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[Geschlossen] [Strategie] Semi-Bluff Sequenzen - Attacking the weak Spots (beta)

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Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Einleitung und Definition

Dieser Artikel befasst sich mit semi-bluffing auf höchster Ebene.

Konventionell ist ein semi-bluff definiert als eine Bet oder ein Raise mit einer z.Zt. nicht starken Hand, die aber Outs hat, in einer Situation, in der zudem eine Chance besteht, dass alle Gegner folden.

Diese Definition ist allerdings zu eng und ist nicht ausreichend, um das Semi-Bluffing zu meistern.

Deshalb führe ich nun eine erweiterte Definition des Semi-Bluffs ein:

Ein Semi-Bluff ist eine Bet-Sequenz, die sich über Flop, Turn und River erstrecken kann, mit einer Hand, die wahrscheinlich z. Zt. nicht vorne liegt, aber Outs hat.

Diese Definition verdeutlicht, dass bei Hold'em die Action auf den verschiedenen Streets nicht unabhängig voneinander ist. Eine Turn bet nach einem Flop Checkraise hat eine deutlich höhere Fold Equity als eine Turn Donkbet nach einem Flop Call.

Die wahren Kosten eines Semi-Bluffs

De facto kostet ein Semi-Bluff weniger als ein purer Bluff. Der Grund dafür ist, dass man in vielen Fällen die Bets, die man als semi-bluff ausführt, zurückbekommt falls man seine Outs trifft.

Die wahren Kosten K eines Semi-Bluffs ergeben sich aus der Höhe der Bet B, der Anzahl der erwarteten Caller + sich selbst N und der Chance, eines seiner (discounted) Outs zu treffen P

K = B*(1 - N*P)

Nun müssen wir folgendes beachten: Wenn wir am Flop mit einem Flush Draw als semi-bluff betten, sind wir uns sicher, dass wir so oder so bis zum River mitgehen. Deshalb ist in diesem Fall am Flop P die Chance, dass wir bis zum River eine Flushkarte treffen, somit also 35%. Aber in Fällen, wo wir planen, den Semi-Bluff am Flop auszugeben, dürfen wir natürlich für P auch nur die Wahrscheinlichkeit nehmen, dass wir bis zum Turn ein Out getroffen haben.

Ein Beispiel: Sagen wir, wir sind heads-up am Flop gegen 1 Gegner. Wir betten einen Flush Draw als semi-bluff und planen bis zum River zu gehen. Dann gilt:

K = 1*(1 - 2*0,35) = 0,3

Wenn wir nun in unseren Gegner reinbetten, wie hoch ist die Chance, dass er raist? Nennen wir diese Chance einmal R. Falls der Gegner raist, steigen unsere Kosten für den Semi-Bluff auf das doppelte.

Somit gilt für unsere echten Kosten K* = 0,3 + R*0,3

Sagen wir nun, der Pot hat am Flop 4 SBs. Dann ist unser semi-bluff vereinfacht gerechnet also +EV wenn er in (0,3 + R*0,3) / 4 % der Fälle den Gegner zum folden bringt.

Sagen wir unser Gegner ist ein TAG und raist hier in 20% der Fälle. Dann ist unser semi-bluff +EV wenn er in 0,36/4, also in etwas mehr als 9% der Fälle gegen unsere Bet foldet. Sagen wir unser Gegner ist LAG und raist in 50% der Fälle. Dann bräuchten wir eine fold equity von mindestens 0,45/4 = 11,25% - was immer noch sehr wenig ist

Hier können wir schon einmal unser erstes Zwischenergebnis festhalten: Mit starken Draws sollte man auch gegen LAGs heads-up noch semi-bluffen.

Semi-Bluff Sequenzen

Die Fortgeschrittenen unter euch haben sich sicherlich in vielen Fällen schon folgendes gefragt: Stellt euch vor ihr seid am Button first-in und möchte die Blinds stealen. Die SB foldet, die BB macht eine 3-bet. Am Flop bettet die BB erneut in euch herein. Ihr habt nun eine Hand mit einigen Outs und würdet gerne semi-bluffen. Die Frage ist nur: call Flop, Bet/Raise Turn oder aber Raise Flop, Bet Turn?

Diese Frage lässt sich methodisch lösen. Zunächst einmal berechnet ihr die grob Kosten beider Sequenzen. Sagen wir, wir haben wie im obigen Beispiel einen Flush Draw.

