Im wesentlichen geht es um einen Kräftevergleich. Wie häufig hast du den Flop getroffen, wie häufig der Gegner? Zu welchen Händen wurde getroffen? Hat jemand öfter Monster als der andere, hat er öfter eine made Hand als der andere? Wer den Vorteil hat, hat das Recht des Angriffs. Wer den Nachteil hat, sollte sich mit Angriffen zurückhalten, weil der Gegner dann zurück schlägt und man einen Nachteil hat.
Das Ziel ist, eine Strategie zu finden, die vom Gegner nicht ausgenutzt werden kann.
Im einzelnen werden hier ein paar Grundlagen erläutert:
https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?postid=20946239#post20946239
Du findest diesen Post, in dem du bei No-Limit Strategie im Forum auf die Highlight Hände gehst und dir dort den Post Basisplan für NL Cashgame ansiehst. Im Post gibt es auch einen Link zu einem kurzen Video, wo erklärt wird, was GTO ist.
In diesem Post findest du auch etwas über fast genau diese Situation: einfach geraister Pot, auf dem Flop nur kleine und relativ niedrige Karten. Auf so einem Flop hat der preflop Aggressor keinen grossen Vorteil. Um sich Gegenangriffen nicht auszusetzen, hält sich der Aggressor daher weitgehend zurück. Er wird aktiv mit sehr guten Händen und Bluffs. Weil davon seine made Hände überwiegend grosse Stärke besitzen, kann und soll er dann einigermassen gross betten.
Wäre der Flop z. B. AQ8, dann solltest der Aggressor sehr häufig betten, weil er einen grossen Vorteil hat (die Hände des preflop Raisers enthalten anteilig viele top Pairs und besser, die des Blind Verteidigers viel weniger) und er kann sogar sehr gross betten, weil er alle Monster hat (alle Sets, top 2-Pair), während der Blind-Verteidiger vielleicht gerade mal das 8er Set hat und sonst kaum Monster. Auf AQ8 hat der Verteidiger nicht die Substanz, um sich gegen eine grosse Bet wirkungsvoll zu wehren. Er darf aber auch nicht zu häufig den Pot aufgeben, weil er sonst überrollt wird. Und so muss der Verteidiger notgedrungen eine grosse Bet auch dann häufig callen, während er einen klaren Nachteil hat.
In den kleinen Limits haben die Spieler kaum Ahnung von GTO und spielen nicht danach. Dort geht es darum, Fehler im gegnerischen Spiel auszunutzen. Weil die Gegner nicht aggressiv genug zurückschlagen, kann dort häufiger gebettet werden. Daher ist die Standardregel für Anfänger, zu zweit am Flop immer zu betten fast immer gut. Wenn man immer bettet, dann macht man das meistens klein, weil das Risiko/Gewinn Verhältnis besser ist, wenn man wenig riskiert, um relativ gesehen dazu viel zu gewinnen (den Pot).