Aggression Factor (AF) und Went to Showdown auf niedrigen Limits
Was ist der AF? Der Aggression Factor (AF) gibt an, wie viel häufiger man in einer Hand setzt oder erhöht im Vergleich zu einem Call. Pauschal lässt sich sagen: ein niedriger AF bedeutet passives Spiel, ein hoher AF deutet auf ein aggressives Spiel hin. Wenn man sich damit näher beschäftigt, stellt man fest, dass erfolgreiche Regs über alle Limits hinweg einen AF von etwa 2,5 haben.
Went to Showdown gibt an, wie oft man im Durchschnitt zum Showdown kommt. Es ist jedoch etwas komplexer, dies richtig zu interpretieren. Ein hoher Went to Showdown kann darauf hinweisen, dass man zu passiv spielt, weil man entweder zu wenig blufft oder nicht dünn genug Value bettet. Es könnte auch daran liegen, dass man zu viel am River callt und daher häufiger zum Showdown kommt. Aus meinen Beobachtungen haben Spieler mit hoher Winrate häufig einen Went to Showdown zwischen 27 und 30.
Ich persönlich habe einen hohen AF (zwischen 3,5 und teilweise über 4) und einen niedrigen Went to Showdown (um die 24). Und frage mich ob ich da nicht wirkliche Leaks habe.
Ich denke, dass Spieler, die nach der Einsteigerstrategie spielen, ebenfalls einen hohen AF und einen höheren Went to Showdown haben sollten.
Woher kommt das?
Wenn man jede Hand möglichst dünn für Value bettet und davon ausgeht, dass Gegner nicht viel bluffen, hat man als Aggressor nur wenige Hände, die man als Call spielt. Entweder bettet man selbst oder checkt (und foldet). Bluffcatcher und Slowplays fehlen, was zu einem hohen AF und einem niedrigen Went to Showdown führt.
Coldsmile, ein rye Coach, betont in seinen Play- und Explain-Videos immer, dass man möglichst dünn betten sollte, da Gegner oft genügend Calls finden. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Gegner genug bluffs finden und man genügend EV durch Check/Calls erzielt, ist eher gering. Was auch eher zu einem höheren AF führt.
Was ist nun richtig? Oder liegt es einfach am Spielerniveau, dem Pool und den Limits, die man spielt? Wird ein niedrigerer AF und ein höherer Went to Showdown erst ab NL200 wirklich sinnvoll?
Wenn man Paxis zu hört zuhört, geht es in der ersten Priorität oft nur ums dünne Value Betten. Wenn man als Defender spielt, dreht sich vieles darum, ob man noch dünne Value-Hände schlägt. Wenig wird über Bluffcatcher oder Slowplay gesprochen.
Wenn man dem Pokercoach Weazel zuhört, kann es noch extremer werden – er meinte, ein Went to Showdown von 22-24 sei völlig in Ordnung.
Ich weiß viele denken sich: "spiel doch einfach gutes poker, die stats sind dann so wie sie sind", aber mich verwirren all diese Infos und oft unterschiedlichen Infos und Ansichten einfach.