Eine Bet am Flop kostet uns dann effektiv nur 0,3 SB. Kommt am Turn unser Flush nicht, sinkt unsere Equity auf ca 20%, somit kostet und eine Bet am Turn 0,6 BB. Allerdings kommt ja auch in 20% der Fälle unser Flush am Turn an, so dass wir also von den 0,6 BB noch einmal 20% abziehen können, somit kostet und eine Turn Bet (vom Flop aus gesehen) effektiv nur 0,48 BB.

Nehmen wir an, dass unser Gegner nach einer Flop Bet auch immer den Turn bettet. Ausserdem gibt es wieder das Risiko R, dass unser Gegner falls am Turn kein Flush ankommt reraist.

Die Kosten für Call Flop, Raise Turn sind also: 0,3 SB + (2 - PNB)*0,48 BB + R*0,48

PNB bezeichnet hier die Chance, dass der Gegner den Flop bettet, aber am Turn nur noch checkt.

Die Kosten für Raise Flop, Bet Turn sind: 0,6 SB + (1-FF)(0,48 BB) + R' = 0,3 + (1-FF)(0,48) + R'

R' bezeichnet hier die Extrakosten, die entstehen, wenn der Gegner den Turn raist oder den Flop 3-bettet. Sie exakt zu berechnen wäre mühseelig, da wir im Falle einer Flop 3-bet ja ggf. unseren semi-Bluff aufgeben. FF bezeichnet hier die Chance, dass unser Gegner bereits am Flop foldet.

Mit einer gro�?en Wahrscheinlichkeit ist allerdings R' < R*0,6 BB, weil eine Turn 3-bet nach call Flop, Raise Turn deutlich seltener ist als eine Flop 3-bet nach Raise Flop oder eine Turn Checkraise nach raise Flop, bet Turn. Andererseits gibt es ja Fälle, wo der Gegner den Flop bereits foldet und somit am Turn keine Extrakosten entstehen können. Deshalb denke ich macht folgende Annahme Sinn: R*0,6 = R'

Somit können wir grob folgendes sagen:

Kosten für Call Flop, Raise Turn = 0,15 + (2 - PNB)*0,48 + R'
Kosten für Raise Flop, Bet Turn = 0,3 + (1-FF)(0,48) + R'

Nun müssen wir die Kosten der Bet Sequenzen mit der von ihnen generierten Fold Equity vergleichen. Dies ist extrem gegner- und boardabhängig.

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an meine Coaching Session, in der ich gegen einen Gegner namens Baller6969 gespielt habe. Dieser Spieler war extrem tight, aber durchaus aggressiv. Die Chance FF, dass er gegen einen Flop Raise foldet lag denke ich bei gut 50%. Die Chance, dass er nach einer Flop bet den Turn erneut bettet, war allerdings sehr hoch, sagen wir 90%, somit PNB = 10%

Somit gilt:
Kosten für Call Flop, Raise Turn = 0,15 + 1,9*0,48 + R' ~= 0,9 + R'
Kosten für Raise Flop, Bet Turn = 0,3 + 0,5*0,48 + R' ~= 0,54 + R'

Bei diesem Gegner sehen wir folgenden Effekt: Zwar setzen wir bei Call Flop, Raise Turn 2,5 BB ein und bei Raise Flop, Bet Turn 2 BB, aber die "effektiven Kosten" sind deutlich geringer. Effektiv kostet Raise Flop, bet Turn grob 40% weniger als Call Flop Raise Turn. Wir haben aber gegen Baller6969 mit Call Flop Raise Turn keine entsprechend höhere Fold Equity. Somit ist gegen diesen Gegner Raise Flop, Bet Turn besser.

Woran liegt das? Der Flop ist der sogenannte weak spot von Baller6969. Ein weak spot ist die frühstmögliche Situation in einer Hand, in der ein Spieler erstmals eine signifikante Fold Equity hat.

Bei vielen Gegner auf den mid limits (20/40, 30/60) liegt der weak spot definitiv am Turn. Heads-up wird von den meisten Spieler die Bet Sequenz Raise Flop, bet Turn regelmä�?ig mit Händen wie Ace high gecallt, während sie gegen Call Flop, Raise Turn sehr häufig folden.

