1. Platz
Ein Beitrag von Sascha Abel
Es gibt weltweit Menschen, die sowohl erfolgreich Poker spielen als auch am Börsen- und Devisenmarkt aktiv sind. Bekanntes Beispiel ist der Finanzfachmann King Yao, der auch das Buch „Weighting the Odds in Hold�em Poker“ geschrieben hat. Es wird ferner auch von einigen anderen Personen behauptet, dass es Parallelen zwischen Poker und dem Kapitalmarkt gibt. Da ich in beiden Bereichen aktiv bin, wird dieses einmal von mir kritisch untersucht. Dabei untersuche ich nachfolgend insbesondere folgende Bereiche:
- Standing und Verbreitung
- Strategie und Mathematik
- Komplexität
- Eigenschaften
- Wissen und Informationen
- Profitabilität
- Risiko
- Psychologie
- Märkte und Informationsgefälle
Standing und Verbreitung
Poker führt in Deutschland noch ein Nischendasein, obwohl es in letzter Zeit deutlich auf dem Vormarsch ist. Die USA geben hier ganz klar die Richtung vor. Interessanterweise ist das bei der Aktienanlage ähnlich. Während in Deutschland nur knapp 10 % der Haushalte, Tendenz steigend, ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert haben, sind das in den USA fast 50 %. Damit ist auch erklärt, warum das Durchschnittsvermögen eines Amerikaners grö�?er ist als das eines Deutschen. Erstaunlich in Deutschland ist, dass einige Menschen, die erst seit kurzem ihr Geld in Aktien investieren, zu enormen Risiken neigen, also erheblich zocken. Direkt vom Sparbuch zu hochriskanten kleinen Aktien oder Optionsscheinen. Einige nehmen auch Kredite auf und spekulieren dann kräftig mit ganz stark schwankenden Aktien. Es wird interessant zu beobachten sein, ob einige zukünftige, deutsche Pokerspieler ebenfalls ein enormes Zockerverhalten an den Tag legen werden.
Strategie und Mathematik
Die Hauptziele beim Poker sind Gewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren. Es versteht sich von selbst, dass das bei der Kapitalanlage genauso ist. Während der Pokerprofi nur dann weiterspielt (bei noch nicht gemachter Hand), wenn die Odds besser sind als die Pot-Odds, legt der erfolgreiche Kapitalanleger sein Geld dort an, wo die Chancen grö�?er sind als die Risiken. Beide investieren also nur dann Geld, wenn sie Chancen mit positivem finanziellem Erwartungswert haben.
Komplexität
Poker ist ein schwieriges Spiel, aber mittels Computertechnik können inzwischen sämtliche Wahrscheinlichkeiten exakt berechnet werden. Das erfasst zwar nur den mathematischen Bereich des Pokerspiels in den Spielsituationen, doch ist das schon eine ganze Menge.
Die Weltwirtschaft und somit auch die Börse sind natürlich viel komplexer. Das kann nicht im Entferntesten annähernd berechnet werden. Somit gestalten sich die Zusammenhänge am Kapitalmarkt deutlich schwieriger.
Eigenschaften
Die wichtigsten Eigenschaften sind bei erfolgreichen Pokerspielern und Kapitalanlegern identisch.
1. Geduld und Disziplin
Ohne Geduld geht beim Poker nichts. Man muss halt auf gute Karten warten, wenn man profitabel pokern will. Wer wie wild jede Hand spielt, verschenkt langfristig ein Vermögen.
Auch der Kapitalanleger benötigt Geduld. Man wird an der Börse nicht an einem Tag reich. Gute Aktien von gesunden Unternehmen sollte man eine lange Zeit liegen lassen. Hektisches Zocken kostet an der Börse langfristig meist nur Geld. An der Börse schmälern die ständigen Transaktionskosten erheblich den Ertrag. Sprichwort: „Hin und her macht Taschen leer.“
Sowohl beim Poker, als auch an den Kapitalmärkten muss man sich natürlich auch Zeit geben um erfolgreich zu werden. Der Kapitalanleger kann diese Zeit allerdings erheblich abkürzen, indem er andere für sich arbeiten lässt. Dieses funktioniert z.B. über so genannte Investmentfonds. Wobei es auch dort gravierende Qualitätsunterschiede gibt.
