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Casinos in Spanien - weiterhin besuchen oder nicht?

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Hi, ich studiere zur Zeit bis Februar in Spanien und würde mich daher freuen, Erfahrungen über die Casinos hier auszutauschen. Aber auch Leute, die noch nie in Spanien gespielt haben, werden mir vielleicht helfen können, da ich vielleicht auch typische Probleme von Casino-Anfängern beschreibe.

Hier in Spanien ist das mit dem Online-Poker leider so ne Sache: Man kann nur mit anderen Spaniern zocken, man muss hier seinen Wohnsitz anmelden und zahlt 35% Steuern auf seine Gewinne, wenn ich das richtig verstanden habe. Da die Anmeldung kostet, ich eh nur noch bis Anfang Februar hier bin und auch keine Lust auf Steuererklärung und Finanzamt auf spanisch habe, habe ich bisher hier online nicht gespielt und ich denke ich lasse das auch so (wobei ich das stundenlange Zocken schon sehr vermisse).
Daher war ich jetzt hier 5x im Casino (4x in Salamanca, 1x in Santander) und habe dort 5 Turniere gespielt und einmal CG (2,5/5€).Mein Casino vor Ort bietet 2x pro Woche CG an (auf der Homepage steht 1/2 und 2,5/5, meistens wird aber letzteres gespielt) sowie Turniere von 0€ bis 30€ Buy-In an (Rake ist immer 5€, daher ist das kostenlose Turnier halt totaler Mist). Einmal im Monat gibt es ein großes Turnier (100+10€ Rake), für das man sich qualifiziereren kann, wenn man kleinere Turniere gewinnt. Allerdings hauen die Rebuys bzw. Recompras (weiß den deutschen Terminus nicht, Geld hinzufügen obwohl man noch im Turnier ist, allerdings ist das kein Add-On) und Add-Ons auch manchmal ganz schön rein und kommen natürlich da noch oben drauf. Häufig wird den Spielern ein solcher Recompra zum gleichen Preis wie dem des Buy-Ins angeboten, man bekommt aber die doppelten Chips. Sprich, die Turnier-Struktur begünstigt gerade zu Spieler, die viel riskieren, denen es egal ist, rauszufliegen und die viel Geld für's wieder einkaufen haben. Natürlich kann man das auch für sich nutzen, aber für mich hauen 65€ für ein Turnier eben schon mehr rein als für Erwerbstätige oder Rentner.
Leider habe ich bis auf 2 Bounties à 10€ hier noch gar nichts gewonnen, sondern bin durch die Verluste sogar auf meine gesamte Poker-Bilanz gesehen wieder leicht im Minus. Das CG war definitiv dumm, da das Level viel zu hoch für meine Bankroll ist und ich definitiv money scared gespielt habe (die Hälfte meiner Verluste hab ich bei 2h CG gemacht). Aber das Level von den Spielern hier im spanischen Casino kommt mir SO unterirdisch vor, bis auf wenige Ausnahmen.

Gerade deswegen ist es für mich irgendwie frustrierend, dass es bei den Turnieren nie zu reichen scheint (in 4 der 5 Turniere war ich kurz vorm Final Table, von dem in der Regel 5 bis 8 Spieler bezahlt werden). Halt auch den ein oder anderen "Bad Beat" dabei gehabt in der späten Phase (einmal mit AKo vs A9o den Double-Up verpasst, einmal mit QQ vs ATo ca 2/3 meines Stacks kurz vor dem Final Table verloren). Aber wenn die Stacks short werden, gehört das ja dazu. In Santander war ich mit 2 Kumpels im Casino, die deutlich weniger zocken als ich und wir wurden 11. (ich), 8. und 6. ( der 6. hat den letzten Preisrang belegt). Am Ende war es halt nur noch bingo, weil fast jeder weniger als 15BB hatte und jede Runde jemand All-In war. Das stört mich, da man dann natürlich nur mit Glück gewinnen kann. Aber so sind die meisten Turniere hier angelegt, in Salamanca gibt es leider kein Deep Stack Turnier (denke dort würde sich meine Edge, wenn ich eine habe, besser auszahlen).