Auch dies lässt sich mit obigen Gleichungen wiedergeben. Sagen wir ein Gegner hat in obiger Gleichung einen FF Wert von 10% und einen TNB Wert von 10%. Dies wäre relativ typisch für 20/40 semi-Lags. Dann gilt:

Kosten für Call Flop, Raise Turn = 0,15 + 1,9*0,48 + R' ~= 0,9 + R'
Kosten für Raise Flop, Bet Turn = 0,3 + 0,9*0,48 + R' ~= 0,73 + R'

Nun kostet Call Flop, Raise Turn nur 12% mehr als Raise Flop, bet Turn. Aber gegen diesen Gegnertyp schätze ich, ist unsere Fold Equity bei Call Flop, Raise Turn um gut 50% höher als bei Raise Flop, bet Turn. Dann dieser Gegnertyp wird erst bei Turn Raises schwach. Gegen Turn Raises hat er seinen weak-spot

Geht noch es noch weiter? D.h. gibt es auch Gegner, die überhaupt keinen weak-spot haben? Ja, sogar relativ häufig. Genau dies sind sogenannte Maniacs die fröhlich den Turn mit wenig oder nichts 3-betten. Solche Spieler schwächen die Kosten-Nutzen Rechnung bei einem semi-bluff extremab. Nehmen wir einmal einen mathematischen Grenzfall: Ein Gegner, der nur bettet und raist. Gegen so einen Gegner habt ihr eine Fold Equity von 0. Ein semi-bluff mit einem Flush Draw ohne High Card Value ist somit garantiert ein losing play. Gegen so einen maniac spielt man in dem Fall mit seinem FLush Draw ein simples call Flop, call Turn, fold River (falls man nicht trifft)

Es gibt auch Gegnertypen (sehr LAG, aber fähig zu folds) und Situationen, bei denen man mit seinem Raise gar bis zum River warten sollte. Diese Situationen sind aber extrem selten. Ein Beispiel.

Somit erklärt sich auch das Prinzip, dass je mehr LAG euer Gegner ist, desto weniger sollte ihr semi-bluffen und falls ihr semi-blufft, solltet ihr einen starken Draw haben.

Der weak-spot des Gegners ist allerdings nicht wirklich konstant. Es gibt z.b. Boards, die so scary sind, dass auch ein LAG schon häufig gegen ein Flop Raise folden würde. Andererseits gibt es Boards, die so harmlos sind, dass selbst ein weak-tight Spieler eurem Flop Raise kaum Beachtung schenkt. Dies müsst ihr in eure Entscheidungsfindung miteinbeziehen.

Das allgemeine Semi-Bluff Prinzip

Schritt 1: Abschätzen der Kosten für eine semi-bluff Sequenz in Abhängigkeit eurer Outs, des Boards und des Gegnertyps

Schritt 2: Abschätzen des Nutzens einer Semi-Bluff Sequenz, d.h. Abschätzen der Fold Equity.

Schritt 3: Die Wahl der semi-bluff Sequenz in Abhängigkeit von Schritt 1 und 2.
Merkregel: Finde den weak spot des Gegners und platziere dort deinen Raise. Bedenke, dass der weak-spot die frühstmögliche Stelle in einer Hand ist, wo dein Gegner eine signifikante Fold Equity bietet. Bedenke: Bei besonderen Boards kann sich der weak-spot verschieben.


25 Antworten
Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Hmm.... war der Artikel nun zu arg? Feedback anyone?


Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005

Ein Beispiel: Sagen wir, wir sind heads-up am Flop gegen 1 Gegner. Wir betten einen Flush Draw als semi-bluff und planen bis zum River zu gehen. Dann gilt:

K = 1*(1 - 2*0,35) = 0,3

2 = N ... zählt man seine bet auch als "erwarteten call"? sonst ist ja eigtl nur 1 gegner da und somit nur 1 erwarteter call und wiederum somit N =1..

rest werde ich versuchen nachher zu verstehen, muss wieder zur schuile :(


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von Sleyde

Ein Beispiel: Sagen wir, wir sind heads-up am Flop gegen 1 Gegner. Wir betten einen Flush Draw als semi-bluff und planen bis zum River zu gehen. Dann gilt:

K = 1*(1 - 2*0,35) = 0,3

2 = N ... zählt man seine bet auch als "erwarteten call"? sonst ist ja eigtl nur 1 gegner da und somit nur 1 erwarteter call und wiederum somit N =1..

