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[Geschlossen] 2. Wettbewerb: Poker und Kapitalmarkt

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Ich kenne Devisenhändler und Börsenexperten, die mich auf Parallelen zwischen Poker und dem Kapitalmakt hingewiesen haben. �?bigens kennen viele von Euch ebenfalls einen Finanzfachmann, der sich dazu geä�?ert hat: King Yao in seinem Buch "Weighing The Odds in Hold'em Poker".

In beiden Bezugssytemen handelt es sich um Märkte; in beiden Fäklen spielen Informationsgefälle eine Rolle.

Welche Parallelen gibt es? Welche Eigenschaften eines winning Poker Players sind an der Börse einsetzbar (und umgekehrt) ?

Preise:

1. Preis: 2 Partypoker Startpakete
2. Preis: 1 Startpaket
3. Preis: 1 Startpaket

Deadline:

12 Dez. 05


17 Antworten

damn der war gestern :-/
grad erst gelesen^^


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1. Platz

Ein Beitrag von Sascha Abel

Es gibt weltweit Menschen, die sowohl erfolgreich Poker spielen als auch am Börsen- und Devisenmarkt aktiv sind. Bekanntes Beispiel ist der Finanzfachmann King Yao, der auch das Buch „Weighting the Odds in Hold�em Poker“ geschrieben hat. Es wird ferner auch von einigen anderen Personen behauptet, dass es Parallelen zwischen Poker und dem Kapitalmarkt gibt. Da ich in beiden Bereichen aktiv bin, wird dieses einmal von mir kritisch untersucht. Dabei untersuche ich nachfolgend insbesondere folgende Bereiche:

- Standing und Verbreitung
- Strategie und Mathematik
- Komplexität
- Eigenschaften
- Wissen und Informationen
- Profitabilität
- Risiko
- Psychologie
- Märkte und Informationsgefälle

Standing und Verbreitung

Poker führt in Deutschland noch ein Nischendasein, obwohl es in letzter Zeit deutlich auf dem Vormarsch ist. Die USA geben hier ganz klar die Richtung vor. Interessanterweise ist das bei der Aktienanlage ähnlich. Während in Deutschland nur knapp 10 % der Haushalte, Tendenz steigend, ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert haben, sind das in den USA fast 50 %. Damit ist auch erklärt, warum das Durchschnittsvermögen eines Amerikaners grö�?er ist als das eines Deutschen. Erstaunlich in Deutschland ist, dass einige Menschen, die erst seit kurzem ihr Geld in Aktien investieren, zu enormen Risiken neigen, also erheblich zocken. Direkt vom Sparbuch zu hochriskanten kleinen Aktien oder Optionsscheinen. Einige nehmen auch Kredite auf und spekulieren dann kräftig mit ganz stark schwankenden Aktien. Es wird interessant zu beobachten sein, ob einige zukünftige, deutsche Pokerspieler ebenfalls ein enormes Zockerverhalten an den Tag legen werden.

Strategie und Mathematik

Die Hauptziele beim Poker sind Gewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren. Es versteht sich von selbst, dass das bei der Kapitalanlage genauso ist. Während der Pokerprofi nur dann weiterspielt (bei noch nicht gemachter Hand), wenn die Odds besser sind als die Pot-Odds, legt der erfolgreiche Kapitalanleger sein Geld dort an, wo die Chancen grö�?er sind als die Risiken. Beide investieren also nur dann Geld, wenn sie Chancen mit positivem finanziellem Erwartungswert haben.

Komplexität

Poker ist ein schwieriges Spiel, aber mittels Computertechnik können inzwischen sämtliche Wahrscheinlichkeiten exakt berechnet werden. Das erfasst zwar nur den mathematischen Bereich des Pokerspiels in den Spielsituationen, doch ist das schon eine ganze Menge.
Die Weltwirtschaft und somit auch die Börse sind natürlich viel komplexer. Das kann nicht im Entferntesten annähernd berechnet werden. Somit gestalten sich die Zusammenhänge am Kapitalmarkt deutlich schwieriger.

Eigenschaften

Die wichtigsten Eigenschaften sind bei erfolgreichen Pokerspielern und Kapitalanlegern identisch.

1. Geduld und Disziplin
Ohne Geduld geht beim Poker nichts. Man muss halt auf gute Karten warten, wenn man profitabel pokern will. Wer wie wild jede Hand spielt, verschenkt langfristig ein Vermögen.
Auch der Kapitalanleger benötigt Geduld. Man wird an der Börse nicht an einem Tag reich. Gute Aktien von gesunden Unternehmen sollte man eine lange Zeit liegen lassen. Hektisches Zocken kostet an der Börse langfristig meist nur Geld. An der Börse schmälern die ständigen Transaktionskosten erheblich den Ertrag. Sprichwort: „Hin und her macht Taschen leer.“
Sowohl beim Poker, als auch an den Kapitalmärkten muss man sich natürlich auch Zeit geben um erfolgreich zu werden. Der Kapitalanleger kann diese Zeit allerdings erheblich abkürzen, indem er andere für sich arbeiten lässt. Dieses funktioniert z.B. über so genannte Investmentfonds. Wobei es auch dort gravierende Qualitätsunterschiede gibt.

2. Emotionale Stabilität
Wer mit Niederlagen nicht umgehen kann, der ist beim Pokern sicherlich falsch. Es kommt einfach zu häufig vor, dass man einen so genannten „bad Beat“ erlebt. Irgendein Trottel besiegt einen mit ganz viel Glück, obwohl man vollkommen richtig gespielt hat. Labile Menschen sind dann schnell mal in einem Tilt-Zustand und spielen völlig überzogen loose-aggressive. Der Verlust wird dann meistens noch viel grö�?er.
An der Börse ist emotionale Stabilität die wohl wichtigste Eigenschaft. Dort kann es bei den Kursen auch zu einem erheblichen Abwärtsrutsch kommen, der mitunter deutlich länger anhält als beim Poker. Man hat eigentlich alles richtig gemacht. Sich Aktien von gesunden und profitablen Unternehmen gekauft, die dazu auch noch sehr gutes Potenzial haben. Bewertet waren die Aktien auch günstig. Trotzdem geht es plötzlich erst einmal kräftig nach unten, weil es zurzeit ganz einfach mehr Menschen auf der Welt gibt, die Aktien verkaufen als kaufen wollen. Das ist dann einfach Pech. Viele verlieren dann irgendwann die Nerven und verkaufen zu Tiefstkursen. Auch hier ist dann ein Tilt-Zustand mitunter anzutreffen. Der Anleger versucht, den gerade erlittenen Verlust durch den Kauf von viel riskanteren Aktien schnell auszugleichen. Die in dieser Verfassung ausgesuchten Aktien sind häufig dann deutlich minderer Qualität. Alternativ werden von einigen dieser Menschen auch andere viel spekulativere Produkte erworben, wie beispielsweise irgendwelche Optionsscheine. In beiden Fällen endet das häufig in einem totalen Desaster.
Doch gibt es an der Börse noch eine Gefahr, die beim Poker in der Form nicht auftritt. Wenn ein Pokerspieler beispielsweise an einem $1/$2-Tisch sehr erfolgreich spielt, ist er zufrieden. Ihm ist bewusst, dass irgend jemand an einem $30/$60-Tisch in der gleichen Zeit noch mehr Geld verdient hat. Aber er hat sich seinen Tisch ganz bewusst ausgesucht. Er hatte für die Wahl seine Gründe.
An der Börse hingegen werden sich, auch wenn die Kurse wie gewünscht nach oben gehen, bestimmt Wertpapiere finden lassen, die noch viel stärker gestiegen sind. Und das war nicht gewollt. Bei vielen regiert dann die Gier. Sie wollen einfach noch mehr Gewinne machen, schalten ihren Verstand ab und kaufen dann die Aktien, die besonders gut gelaufen sind. Im Endeffekt hei�?t das aber nur, dass sie Aktien kaufen, die ganz besonders teuer, häufig viel zu teuer, geworden sind. Das rächt sich dann irgendwann sehr brutal. Von März 2000 bis zum März 2003 war das sehr gut bei dem so genannten Neuen Markt und den Internetunternehmen zu sehen.

