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[Geschlossen] NL5 Pockets immer Mitgehen-20?

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Known players:
[tg]Position_Stack:hands/vp$ip/RaisePreflop/AF/WTS/ORL/BBvsSteal/W$SD;Hero$4,95:///////;MP2$10,57:712/22/18/3,0/26/39/87/42;[/tg]
0,03/0,05 No-Limit Hold'em (10 handed)
Hand recorder used for this poker hand: Elephant.Base 0.99 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is SB with 3♥, 3♣
4 folds, MP2 raises to $0,18, 3 folds, Hero calls $0,15, BB folds.

Flop: ($0,41) A♦, T♣, 7♥ (2 players)
Hero checks, MP2 bets $0,26, Hero folds, MP2 gets uncalled bet back.

Final Pot: $0,41

Soll hier nur mal ne Beispielhand sein.
Ist es wirklich langfristig profitabel, die Mitgehen-20-Regel zu befolgen?
Vor allem, wenn man am Flop ooP ist, gewinnt man doch fast nie nen Pot ohne das Set. Auch iP ist es mit den kleinen PP oftmals schwer.
Wie ist die 20er-Regel zu erklären?


9 Antworten

Hallo!

Jo, diese Regel ist langfristig profitabel. Vor allem, da du ja häufiger dein Set treffen wirst als nur alle 20 mal. Also rein rechnerisch gesehen.

Darüber hinaus gibt es mit höheren PPs ja auch noch die Möglichkeit ein Overpair auf der Hand zu halten, gegen nicht ganz so aktive Spieler kannst du den Pot eventuell auch so mal mitnehmen usw.

Also es sollte sich auf jeden Fall für dich lohnen.

Ach so, wie ist die Regel zu erklären, hier der Auszug aus dem Strategieartikel:

Wenn du kleine Paare wie 55 spielst, spekulierst darauf, am Flop einen Drilling zu treffen. Das passiert nur in etwa 12% aller Fälle, doch wenn du triffst, hast du ein sehr starkes Blatt, das dir gutes Geld einbringen kann. Daher ist es profitabel, eine Erhöhung mit einem kleinen Paar mitzugehen, sofern der Gegner auch genug Geld hat, um dich ordentlich auszubezahlen.

Deshalb gilt die Regel: Mit einem kleinen Paar gehst du eine Erhöhung nur dann mit, wenn dein Gegner mindestens noch das 20-fache der Erhöhung übrig hat. Das gilt übrigens auch für dich. Auch du musst das 20-fache der Erhöhung noch übrig haben. Sonst lohnt sich das nicht, denn du kannst ja nur so viel Geld gewinnen, wie du selbst einsetzen kannst. Das bedeutet der Eintrag Mitgehen20.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Hmm,

dann müsste ich quasi jedes 2,5te Mal, bei dem ich mein Set treffe, zum All-In kommen.
Denn ich bekomme ca. jedes 8te mal ein set und habe bei 20 mal mitgehen ca. einen stack verloren.
Um ooP All-In zu kommen, muss das Board dann aber kaum Draws zulassen und möglichst hohe Karten beinhalten, damit der preflop-agressor was trifft...
Ne möglichkeit die "Set-Bilanz" beim Elephant anzuzeigen gibts nicht, oder?


Beim Elephant gibt es ja die Möglichkeit nach Händen zu filtern. Bin jedoch der Meinung, dass diese Funktion nicht richtig funktioniert.


96joni
Beigetreten: 17.04.2011
PokerStrategist

Natürlich ist aber auch diese Regel Gegnerabhängig.

Es gibt Gegner, die sehr tight spielen und dazu noch passiv. Gegen diese Gegner lohnt sich das mitgehen20 gerade OOP eigentlich nicht, da sie am Flop, Turn und River nicht unbedingt weiter setzen werden.

Gegen loose callingstations dagegen schon eher, da du hier häufig einen großen Pot generieren kannst und/oder seine schwache Starthand am Flop aus der Hand drängen kannst.


Gerade gegen tighte Gegner, die auch gerne mal folden können, lohnt es sich meiner Meinung nach auch mitzugehen. Wenn die den Flop verpassen, kann man den Pot häufig auch mitnehmen.


96joni
Beigetreten: 17.04.2011
PokerStrategist

Ein guter Spieler setzt trotzdem meisten eine Contibet und dagegen sieht man dann schlecht aus. Es lohnt sich also nur, wenn man dann tatsächlich auch die Postflopskills besitzt, d.h. das Board sehr gut einschätzen kann und die Range des Gegners ebenso.