rest werde ich versuchen nachher zu verstehen, muss wieder zur schuile :(

Ah, mi�?verständlich. Man zählt selbst mit dazu.


imo ist der Artikel nicht zu arg. Aber ich denke, Folgendes sorgen für mangelnde Resonanz:

zuviel Mathe, welches in der hier möglichen Schreibweise einfach nicht übersichtlich genug dargestellt werden kann. Ich überlese die Mathematik grundsätzlich in deinen Posts, weil sie mir mehr irritiert, als im Verständnis unterstüzt. Das hat aber wenig damit zutun, dass die Mathematik nicht verständlich ist. Du argumentierst und erklärst ja jede Variable, bringst Beispiele usw. Deshalb denke ich, die unübersichtliche Präsentation der Formeln ist ein wichtiger Punkt für mangelnde Resonanz.

au�?erdem wüsste ich nicht was ich zu dem Thema noch schreiben könnte. Es ist nicht so spektakulär, dass ich jetzt vor Freude einen Orgasmus kriege (leider 8[), aber ich finde da jetzt auch nix Unlogisches oder Ergänzungsfähiges. Ich habe nichtmal Rechtschreibfehler entdeckt (was noch nicht heisst, dass es keine gibt ;) )


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

@shol:

Das Thema ist überaus spektakulär, denn dessen Beherrschung gibt einem bei 20/40 und höher einen unglaublichen Edge.
Natürlich werde ich diesen Artikel noch überarbeiten und ausbauen.


Original von Korn
Hmm.... war der Artikel nun zu arg? Feedback anyone?

direkt am anfang in der definition: am river hat man keine outs -> kein semi-bluff am river. Wenn die Betting-Sequenz am River angekommen ist, kann es sich also nur noch um einen "reinen" Bluff handeln.

Den Rest lese ich mir jetzt erstmal in Ruhe durch...


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von CentreFold

Original von Korn
Hmm.... war der Artikel nun zu arg? Feedback anyone?

direkt am anfang in der definition: am river hat man keine outs -> kein semi-bluff am river. Wenn die Betting-Sequenz am River angekommen ist, kann es sich also nur noch um einen "reinen" Bluff handeln.

Den Rest lese ich mir jetzt erstmal in Ruhe durch...

Ich weiss, aber genau deshalb habe ich die traditionelle Definition von semi-bluff ja geändert.


Original von Korn
@shol:

Das Thema ist überaus spektakulär, denn dessen Beherrschung gibt einem bei 20/40 und höher einen unglaublichen Edge.
Natürlich werde ich diesen Artikel noch überarbeiten und ausbauen.

Das ist richtig. =)
Aber:
Das Preflop-Chart sorgt dafür dass man überhaupt in der Lage ist so etwas wie eine Edge zu haben, trotzdem raste ich auch darüber nicht mehr aus. Bin halt zu verwöhnt :baby: (wollte den Smiley mal nutzen eh er vor Vereinsamung krepiert)

Ich finde, du hast gewohnt gute Arbeit geleistet. Da weder das Thema, noch die Qualität über den gewohnten Standard hinausgehen, oder diesen nicht erreichen, wüsste ich nichts dazu zu sagen, was ein Post wert wäre. Ich kann diese Sachen im Moment sogar nichtmal in mein Spiel einbauen, weil ich mit viel unspektakuläreren Themen Probleme habe, die ich erst einmal zu beseitigen wünsche ^^

Gefällt diese Formulierung besser? ;)


pKay
Beigetreten: 21.01.2005

Ich habe nach dem Lesen nicht geantwortet, weil ich einfach ein wenig in der Situation wie sholvar bin. Ich habe alles (grob) verstanden und logisch nachvollzogen...
Theoretisch hei�?t das ja nur: Schaue an welcher street dein Gegner gegen einen raise foldet und raise da.
War eben alles nur mal hintergründig mit Mathe begründet.

Und ganz ehrlich gesagt hatte ich mir unter dem Thema was ziemlich anderes vorgestellt. So wie es ist könnte man es auch "general psychology in high stakes" oder "how to beat high stakes" oder "the semi-bluff" oder "how to beat high-stakes: the math" o.ä. nennen...

naja mfg


Mir geht es ähnlich.