3. Objektivität
Sowohl an der Börse als auch beim Poker muss man sich unbedingt Fehlentscheidungen eingestehen. Nur dann kann man verhindern, dass man denselben Fehler immer wieder macht. Genauso sollte man seinen Erfolg kritisch analysieren. Viele betrügen sich selbst und behaupten, dass sie beim Poker Pari-Spieler sind. In Wirklichkeit zahlen sie jedoch ständig ein. Es gibt auch einige Aktionäre die behaupten, sie machen in etwa Plus-Minus-Null oder sogar einen leichten Gewinn. Doch in Wirklichkeit verbrennen sie an der Börse ihr Geld. Menschen neigen dazu, Niederlagen zu verdrängen und Erfolge aufzubauschen.

4. Intelligenz und Gedächtnis
Eine systematische Vorgehensweise und strategisches Denkvermögen sind beim Poker, wie auch an der Börse von Vorteil. In beiden Bereichen gibt es immer wieder die gleichen Abläufe, Muster, Trends etc. Hier sollte man aus der Vergangenheit lernen und sein Gedächtnis bemühen, damit man richtig reagiert.

5. Flei�?
Wie ein guter Pokerspieler muss auch der erfolgreiche Kapitalanleger sich der Literatur bedienen. Dazu gehören natürlich Bücher und beim Börsianer auch die aktuelle Tagespresse. Doch hat der Kapitalanleger im Gegensatz zum Pokerspieler die Möglichkeit sich dieses Punktes zum gro�?en Teil zu entledigen, indem er andere für sich arbeiten lässt, beispielsweise mittels Investmentfonds.

Wissen und Informationen

Der Pokerspieler, wie auch der Börsianer müssen beide über ein fundiertes Wissen verfügen, damit Sie Ihren Ertrag maximieren können. Es gehören mehrere Bausteine dazu.

1. Literatur
Dass eine gute Bildungsgrundlage in beiden Bereichen unverzichtbare Voraussetzung ist, versteht sich von selbst. Doch ist es für den Pokerspieler wie auch für den Kapitalanleger schwierig, da eine Auswahl zu treffen. Das fängt damit an, dass einige Bücher schon veraltet sind. Das gilt noch mehr für Börsenliteratur da sich in der Wirtschaft alles ziemlich schnell ändert. Andere Bücher enthalten mitunter äu�?erst gewagte Theorien, mit denen man in der Praxis wohl kaum Geld verdienen kann. Qualitätsunterschiede was die Didaktik angeht, gibt es in beiden Bereichen natürlich auch. Der Börseninteressierte findet jede Menge deutsche Literatur zu seinem Thema. Jede gute Buchhandlung kann einem da weiterhelfen. Im Pokerbereich sind deutlich weniger und bisher fast ausschlie�?lich englischsprachige Bücher zu finden. Für so manchen Deutschen ein erhebliches Problem.

2. Mathematik
Der Pokerspieler bedient sich so genannter Odds-Tabellen und vergleicht die Odds mit den Pot-Odds. Hat er beispielsweise nach dem Turn einen Flush-Draw auf der Hand, so helfen ihm von den 46 unbekannten Karten neun weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Flush macht, liegt in etwa bei 1:4. Er spielt also nur dann weiter, wenn die Potgrö�?e mindestens das Vierfache umfasst von dem was er setzen müsste.
Der Aktienanleger benötigt Kenntnisse über das Kurs-Gewinn-Verhältnis, die Dividendenrendite usw. der betreffenden Aktie. Vereinfacht beschrieben ist für ihn sein Erwartungswert umso besser, je besser die Kennzahlen sind. Im Normalfall sind diese Daten aber in der Presse verfügbar. Ein Anleger, der an die Terminmärkte geht, braucht hingegen weit grö�?ere finanzmathematische Kenntnisse.

3. Diskussionsforen
In der Pokerwelt nehmen Diskussionsforen einen durchaus Nutzen bringenden Platz ein. Man findet dort so manchen Tipp und es gibt auf den ersten Blick keinen rationalen Grund, weshalb jemand dort einem bewusst was Falsches raten sollte. Bei der Geldanlage muss man ein wenig vorsichtig sein. Insbesondere vor so genannten „hei�?en Tipps“ von sehr unbekannten und kleinen Aktien kann man nur dringend warnen. Meistens hat der Empfehlungsgeber die Aktie selbst und will durch seinen „Tipp“ die Nachfrage nach diesem Papier ordentlich anheizen, damit der Kurs steigt und er gut verkaufen kann.

4. Bankroll Management und Kapitalanlagebetrag
�?hnlich wie man beim Poker vernünftige Rücklagen benötigt, um einen Downswing aushalten zu können, sollte man in den Aktienbereich oder anderen schwankungsfreudigen Anlagemöglichkeiten, nur Geld investieren, das man in den nächsten Jahren nicht benötigt. So kann man auch einen eventuellen vorübergehenden Kursrutsch durchstehen.

5. Selbstmanagement
Der Pokerprofi setzt sich mit Pechsträhnen, der richtigen Spielzeit und Spieldauer auseinander. Auch der Geldanleger sollte sich vorher die Frage stellen, wie er reagiert, wenn er plötzlich mit 30 % im Minus steht. Auch muss er die Frage beantworten, wie viel Zeit er für die Betreuung seiner Gelder investieren kann. Was nützt ihm ein breit gestreutes Depot mit 30 verschiedenen Aktien, wenn er pro Woche nur eine Viertelstunde Zeit hat, sich darum zu kümmern? Dann sollte er sein Vermögen besser verwalten lassen.
Idealerweise erstellt sowohl der Pokerspieler als auch der Kapitalanleger von sich selbst ein Persönlichkeitsprofil. In beiden Bereichen sollte also die Bereitschaft zu Selbsterkenntnis und Selbstkritik vorhanden sein, verbunden mit dem Willen, erkannte Knackpunkte im Verhalten aufzuarbeiten.

Profitabilität

Poker ist ein Nullsummenspiel, d.h. was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Es verdienen auf lange Sicht folglich nur Menschen Geld beim Poker die gegen schlechtere Menschen pokern. Der persönliche Erwartungswert hängt also zum einen von einem selbst und zum anderen von den Gegnern ab.
An der Börse muss man die Märkte unterscheiden. Da gibt es zum einen den Aktienmarkt. Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen, also Sachen. Unternehmen sollten im Regelfall Geld verdienen, also mehr Wert werden. Insofern werden auch Aktien langfristig mehr wert. Es ist also kein Nullsummenspiel, sondern es werden am Aktienmarkt Werte geschaffen. Langfristig kann man seriös mit einer Rendite von 8-12 % pro Jahr rechnen. Natürlich mit gro�?en Schwankungen. Denn die Kurse bilden sich aufgrund von Angebot und Nachfrage. Und die sind kurzfristig meistens nicht erklärbar, also auch zu einem gewissen Teil Glück. Doch langfristig zahlt sich eine gesunde gut strukturierte Aktienanlage aus. Langfristig haben Zocker auch hier im Regelfall die schlechteren Karten.
Am Devisenmarkt werden nur Währungen untereinander gehandelt. Irgendwer muss die eine und irgendwer die andere Währung besitzen. Das ist also ein typisches Nullsummenspiel. Steigt beispielsweise der Dollar gegenüber dem Euro, dann wird der Dollarinhaber reicher und der Euroinhaber ärmer. Langfristig ist damit also kein Geld zu verdienen, da man zumindest als Privatanleger die anderen Marktteilnehmer kaum schlagen wird.
Am ähnlichsten mit dem Pokerspiel sind die Terminmärkte. Am Terminmarkt kann man als Spekulant auf zukünftige Preise beispielsweise bestimmter Aktien wetten. Und wie bei jeder Wette gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Das ist also auch ein Nullsummenspiel. Wie beim Poker kann man die Wahrscheinlichkeiten auf bestimmte Finanzereignisse berechnen. Das ist hochkompliziert und wird von den mathematischen Abteilungen der Banken durchgeführt. Natürlich werden dort von den gro�?en Unternehmen auch Wetten angeboten, mit einem etwas zu hohen Preis. Wenn auf die dann jemand eingeht (im Regelfall Privatanleger) hat das Unternehmen langfristig einen positiven Erwartungswert. Als Privatanleger ist hier langfristig also nichts zu verdienen, sondern eher zu verlieren.

