Wenn ich ein guter Mensch bin und im sinne der friedlichen Gemeinschaft , aus meinem Glauben heraus handle, wo ist das Problem für dich ?
Damit hab ich kein Problem. Ich finds super. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Religion per-se zu schlechten Handlungen führt.
Weil das ist unmöglich, beweisen können weder du, noch ich irgendwas, letztendlich werden wir am Ende sehen, wer da Recht hat.
Das ist richtig. Genauso wenig wie in diesem Sinne niemand behaupten kann, dass es keine unsichtbaren rosa Einhörner gibt.
Ist mein Handeln , was aus meiner Inneren Überzeugung entspringt in diesem Zeitraum vor dem "Ende" denn deshalb schlecht ?
ich kenn dich nicht und ich bin ganz sicher der letzte der sich darüber ein Urteil bilden kann. Kann man religiös sein und moralisch handeln? Natürlich. Das würde ich nie bestreiten. Ich bin selber ev. getauft und konfirmiert und kenne noch eine Menge sehr nette und vorbildliche Menschen, welche religiös sind. Meine Taufpaten sind in vielen Bereichen absolute Vorbilder. Das hat aber überhaupt nichts mit der Frage nach der Existenz eines Gottes zu tun.
Was hier oft einfach übergangen wird ist, dass ich nicht Ansatzweise hier ein klassisches , starres katholisches Denkmuster an den Tag lege, sondern mit vielen Punkten die hier angesprochen werden konform gehe
Das diskutable Grundproblem bleibt in der Summe genau das gleiche. Egal wie du es verklausulierst: Gott muss irgendwie mit dieser Welt interagieren. Bisher gibt es kein einziges deutliches Indiz, dass dies der Fall ist.
Zu A) Wieso sollten andere Menschen denn falsch liegen ?
+
Was hier einfach untergeht ist, dass es nicht DEN EINEN GOTT gibt. Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM. Es gibt nur das, was der einzelne für sich exegetisch herausfindet.
Der zweiten Aussage würden eine Menge religiöse Menschen widersprechen.
Logisch betrachtet können nicht alle Religionen recht haben. Dies ist aus verständnisstheoretischer Sicht in meinen Augen unmöglich. Um zu deiner Aussage zu kommen muss man also postulieren, dass in diesem speziellen Fall der Religion Logik nicht anzuwenden ist. Überzeugende Argumente hat mir dafür noch niemand geliefert.
Die Ansicht, dass jeder Mensch "seinen eigenen Gott hat", spricht viel eher dafür, dass Gott/Religion/Spiritualität ein Denkprozess der Menschen ist um die Welt zu erklären. Heutzutage muss man sicher aber fragen ob es nicht bessere erklärungen/Methoden gibt.
Was passiert, wenn die Wissenschaft keine weiteren Erkenntnisse über diese Tematik finden kann?"
Dafür kann es viele Gründe geben, die alle nicht auf Gott hinweisen. zB die Komplexität der Thematik oder ebend das unser Gehirn nicht dafür ausgelegt ist die relevanten Zusammenhänge zu verstehen. Wo unser Verstand aufhört, fängt Gott ganz sicher nicht an.
oder einen Schritt weiter und sagen "Was passiert, wenn sich Gott uns in 50~100 Jahren zeigt?".
Dieser Punkt ist relativ einfach: Wenn sich Gott zeigt bzw es eindeutige Hinweise auf seine Existenz gibt, dann werden Wissenschaftler "an ihn glauben"; besser gesagt: ihn für existent annehmen. Damit hätte niemand Probleme.
Zu kannst weder sagen, dass dein hypothetisches Ereignis eintritt oder nicht
Ich kann keine absolute Aussage machen. Die Aussage "es ist wahrscheinlich, dass die Menschheit in den nächsten 200 Jahren ihren eigenen Denk- und Verstandsprozess weitgehend versteht" ist zwar relativ unspezifisch aber würde wohl von einer breiten Masse an fachkundigen Menschen geteilt werden. Genauso "Es ist relativ Wahrscheinlich, dass sich Gott in den nächsten 100 Jahren nicht zeigt".
Dazu ist auch noch anzumerken, dass es heutzutage sehr sehr viele Menschen gibt, die behaupten mit irgendeiner transzendenten Macht in verbindung zu stehen. Den glaubt aber kaum jemand. Selbst wenn sie sich auf den "eigenen" Glauben berufen. Achtung Ironie: Der nächste Prophet wird wohl das Problem haben, dass er in der Masse der Spinner untergeht und niemand an ihn glaubt.
Nur weil wir etwas nicht verstehen hat dies nicht zur Folge, dass Gott exestiert.
Richtig, aber umgekehrt ist es doch auch nicht der Fall.
streng logisch natürlich richtig. Du unterschlägst aber, dass du dich im Grunde auf die Folge des ontologischen Materialismuses zurückziehst: Man kann keine Theorie verifizieren.
selfquote -Ich frag mich ehrlich wie man als aufgeklärter Mensch glauben kann und weiterführen frag ich mich auch warum man glauben "will".
Die Aussage hab ich unglücklich formuliert. Sie sollte auf die Frage antworten, warum ich hier diskutiere. Die nicht-Existenz Gottes ist für mich so eindeutig, dass ich mich frage warum andere Menschen die zweifelose ebendso inteligent und gebildet sind, dies anders sehen können. Diese Frage versuche ich in solchen Diskussionen für mich selber zu klären. Dazu kommt, dass ich gerne diskutiere.
Den zweiten Teil über das "Wollen" würd ich am liebsten wieder zurück nehmen, weil er in diesem Thread nichts zu suchen hat. Ich hab mich zu einer Wertung hinreisen lassen, die ich zwar vertreten kann; in diesem Kontext ist sie aber unpassend.
---------------------------------------------
Jetzt fängt es langsam an, dass sich die Diskussion im Kreis dreht. Wir sollten uns endweder auf den Punkt konzentrieren indem wir uns eindeutig widersprechen (=Wie interagiert Gott mit der Welt) oder aktzeptieren, dass eine weiterführende Diskussion über die Existenz von Gott wenig Sinn hat.
Edit:
@marc: Solche Zitate sind natürlich super ♦. Du verstehst wahrscheinlich nicht mal in welchen Zusammenhang es gemacht wurde oder welche Ansichten dahinter stehen. Selbst wenn du die Meinung vertrittst, dass Heisenberg an Gott geglaubt hat, seh ich nicht wie uns das weiterbringt.