3-bettet nur mit nem call begegnen?


Scipio
Beigetreten: 22.03.2005
Elite Grinder

Was ist denn nun der Grund für die "Wiederlegung" dieser Theorie?
Oder warum sollen wir sie nicht mehr anwenden?


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