Risiko

Beim Poker kann man maximal das verlieren was man mit an den Tisch genommen hat. Wie viel das ist, hängt zum einen von den Rücklagen, zum anderen von der Risikobereitschaft ab.
Beim Aktien- und auch beim Devisenmarkt ist es ähnlich. Man kann, wenn auch äu�?erst unwahrscheinlich, ebenfalls das verlieren was man angelegt hat. Beim Terminmarkt ist es hingegen anders. Nicht nur, dass das Totalverlustrisiko deutlich höher ist, es gibt auch Möglichkeiten, dass man deutlich mehr als nur sein eingesetztes Kapital verliert. Selbstverständlich kann man am Kapitalmarkt sein Geld auch sehr sicher anlegen, z.B. in verzinsliche Wertpapiere von Vater Staat.
Wer jedoch mit guter Strategie dabei ist, sollte beim Poker wie an der Börse langfristig der Gewinner sein. Ist man das nicht, dann liegt es an einem selbst. Langfristig hei�?t an der Börse übrigens mindestens 5, besser 10 Jahre. Kurzfristig schlagen Fortuna und die Börse meist erhebliche Kapriolen.
Man kann es mathematisch auch anders beschreiben. Je mehr Hände ein guter Pokerspieler gegen einen schlechten spielt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Verlust erleidet. An der Börse ist es ähnlich. Je länger ein Anleger ein weltweit gut gestreutes Aktiendepot hält, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er im Minus liegt. �?ber einen 10-Jahres-Zeitraum liegt die Wahrscheinlichkeit Verluste zu machen für solch ein Aktiendepot übrigens bei nur 4 %. Dann muss man aber auch schon sehr teuer gekauft haben.

Psychologie

Sowohl beim Poker als auch an der Börse agieren Menschen, mit all Ihren psychologischen Stärken und Schwächen. Beim Poker trifft man auf den Charakter eines einzelnen oder einiger weniger Menschen mit ganz individuellen Ausprägungen. Ist er aggressiv oder eher passiv. Spielt er viele Hände oder wenige. An der Börse hingegen hat man keinen direkten Gegenspieler. Es ist also kein Individuum sichtbar und somit zu analysieren. Vielmehr trifft man dort auf die Gesamtheit aller Kapitalanleger und deren gebündelte Emotionen. Man spricht deshalb auch von der Börsenpsychologie. Diese ist im Endeffekt nichts anderes als die Summe der einzelnen Psychen aller am Kapitalmarkt agierenden Menschen. Man erlebt hier den Mensch also nur als ein Wesen mit Herdentrieb.

Märkte, Informationsgefälle

Poker ist ein Spiel mit unvollständiger Information. Jeder Spieler hat auch unterschiedliche Informationen, jedoch ist der Informationsanteil von der Natur des Spieles her bei jedem Spieler gleich. Einen Informationsvorsprung kann man durch genaues Beobachten oder durch Verwendung einer Analysesoftware erzielen. Dieser Informationsvorsprung sollte sich bezahlt machen.
Am Aktienmarkt hat man etwas vollständigere Informationen. Zwar gibt es einige so genannte Insider, das ist z.B. der Vorstand einer Aktiengesellschaft, mit noch wesentlich mehr Informationen, doch dürfen diese Menschen die nur Ihnen bekannten Informationen per Gesetz nicht verwenden. Als weiterer wirklicher Informationsvorteil ist die Kenntnis zu werten, wenn demnächst grö�?ere Transaktionen von anderen vorgenommen werden sollen. Das soll zwar eigentlich auch nicht sein, doch lässt es sich nicht immer verhindern. In einigen Fällen ist das ausnutzen dieser Informationen ebenfalls verboten. Bei allen anderen Marktteilnehmern spielt hauptsächlich die Verbreitungsgeschwindigkeit der Informationen eine Rolle. Die Profis, also institutionelle Investoren haben da sicher immer noch einen Vorteil, auch wenn dieser durch den Siegeszug des Internets abgenommen hat. Mittels ausgefeilter Analyseprogramme kann man sich evtl. auch noch einen Vorteil verschaffen. Der Nutzen von solcher Software ist allerdings sehr umstritten.

FAZIT

Die gro�?e Anzahl an �?berschneidungen zwischen dem Kapitalmarkt und dem Pokerspiel ist beachtlich. Insbesondere was die Eigenschaften angeht um in beiden Bereichen gewinnbringend zu agieren. Ein erfolgreicher Kapitalanleger sollte somit die Grundvoraussetzungen mitbringen um auch beim Poker auf der Gewinnerseite agieren zu können. Andersherum sollte auch ein Pokerprofi in der Lage sein, sein Geld an den Finanzmärkten zu mehren. Wenn ihm die Lust und die Zeit dazu fehlen, dieses Eigenverantwortlich zu tun, so kann er es sich leicht machen und sein Geld beispielsweise durch Investmentfonds verwalten lassen. Er sollte dann nur auf eine entsprechende Qualität des Fonds achten.
Das ein guter Pokerspieler einen Teil seiner Gewinne in Aktien oder Aktienfonds langfristig investiert ist deshalb sogar ausdrücklich zu empfehlen. Eine ausgewogene, weltweit gestreute Anlage sollte zum Erfolg führen. Wenn er beispielsweise von seinen Gewinnen jeden Monat € 500,- investiert, so hat er nach 30 Jahren € 180.000,- beiseite gelegt. Wenn er dann dabei eine Rendite von 10 % pro Jahr erzielt, so hat er nach diesen 30 Jahren ein Vermögen von € 1.040.425,-. Das sollte reichen für den Lebensabend.


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2. Platz

Ein Beitrag von Björn Franzen

Inhaltsverzeichniss:

Kapitel 1:
1.1 Poker und organisierter Kapitalmarkt – Einleitung und Definition eines Kapitalmarktes
1.2 Marktsegment Poker und Kapitalmarkt
1.3 Parallelen

Kapitel 2:
2.1 Analyse des Kapitalgebers im Poker und organisiertem Kapitalmarkt
2.2 Physiologisches & Psychologisches Profil eines Winning Players und gewinnorientierten
Kapitalgebers
2.3 Fazit

Kapitel 1

1.1 Poker und organisierter Kapitalmarkt – Einleitung und Definition eines Kapitalmarktes

In diesem Artikel möchte ich die verschiedenen Aspekte des Poker, insbesondere in dem für uns interessanten Online Marktsegment und des organisierten Kapitalmarktes wie der Börse sowie den einzelnen Kapitalgebern an sich durchleuchten und Aufschluss über die parallelen der
Kapitalmärkte als auch der Pokerspieler und Kapitalgeber ( Anleger) aus meiner Sicht geben. Ich werde dabei versuchen diesen Artikel sowohl für Anfänger als auch für weiter fortgeschrittenen gleicherma�?en interessant zu gestalten.

Was ist der Kapitalmarkt?