2. Emotionale Stabilität
Wer mit Niederlagen nicht umgehen kann, der ist beim Pokern sicherlich falsch. Es kommt einfach zu häufig vor, dass man einen so genannten „bad Beat“ erlebt. Irgendein Trottel besiegt einen mit ganz viel Glück, obwohl man vollkommen richtig gespielt hat. Labile Menschen sind dann schnell mal in einem Tilt-Zustand und spielen völlig überzogen loose-aggressive. Der Verlust wird dann meistens noch viel grö�?er.
An der Börse ist emotionale Stabilität die wohl wichtigste Eigenschaft. Dort kann es bei den Kursen auch zu einem erheblichen Abwärtsrutsch kommen, der mitunter deutlich länger anhält als beim Poker. Man hat eigentlich alles richtig gemacht. Sich Aktien von gesunden und profitablen Unternehmen gekauft, die dazu auch noch sehr gutes Potenzial haben. Bewertet waren die Aktien auch günstig. Trotzdem geht es plötzlich erst einmal kräftig nach unten, weil es zurzeit ganz einfach mehr Menschen auf der Welt gibt, die Aktien verkaufen als kaufen wollen. Das ist dann einfach Pech. Viele verlieren dann irgendwann die Nerven und verkaufen zu Tiefstkursen. Auch hier ist dann ein Tilt-Zustand mitunter anzutreffen. Der Anleger versucht, den gerade erlittenen Verlust durch den Kauf von viel riskanteren Aktien schnell auszugleichen. Die in dieser Verfassung ausgesuchten Aktien sind häufig dann deutlich minderer Qualität. Alternativ werden von einigen dieser Menschen auch andere viel spekulativere Produkte erworben, wie beispielsweise irgendwelche Optionsscheine. In beiden Fällen endet das häufig in einem totalen Desaster.
Doch gibt es an der Börse noch eine Gefahr, die beim Poker in der Form nicht auftritt. Wenn ein Pokerspieler beispielsweise an einem $1/$2-Tisch sehr erfolgreich spielt, ist er zufrieden. Ihm ist bewusst, dass irgend jemand an einem $30/$60-Tisch in der gleichen Zeit noch mehr Geld verdient hat. Aber er hat sich seinen Tisch ganz bewusst ausgesucht. Er hatte für die Wahl seine Gründe.
An der Börse hingegen werden sich, auch wenn die Kurse wie gewünscht nach oben gehen, bestimmt Wertpapiere finden lassen, die noch viel stärker gestiegen sind. Und das war nicht gewollt. Bei vielen regiert dann die Gier. Sie wollen einfach noch mehr Gewinne machen, schalten ihren Verstand ab und kaufen dann die Aktien, die besonders gut gelaufen sind. Im Endeffekt hei�?t das aber nur, dass sie Aktien kaufen, die ganz besonders teuer, häufig viel zu teuer, geworden sind. Das rächt sich dann irgendwann sehr brutal. Von März 2000 bis zum März 2003 war das sehr gut bei dem so genannten Neuen Markt und den Internetunternehmen zu sehen.
3. Objektivität
Sowohl an der Börse als auch beim Poker muss man sich unbedingt Fehlentscheidungen eingestehen. Nur dann kann man verhindern, dass man denselben Fehler immer wieder macht. Genauso sollte man seinen Erfolg kritisch analysieren. Viele betrügen sich selbst und behaupten, dass sie beim Poker Pari-Spieler sind. In Wirklichkeit zahlen sie jedoch ständig ein. Es gibt auch einige Aktionäre die behaupten, sie machen in etwa Plus-Minus-Null oder sogar einen leichten Gewinn. Doch in Wirklichkeit verbrennen sie an der Börse ihr Geld. Menschen neigen dazu, Niederlagen zu verdrängen und Erfolge aufzubauschen.
4. Intelligenz und Gedächtnis
Eine systematische Vorgehensweise und strategisches Denkvermögen sind beim Poker, wie auch an der Börse von Vorteil. In beiden Bereichen gibt es immer wieder die gleichen Abläufe, Muster, Trends etc. Hier sollte man aus der Vergangenheit lernen und sein Gedächtnis bemühen, damit man richtig reagiert.
