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Triple Barrel auf Low Connected Board als PFA OOP

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MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022
Poker Player

GG Poker - $0.05 Ante $0.02 NL - Holdem - 8 players
Hand converted by PokerTracker 4

BB: 200 BB
UTG: 200 BB
UTG+1: 126.4 BB
MP: 207.8 BB
Hero (MP+1): 242.6 BB
CO: 167.2 BB
BTN: 208.6 BB
SB: 389 BB

8 players post ante of 0.4 BB, SB posts SB 0.4 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 4.6 BB) Hero has Q♦ 8♦

fold, fold, fold, Hero raises to 4 BB, CO calls 4 BB, fold, fold, fold

Flop: (12.6 BB, 2 players) 4♥ 5♦ 9♣
Hero bets 4 BB, CO calls 4 BB

Turn: (20.6 BB, 2 players) 6♥
Hero bets 6.4 BB, CO calls 6.4 BB

River: (33.4 BB, 2 players) 3♦
Hero bets 42 BB

Spoiler

CO calls 42 BB
Hero shows Q♦ 8♦ (High Card, Queen)
(Pre 38%, Flop 29%, Turn 23%)
CO shows A♥ K♠ (High Card, Ace)
(Pre 62%, Flop 71%, Turn 77%)
CO wins 109.6 BB
Rake paid 7 BB

Was haltet ihr hier von der Triple Barrel?

Gegner ist unbekannt (und non full stacked).

Flop small Cbet um Overcards zum folden zu bekommen. Meine Hand profitiert davon, wenn bessere Qx Kombos folden => Q-Outs werden clean. Die 8 connected einigermaßen gut mit Board und ich habe einen Backdoorflushdraw.

Turn bessere Karte für Villain => Meine Overpairs werden devalued => Small Turncbet. Meine Hand blockt die Nuts und hat zumindest noch einen GS.

Am River nochmal eine gute Karte für Villain. Meine Valuerange ist klein und ich möchte polarisiert mit großer Size betten. Meine Hand hat keinen SDV und befindet sich am unteren Ende meiner Range. Ist die Overbet richtig, oder tut es hier auch eine kleinere Size?


Antwort
Zitat
2 Antworten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

An sich ist der Flop von einer Struktur, auf der man ausser Position sehr häufig checken würde. Das Board passt überhaupt nicht in die eigene Range. Sehr häufig hat man hier nur Overcards. In die Range des Verteidigers passt das Board schon eher. Der Gegner mag keinen Rangevorteil haben, weil man immer noch die besseren A high und die besseren Pockets hat, aber weit überwiegend ist die Range des Aggressors von schwachen Händen geprägt. Dem trägt man Rechnung, in dem man häufig checkt.

Die Einstiegerstrategie bettet alle made Hände (top Pair und besser) und blufft auf für den Aggressor günstigen Boards (auf Boards mit hohen Karten). Dort wirken Bluffs, weil die Range des Aggressors stärker ist als die des Verteidigers. Auf ungünstigen Boards wird dagegen nicht geblufft. Das erzeugt auf ungünstigen Boards ein Ungleichgewicht, das der Gegner prinzipiell ausnutzen kann, weil die Checkrange dann sehr schwach wird.

Der fortgeschrittene Spieler wird die Schwächung der Checkrange vermeiden, aber schon Rechnung tragen, dass die eigene Range aus überwiegend sehr schwachen Händen besteht. Deswegen checkt er viel.

Die nächste Überlegung ist, wie sich das Gegnerverhalten gestaltet. Erzeugt eine Bet eine übercallte Situation oder eine überfoldete? Von der Boardstruktur her liegt eine übercallte Situation vor. Mit Reads auf den Gegner kann das aber anders sein.

Ich gehe davon aus, dass hier eine derartige Situation nicht vorliegt und daher würde ich einen Rangecheck spielen.

Der Rangecheck kommt aber mit einer Falle: wenn man die Range checkt, dann gehören auch Checkraises zum Plan. Das verhindert, dass der Gegner den Check grosszügig angreift. Aber auch hier gibt es wieder Gegnertendenzen zu beachten. Wie häufig würde der Gegner einen Check angreifen oder stattdessen häufig vorsichtig behind checken?

Das bestimmt dann das Mass, mit dem man eine gegnerische Bet angreift. Ist er selektiv mit seinen Bets, dann ist man sehr selektiv mit Gegenangriffen, ist er wenig selektiv, dann ist man selbst grosszügig mit Checkraises. Als Standard gegen einen unbekannten Gegner ist man selektiv mit Checkraises. Damit schwächt man dann die Check-Call Range nicht zu sehr. Auch eine Rolle spielt dabei, ob man überhaupt eine grosse Check-Call Range haben will. Ist das nicht der Fall, dann gibt's wenig Notwendigkeit, diese zu schützen und Checkraises werden häufiger gespielt.

Auf die lange Vorausrede die Analyse der konkreten Situation:

Das Board trifft die eigene Range schlecht. Der Gegner hat keinen vollen Chipstapel und steht damit automatisch unter dem Verdacht, ein Freizeitspieler zu sein. Er hat den preflop Raise nur gecallt. Wahrscheinlich ist seine Range ziemlich weit. Er hat vielleicht ähnlich viele made Hände wie Hero, er hat mehr Monster, aber überwiegend besteht seine Range auch nur aus high Card Händen.