Der Kapitalmarkt ist ein Finanzmarkt und beschreibt das Gesamtbild aller am Markt beteiligten Organisationen , die für die Zusammenführung von Angebot an und Nachfrage nach Kapital dienen. Dies sind in der Regel Kapitalgeber (Angebot) und Kapitalnehmer (Nachfrage). Der Kapitalgeber
stellt dabei das von ihm festgelegte Kapital dem Kapitalnehmer für Investitionen zur Verfügung
und erwirbt damit einen vertraglichen Anspruch auf die prozentuale Auszahlung von Kapital seitens des Kapitalnehmers. Das geschieht meistens durch jährliche Zinsen die der Kapitalnehmer an den Kapitalgeber zu zahlen hat. Da der Kapitalmarkt ein Markt im ökonomischen Sinne ist, kann er
sowohl einen realen als auch virtuellen (eBay) Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage darstellen. Wobei es weitere Spezialmärkte wie zB die Börse gibt.

Was ist ein organisierter Kapitalmarkt?

Ein organisierter Kapitalmarkt entsteht dann, wenn die Vorraussetzung für einen börslichen Handel gegeben sind. Eine Börse dient hauptsächlich der zeitlichen und örtlichen (auch virtuellen) Konzentration des Handels zB für Aktien , Devisen, Anleihen und bestimmten Waren wie dem allseits beliebten gefrorenen Orangensaft oder Schweinebäuchen ;D.

In diesem Artikel möchte ich hauptsächlich Grundaspekte des organisierten Kapitalmarktes einbringen, welcher zwar einen Spezialmarkt darstellt aber gleichzeitig Teil des Kapitalmarktes ist und sich meiner Meinung nach am ehesten mit dem Poker durch das ständig schwankende Marktgleichgewicht aus Spekulativen Anlegern die meist nach kurzfristigen lukrativen
Investitionsmöglichkeiten ausschau halten, und den Langzeitanlegern die sehr sorgsam die Aspekte ihrer Investitionsplanung durchgehen um langfristigen Gewinn zu erzielen vergleichen lässt.

1.2 Marktsegment Poker und Kapitalmarkt

Das Marktsegment Poker , definiert ebenfalls das Szenario eines klassischen Spezialmarktes im Kapitalmarkt. Auch hier haben wir das System von Angebot und Nachfrage an und nach Finanzkapital das einen Kapitalmarkt ausmacht. Der Spieler investiert dabei allerdings nicht nur in den Betreiber der Pokerseiten oder die Casinos die sich durch den entrichteten Rake und diverse Marketing und Werbema�?nahmen finanzieren, sondern auch in sein eigenes Können und Spielvermögen , also im optimalen Fall bewusst in sich
selber und spekuliert damit auf das Kapital, das andere Spieler ebenfalls in ihr eigenes Spielvermögen investieren. Man könnte das ganze auch als die Investition in das Unvermögen anderer Spieler auslegen, wie aber bei den meisten Geschäften im Kapitalmarkt üblich investiert man sein eigenes Kapital in der Regel mit Absicht um später mehr Kapital zurückzuerhalten als
wenn man das Kapital nicht anbieten würde. Die trifft inbesondere auf das Marktsegment Online Poker als auch die Börse zu.

1.3 Parallelen Marktsegment Poker und organisierter Kapitalmarkt

Vorneweg, der organisierte Kapitalmarkt und das Marktsegment Poker lässt sich durch die Spezialisierung der beiden Märkte nicht direkt vergleichen. Es gibt allerdings ein paar Parallelen die auf beide Märkte zutreffen und die auf die Fähigkeit des Erfolges der Anleger im jeweils anderen Marktsegment
abzielen und durchaus erkennbar sind.

Eine parallele zwischen dem organisierten Kapitalmarkt und dem Online Poker die besonders herraussticht ist die Tatsache, das durch die zeitliche und örtliche Konzentration des Marktes durch zB, beim Pokern ein international ausgelegtes Internetportal, eine enorme Steigerung der
Marktliquidität und der damit verbunden Funktionsfähigkeit der Märkte erreicht wird. Ein hypothetisches Beispiel das dies verdeutlicht. Wenn ein Pokerseitenbetreiber nur ein deutschlandweites Netz aufbauen würde könnte er damit weitaus weniger Anteile des Marktsegments Poker abdecken als wenn er europaweit bzw. International agiert. Im Zuge der
Globalisierung solcher Unternehmen kommen weitere Kapitalgeber auf den Markt und damit auch wieder viel mehr schwächerer Spieler die wieder neues Kapital in den Markt schwemmen das von ambitionierten längerfristig erfolgsorientierten Spielern natürlich dankend versucht wird zu
schlucken. Diese wiederum spielen mit dem Geld das sie durch den Zuwachs an neuen Spielern erwirtschaften konnten höhere Limits und tragen damit ihren Teil durch Gewinn und Verlust zum
Marktzyklus bei.

Eine weitere Parallele besteht darin, das sowohl im organisierten Kapitalmarkt als auch beim Pokern das Informationsgefälle zwischen den Kapitalgebern einen Gro�?teil des Erfolges ausmacht. So hat ein Kapitalgeber der auf Pokerstrategy.de das nötige Grundwissen vermittelt bekommen hat
und selber ambitioniert das Material über Poker das mit den Artikeln die Pokerstrategy.de zur Verfügung stellt oder diversen Büchern aufmerksam studiert einen weitaus höheren Informationsgehalt über den Markt und wie man in diesem richtig agiert den er ausnutzen kann.Während der Hobbyspieler oder Marktneuling sich an bisherigen Erfahrungen orientieren muss, die den meisten durch spielen mit Freunden zu Hause oder durch irgendwelche Videofilme vermittelt wurden.

So ist zB auch ein Kapitalgeber an der Börse um einiges erfolgreicher wenn er sein Informationslevel über die Unternehmen in die er investiert ständig auf einem hohen Standard hält und sich über andere Kapitalgeber, diverse Magazine, Internetportale oder Zeitungsberichte informiert und stets agieren und/oder reagieren kann.

Viele sagen weiterhin Intuition spielt eine gro�?e Rolle beim Pokern als auch bei der Kapitalanlage auf dem organisierten Kapitalmarkt. Ich halte dies allerdings für falsch, die meisten leute werden nicht durch ihr Bauchgefühl reich sondern durch das analyiseren und auswerten von Informationen die sie sammeln als auch dem umsetzen eben dieser. So wird ein Kapitalgeber auf dem organisierten Kapitalmarkt höchstwahrscheinlich nie erfolgreich
sein Kapital vermehren können wenn er die Konkurrenzunternehmen nicht erfolgreich studiert und die gesammelten Informationen auswerten und verwerten kann.

Das selbe gilt beim Pokern.
Ein Spieler der die Spielweise seiner Gegner analysieren und die gesammelten Informationen verwerten kann spielt auf längere Sicht gesehen erfolgreicher und bewusster als jemand der sich nicht die Gesamtübersicht über seine Anlagen und den Markt in den er investiert verschafft.

Kapitel 2

2.1 Analyse des Kapitalgebers im Poker und organisiertem Kapitalmarkt

Schaut man sich inbesondere die Börse und das Online Poker Marktsegment an findet man sehr viele Gemeinsamkeiten und sehr wenige Differenzen zwischen auf beiden Märkten erfolgreichen und weniger erfolgreichen Individuen.

Wie bereits erwähnt kann man sowohl im Poker als auch im organisierten Kapitalmarkt zwischen drei Grundtypen von Kapitalgebern unterscheiden.

Die Hobbyspieler im Poker sind mit dem durchschnittsanleger an der Börse in etwa gleich. Meist sind es Kleinanleger die aus Spass spielen oder der Jagd und dem Kitzel nach dem gro�?en Pokergewinn beziehungsweise des Killeranlagepakets das sein Kapital um ein vielfaches in kurzer Zeit in die höhe schnellen lässt erlegen sind. Diese Kapitalgeber sind leider auch die , die am schnellsten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden aber gleichzeitig einen gro�?teil des Marktkapitals und den Gewinn der anderen ausmachen.