5. Flei�?
Wie ein guter Pokerspieler muss auch der erfolgreiche Kapitalanleger sich der Literatur bedienen. Dazu gehören natürlich Bücher und beim Börsianer auch die aktuelle Tagespresse. Doch hat der Kapitalanleger im Gegensatz zum Pokerspieler die Möglichkeit sich dieses Punktes zum gro�?en Teil zu entledigen, indem er andere für sich arbeiten lässt, beispielsweise mittels Investmentfonds.
Wissen und Informationen
Der Pokerspieler, wie auch der Börsianer müssen beide über ein fundiertes Wissen verfügen, damit Sie Ihren Ertrag maximieren können. Es gehören mehrere Bausteine dazu.
1. Literatur
Dass eine gute Bildungsgrundlage in beiden Bereichen unverzichtbare Voraussetzung ist, versteht sich von selbst. Doch ist es für den Pokerspieler wie auch für den Kapitalanleger schwierig, da eine Auswahl zu treffen. Das fängt damit an, dass einige Bücher schon veraltet sind. Das gilt noch mehr für Börsenliteratur da sich in der Wirtschaft alles ziemlich schnell ändert. Andere Bücher enthalten mitunter äu�?erst gewagte Theorien, mit denen man in der Praxis wohl kaum Geld verdienen kann. Qualitätsunterschiede was die Didaktik angeht, gibt es in beiden Bereichen natürlich auch. Der Börseninteressierte findet jede Menge deutsche Literatur zu seinem Thema. Jede gute Buchhandlung kann einem da weiterhelfen. Im Pokerbereich sind deutlich weniger und bisher fast ausschlie�?lich englischsprachige Bücher zu finden. Für so manchen Deutschen ein erhebliches Problem.
2. Mathematik
Der Pokerspieler bedient sich so genannter Odds-Tabellen und vergleicht die Odds mit den Pot-Odds. Hat er beispielsweise nach dem Turn einen Flush-Draw auf der Hand, so helfen ihm von den 46 unbekannten Karten neun weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Flush macht, liegt in etwa bei 1:4. Er spielt also nur dann weiter, wenn die Potgrö�?e mindestens das Vierfache umfasst von dem was er setzen müsste.
Der Aktienanleger benötigt Kenntnisse über das Kurs-Gewinn-Verhältnis, die Dividendenrendite usw. der betreffenden Aktie. Vereinfacht beschrieben ist für ihn sein Erwartungswert umso besser, je besser die Kennzahlen sind. Im Normalfall sind diese Daten aber in der Presse verfügbar. Ein Anleger, der an die Terminmärkte geht, braucht hingegen weit grö�?ere finanzmathematische Kenntnisse.
3. Diskussionsforen
In der Pokerwelt nehmen Diskussionsforen einen durchaus Nutzen bringenden Platz ein. Man findet dort so manchen Tipp und es gibt auf den ersten Blick keinen rationalen Grund, weshalb jemand dort einem bewusst was Falsches raten sollte. Bei der Geldanlage muss man ein wenig vorsichtig sein. Insbesondere vor so genannten „hei�?en Tipps“ von sehr unbekannten und kleinen Aktien kann man nur dringend warnen. Meistens hat der Empfehlungsgeber die Aktie selbst und will durch seinen „Tipp“ die Nachfrage nach diesem Papier ordentlich anheizen, damit der Kurs steigt und er gut verkaufen kann.
4. Bankroll Management und Kapitalanlagebetrag
�?hnlich wie man beim Poker vernünftige Rücklagen benötigt, um einen Downswing aushalten zu können, sollte man in den Aktienbereich oder anderen schwankungsfreudigen Anlagemöglichkeiten, nur Geld investieren, das man in den nächsten Jahren nicht benötigt. So kann man auch einen eventuellen vorübergehenden Kursrutsch durchstehen.
5. Selbstmanagement
Der Pokerprofi setzt sich mit Pechsträhnen, der richtigen Spielzeit und Spieldauer auseinander. Auch der Geldanleger sollte sich vorher die Frage stellen, wie er reagiert, wenn er plötzlich mit 30 % im Minus steht. Auch muss er die Frage beantworten, wie viel Zeit er für die Betreuung seiner Gelder investieren kann. Was nützt ihm ein breit gestreutes Depot mit 30 verschiedenen Aktien, wenn er pro Woche nur eine Viertelstunde Zeit hat, sich darum zu kümmern? Dann sollte er sein Vermögen besser verwalten lassen.