Momentan sieht es eben so aus, dass ich nicht weiß, ob ich weiter ins Casino gehen soll oder nicht. Jede Woche nen Fuffi da zu lassen kann ich mir als Student nicht wirklich leisten, wobei ich natürlich schon davon ausgehe, dass ich ab und zu mal gewinnen werde. Gerade weil ich mindestens 50% der Spieler jetzt kenne und einschätzen kann. Und ich denke ich bin besser als die meisten, weil die einfach häufig Schrott spielen, auf schlechten Board-Texturen nen Bluff versuchen und sich aber trotzdem zu wundern scheinen, wieso sie verlieren. Kommt mir recht fishy vor, deswegen spiele ich meistens eher tight (wahrscheinlich zu tight), wobei es eben schon sehr einfach ist, z.B. mit suited connectors mal in den Pot reinzulimpen, was ich natürlich auch mache, wenn es sich anbietet.
Bluffen tu ich aber sehr wenig, da fast immer mindestens einer callt und die meisten Spieler glaube nicht so weit denken und interpretieren was ich repräsentieren möchte/könnte.

Mein Verlangen nach den Poker-Turnieren ist sehr groß, ich würde am liebsten 2-3 pro Woche spielen aber ich hab eben Schiss, ständig nur weiter zu verlieren und mache mir auch Gedanken, ob ich nicht ein bisschen süchtig geworden bin durch mein PokerStars-Gezocke in Deutschland im Jahr davor. Andererseits würde ich in Deutschland wahrscheinlich jeden Tag über 6h spielen und mir darüber gar keine Gedanken machen, weil einfach viel viel weniger Geld im Spiel ist und es mich daher nicht so beschäftigt.

Mir war es wichtig, Live-Erfahrung zu sammeln und ich denke die Casinos in Spanien sind vom Spielniveau her softer als die deutschen und bieten auch billigere Turniere an. Daher würde ich eigentlich gerne weiterhin hingehen, da mir zurück in Deutschland die Buy-Ins vielleicht zu hoch sein werden. Allerdings war ich noch nie in einem deutschen Casino und habe daher keinen Vergleich.
Was würdet ihr tun oder mir raten?

Viele Grüße und danke schon mal!


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13 Antworten
AdoRn0
Beigetreten: 27.06.2015
Oldschool Grinder

lass es einfach


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Naja, finde du kannst die Situation nicht mit der in Deutschland vergleichen, weil du eben viel niedrigere Stakes spielen kannst und selbst wenn du ein Suchtproblem haben solltest, würde es dir in Deutsschland nicht weh tun, könnte aber in Spanien wieder ganz anders aussehen.

So lange du kein Geld verzockst bzw einsetzt, dass du eigentlich nicht zur Verfügung hättest, ist mMn alles im Rahmen, aber wenn du eben schon sagst, dass du als Student auf das Geld angewiesen bist, würde ich mir so meine Gedanken machen...

Bis Februar sind es auch nur noch drei Monaten. Wieso nicht die Zeit in Theorie stecken und dann wieder spielen, wenn du in Deutschland bist?


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tranceactor
Beigetreten: 09.11.2006
Elite Grinder

klingt nicht so, als würde es vorerst sinn machen, weiterzuspielen. wenn du dir kein ausreichendes brm leisten kannst, sind es halt die falschen games für dich. und 30€-turniere spielen macht halt eh keinen sinn. wenn du jetzt 50% roi hättest (und das wäre trotz schlechter gegner bei dem rake schon ordentlich) sitzt du da halt im schnitt 3-5 stunden für eine gewinnerwartung von 15€. das lohnt halt nicht


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sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Jede Woche nen Fuffi da zu lassen kann ich mir als Student nicht wirklich leisten, wobei ich natürlich schon davon ausgehe, dass ich ab und zu mal gewinnen werde.