Die zweite Gruppe besteht aus den Zockern , leuten die das Risiko lieben oder zumindest genau dies denken , diese Gruppe ist in beiden Märkten äu�?erst Investitionsbereit und steuert ebenfalls einen gro�?en Teil zum gesamten Marktkapital bei. Wobei sich Risiko für manche auch lohnen kann
nur verlieren sie auf längere Sicht gesehen ebenfalls stetig Kapital und der Gewinn reguliert sich von einem Glückstreffer meist innerhalb absehbarer Zeit ins negative, meist aufgrund der schlechten Charaktereigenschaft nicht wissen zu können wann Schluss ist. Diese leute verspielen meist nicht wie der Hobbyspieler einen vorher festgelegten Einsatz oder eine durchgerechnete Verlustkalkulation sondern in extremfällen ein vielfaches an Kapital als sie eigentlich besitzen.

Die dritte Gruppe besteht eben genau aus solchen Spielern und Anlegern die den Grundgedanken von Pokerstrategy.de verfolgen und sich neben einem breiten Basiswissen und Praxiserfahrung auch die nötigen Tugenden wie Geduld und analytische Denkweise aneignen. Diese Gruppe ist stets
darauf aus unter minimalem Verlust auf lange Sicht das maximale an Kapitalsteigerung zu erzielen.

2.2 Physiologisches & Psychologisches Profil eines Winning Players und gewinnorientierten

Das Psychologische Profil eines Winning Players besteht meist aus den auch im Alltag positiv angeeigneten Fähigkeiten, als auch des Trainings von grundlegenden Fähigkeiten und Denkweisen und Strukturen.

Wenn ihr euch innerhalb der Pokerszene als auch in jeder anderen Sportart unter den Topspielern umseht könnt ihr immer wieder verschiedene Psychologische Muster erkennen die so gut wie jeder dieser Spieler verinnerlicht hat.

Ich werde hier zwei dieser Muster und Fähigkeiten die sowohl ein professioneller Sportler, Pokerspieler als auch Kapitalanleger verinnerlichen sollte ausführlich erklären.

1.
Um zu verstehen wieso diese Spieler so erfolgreich sind muss man sich erst einmal mit der Physiologie des menschlichen Körpers auseinandersetzen.
Das menschliche Gehirn arbeitet vorzugsweise mit angeeigneten Mustern, das heisst das was man häufig trainiert oder tut eignet sich das Gehirn sehr schnell und effizient als auch meist direkt abrufbereit an und das ganze äu�?ert sich dann in einem Automationsprozess der automatisch abgerufen wird. Also hat ein erfahrener Spieler oder langjähriger Kapitalanleger in jedem Fall einen Vorteil den er sich durch Wochen, Monate oder jahrelanges Training angeeignet hat Erfahrungen sammeln und lernen sie richtig einzusetzen ist also der erste Schritt in die richtige
Richtung um erfolgreicher zu werden.

Eine weitere Funktion des Gehirns besteht darin, das es verschiedene Alarmstufen gibt, deswegen sollte man auch nur mit höchster Konzentration Pokern oder seinen Geschäften nachgehen, denn sobald man selber denkt das ein Gegner schwächer ist oder eine Aufgabe nicht so
wichtig, stuft das Gehirn ohne das wir etwas dagegen tuen können einfach eine Stufe runter. Danach auf den selben Konzentrationslevel wie vorher zu kommen kostet eine Menge Energie. Bewusst spielen steigert die Konzentration und Effizienz eines Spielers. Mentale Stärke ist das Grundkonzept jedes erfolgreichen Sportlers und die Holdem Version von
Poker ist auch nur eine andere Form von Denksport.

2.Emotional Channeling

Egal ob ein Downswing oder das abstürzen eines Börsenkurses , Frust kommt in beiden Märkten des öfteren vor und gehört mit dazu. Das Problem dabei ist nicht das Problem selbst , sondern wie man mit dem Problem umgeht. Emotional Channeling ist wie ich finde eine der am wenigsten diskutierten aber eine der meist gefürchteten Waffen die ein Pokerspieler entwickeln kann.

Emotionen sind dynamisch , sie kommen und gehen und die meisten Menschen können nichts dagegen tuen, eine innere Gelassenheit zu entwickeln und sich eben nicht den Frust , die schlechte Hand oder das schlechte Ergebnis am Tisch anmerken zu lassen oder weitere Gedanken daran zu verschwenden ohne diese bewusst zu verdrängen oder runterzuschlucken ist eine Technik die sehr lange und intensiv trainiert werden muss bevor man auch nur ansatzweise soweit ist diese einzusetzen. Wenn man aber erst einmal den Sprung zum Emotional Channeling geschafft hat kann man viel effizienter mit seinen Problemen umgehen und die Lösung fällt einem umso leichter, wütende Menschen denken nicht viel beziehungsweise sind zu sehr mit ihren Gefühlen beschäftigt als klar strukturierte Gedanken zu fassen und diese umzusetzen.

2.3 Fazit

Im Endeffekt dürfte der Sprung vom erfolgreichen Kapitalgeber an der Börse zum erfolgreichen Pokerspieler und umgekehrt mit der richtigen Einstellung kein Problem sein.

Die meisten Eigenschaften die man sich durch das Pokern aneignen kann , inbesondere Geduld, Gelassenheit und die analytischen Denkfähigkeiten runden das Basispaket ab das man braucht um sich weiter in die Materie des Börsenhandels und umgekehrt einzuarbeiten und dies effektiv zu nutzen.

Ich hoffe der Artikel hat Anklang gefunden und möchte mich abschliessen noch einmal für die Zeit bedanken die Ihr euch genommen habt um das ganze zu studieren und sich eine eigene Bildung dazu zu bilden.

Weiterhin viel Erfolg beim Pokern , Viel Erfolg an die , die neu dabei sind und vielleicht sieht man den ein oder anderen bald unter den Toplisten der Anleger wieder.

Cheers,
Bjoern Franzen


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3. Platz

Ein Beitrag von Frohbi

Poker und Kapitalmarkt haben eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Die offensichtlichste von allen ist, dass derjenige, der den Markt (beides wird auch im Folgenden als MARKT bezeichnet) beherrscht, langfristig (viel) Geld bewegt und verdient, aber kurzfristig zum Teil heftigen Schwankungen ausgesetzt ist. Nach einer kurzen Definition der beiden Märkte folgt ein �?berblick über die wesentlichen Gemeinsamkeiten, die Unterschiede und ein abschlie�?endes Fazit.

Die Börse:
Ein Markt, in dem die Marktteilnehmer durch Ihre Aktionen Kurse von einzelnen Werten verändern. Besteht Kaufinteresse, steigt der Wert einer Aktie, besteht Verkaufsinteresse, fällt er. Durch diese Bewegungen entstehen deutlich schwankende Gewinne und Kursverluste.
Durch die Vorhersage des Verhaltens der Marktteilnehmer lässt sich Geld verdienen. �?ussere Einflüsse bringen Bewegung in den Markt, die manchmal sogar eine Panik auslösen können.
Wenn z.B. eine Firma einen herben Gewinneinbruch melden mu�?, den niemand erwartet hat, stürmen die Aktionäre oft zu den Notausgängen. Das lässt eine Aktie abstürzen.

Poker:
Ein Markt, bei dem man direkt anderen Spielern Geld abnimmt oder sie auszahlt. Die Fluktuationen in der Bankroll sind immens, da das kurzfristige Kartenglück gro�?en Einfluss hat. Auf längere Sicht gesehen verdienen die guten Spieler Geld, weil sie in schlechten Phasen Ihr Bankkonto besser schützen und in guten Phasen mehr Income generieren können. Pokern ist ein Markt, in dem es kaum Einflüsse von aussen gibt.