Idealerweise erstellt sowohl der Pokerspieler als auch der Kapitalanleger von sich selbst ein Persönlichkeitsprofil. In beiden Bereichen sollte also die Bereitschaft zu Selbsterkenntnis und Selbstkritik vorhanden sein, verbunden mit dem Willen, erkannte Knackpunkte im Verhalten aufzuarbeiten.
Profitabilität
Poker ist ein Nullsummenspiel, d.h. was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Es verdienen auf lange Sicht folglich nur Menschen Geld beim Poker die gegen schlechtere Menschen pokern. Der persönliche Erwartungswert hängt also zum einen von einem selbst und zum anderen von den Gegnern ab.
An der Börse muss man die Märkte unterscheiden. Da gibt es zum einen den Aktienmarkt. Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen, also Sachen. Unternehmen sollten im Regelfall Geld verdienen, also mehr Wert werden. Insofern werden auch Aktien langfristig mehr wert. Es ist also kein Nullsummenspiel, sondern es werden am Aktienmarkt Werte geschaffen. Langfristig kann man seriös mit einer Rendite von 8-12 % pro Jahr rechnen. Natürlich mit gro�?en Schwankungen. Denn die Kurse bilden sich aufgrund von Angebot und Nachfrage. Und die sind kurzfristig meistens nicht erklärbar, also auch zu einem gewissen Teil Glück. Doch langfristig zahlt sich eine gesunde gut strukturierte Aktienanlage aus. Langfristig haben Zocker auch hier im Regelfall die schlechteren Karten.
Am Devisenmarkt werden nur Währungen untereinander gehandelt. Irgendwer muss die eine und irgendwer die andere Währung besitzen. Das ist also ein typisches Nullsummenspiel. Steigt beispielsweise der Dollar gegenüber dem Euro, dann wird der Dollarinhaber reicher und der Euroinhaber ärmer. Langfristig ist damit also kein Geld zu verdienen, da man zumindest als Privatanleger die anderen Marktteilnehmer kaum schlagen wird.
Am ähnlichsten mit dem Pokerspiel sind die Terminmärkte. Am Terminmarkt kann man als Spekulant auf zukünftige Preise beispielsweise bestimmter Aktien wetten. Und wie bei jeder Wette gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Das ist also auch ein Nullsummenspiel. Wie beim Poker kann man die Wahrscheinlichkeiten auf bestimmte Finanzereignisse berechnen. Das ist hochkompliziert und wird von den mathematischen Abteilungen der Banken durchgeführt. Natürlich werden dort von den gro�?en Unternehmen auch Wetten angeboten, mit einem etwas zu hohen Preis. Wenn auf die dann jemand eingeht (im Regelfall Privatanleger) hat das Unternehmen langfristig einen positiven Erwartungswert. Als Privatanleger ist hier langfristig also nichts zu verdienen, sondern eher zu verlieren.
Risiko
Beim Poker kann man maximal das verlieren was man mit an den Tisch genommen hat. Wie viel das ist, hängt zum einen von den Rücklagen, zum anderen von der Risikobereitschaft ab.
Beim Aktien- und auch beim Devisenmarkt ist es ähnlich. Man kann, wenn auch äu�?erst unwahrscheinlich, ebenfalls das verlieren was man angelegt hat. Beim Terminmarkt ist es hingegen anders. Nicht nur, dass das Totalverlustrisiko deutlich höher ist, es gibt auch Möglichkeiten, dass man deutlich mehr als nur sein eingesetztes Kapital verliert. Selbstverständlich kann man am Kapitalmarkt sein Geld auch sehr sicher anlegen, z.B. in verzinsliche Wertpapiere von Vater Staat.
Wer jedoch mit guter Strategie dabei ist, sollte beim Poker wie an der Börse langfristig der Gewinner sein. Ist man das nicht, dann liegt es an einem selbst. Langfristig hei�?t an der Börse übrigens mindestens 5, besser 10 Jahre. Kurzfristig schlagen Fortuna und die Börse meist erhebliche Kapriolen.
