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ameisenmann
Beigetreten: 01.12.2007

NL Holdem $0.10(BB) Replayer
Hero ($10.50)
BB ($14.26)
UTG ($11)
UTG+1 ($11.06)
UTG+2 ($10)
MP1 ($6.24)
MP2 ($8.44)
MP3 ($9.25)
CO ($4.17)
BTN ($5.74)

Dealt to Hero A♦ A♥
fold, fold, fold, fold, fold, MP3 raises to $0.30, fold, fold, Hero raises to $1, fold, MP3 calls $0.70

FLOP ($2.10) K♣ T♠ 2♦
Hero bets $1.25, MP3 raises to $2.50, Hero???

Gegner war 13/7/2,8 auf 1,4k Hände.
Die 3bet callt er zu zu 64%(11).
Im 3bet Pot raist er die cb zu 43%(7).

Er kann bei den Odds halt locker auf Set Value callen, bekommt ja 13:1.
Man liest ja immer, man muss im 3bet Pot mit KK+ overpair oder AK TPTK immer broke gehen. Aber was nützt das, wenn er auch im 3bet Pot set mined?!
Denke ich werde in Zukunft einfach größer value 3betten, dass der Gegner nur 8:1 oder so bekommt.

Denke mir aber, dass wir es gegen AK, KQ hier locker rein bringen können. Ist halt die Frage, ob ich es hier normal raise, Minraise oder gleich pushe. Ein Minraise könnte ihn vllt. eher zu einem Push/call verleiten als ein normales Raise, Push.


6 Antworten
gugilein
Beigetreten: 06.09.2009

In deinen Linemöglichkeiten schreibst du nur die aggressive Varianten. Was schlechteres soll dich dann noch callen? Wieso spielst du hier nicht Potcontrol und gibst ihm am Turn & River noch die Möglichkeit zu bluffen.

Gruß gugilein :f_biggrin:


Du hast hier 3 Möglichkeiten:

1. Du foldest -> wir haben ein Overpair und uns schlagen 9 Kombinationen KK, TT und 22, wobei ich mir nichtmal sicher bin, ob er 22 Preflop raisen würde, aber wir wissen es nicht.

2. Du reraist -> ich bezweifle stark, dass dein Gegner am Flop AK (6 mögliche Kombinationen) oder KQs (3 mögliche Kombinationen -> ich denke nicht das ein so tighter Spieler KQo Preflop oft callen wird) folden wird.

Wenn wir diese beiden ersten Möglichkeiten miteinander vergleichen, dann würde ich sagen, dass uns im Schnitt 7 Kombinationen Set am Flop schlagen und wir schlagen 9 Kombinationen von Händen, die definitiv All In sein werden.

Die Frage die ich mir jetzt am Flop stelle ist folgende: Welche Hände sind ausser den oben genannten noch in seiner Handrange?

Dazu folgende Idee: Wir werden diesen Flop mit einem großen Teil unserer Handrange setzen nach der 3-Bet. Ich weiss nicht wie oft du 3-bettest, aber wenn du nicht grade TT, KK, AA oder AK hier hast, dann schätze ich wir folden einfach sehr oft. D.h. ein Bluffraise wäre theoretisch für den Gegner mit einer weiten Menge an Händen profitabel (z.b. AJs oder AQs), wenn du hier z.b. QQ oder JJ b/f spielst.

(er investiert hier 2.50, um 3.35 zu gewinnen -> das muss in grade mal 40% der Fälle funktionieren)

Im nächsten Schritt frage ich mich wieviel Outs die "beste" Hand in seiner Handrange hat gegen die ich vorne bin. Die Antwort lautet 6 (QJs ist es) -> wenn wir uns mal angucken wie QJs gegen AdAh auf diesem Flop performt, dann hat er da 26% Equity mit.

Wenn wir seine gesamte Flopraisingrange nehmen, dann sehen wir, dass wir dagegen Text results appended to pokerstove.txt

23,760 games 0.005 secs 4,752,000 games/sec

Board: Kc Ts 2d
Dead:

equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 60.810% 60.51% 00.30% 14377 71.50 { AdAh }
Hand 1: 39.190% 38.89% 00.30% 9240 71.50 { KK, TT, 2h2s, AJs+, KQs, QJs, AKo }

60% haben und damit eine signifikante Equityedge. Die Frage ist hier, ob dein Gegner mit AQs, AJs, QJs callen wird, wenn du pusht.

Tut er es nicht, dann haben wir noch 52% - 57% Equity gegen seine Hand. (im ersten Fall habe ich alle Drawinghände rausgenommen, im zweiten Fall nur die 4 Gutshotkombinationen)

D.h. wenn du callst bleibt seine Range am weitesten uns du hast am meisten Equity dagegen. Wenn also die Chance besteht, dass er am Turn 2nd barrelt mit QJ oder AQ, wenn er einen Flushdraw aufpickt, dann wirst du mit einem Call mehr EV haben.

Wenn du ihn einen Bluff nicht 2nd barreln siehst, dann kannst du auch einfach am Flop das Geld reinbringen, da es keinen Unterschied macht.


ameisenmann Themenstarter
ameisenmann
Beigetreten: 01.12.2007

Danke für die ausführliche Antwort! :)

Bin halt nicht so von Bluffs und Semibluff mit QJs ausgegangen, weil ich so einen Spieler eigentlich nie Bluffen sehe...
Er kann sich ja denken, dass gegen KK+ und AK ein Bluff kaum Erfolg haben wird. Er weiß ja nicht, ob ich JJ hier immer 3bette, also wird er nur QQ raus bekommen.

In dem Fall hat er tatsächlich ge-setminded...
Ich werd in Zukunft einfach größer for Value 3betten, da die Gegner eh nicht genug folden, dass ich oft Bluff-3betten kann


Na dann würde ich mir keine Sorgen machen.

Dein Gegner trifft in 12% der Fälle sein Set. D.h. in 88% der Fälle gewinnst du am Flop 2.10 und in 12% der Fälle verlierst du 8.25

=> 0.88*2.1 - 0.12*8.25 = 1.85 - 0.99 = 0.86

D.h. selbst wenn dein Gegner am Flop nur weiterspielt, wenn er sein Set hat, dann kann er nicht gewinnen, da er viel zu viel Deadmoney Preflop reinbringt und wir longterm hier gewinnen, wenn seine Range hier ausschliesslich aus Pocketpairs besteht von denen wir Sets immer ausbezahlen.

Noch besser ist, dass du auf einem Qxx oder Jxx Board auch oft cbetten wirst und der Gegner oft folden wird oder auf die 2nd Barrel mit seinem 88 oder TT folden wird. D.h. er hat noch weniger Implied Odds, da seine Sets nicht immer voll ausgezahlt werden.

Das ist der Grund wieso man kleine Pocketpairs nicht auf Setvalue callen kann 100BB deep. Freu dich das es so Spieler gibt, die bringen dir jede Menge Geld.


gugilein
Beigetreten: 06.09.2009

Ich finde gerade bei den Leuten, bei denen man nach den Stats her meint, sie sind so tight, dass sie eh nie bluffen, sind diejenigen, die noch profitabler bluffen können, wenn sie wissen, dass sie gegen ein Thinkingplayer spielen;).


In der Theorie ist das richtig. Ob sie es in der Praxis machen hängt immer vom Skill des Spielers ab, ich würde das nicht verallgemeinern.


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