Nun zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden:

Mathematik

Beide Märkte benötigen eine mathematische Grundbildung, um einen Plan für das weitere Vorgehen zu erstellen.
Nicht zufällig finden sich viele Mathematiker unter den Pokerspielern. Am Pokertisch ist es elementar zu wissen, wie gro�? die Chancen zum Entwickeln einer Hand sind. Z.B. sollte man wissen, wie oft sich ein Flush-draw zu einem Flush entwickelt. Ebenso ist in der Turnierform des Pokerns die eigene Chipanzahl im Verhältnis zu der Grö�?e der Blinds (Zwangseinsätze) zu errechnen, weil sich viele Entscheidungen daraus ableiten.
An der Börse ist Mathematik notwendig, um z.B. die Grö�?e seiner einzelnen Aktienpakete anhand der zur Verfügung stehenden Kontogrö�?e zu errechnen. Auch der Stop-loss wird grundsätzlich prozentual errechnet. Beim Handeln von Optionsscheinen (Derivate auf eine Aktie oder einen Rohstoff) wird die Mathematik sehr kompliziert, da sich die Scheine nicht linear zu Kursveränderungen im Basiswert verhalten. Wer aus vergangenen Kursbewegungen ein Verhaltensmuster ableiten will, bedient sich der technischen Analyse. Diese nutzt ausschlie�?lich die Mathematik zur Abschätzung der Risikowahrscheinlichkeiten, da aktuelle Tagesereignisse weitestgehend ignoriert werden.

Beide Felder haben also eine mathematische Grundbildung gemeinsam. An der Börse ist es viel entscheidender, genau zu rechnen. Beim Pokern lässt sich vieles grob kalkulieren.

Beides sind Märkte, die man mathematisch angehen kann. An der Börse kann man charttechnisch vorgehen, am Pokertisch kann man Wahrscheinlichkeiten zur Entscheidungsfindung heranziehen.

Das Bankrollmanagement

Bei beidem ist ein Plan vonnöten, um immer zu wissen, was zu tun ist. Das ist sowohl sinnvoll, wenn es schlecht läuft, als auch wenn es gut läuft. Ohne Plan läuft man Gefahr, durch seine Emotionen aus der Bahn zu geraten. Dann werden die Entscheidungen zu subjektiv.
Das Bankrollmanagement ist bei beiden Märkten sehr ähnlich. Es geht um Risikominimierung. Das hei�?t, beide Märkte werden defensiv angegangen. Man schützt sich vor zu gro�?em Risiko, weil man sonst die Kontrolle über die Situation zu verlieren droht.

Börse: Man setzt sich „Stop loss“-Punkte , um sein Kapital zu schützen.
Das verhindert Selbstbetrug. Man sieht häufig das Problem, eine verlustreiche Position abzusto�?en, da man den Fehler endgültig machen würde. So verschleppt man häufig den Fehler und er wird erst damit richtig schlimm. An der Börse setzt man immer nur einen kleinen Teil des zur Verfügung stehenden Geldes, um das Risiko zu streuen.

Poker: Wenn man in einer Verlustphase nicht in der Lage ist, ein Limit runterzugehen, gefährdet man sein Bankkonto. Der „risk of ruin“ steigt dann in unverantwortlichem Ma�?e an.
Man erhöht das Limit, wenn die Bankroll nach vorgegebenen Regeln eine Erhöhung zulässt.

Selbst-Management

Man selbst ist sein grö�?ter Feind. Beide Märkte sind ein „Kampf gegen das eigene Ich“.
Der Selbstbetrug äu�?ert sich oft durch Selbstüberschätzung. In beiden Fällen schadet man sich selbst, weil man die Situation nicht erkennt, z.B. wenn man sich in einer Lebenslage befindet, in der man keinen Erfolg haben kann. Je besser man sich kennt und danach handeln kann, umso sicherer bewegt man sich durch die Märkte.

Ablenkung gibt es an der Börse in hohem Ma�?e. Es gibt haufenweise Informationen ohne Nutzen. Die Medien verbreiten diese für unprofessionelle Kleinanleger, um sie zu beraten. Die Gefahr, hier irgendwo in eine Falle zu geraten, ist immens gro�?. Ein starkes Selbstbewusstsein ist nötig, um objektiv alle Informationen beurteilen zu können, die auf einen einprasseln.
An der Börse wird man nicht nach seinem Befinden gefragt. Wer sich nicht kennt und in Phasen schlecht handelt, kann langfristig kein Gewinner sein.

Beim pokern kann man nur gegen sich selbst scheitern.
Wer die Grundlagen des Spiels verstanden hat, kann auf den untersten Limits kaum pleite gehen. Das liegt daran, dass ständig neue Spieler dazukommen, die sehr schwach sind.
Trotzdem verlieren viele Spieler ihre gesamte Bankroll. Diese Spieler wollten den anfänglichen Misserfolg nicht wahrhaben und schadeten sich in der Folge selbst bis zum Bankrott. Meist beginnen beim Pokern die Abschwünge mit einem Lauf schlechter Karten. Dann leidet das Selbstbewusstsein, die eigene Qualität wird in Frage gestellt. Murphys Gesetz (alles wird persönlich genommen) wird zur letzten verbleibenden Wahrheit. Die Spirale dreht sich abwärts. Der Druck vermehrt sich immer mehr. Wer nicht in der Lage ist, den anzuhalten, wird erst durch den Bankrott aufgehalten.

Marktpsychologie

Die Psychologie ist sehr verschieden zwischen den Märkten. An der Börse wird ausschlie�?lich die Massenpsychologie behandelt, beim Pokern sitzt ein einzelner Mensch, den es einzuschätzen gilt, am Tisch. Das macht die Tätigkeit sehr persönlich. Dafür hat man den Vorteil, leicht abschalten zu können, da sich der Markt nicht dynamisch verändert. Dies ist an der Börse nicht so einfach, solange man sein Geld investiert hat. Um abzuschalten, müssen rigorose Schritte gegangen werden wie z.B. sein gesamtes Depot aufzulösen und nach einer Pause langsam wieder in den Markt einzutreten.

Beim Pokern spielt man direkt gegen andere Menschen, die durch Beobachtung beurteilt werden können. Die Schlussfolgerungen flie�?en in die Entscheidung mit ein. Wer gerade nicht pokert, braucht sich um das Geschehen im Markt nicht zu kümmern.

An der Börse kann nur eine Massenpsychologie zur Entscheidungsfindung einbezogen werden. Wer zum Beispiel einem Trend folgt, wettet darauf, dass die Masse auf diesen Zug weiterhin aufspringt, weil es bisher so gut lief mit der Kursentwicklung. Es ist sehr wichtig, immer in Tuchfühlung mit dem Markt zu bleiben, um ein Gefühl dafür zu haben, wie die Stimmung ist. Au�?erdem ist es wichtig, Vorkehrungen für Fälle zu treffen, die die Markteinschätzung der Teilnehmer grundlegend verändert. Kurz vor wichtigen politischen Wahlen sollte man sich z.B. absichern, falls der Ausgang gegen die eigene Position ausgelegt wird.

Nullsummenspiel

Die Kosten an der Börse sind Kommissionsgebühren für getätigte Handel. Diese sind in der Regel sehr gering im Verhältnis zum eingesetzten Geld (0,5 – 1 % ).
Beim Pokern bezahlt man dem Betreiber der Pokerplattform Geld in Form von „Rake“. Dieses wird prozentual bis zu einer Höchstgrenze aus jedem Pot entnommen.

Nullsummenspiele sind beide nicht, da die Gebühren merkbar sind. An der Börse zahlt man Gebühren an den Handelspartner (Banken oder Onlinebroker), beim Pokern an den Plattformbetreiber.

