Gilt das auch auf drawheavy Boards in multiway Situationen? Ich dachte immer, genau da gilt, dass man sich schützen muss. Der Pot ist dann eh schon gross, so dass Potcontrol in den Hintergrund tritt. Ausserdem erhält man Value genau in solchen Situationen. Potcontrol ist gut in 1 vs 1 Situationen, wo nicht all zu viele Draws existieren, da dann das Risiko begrenzt ist, dass man überholt wird. Ein Gegner kann halt nicht alles haben, dadurch ist das Risiko begrenzt. Ausserdem gibt ein Gegner nicht so viel Value ab wie mehrere Gegner, von denen oft wenigstens einer da ist, der Value geben kann. Damit ist das Valuepotenzial in multiway Pötten grösser, das sollte man dann auch nutzen. Auf drawheavy Boards ist es auch grösser, auch das ist ein Grund, es zu nutzen.
Umgekehrt ist das Risiko grösser, dass sich Gegner verbessern, wenn man ihnen billig eine weitere Karte lässt. Also sollte man genau das nicht tun, vor allem dann, wenn man viele Gegner hat, die einzeln wenige Outs haben mögen, aber zusammen eine grosse Menge. Da jeder einzeln für sich rechnet, kann man Outs aus dem Pot schiessen, wenn man bettet, die für jeden Gegner einzeln gerechnet wenige sein mögen, aber sich in der Menge aufsummieren. Hat sich diese Logik geändert und aus welchen Gründen?
In grossen Pötten gilt doch klassischerweise, dass die Sicherung des Pots (Erhöhung der Gewinnwahrscheinlichkeit) in Bedeutung zunimmt.
Die Idee einer Bet gegen BB ist nicht, dass der oft Trash hat (von dem man nichts hat, wenn er foldet), sondern dass der oft eine schwächere Hand hat, die die Bet bezahlt (öfter als einen K). Ausserdem natürlich Equitydenial gegen UTG und BB (wenn sie folden) und Bluffdenial auf viele weitere Karten am Turn (weil sie nicht mehr im Pot sind). Denn wenn am Turn eine Flush- oder Straightkarte oder ein Ass kommt, dann kann man ja nicht guten Herzens bezahlen, nachdem man ihnen am Flop eine free Card gegönnt hat. Das sind verdammt viele Karten. Ein Check ist ja nur dann ein Valuecheck, wenn sich dadurch die Chance erhöht, dass man von schlechteren Händen noch etwas bekommt und dann eine Situation vorfindet, in der man sich einen Call auch leisten kann. Das scheint mir auf so einem Board eher nicht der Fall zu sein.
Die Idee gegen UTG ist nicht, dass man Value gegen seine Monsterdraws erzielt (tut man nicht), sondern dass der oft Hände hat, die er als Trash betrachten muss und dann foldet und man dann ungestört den Value gegen BB mitnehmen kann. UTG wird einige Hände haben, die noch einiges an Equity haben können (z. B AT/AJ ohne Flush Draw) und da kann es einem sehr recht sein, wenn er das foldet.
Wäre das Board Q84r, dann könnte ich einen Check sehr gut nachvollziehen. Da gibt's dann kaum Draws, viel weniger Gefahr und weit weniger Valuepotenzial am Flop.