Damit hast du doch deine Antwort. Du hast effektiv keine BR. Da ist es völlig egal, ob du davon ausgehst, dass du auch mal gewinnen wirst. Entweder, du nimmst bewusst einen Teil des Geldes, das dir zur Verfügung steht, für Poker her. Dann muss aber eingeplant sein, dass dieses Geld weg ist. Sobald du da im Kopf hast, wofür du das Geld jetzt sonst alles brauchen könntest, wird das nix. Oder, un das halt ich für die deutlich bessere Option: Du lässt es einfach.


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Lyseroto
Beigetreten: 18.01.2007
Oldschool Grinder

Also, du machst ein Auslandssemester in Spanien und willst 3mal die Woche ins Casino??
Mach lieber Party, Reisen oder Sport..


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Hey, danke schonmal für die Antworten. Jedenfalls die, mit denen ich was anfangen kann. ;)

@ Floppy: Das mit der Theorie habe ich mir auch überlegt, ich dachte eben nur, dass es mich vielleicht zurück wirft, wenn ich nie spielen kann und somit auch nicht versuchen kann, die Theorie umzusetzen. Ich gucke momentan auch recht viele Poker-Videos, aber man lernt ja auch ne Menge über spielen und Session reviewen, was dann leider weg fällt. Andererseits lernt man aus 1x in der Woche 3-5h live einen Tisch spielen wahrscheinlich auch nicht besonders viel. Was würdet ihr mir empfehlen? Ich habe schon 3-4 Pokerbücher gelesen, habe momentan auch eins dabei ("The Mathematics of Poker"), das etwas fortgeschrittener ist. Momentan habe ich eher Anfänger-Bücher gelesen und mich mit den Anfänger-Konzepten auf PokerStrategy beschäftigt. Ansonsten ist mein Theorie-Lernen schon eher diffus (gucke mir an, was ich interessant finde, ohne besonderes Konzept). Es ist allerdings nicht so, als würde mich es finanziell total aus der Bahn werfen, wenn ich dort in dem Casino 1 Turnier die Woche spiele. Das wäre schon verkraftbar, gerade da ich sicherlich irgendwann auch mal gewinne. Allerdings fällt es den reichen alten Säcken natürlich leichter bzw. ihnen ist es total egal. Was mich wieder reizt, weiterhin dorthin zu gehen und hoffen dass ich möglichst oft gegen solche Leute in der Hand bin.

@ tranceactor: Danke für den Hinweis mit dem ROI, so habe ich bisher noch gar nicht darüber nachgedacht.


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sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Du gehst da mMn mit dem falschen Ansatz ran. Mag jetzt desillusionierend sein, aber du bewegst dich aktuell wohl eher nicht auf Limits, auf denen du in näherer Zukunft groß Geld verdienen wirst. Du solltest deine Pokeraktivitäten also nicht danach festmachen, wie du möglichst schnell möglichst viel Geld verdienst (denn das wirst du so schnell nicht), sondern das tun, was dir Spaß macht. Wenn du also gern n paar Videos und Artikel konsumierst, weil dich das interessiert: Tu es. Wenn du das tust, weil du hoffst, dass es dich weiterbringt und du ganz schnell das große Geld machen kannst: Lass es bleiben.

Das gleiche gilt für das Casino, nur dass da noch dazukommt, ob du dir das leisten kannst. Wenn du Spaß am Spiel dort hast und es dich nicht stört, nen Fuffi zu verballern: Mach es. Wenn du effektiv doch nur hingehst, weil du hoffst, dir da noch was dazuzuverdienen (oder so viel zu lernen, dass es beim nächsten Mal besser wird): Lass es bleiben.

Btw, "reiche Säcke" spielen eher keine 30€ Turniere... ;)


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ sarc: Danke, sehr hilfreich! Naja, sowohl beim spielen als auch beim dazulernen ist es natürlich ne Mischung aus beidem: Es macht mir Spaß und interessiert mich, aber langfristig will ich natürlich besser werden um auf höhere Stakes zu kommen. Ist das nicht normal für Leute, die etwas hinterher sind mit Poker-Theorie? Empfiehlst du mir also, weiter auf Micro Stakes zu "grinden" wenn ich zurück in Deutschland bin? Klar bin ich nur einer von vielen, der davon träumt, schnell hoch zu kommen, aber mir ist schon klar, dass da eine Menge Disziplin und Arbeit dazu gehört. Ich würde auch sicher nicht mehrmals in irgendwelche Casinos gehen wenn ich nicht im Vorjahr 7/12 Monaten online durchgezockt hätte.