Fazit

Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Beide Märkte können sehr mathematisch betrachtet werden. Das Bankrollmanagement ist fast identisch. In beiden Märkten berechnen die Anbieter Gebühren von den Teilnehmern. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, sich selbst zu kennen und im Griff zu haben.
Völlig getrennt ist nur die psychologische Sicht auf die Marktteilnehmer. An der Börse kann man nur die Masse als solche einschätzen, am Pokertisch beurteilt man den einzelnen Menschen und seine Spielweise.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

4. Platz

Ein Beitrag von Michael Schwaiger

Ich möchte mich bei meinen �?berlegungen auf Seiten des Kapitalmarkts auf das Technical Trading beschränken, weil es dabei wohl die grö�?ten Parallelen zum Pokern gibt. Unter Technical Trading verstehe ich hierbei die reine computergestützte Chartanalyse.

Statistische Verfahren

Sowohl beim Pokern (insbesondere Limit-Varianten) als auch beim Technical Trading geht es um das Ausnutzen (oft kleiner) statistischer Vorteile. Das hei�?t, dass das Ergebnis einer einzelnen Hand bzw. eines einzelnen Trades keine Aussagekraft bezüglich der Güte der gewählten Strategie hat: Erst eine gro�?e Zahl an Hands/Trades kann zeigen, ob die Strategie taugt.
Ein typisches Trendfolgersystem hat nur rund 30% an profitablen Trades, d.h rund zwei Drittel aller Trades bringen einen Verlust! Das entspricht grö�?enordnungsmä�?ig beim Pokern in etwa einem Flushdraw oder einem open ended straight draw; die einzelne Hand bzw. der einzelne Trade hat eine grö�?ere Wahrscheinlichkeit, einen Verlust zu bringen als einen Gewinn, doch in der Summe erweist sich die Investition als profitabel [entsprechende pot odds vorausgesetzt].

Swings

Aufgrund des statistischen Charakters spielen Swings bei der Performance eine gro�?e Rolle.
Beim Pokern ist die Grö�?e der Swings abhängig von der Pokervariante (Limit < No Limit) sowie der gewählten Strategie (tight/passive < loose/aggressive).
Beim Technical Trading wird die Grö�?e der Swings, insbesondere der Downswings (Drawdown), durch Analyse mit historischen Daten für jede Methode seperat abgeschätzt.
Am Kapitalmarkt kann man die Swings einigerma�?en durch Diversifizierung der Märkte reduzieren, d.h. dieselbe Methode wird auf verschiedene (möglichst unkorrelierte) Märkte angewandt. Extreme Ausrei�?er auf einem Markt werden dabei durch die anderen *sich normal verhaltenden* Märkte ausgeglichen; die Equity Curve, die für die einzelnen Märkte dabei durchaus erratisch sein kann, wird durch die �?berlagerung aller Märkte entsprechend geglättet..
Im Pokern würde das in etwa dem Multitabling im Internet entsprechen; allerdings stö�?t man dabei, was die Zahl der Tische betrifft, leider bald an seine physische Grenzen (mehr als vier ist wohl kaum sinnvoll); auch lässt wohl die Qualität der Performance mit der Anzahl der Tische nach.

Bankroll-Management

In beiden Fällen ein zentraler Punkt einer erfolgreichen Gesamtstrategie. Um nicht von einem Downswing ruiniert zu werden, ist es da wie dort notwendig, ausreichend kapitalisiert zu sein.
Beim Pokern ergibt die Bankroll über in der Literatur zu findende Faustregeln das Limit, bei dem maximal gespielt werden sollte.
Beim Trading ist die Bestimmung der benötigten Bankroll für eine Strategie wesentlich komplexer (historische Analyse) und auch durch individuelle Faktoren bestimmt. Ein Gro�?anleger will in der Regel möglichst wenig Geld in einer Strategie binden, um auch andere Projekte finanzieren zu können (er hat sozusagen mehrere Bankrolls), und wird daher geneigt sein, mit eher wenig Geld zu starten und im Bedarfsfall nachzuschie�?en. Der kleine Privatanleger (der sich eher in der Pokerspieler-ähnlichen Rolle befindet), der beschränkte finanzielle Mittel hat, sollte hier strengere Ma�?stäbe anlegen.

Strategie

Bei der jeweiligen Umsetzung der Strategie zeigen sich grundlegende Unterschiede.
Beim Technical Trading ist die zugrundeliegende Strategie quasi in Stein gemei�?elt und darf so gut wie nie situationsbedingt geändert werden; nach dem Ausarbeiten und dem erfolgreichen Testen der Strategie übernimmt der Computer das Kommando und trifft die Entscheidungen. Ein Eingreifen in die Strategie ist erfahrungsgemä�? fast immer schlecht – man sollte wirklich nur das machen, was man vorher ausführlich getestet hat, und Vertrauen in seine Strategie haben.
Beim Pokern hingegen wäre es schlecht, eine komplett starre Strategie zu verfolgen. Man wird für starke und aufmerksame Gegner leicht auszurechnen und spielt quasi fast schon mit offenen Karten. Daher ist beim Pokern situationsbedingtes Handeln und gelegentliches Abweichen von der Grundstrategie eine wichtige Waffe.
[Allerdings scheint es ja auch die legendenumwobenen Pokerbots zu geben, die angeblich bei low- und middle limits im Internet illegal und erfolgreich zum Einsatz kommen sollen – ob die gegen Topspieler aber auch etwas taugen?]
Dieser Unterschied ergibt sich meiner Meinung nach aus der Tatsache, dass man beim Pokern eine überschaubare Anzahl an Gegnern (Marktteilnehmern) hat, die man individuell taxieren kann (Pokertracker!), was einem die Möglichkeit gibt, die Strategie rasch und einigerma�?en zuverlässig an neue Gegebenheiten anzupassen.

Wünschenswerte Eigenschaften des Pokerspielers/Traders

Disziplin
Geduld
Selbstvertrauen
Selbstkritik
Ehrlichkeit bei der Analyse der Performance
Lernbereitschaft


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Dieses Thema war besonders ergiebig. Die ersten beiden Plätze liegen sehr dicht zusammen. Der viertbeste Beitrag ist zwar sehr kurz, aber qualitativ anspruchsvoll. Ausnahmsweise erhält er deshalb einen Preis.


Erst einmal vielen Dank.

Wie dicht zusammen? So dicht das eigentlich beide zwei packages zu Weihnachten verdient hätten oder eher so ne 70/30 Sache? ;).

Glückwunsch an Sascha übrigends.
Sehr klar strukturiert und durchdacht ausgearbeitet.
Ich freu mich schon auf die nächsten Competitions, das ich diesmal nicht erster geworden bin spornt mich nochmal zusätzlich an.

Cheers,
Bjoern


Herzlichen Glückwunsch, Sascha und Björn. Eure Beiträge stehen zu Recht an den ersten beiden Stellen.

:)


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von HcK
Erst einmal vielen Dank.

Wie dicht zusammen? So dicht das eigentlich beide zwei packages zu Weihnachten verdient hätten oder eher so ne 70/30 Sache? ;).

Glückwunsch an Sascha übrigends.
Sehr klar strukturiert und durchdacht ausgearbeitet.
Ich freu mich schon auf die nächsten Competitions, das ich diesmal nicht erster geworden bin spornt mich nochmal zusätzlich an.

Cheers,
Bjoern

Ihr beide habt unterschiedliche Aspekte hervorragend beleuchtet. Dein allgmeinerer Zugang hat mir auch sehr gut gefallen. Saschas Artikel war etwas länger und formell sauberer ausgearbeitet. Das hat den Ausschlag gegeben. Ich selbst bin kein Kapitalmarktexperte und damit sicher nicht der kompetenteste Juror. Aber einer muss die Abeit ja erledigen und das ganze ist ja auch eher kollegial aufgezogen. Geht ja auch nicht um Unsummen....


abel75
Beigetreten: 29.01.2005
Oldschool Grinder

Vielen Dank dem Pokerstrategy.de-Team und den Gratulanten. :]
Schön auch, dass es hier mehrere qualitativ hochwertige Einsendungen gab.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von Frohbi
Herzlichen Glückwunsch, Sascha und Björn. Eure Beiträge stehen zu Recht an den ersten beiden Stellen.