Die Foldequity gegen ihn ist wahrscheinlich niedrig.

Ein Rangecheck kommt stark in Frage, die Einsteigerstrategie auch (würde check/fold spielen, weil keine made Hand). Möchte man selektiv checkraisen, dann bieten sich dafür mittlere Overpairs, top Pairs sehr guter Kicker, Gutshots mit backdoor Flush Draws, bessere Draws (hat man hier nicht viele bis gar nicht) und doppelte backdoor Draws mit mittleren Overcards an (JTs z. B.). Das sind als Bluffes Hände mit relativ viel Equity, Blockern gegen made Hände und guten Möglichkeiten, sie am Turn weiterspielen zu können gemixt mit starken Händen.

Q8s würde ich da nicht ganz drunter sehen, weil der backdoor Straight Draw nur zum Gutshot zieht und die 8 als Out nicht so toll ist. Da die Foldequity vielleicht nicht hoch ist, sollte man eher selektiver mit Bluffraises sein als weniger selektiv.

Das heisst, Q8s ist einfach check/fold, hat aber die Chance, eine free Card zu sehen, was der Hand einiges nützen würde.

Wenn man eine Bet am Flop spielt, sollte sie grösser ausfallen, damit sie Foldequity generiert. Da deine Range generell polarisiert ist (sein sollte) und der Gegner elastisch callen wird, spricht das auch sehr für eine grössere Bet.

Die übrige Boardentwicklung ist nicht so toll für dich. Zwar hilft die Turnkarte dir zu einem Gutshot mit Overcard, aber der gegnerischen Callrange tut sie nicht besonders weh. Die 6 ist kaum in deiner Range und hilft dir wenig. Der Gegner ist durch seinen Call bereits etwas selektiert, weil er wahrscheinlich nicht any 2 auf dem Flop callen wird.

Deine Range hat daher einige Give-Ups. Es könnte sein, dass deine Hand nicht darunter fällt, weil sie unter den Bluffs wegen des Gutshots einer deiner besseren ist. Ich denke aber, dass die Bet grösser ausfallen sollte, weil die kleine Bet sehr wenig Foldequity generiert. Die made Hände werden trotz der Verbesserung der gegnerischen Range nicht so klein gebettet, weil der Gegner immer noch viele schwächere Hände hat, bei denen er jetzt noch weniger Motivation hat, sie aufzugeben (z. B. 76). Bei der kleinen Bet am Flop sind auch immer noch viele Overcards dabei. Die würden Hände wie QQ-TT jetzt gerne loswerden, damit der River nicht zu grausam ausfällt.

Da es wahrscheinlich ist, dass der Gegner nicht loose bluffraist, ist auch eine grosse Bet relativ sicher. D. h. am Turn sollte etwa 2/3 Pot gebettet werden.

Auf dem River kommt eine weitere Straightkarte. Der Gegner hat jetzt etliche Straights und 2-Pairs. Du hast kaum Blocker. Du hast auch kaum Straights. Der Gegner kann das vielleicht nicht einschätzen. Dennoch ist die Situation für einen Bluff extrem ungünstig.

Der Bluff am River ist ein krasser Exploit, mit dem man versucht, den Gegner von top Pair und 2-Pair runterzubluffen. Kann klappen, muss aber nicht. Wenn man blufft, muss man das mit grosser Size machen, sonst foldet der Gegner nicht, denn man blufft gegen Hände mit einigem Showdownvalue. Bei der Betsize muss der Bluff in knapp 60% der Fälle klappen. Ich weiss nicht, ob man so viel Foldequity hat. Es ist jedenfalls ein sehr riskanter Bluff. Geht etwas in die Nähe eines Punts.

Blocker: weil man Pairs zum folden bekommen will, blockt die eigene Hand einiges aus der Foldrange. 98, 86, Q9. Von der Callrange wird 87 geblockt, aber das raist der Gegner vielleicht am Turn auch mal. Von den Blockern her ist eher ungünstig, diese Hand zu haben, aber ähnliches würde sich auch über Flush Draws sagen lassen. Flush Draws würden aber wahrscheinlich weniger Hände aus der Foldrange blocken, daher wären wahrscheinlich Flush Draws die besseren Bluffs.

Ergebnis: ok, ultraharte Callingstation. Den Read hat sie jetzt verdient. Notiz machen. Diese Leute niemals bluffen. Preflop wohl sehr passiv.

Eventuell haben andere Spieler einen Read über dich, dass du zuviel bluffst. Darauf solltest du eventuell achten. Ausnutzen kannst du das, in dem du deine Valuebets grösser spielst als andere es machen würden. Die Bluffs dann aber reduzieren.


Antwort
Zitat
OnkelHotte
Beigetreten: 16.01.2005
BlackMember

Mein 5 Sec Test war "do not bluff" und das safe, ohne das Result gesehen zu haben.
Ich hätte am Turn schon aufgegeben, gegen Stations sogar schon am Flop C/F.


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Zitat
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