Man kann es mathematisch auch anders beschreiben. Je mehr Hände ein guter Pokerspieler gegen einen schlechten spielt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Verlust erleidet. An der Börse ist es ähnlich. Je länger ein Anleger ein weltweit gut gestreutes Aktiendepot hält, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er im Minus liegt. �?ber einen 10-Jahres-Zeitraum liegt die Wahrscheinlichkeit Verluste zu machen für solch ein Aktiendepot übrigens bei nur 4 %. Dann muss man aber auch schon sehr teuer gekauft haben.
Psychologie
Sowohl beim Poker als auch an der Börse agieren Menschen, mit all Ihren psychologischen Stärken und Schwächen. Beim Poker trifft man auf den Charakter eines einzelnen oder einiger weniger Menschen mit ganz individuellen Ausprägungen. Ist er aggressiv oder eher passiv. Spielt er viele Hände oder wenige. An der Börse hingegen hat man keinen direkten Gegenspieler. Es ist also kein Individuum sichtbar und somit zu analysieren. Vielmehr trifft man dort auf die Gesamtheit aller Kapitalanleger und deren gebündelte Emotionen. Man spricht deshalb auch von der Börsenpsychologie. Diese ist im Endeffekt nichts anderes als die Summe der einzelnen Psychen aller am Kapitalmarkt agierenden Menschen. Man erlebt hier den Mensch also nur als ein Wesen mit Herdentrieb.
Märkte, Informationsgefälle
Poker ist ein Spiel mit unvollständiger Information. Jeder Spieler hat auch unterschiedliche Informationen, jedoch ist der Informationsanteil von der Natur des Spieles her bei jedem Spieler gleich. Einen Informationsvorsprung kann man durch genaues Beobachten oder durch Verwendung einer Analysesoftware erzielen. Dieser Informationsvorsprung sollte sich bezahlt machen.
Am Aktienmarkt hat man etwas vollständigere Informationen. Zwar gibt es einige so genannte Insider, das ist z.B. der Vorstand einer Aktiengesellschaft, mit noch wesentlich mehr Informationen, doch dürfen diese Menschen die nur Ihnen bekannten Informationen per Gesetz nicht verwenden. Als weiterer wirklicher Informationsvorteil ist die Kenntnis zu werten, wenn demnächst grö�?ere Transaktionen von anderen vorgenommen werden sollen. Das soll zwar eigentlich auch nicht sein, doch lässt es sich nicht immer verhindern. In einigen Fällen ist das ausnutzen dieser Informationen ebenfalls verboten. Bei allen anderen Marktteilnehmern spielt hauptsächlich die Verbreitungsgeschwindigkeit der Informationen eine Rolle. Die Profis, also institutionelle Investoren haben da sicher immer noch einen Vorteil, auch wenn dieser durch den Siegeszug des Internets abgenommen hat. Mittels ausgefeilter Analyseprogramme kann man sich evtl. auch noch einen Vorteil verschaffen. Der Nutzen von solcher Software ist allerdings sehr umstritten.
FAZIT
Die gro�?e Anzahl an �?berschneidungen zwischen dem Kapitalmarkt und dem Pokerspiel ist beachtlich. Insbesondere was die Eigenschaften angeht um in beiden Bereichen gewinnbringend zu agieren. Ein erfolgreicher Kapitalanleger sollte somit die Grundvoraussetzungen mitbringen um auch beim Poker auf der Gewinnerseite agieren zu können. Andersherum sollte auch ein Pokerprofi in der Lage sein, sein Geld an den Finanzmärkten zu mehren. Wenn ihm die Lust und die Zeit dazu fehlen, dieses Eigenverantwortlich zu tun, so kann er es sich leicht machen und sein Geld beispielsweise durch Investmentfonds verwalten lassen. Er sollte dann nur auf eine entsprechende Qualität des Fonds achten.
Das ein guter Pokerspieler einen Teil seiner Gewinne in Aktien oder Aktienfonds langfristig investiert ist deshalb sogar ausdrücklich zu empfehlen. Eine ausgewogene, weltweit gestreute Anlage sollte zum Erfolg führen. Wenn er beispielsweise von seinen Gewinnen jeden Monat € 500,- investiert, so hat er nach 30 Jahren € 180.000,- beiseite gelegt. Wenn er dann dabei eine Rendite von 10 % pro Jahr erzielt, so hat er nach diesen 30 Jahren ein Vermögen von € 1.040.425,-. Das sollte reichen für den Lebensabend.