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River Bluffjam vs 2 mit Toppair

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MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022

GG Poker - $0.02 Ante $0.01 NL - Holdem - 8 players
Hand converted by PokerTracker 4

SB: 50 BB
BB: 296 BB
UTG: 53.5 BB
UTG+1: 92 BB
MP: 97.5 BB
MP+1: 270 BB
CO: 192.5 BB
Hero (BTN): 264 BB

8 players post ante of 0.5 BB, SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 5.5 BB) Hero has 8♥ Q♠

UTG calls 1 BB, fold, fold, fold, fold, Hero calls 1 BB, SB calls 0.5 BB, BB checks

Flop: (8 BB, 4 players) 6♥ Q♥ 4♦
SB checks, BB checks, UTG bets 4 BB, Hero calls 4 BB, SB calls 4 BB, fold

Turn: (20 BB, 3 players) 5♣
SB checks, UTG checks, Hero checks

River: (20 BB, 3 players) 3♦
SB checks, UTG checks, Hero bets 258.5 BB and is all-in

Beide Villains haben am River noch ungefähr 2x Pot left.

Ich habe mich für den Jam entschieden, weil ich damit reasonable 7x reppen kann und bessere Qx zum folden bekommen kann. Selbst 2Pairs und Sets sind gegen die Size nur noch Bluffcatcher. Um meine Valuejams zu balancen, sehe ich auch nicht alzu viele andere Kandidaten als meine Hand. Busted Flushdraws kämen noch in Frage, aber die blocken die gegnerischen Folds zu stark. 88-99 habe ich in dem Spot nicht - bleiben noch 6x und 4x Onepair Hände, also z.B. 86s, 96s, A6, K6s und A4, K4s, wobei da die Frage ist, ob ich das alles 4way im unraised Pot am Flop defende. Bei 2x Pot brauche ich am River auch einiges an Bluffs fürs Balancen. Idk, vmtl. recht identischer EV zwischen XB und Jam.


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5 Antworten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Nah, keine Q8o gegen einen Shortstack callen. Wenn UTG deep wäre, dann eher, weil du dann aus deiner Position und der schlechten Qualität des Gegners etwas machen kannst. Für 50 bb lohnt sich das nicht. Unabhängig davon möchtest du einen Freizeitspieler isolieren, wenn du ihn als Ziel hast. Q8o hat keine guten multiway Qualitäten. Wenn schon, dann Iso-Raise. SB sollte dafür passiv sein, sonst fängst du dir noch einen Push von SB ein, der nur auf 50 bb sitzt und das attraktiv gegen einen Iso-Raise finden kann, wenn er aggro ist.

Turn: du hast top Pair mieser Kicker und keine Outs. Da aber die Gegner Schwäche zeigen, hast du etliches an Showdownvalue. Es gibt viele Draws, mit denen die Gegner bezahlen können. Bet/fold finde ich hier sehr gut. Mit deiner Position bestimmst du damit den Preis für einen Showdown, wenn sie nichts besonderes haben und sollte jemand mit einem Monster aufwachen, dann hast du den leichtesten Fold ever.

River: es gibt keine Notwendigkeit, dein top Pair in einen Bluff zu verwandeln. Du hast viel Showdownvalue, nimm ihn einfach. Da die Gegner wahrscheinlich Freizeitspieler sind, ist es nicht mal sicher, ob du überhaupt Foldequity gegen bessere Hände hast (besseres top Pair). Aber eine Valuebet ist es wegen des schlechten Kickers sicher nicht.

Du brauchst gegen diese Gegner kein Balancing. Gegen diese Spieler spielst du maximum Exploit.
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Der Bluff muss viel öfter erfolgreich sein als ein Check. Angenommen, du hast 30% Equity. Dann ist ein Check auf dem River 6,5 bb wert. Damit der Bluff 6,5 bb wert ist, muss gelten:

Foldequity * 20 - (1-Foldequity) * 48 > 6,5
Foldequity * 20 - 48 + Foldequity * 48 > 6,5
Foldequity > 54,5/68 ~ 80%

Das bedeutet, dass jeder mit ca. 90% Wahrscheinlichkeit folden muss, damit du auf deine Foldequity kommst (weil du zwei Gegner hast, beide müssen folden).

Das ist keine gute Alternative zu einem Check.

Hättest du null Equity, dann wäre es etwas freundlicher, da dann deine benötigte Foldequity 48/68 ~ 70% betrüge. Du müsstest dich dann auch nicht anstrengen, top Pair zum folden zu bekommen, so dass du viel kleiner bluffen könntest. Das macht einen Bluff für null Equity Hände viel attraktiver, weil du bei kleineren Sizes viel weniger Foldequity brauchst. Trotzdem, in dieser Konstellation wären Bluffs schwierig.


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MrRobot Themenstarter
MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022

Ja, vermutlich hat der XB tatsächlich einen höheren EV. Was wäre für dich hier der maximum Exploit, only Valuebet mit 7x? 0 Equity hätte z.B. ein busted Flushdraw, würdest du den bluffen und wenn ja, mit welcher Size? Das hier ist für mich ein Spot in dem ich nie eine non-Allin-Size wählen würde - vermutlich weil man soetwas sehr selten beim Solver sieht. Exploitiv ist die non-Allin-Size natürlich interessant - hast du dafür eine Guideline?