:)

Dein Beitrag war auch klasse, Frohbi! Du hattest nur Pech, dass sich solch wahnsinnig flei�?ige Members auf dieses Thema gestürzt haben. Unter normalen Umständen hättest du damit Erster werden können. Deine Gratulation an die Gewinner empfinde ich als sehr angenehm.


Muss ich Matthias zustimmen ich finde deinen Beitrag auch sehr interessant Frohbi. Lassen sich im Grunde genommen alle sehr gute lesen und verstehen.

Matthias für mich gehts bei sowas eh nicht ums Geld mich hats mehr geärgert das ich mir nicht den 1. geholt hab da ich sehr competitive ausgerichtet bin , ich hätte wohl anstatt 40min doch mehr Zeit investieren sollen.

Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich und ich hab mich sehr über die zusätzlichen hochwertigen Einsichten der anderen gefreut , man lernt halt nie aus.

Ich werd mich etwas intensiver auf die nächste Competition stürzen und hoffe mal die anderen werden das genauso. Mit hochwertigen mitbewerbern macht es halt doppelt so viel Spass.

Gro�?es Lob trotzdem nochmal an dich Matthias und Dominik das ihr das ganze hier überhaupt veranstaltet.


oblom
Beigetreten: 07.04.2005
Oldschool Grinder

Original von Matthias Wahls
Dieses Thema war besonders ergiebig. Die ersten beiden Plätze liegen sehr dicht zusammen. Der viertbeste Beitrag ist zwar sehr kurz, aber qualitativ anspruchsvoll. Ausnahmsweise erhält er deshalb einen Preis.

Vielen Dank für den Preis. Ich bin neu hier und musste quasi fünf vor zwölf einen Schnellschuss abgeben, daher die Kürze.

Gratulation an die ausgezeichneten Topbeiträge.


g3nius
Beigetreten: 16.01.2005
Elite Grinder

hck, ich muss sagen, du bist ein echt guter verlierer ...
das mit den 40 minuten glaubst du dir ja selbst nicht, da bist du sicher länger dran gesessen ...


Ich hab keine Intention mich selbst zu belügen,
ich schreib solche Texte immer aus dem Kopf runter und mehr ist mir nicht eingefallen, dann kam noch meine Arbeit dazu und dann hab ichs Dominik geschickt so wie ichs geschrieben hatte.

Das Thema war interessant ich hab viel im Kopf gehabt und es zu Papier gebracht.

Mehr als 40-45min warens nicht.
Waren ja auch nur 4 Seiten im Word.

An den zweiten Wettbewerb werd ich mich intensiver ransetzen.


Jauuuu am Besten in Deka Technologiefonds, der Fonds hat sich

seit 2000 ungefähr gedrittelt.

Wer nicht bei Aktien nicht seinen "gesunden Menschenverstand"

und den muss er ersteinmal erwerben, einsetzt, ist auch bei

Fonds verloren.

Klar, ein angehender Rentner kann sich seine Fonds auch 30 Jahre

unters Kopfkissen legen und warten bis der Fonds wieder oben ist,

bis dahin ist er aber verhungert.

Wenn schon Aktien, dann immer die Dinger beobachten und stop-

los, weg mit leichtem Schaden.

Ahoi k.H.


abel75
Beigetreten: 29.01.2005
Oldschool Grinder

Original von El-Hombre
Jauuuu am Besten in Deka Technologiefonds, der Fonds hat sich

seit 2000 ungefähr gedrittelt.

Wer nicht bei Aktien nicht seinen "gesunden Menschenverstand"

und den muss er ersteinmal erwerben, einsetzt, ist auch bei

Fonds verloren.

Klar, ein angehender Rentner kann sich seine Fonds auch 30 Jahre

unters Kopfkissen legen und warten bis der Fonds wieder oben ist,

bis dahin ist er aber verhungert.

Wenn schon Aktien, dann immer die Dinger beobachten und stop-

los, weg mit leichtem Schaden.

Ahoi k.H.

Man sollte sein Geld international gut gestreut anlegen, also so dass sich in etwa ein Abbild der Weltwirtschaft ergibt. Hier ist das Chance-Risiko-Verhältnis am Besten. Auf Investmentfonds übertragen heisst das, dass der Fonds weltweit anlegend und in alle erdenklichen Branchen investieren sollte.
Branchenfonds wie bei dir der Deka Technologiefonds haben viel grö�?ere Schwankungen und sind somit viel riskanter. Au�?erdem werden Branchenfonds bzw. Themenfonds häufig sehr zyklisch angeboten, d.h. die werden dann herausgebracht und empfohlen, wenn etwas in der jüngeren Vergangenheit gut gelaufen ist. Das heisst aber nichts anderes, als das etwas sehr viel teurer geworden ist.
Ich empfehle solche Moden nicht mitzumachen, sondern in internationale Spitzenfonds zu investieren, die sich über viele Jahre oder besser noch Jahrzehnte bewiesen haben.

Anlagehorizont: mindestens 5, besser 10 Jahre. Es kann immer mal einen Abschwung geben an den Börsen. Man sollte nicht gezwungen sein, zu Tiefstkursen verkaufen zu müssen.

Zu Deka: Das ist eine der schlechtesten in Deutschland agierenden Fondsgesellschaften. Mir ist nicht ein einziger Fonds von denen bekannt, dem man Spitzenqualität unterstellen kann.

Zu Stop-Loss: Mit Stop-Loss schafft man keinen Mehrertrag (wurde von vielen wissenschaftlich untersucht), weil es zum einen zwar die Fälle gibt, wo man einen Verlust begrenzt, aber zum anderen auch die Fälle wo man einen Gewinn verpasst. Beispiel: Du kaufst eine Aktie der Chemie AG zum Kurs von € 100,- und setzt einen Stop-Loss bei € 90,-. Nun gibt es dummerweise kurz danach irgendwo auf der Welt Unruhen und der Kurs deiner Aktie fällt daraufhin um € 10,-. Du wirst also ausgestoppt. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine und au�?erdem geht es der Chemie AG blendend und macht gro�?e Gewinne. Deshalb steigt der Kurs danach im Laufe der Zeit auf € 150,-. Aber du bist nicht mehr dabei. Du hast mit Stop-Loss € 10,- verloren. Ein anderer ohne Stop-Loss hat € 50,- gewonnen.
So häufig wie Stop-Loss nützt, so häufig bringt es auch Schaden. Ein Anleger der mit Stop-Loss agiert hat allerdings mehr Transaktionskosten als einer ohne. Und das rächt sich in der Rendite. Denn die ist bekanntlich bei Aktien langfristig 8-12 % abzüglich (Transaktions-)Kosten.

Wenn man direkt (also nicht über Fonds) in Aktien investiert, sollte man, wie du richtigerweise sagst, immer die Dinger immer beobachten.

Ganz wichtig:
Stelle dir jeden Tag die Frage: Würde ich die Aktie heute noch kaufen, wenn ich sie noch nicht hätte? Lautet deine Antwort nein, dann heisst es für dich: VERKAUFEN.

Hierbei ist natürlich in erster Linie die Unternehmensentwicklung entscheidend und wie teuer die Aktie ist. Fällt eine gute Aktie ohne dass es einen vernünftigen (!) Grund dafür gibt, sollte man statt verkaufen eher zukaufen. Denn das heisst ja nichts anderes, als das Qualität günstiger geworden ist. Und wer macht nicht gern ein Schnäppchen?

Sascha Abel


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