Allerdings habe ich einen Verdacht:

Ich könnte mir gut vorstellen, da�? für Korn hinter der Materie noch viel mehr steckt. Als Mathematiker ein Thema zu beginnen, sieht dann wie in dem Artikel aus. Für Leute wie Jjacky (auch Mathematiker) leicht zu lesen.
Für obige Poster eher abschreckend (für mich auch).

Wenn man die Formeln ausser Acht lässt, kann man zu dem Schlu�? kommen, da�? der Artikel etwas an der Oberfläche bleibt. Das ist aber ziemlich sicher eine Haltung, die bei Korn nur Kopfschütteln hervorruft.

Ausserdem habe ich es bei der jüngsten Arbeitsweise so verstanden, da�? dies nur eine Rohfassung ist, die diskutiert und ausgearbeitet werden soll. Sollte das hier auch so gemeint sein, braucht der Verfasser natürlich Feedback. (Auch ich las den Artikel schon früher und wusste einfach nicht, was ich antworten sollte. Hatte nicht den Mut, das so zu sagen)

Dominik, wie wäre es hier mit ein paar Beispielhänden? Mit ausführlichen reads dazu dürfte es für viele verständlicher werden. Das könnte auch den einen oder anderen animieren, sich wider Willen die Formeln genauer anzugucken, oder den Artikel mit eigenen thoughts zu ergänzen.

Da komme ich drauf, weil in einer theoretischen Diskussion (Gegner-Psychologie) Wishmaster mit einem Beispiel sehr anschaulich gemacht hat, was er meint.

Oder liege ich da ganz falsch?


Also, ich glaube nicht, dass der Artikel an der Oberfläche verbleibt. Ich bin wirklich zu verwöhnt ;)

Bisher war es immer so, wenn Korny einen neuen Artikel geschrieben hat, welcher mein Bild von Poker fast zu 100% vertieft oder gar umgekehrt hat. Die Inhalte waren so verblüffend und erstaunlich, dass ich sie teilweise am Anfang einfach nciht glauben wollte.
Es ist neues Wissen und es ist sehr hilfreich, dass will ich damit nicht sagen. Und ich denke,weil das auch kein anderer so meint aber auch wei�?, dass es so rüberkommen wird, sagt er lieber garnix. =)

Ich ganz speziell habe im Moment sowieso ganz andere Probleme beim Pokern, wusste aber auch schon vorher, dass diese nicht durch einen Artikel für dieses Forum gelöst werden.


6Wishmaster6
Beigetreten: 16.01.2005

Hab mir den Beitrag heute ausgedruckt, und mit in die Uni genommen. Dann durchgelesen...

Also ich finde BIS JETZT kratzt er nur an der Oberfläche, da er nur Mathematisch Berechnungsmöglichkeiten aufzeigt ohne aber konkrete Ergebnissen kommt, die ich so in mein Spiel umsetzten kann.

Wir haben verschiedenste Gegnertypen: LAP/LAG/TAG/Tight-Weak
Und wir haben irgendeinen konkreten Flop: Ks9s3
Wir halten: As4s
Wir haben nun einen Flush Draw und wollen semi-bluffen.
Nun frage ich, gegen welche Art von Gegner lohnt sich nen raise Flop Bet Turn, und gegen welchen Gegnertyp soll ich am Flop callen und den Turn raisen?

Das sind Antworten die interessant/konkret wären


so, wie ich das verstanden habe, wird der weak Spot zwar durch die Grundeigenschaften eines Gegner-Typs beeinflusst ist aber nicht zwanghaft daran festzumachen. Nicht jeder weak-tight Gegner foldet gegen jede Flop-Bet von dir, und nicht jeder Maniac hat garkeinen weak Spot. Deshalb kann man das nicht sooo genau sagen.
Finde ansonsten deine Argumentation einleuchtend und wäre nun auch für jede Menge argumentierte Beispielhände.


Ich hab mir mal über die praktische Umsetzung Gedanken gemacht.