Noch ein Punkt zu Preflop. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war UTG ein Spieler der auch gerne mit starken Holdings limpt, also z.B. AA usw. Von daher habe ich relativ viel Value in meinen 2Pair+ Hits gegen ihn gesehen - reasonable dann doch zu overlimpen?


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Ich limpe an sich nicht nach einem Limper, sondern versuche, ihn zu isolieren. Das geht auch bei Leuten, die AA limpen. Wenn die dann limp/3-bet spielen, dann kann man einfach folden. Aber das macht nur einen kleinen Teil ihrer Range aus. Meistens haben sie etwas schwächeres und dann kann man die Position ausnutzen, wenn sie nicht gleich folden. Ein Raise hat ausserdem den Vorteil, dass die Blinds dann häufig nicht mitspielen, was dead money in den Pot bringt. Es ist daher schwierig für mich, eine Range am River zu haben.

Da du preflop nicht raist, hast du keine guten Kicker für eine Q in der Range. Overpairs natürlich auch nicht. Damit sind deine Valuehände alle stärker als top Pair. Eventuell 43s als schwächste Hand davon. Ich denke, damit kann man eine 75% Bet am River spielen, weil top Pair das callen wird. Es gibt aber ein Risiko, dass stärkere Hände unterwegs sind, daher ungern eine grössere Bet. 33 auch potsize oder leicht darüber, weil man damit alle 2-Pairs schlägt. 87s hast du nicht, das würdest du am Flop betten und das hat wohl auch kein anderer. Mit 7x kann man daher am River overbetten.

Das heisst, die Grösse wird vor allem dadurch bestimmt, was man alles schlägt und was callen würde. Und wie häufig zu erwarten ist, dass jemand eine bessere Hand hat.


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MrRobot Themenstarter
MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022

Ok, wenn ich dich richtig verstehe, dann meinst du mit maximum Exploit Strategy die Betsize je nach eigener Handsträke zu wählen und sich keine Gedanken über Balancing zu machen. Also 43s relativ klein, Set etwas größer und 7x Straight Pot+. Und keine Bluffs, weil du davon ausgehst, dass die Gegner overcallen und sich z.B. nicht von 2Pairs, Qx Toppairs trennen können?

Noch eine Frage zum Preflopplan, wobei man den Fish weit isoliert. Ist der Grundgedanke dabei, dass der Fish häufig Fit-or-Fold spielt und gegen Flop Cbets overfoldet, also der grundsätzliche Gameplan ist am Flop oft zu cbetten und dann aufzugeben?


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Gegen einen schwachen Spieler richtest du die Betsize nach deiner Handstärke und dem, was er callen kann. Die merken das nicht, weil sie dich auch gegen andere Spieler spielen sehen und da machst du die Dinge ja anders. Sie ahnen nicht, dass du gegen sie ganz anders spielst. Das gilt auch für Bluffes. Sie sehen dich gegen andere Spieler bluffen, also denken sie, du würdest das auch gegen sie tun. Deswegen glauben sie dir nicht viel und denken, dass du ein Schweineglück hast, weil du es gegen sie immer hast.

Man kann auch schwache Spieler bluffen, aber nicht von starken Händen runter. Von high Card runter geht. Von Midpairs manchmal auch, je nachdem, wie gefährlich das Board aus ihrer Sicht ist. Von top Pair und besser runter ist es aber sehr schwierig. Das sind Bluffs, die man gegen bessere Spieler spielt, weil die auch solche Hände folden können.

Das heisst, gegen schwache Spieler bettest du polar, wobei deine Valuerange weiter ist als gegen stärkere Spieler. Hände mit Showdownvalue sind eh immer schwierig zu bluffen, aber gegen schwache Spieler lässt man es ganz. Da hat man im Zweifel mehr Showdownvalue als man denkt und sie folden stärkere Hände sehr ungern.

Der Grund, warum man schwache Spieler preflop isolieren mag ist, dass sie mit weiter Range callen. Sollte es zum Flop kommen, ist deren Range deutlich schwächer als die Range eines normalen Spielers. Bei Contibets sollte man die Flopstruktur durchaus berücksichtigen, aber du kannst gegen sie öfter betten als gegen andere Spieler, weil deren Range schwächer aufgestellt ist. Sie folden nicht unbedingt häufiger als andere (individuell verschieden), aber weil sie schwächer aufgestellt sind erzielst du mehr Value als gegen andere. In Position kannst du deine Equity gut realisieren. Du kannst daher den Positionsvorteil als Hebel nutzen, um von deren weiter und häufig schwacher Range zu profitieren.

Solange du keine weiteren Reads über deren postflop Verhalten hast, ist der Plan also einfach der Standardplan, wobei deine Valuerange weiter ist und sich die Gegner mit ihrer Range selbst ausbeuten. Weil deine Valuerange weiter ist, kannst du auch mehr bluffen, da deine Bluffs von deiner Valuerange gedeckt sind. Gerade am Flop bluffst du häufig gegen high Card und das funktioniert auch gegen schwächere Spieler recht gut. Selbst wenn nicht, triffst du häufig bessere Pairs als sie und du hast die besseren Kicker. Deine Outs sind gegen schwächere Spieler mehr wert. Dadurch steigt die Equity deiner Bluffes und mit mehr Equity kann man eben auch öfter bluffen.


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