Preflop: grösser! UTG ist all-in, hat aber den Pot angefüttert, so dass die anderen Spieler bessere Odds bekommen und du mehr dead money im Pot hast. Das ist wie bei einem Straddle. 5 bb wären absolut in Ordnung. UTG kann eine superweite Range haben, da er nächste Runde den Blind eh bezahlen müsste und dann mit any 2 all-in wäre. D. h., er hat hier eine 80% Range oder so was. Kann auch 100% sein, denn ein solcher Spieler ist nur noch im Pot, weil er sein Geld los sein will, damit er sich nicht mehr weiter im Elend winden muss. Ein 1,2 bb Stack bewirkt überhaupt nichts mehr und aufdoppeln bringt nicht mehr das Gefühl eines Gewinns, da das bedeutungslos ist bei einem solchen Stack. Diese Spieler wollen typischerweise abschliessen und spielen nicht mehr, um noch etwas zu gewinnen.
Flop:
Das Board ist furztrocken, du hast einen Equityvorteil und auch den Nutvorteil. Das Board ist von der Sorte, dass du praktisch deine ganze Range betten kannst. Je nachdem, für wie stark du den Gegner hältst, kannst du auch mal checken, aber das würde ich eher mit den schwächeren Kickern und KK tun. Wenn du eine Rangebet spielst, dann ist die Bet eher kleiner als grösser, da du nicht willst, dass dein Gegner nur noch starke Hände weiterspielt.
Deine besten Hände kannst du aber immer noch relativ oft gross spielen, da auf so einem Board deine übrige Range wenig leidet, wenn du das machst. D. h. AA/AK können auch gross gespielt werden (nicht 100% zur Absicherung deiner schwächeren Range). Besonders dann, wenn du noch backdoor Draws hast, die zu einem Monster werden können, weil du mit einem Monster einen grossen Pot gewinnen willst.
D. h. ich würde nicht nur AA gross betten (musst du auch nicht, da die Hand so gut wie uneinholbar ist), sondern auch die Axs in Herz oder Pik und deine 2-Pairs (die du wegen der preflop Bedingungen in der Range haben solltest). Den Rest packst du in deine kleinere Bet bzw. in die Potcontrol. In deine grosse Bet packst du auch ein paar Bluffhände der Art Kxs, Qxs und dein kleinstes Pocket (all diese Hände haben backdoor Möglichkeiten, so dass nicht alles verloren ist, falls der Gegner callt). Du brauchst aber nicht viele Bluffhände, da deine Valuerange für die grosse Bet nicht gross ist.
Edit: da der Gegner Freizeitspieler sein könnte, kann man es auch mit einem Exploit probieren und auf das ganze Balancing verzichten. Der Nachteil ist, dass du trotzdem ausser Position bist und dich das ziemlich angreifbar macht, wenn du eine andere Hand anders spielst. Exploits spielen sich in Position besser als ausser Position. (Edit Ende)
Turn:
Nach der grossen Bet am Flop besteht die gegnerische Range hauptsächlich aus Ax. Es ist unklar, ob der Gegner 7x oder 4x haben könnte. Mit seinem Startstack von 82 bb könnte er ein Freizeitspieler sein und die tauchen auch mal mit solchen Händen auf und geben sie vielleicht am Flop nicht ab. Gerade preflop wird der Gegner solche Hände spielen, da der cold Call wegen des Geldes von UTG und deiner kleinen 3-bet ziemlich billig war.
Da diese Möglichkeit besteht, hart weiterbetten. Die These ist, dass so ein Spieler eher zu viel als zu wenig callt, also immer drauf.
River:
Die Karte am River verschlechtert die Situation weiter, da zu erwarten ist, dass der Gegner eher AT in der preflop Range hat als z. B. A6. Ich denke, dass ein 80 bb Stack aber trotzdem noch eine relativ weite Range hat, gegen die man auch weiter valuebetten kann.
Passt schon!