Wäre eine mögliche Abfolge folgende:
- WSD-Wert ansehen. Entscheiden, ob man den Gegner überhaupt bluffen sollte (Wert < 35 ?)
- Aggression ansehen. uU (wenn Zeit vorhanden) auch für die einzelnen Stra�?en, um die Gefahr eines (re)raises abzuschätzen.
- von PA die WF-F und WF-T (when fold - flop und when fold-turn) anzeigen lassen. Gucken, wo der Gegner mehr foldet: am Flop oder am Turn. Da müsste man sich jetzt Gedanken machen, was "hohe" und was "normale" Werte sind... vielleicht kann man das auch mit Hilfe der Formeln oben ausrechnen. Aber ich bin kein Mathematiker und kann die Formeln daher nicht einfach so wie einen geschriebenen Satz lesen...
- dementsprechend die Betting-Sequenz auswählen.


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von CentreFold
Ich hab mir mal über die praktische Umsetzung Gedanken gemacht.

Wäre eine mögliche Abfolge folgende:
- WSD-Wert ansehen. Entscheiden, ob man den Gegner überhaupt bluffen sollte (Wert < 35 ?)
- Aggression ansehen. uU (wenn Zeit vorhanden) auch für die einzelnen Stra�?en, um die Gefahr eines (re)raises abzuschätzen.
- von PA die WF-F und WF-T (when fold - flop und when fold-turn) anzeigen lassen. Gucken, wo der Gegner mehr foldet: am Flop oder am Turn. Da müsste man sich jetzt Gedanken machen, was "hohe" und was "normale" Werte sind... vielleicht kann man das auch mit Hilfe der Formeln oben ausrechnen. Aber ich bin kein Mathematiker und kann die Formeln daher nicht einfach so wie einen geschriebenen Satz lesen...
- dementsprechend die Betting-Sequenz auswählen.

Das wäre eine analytische Möglichkeit der Umsetzung. Man kann es aber auch aus der individuellen Beobachtung der Gegner häufig schlie�?en.


Ja. Die PA-Methode ist wohl ein kompromiss, wenn man viele Tische spielt. Auf den Limits für die das ja hier gedacht ist, spielt man ja wahrscheinlich nicht 4 Tische auf einmal und kann daher besser beobachten. Oder spielst du so viele Tische. Wenn ja, kannst du ja mal sagen, wie du das machst, solche fehler regelmä�?ig zu beobachten.

Ich wollte zu deinem folgenden Statment noch was sagen:

Ich weiss, aber genau deshalb habe ich die traditionelle Definition von semi-bluff ja geändert.

Da bin ich nicht 100% mit einverstanden. Die von dir vorgestellte Theorie basiert ja auf einer evaluierung der profitabilität von flop und turn betting sequenzen hinsichtlich der verschiedenen Spielerarten. Daher geht deine modifizierte Definition entweder zu weit, wenn sie den River mit einbezieht oder deine Berechnungen greifen zu kurz. :)


hi korn,

hab den artikel heute erst gesehen.

ich denke, du solltest alle abkürzungen, speziell die, die in den formeln vorkommen am ende nochmal zusammenfassen. das würde das lesen viel angenehmer machen

inhaltlich bin ich auch etwas überrascht. hatte mir unter dem thema was anderes vorgestellt, was aber nichts macht. ist beides interessant.


Korn Themenstarter
Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von jjacky
hi korn,

hab den artikel heute erst gesehen.

ich denke, du solltest alle abkürzungen, speziell die, die in den formeln vorkommen am ende nochmal zusammenfassen. das würde das lesen viel angenehmer machen

inhaltlich bin ich auch etwas überrascht. hatte mir unter dem thema was anderes vorgestellt, was aber nichts macht. ist beides interessant.

Wenn ich ganz ehrlich bin gefällt mir der Artikel im gro�?en und ganzen so noch nicht.

Aber ich denke die Grundidee ist klar geworden:
Bestimmte Gegnertypen haben an bestimmen Stellen überlicherweise ihre weak-spots, die durch eine geschickte Wahl der bet-sequenz exploited werden können. Je weiter hinten der weak-spot des Gegners liegt, desto seltener sollte man semi-bluffen. Diese Idee ist extrem powerful wenn man sie mit allem Implikationen verstanden hat.


Im gro�?en und ganzen fand ich den Artikel ziemlich gut. Und auch nicht zu arg. Deine Formeln sind einleuchtend und logisch. Ich glaube die Anwendung wird nur dann wirklich schwierig, wenn Spieler am Tisch sind, die sehr häufig ihre Taktiken ändern. Aber ansonsten ein schöner Beitrag und ein sehr interessantes Thema, das hoffentlich noch vertieft wird.


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