Ja, "reiche Säcke" war der falsche Ausdruck! ;) Natürlich immer eine Definitions-Sache. Ich spreche da jetzt speziell von 2-3 Leuten, hab z.B. auch schon einen gesehen, der im 2.5/5 CG locker 1200€ verloren hat und es schien ihm egal zu sein. Deswegen hab ich mich halt dort mit den an den Tisch gesetzt und freue mich immer wieder, wenn ich den sehe.


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sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Ich empfehle gar nix, dazu fehlt mir auch die Erfahrung. Ich habe nur den Eindruck, dass sehr viele ihre Zeit auf den Micros "vergrinden", weil sie vom großen Geld träumen, und dann irgendwann erkennen, wie viel Zeit dafür eigentlich drauf gegangen ist. Wie siehst du das denn, dass du quasi das ganze Vorjahr "verzockt" hast?

Ich find Poker auch nen netten Zeitvertreib, hab auch mit der Vorstellung angefangen, damit im Studium was dazuzuverdienen, aber mir persönlich wars der Aufwand dann nicht wert. Entsprechend poker ich eigentlich nur noch zum Spaß. Wenn was bei rumkommt ist es nett, wenn nicht hatte ich zumindest Spaß am Spiel. Entsprechend schließe ich mich hier voll und ganz Lyseroto an: Gerade bei nem Auslandsaufenthalt gibt es so viel mehr mitzunehmen, da wäre es wirklich schade, die ganze Zeit nur in Poker zu investieren.


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Ist ja auch bei weitem nicht so! ;) Wir reden hier von 20-25h meiner bisherigen Zeit in Spanien, von 5 Abenden in 2 Monaten. Ich mache schon auch noch anderes.

Mit verzockt in Deutschland meine ich 4-10h pro Tag, da ist schon sehr viel Zeit für drauf gegangen. Aber natürlich habe ich auch in dieser Zeit noch andere Sachen gemacht und nichts deswegen vernachlässigt (Uni, Freundeskreis, Nebenjobs). Im Nachhinein hat mir das zocken und "reinkommen" Spaß gemacht und ich rechtfertige es im Nachhinein ein bisschen zusätzlich damit, dass ich meinen momentanen Wohnort eh nicht so berauschend finde (werde dort nach dem Studium auch sofort wieder wegziehen), daher sah ich es eben sinnvoll, mir viel Zeit dafür zu nehmen, um in ein neues Hobby rein zu kommen.
Allerdings hat dieses Hobby natürlich einen anderen Suchtfaktor und andere Anreize als die meisten anderen Hobbies, das ist klar. Deshalb stelle ich mir momentan eben auch die Frage, wie ich das nächstes Jahr so anstelle, wenn ich zurück in Deutschland bin.


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dingoberg
Beigetreten: 13.04.2011
PokerStrategist

wenn es dir im casino zu teuer wird , dann gründe doch eine home-game-runde. du hast ja schon 2 kumpels die auch pokern und an der uni findest du bestimmt noch mehr interessierte pokerspieler .


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FinalTableTillus
Beigetreten: 16.10.2006
Oldschool Grinder

Aber doch nicht 30€ tourneys oder sogar niedriger mit 5€ fee und crappiger Struktur


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xVdVx
Beigetreten: 27.12.2007
Oldschool Grinder

Original von dingoberg
wenn es dir im casino zu teuer wird , dann gründe doch eine home-game-runde. du hast ja schon 2 kumpels die auch pokern und an der uni findest du bestimmt noch mehr interessierte pokerspieler .

Finde ich auch ne tolle Idee und für deine Situation optimal. So kannst du neben praktischen Erfahrungen im Spiel auch noch interessante Leute näher kennenlernen !


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