Nicht deinstallieren. Das Tool ist wichtig. Du darfst es nur nicht offen haben, wenn du die Pokerstars-Software geöffnet hast. Andere Seiten erlauben hingegen auch während dem Zocken Equilab offen zu haben (bzw. können oder wollen es nicht tracken).
Bzgl. den Sizes: Wenn die Gegner nicht merken, dass du kleiner oder größer value- als bluffbettest/raist, ist das vollkommen ok und sogar gut, weil du auf der einen Seite Geld sparst und auf der anderen Seite mehr Geld gewinnst. Wenn sie es merken, darfst du das obv. nicht mehr so machen. Wenn das Board wirklich unschön ist, spricht auch nichts dagegen, wenn du pottest oder sogar overbettest. Nirgendwo steht geschrieben, dass man nur zwischen 1/2 und voller Potsize betten darf. Besonders gegen Stations solltest du öfter overbetten, wenn du Calls erwartest und selber stark bist. Dann solltest du versuchen Allin zu kommen, wenns irgendwie geht. Pauschalisieren ist aber wie immer im Poker schwer. Überleg dir also immer konkret, wie genau die gegnerische Range aussieht. Wenn Villain zB. nur Nuts oder Air hat, brauchst du vll. nur 25% Potsize, um die Air rauszudrücken anstatt irgendwas zwischen 1/2 und ganzer Potsize zu riskieren. Wenn er nur 2ndPair abwärts hat, kriegst du am River vll. auch weniger als 1/2 Pot. Da musst du experimentieren und Erfahrung sammeln, damit du ein Gefühl dafür bekommst. Für den Anfang reicht es aber erstmal so, wie bereits besprochen.
Bluffen kannst du auf den Micros gegen TAGish Gegner mehr oder weniger bedenkenlos mit allerlei Kram, der ein paar Outs auf starke Madehands hat. Gegen Stations entsprechend selektiver.
Zur Hand:
Wenn du keinen guten Read hast (auf den spezifischen Gegner oder die Population), dann kannst du den Stack auch reinbringen, wie MiiWiin gemeint hat. Du scheinst dir aber sicher zu sein, dass du hinten bist. Wenn das so ist, gut. Aber überleg dir in jeder Situation aufs Neue, welche Reads du hast oder nur zu haben glaubst. Soll heißen, nicht voreilig irgendwelche Annahmen aufstellen/übernehmen und ewig beibehalten ohne drüber nachzudenken.
Deine Preflop-Callingrange: 22-TT, 56s-TQs, KJ, KQ, K9s, KTs, KJs, A2s-A9s
-> Meinst du, dass er bis 22 runter und bis 65s runter callt? Bissl loose. Auf der anderen Seite fehlen ATs, AJs, AQs, ATo, AJo, AQo und JJ. Was macht der Gegner mit den Händen? Gut, JJ und AQs und oder AQo wird er vll. 3betten, oder callen. AJs sollte imo aber schon in seiner Callingrange enthalten sein, ATs wohl auch, vll. blufft er damit, ebenso vll. mit ATo. Die ganz kleinen Pockets werden gerne gecallt. Es gibt aber auch Leute, die sich irgendwo fertige Ranges zusammengesucht haben, idR. von besseren Spielern, aus Büchern etc. Da findet man sowas wie 22 auch mal in der 3Bet Range. Das ein oder andere Slowplay kann auch vorkommen. Dann A2s-A8s ist etwas loose. Kann aber sein. Da musst du bissl auf die Populationstendenzen schauen und halt auf die Showdownholdings. Am Anfang reicht aber eine grobe Range, die die Population so im Schnitt hat.
Am Flop hast du angenommen, dass er A8, Draws, Kx, 99 und TT callt und Sets raist. Weiter schreibst du, dass er auch Kx und Draws raisen könnte. Das ist natürlich schwierig. Da musst du eine Entscheidung treffen. Er kann ein paar Draws und Kings raisen, aber alle? Unwahrscheinlich.
Am Turn schreibst du, dass er 44 und 88 callt, obwohl er die schon am Flop geraist hätte. Das ist ein klassischer Fehler. Du streichst vorher Hände raus und nimmst sie später plötzlich wieder in die Range auf. Ziel ist es ja, dass die Ranges immer kleiner und exakter werden. Da ist es wenig hilfreich, wenn du ausgeschlossene Hände wieder dazunimmst. Du hast ja schon vorher angenommen, dass Villain seine Sets am Flop raist, wahrscheinlich weil das Board Flushdraws ermöglicht, was legitim ist.
Am River nimmst du an, dass er dich mit Nuts und busted Draws raist. Da lautet nun die goldene Frage, wieviele busted Draws das sind. Und um diese Frage halbwegs gut beantworten zu können, musst du am Flop schon entschieden haben, wieviele der Draws er dort raist. Vll. 1/3 oder 2/3 der Kombos, mehr oder weniger? Vll. ein paar am Turn? Wie macht das die Population?
Suma sumarum musst du die gegnerische Range von Preflop bis zum River hin immer weiter einschränken. Mit jeder Aktion fallen Hände weg. Am Flop raist er vermutlich die Sets (aufgrund der Drawgefahr), und einige seiner FD, weil er gelernt hat, dass man Draws auch raisen kann. Ein Blick auf seine Stats hilft da weiter. Die 8 am Turn ist eine relativ gute Karte, die weder dir noch ihm großartig weiterhilft. Einmal auf den Callbutton gedrückt, führt oft dazu, dass Villain seine Draws nochmal callt. Ein Blick auf die Stats hilft wieder. Am River bleibt dann nicht mehr viel übrig, wenn er raist. die Aces, außer A8, können nicht valueraisen und haben keinen Grund zu bluffraisen, die Kings sowieso. Flushdraws sind ein paar übrig und eben 8x. Jetzt musst du noch schauen, wie viel Equity du gegen seine übriggebliebene Range hast und das mit den Pottodds vergleichen. Kann durchaus sein, dass du da einen Call hast, abhängig von deinen Reads. So aus dem Stehgreif würd ich sagen, du hast vll. so um die 30% Equity. Gehs mal durch und schau was rauskommt.
Probier dieses Analysevorgehen mal bei ein paar Händen aus, besser bei HUNDERTEN Händen. Da kommt es immer mal wieder zu Aha-Erlebnissen. Mir ist klar, dass das nicht so einfach geht, wie es klingt oder wie ich das vll. darstelle. Dazu braucht es viel Übung. Die Zeit solltest du aber investieren, wenn du besser werden willst. Das hilft ungemein.
LG