AchimR
Beigetreten: 22.04.2007
Oldschool Grinder

Das ist alles nicht so einfach. Man muss bedenken, dass diese Call20-Regel kein festes Gesetz ist sondern nur ein Richtwert. Früher hieß das ganze Call15. Da die Leute aber irgendwann im Durchschnitt öfter kapiert haben, was wir da machen, wurde es auf Call20 erhöht. Diese Erhöhung ist aber auch schon ein Weilchen her und seitdem ist der durchschnittliche Skill der Gegner nochmal angezogen.

Jetzt spielt ihr ja noch auf den Micros gegen Leute, die nicht all zu weit mitdenken und noch sehr mit ihren eigenen Karten beschäftigt sind. Da hat die Regel noch ihre Daseinsberechtigung, aber gerade oop muss man auch hier schon genauer hinsehen.

Man schaut sich die Situation an und entscheidet, dann wie wahrscheinlich es ist, dass wir ausgezahlt werden. Faktoren die da mit reinspielen sind:

1. Der Gegner
Wie loose raist er? Wie loose barrelt er mit Air? Wie loose geht er broke usw.

2. Die Positionen
Wie stark ist seine Range aus der konkreten Position? Sind wir IP oder OOP?

3. Gegner hinter uns
Bei passiven, um abzuschätzen, wie oft multiwaypötte zustande kommen. Bei aggressiven, wie oft man den squeeze kassiert.

Je nachdem wie man die Lage dann einschätzt, bleibt man bei Call20, erhöht es oder geht bis auf Call15 runter.

Für die konkrete Hand hier sieht die Analyse dann ungefähr so aus:

1. Der Gegner
LAG. Scheint aber halbwegs zu wissen was er tut, ist halt nur zu aggro und übertreibt es etwas. Er wird sicherlich vermehrt mit Air barreln und uns auch mal etwas lighter auszahlen, aber overall wird er schon kapieren, dass es nichts gutes heißt, wenn wir als tighter TAG postflop richtig Action machen.

2.
Schlechte Positionen. Er openraist aus einer Position, die für ihn schon als Steal durchgehen wird. Wir sind oop. D. h. er hat eine weite Range, mit der er uns nicht oft auszahlen wird. Er hat position und kann dadurch hervorragend potcontrollen. Wenn wir ihn zu Fehlern bringen wollen, wird das dadurch eher auf Bluffinduce hinauslaufen. Allerdings wird er halt selten den ganzen Stack verballern.

3.
Unbekannt, hier aber auch eher unwichtig auf dem Limit.

Wir haben hier also durchweg Nachteile, so dass wir die Call20 Regel deutlich aufstocken sollten. Wir bekommen etwa Call30, was schon ganz ok ist. Aber das Problem an der Sache ist, dass wir selten implieds auf seinen gesamten Stack haben. Wenn wir hier einen etwas größeren Pot spielen, wird der im Bereich 1/3 - 1/2 des Stacks liegen. Rein geht es in der Regel nur bei Setups, die aber erstens nicht so oft vorkommen und zweitens hat er dann ja immer noch Equity, wenn wir nur Bottomset machen.

Unter Strich heißt das, dass ein Call auf Setvalue in genau diesem Spot eher nicht profitabel ist, wenn dann nur sehr knapp. Gerade in Stealsituation aus den Blinds raus ist das immer sehr schwer. Wenn er dann auch noch halbwegs vernünftig spielt wirds kritisch. Da sollte mann die kleinen Pockets, die man ohne Set quasi nie zum showdown bekommen, auch mal folden.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Hallo,

danke für die ausführliche Betrachtung von Sets in diesen Situationen.

Meine letzte Frage wäre nur noch hierzu:

Rein geht es in der Regel nur bei Setups, die aber erstens nicht so oft vorkommen und zweitens hat er dann ja immer noch Equity, wenn wir nur Bottomset machen.

Was ist hier ein Setup. Mit der Erklärung aus dem Glossar unter Set-up konnte ich mir keinen Reim bilden.


AchimR
Beigetreten: 22.04.2007
Oldschool Grinder

Anderes Wort im Glossar ist Cooler ;)

Also ein Setup wäre hier wenn du 77 hast und er AT oder vielleicht AK. Viel mehr wird ein vernünftiger Gegner gegen dich da nicht reinstellen, wenn es dick Action gibt. Oder meinetwegen du TT und er 77 usw.


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