Schwarz/Weiß denken ist immer der richtige Weg
Original von sido222
Mir erschliesst sich irgendwie nicht, warum man AK in Position 3betten sollte (9max).
Die Leute callen heutzutage in der Regel keine schlechteren Aces oder Kings mehr oop. Wenn man ge4bettet wird, ist man so gut wie immer hinten (auch gegen kleinere PP's liegt man ja ein paar Prozent hinten), wenn man broked.
Wenn man gecalled wird, trifft man 2 von 3 Boards nicht und contibettet quasi als bluff.
Der Gegner foldet auf King hi und Ace hi boards in den meisten Fällen und wenn man auf denen broked ist es einfach zu oft gg. ein Set.
Wenn man nur called verschleiert man seine Handstärke und kriegt mehr Value von schlechteren Ace hi und King hi Händen.
Man muss dann halt auch mal floaten, kann aber auch einfach aufgeben auf schlechten Boards oder wenn der Gegner weiterbettet und man ohne hit dasteht.
Also sollte man standardmäßig AK immer noch 3 betten oder einfach nur callen in Position ?
Mir ist klar, dass das wie immer auch vom Gegner abhängt, aber ich rede hier vom default play.
Langsam müsste es sich doch rumgesprochen haben, das Poker ein gegnerabhängiges Spiel ist. Daher gibt es keinen "default play".
naja default play gibts schon wenn man keine infos zum gegner hat.
aber dafür hat man ja iwann ein gefühl wie der gemeine pool auf dem limit so spielt und dagegen richtig adapten, was ich als default play bezeichnen würde.
Man hat selten 0 Infos zum Gegner, außer er spielt gerade die allererste Hand am Tisch und du hast keine weiteren Hände in der Datenbank.
Original von Wiseguy01
Man hat selten 0 Infos zum Gegner, außer er spielt gerade die allererste Hand am Tisch und du hast keine weiteren Hände in der Datenbank.
Wenn man natürlich der drölftabelnde Nitreg ist, der gar nichts mehr an den Tischen mitbekommt und nur auf seine Stats schaut, dann braucht man sich auch nicht mehr wundern.
Original von sido222
hast du irgendwas produktives beizutragen ?
♦
Default play gibt's natürlich schon. Openraisen wenn man Aces hat z.B. ^^
Aber man kann für fast jede line Gründe finden, wenn man den passenden Gegner hat.
Original von sido222
hast du irgendwas produktives beizutragen ?
Ja, habe ich. Du hast eine selektive Wahrnehmung. Es ist nie und nimmer der Fall, das auf den Micros die Leute immer 4 betten mit den Nuts, vorausgesetzt man kümmert sich um Tableselection.
Wenn man diese Tableselection macht, dann kann man auch gegen weake Gegner 3betten, gegen Nits sieht das schon anders aus. Default Play ist für mich der Spielzug, der gegen den jeweiligen Gegner max ev ist.
Die Zeiten, wo man einen SHC neben sich legen konnte und dann Geld gedruckt hat, sind vorbei. Anscheinend brauchen aber einige Leute einen stark verkürzten Leitfaden und wundern sich, warum sie dann nicht weiterkommen.
Will hier niemanden persönlich angreifen, aber um Poker erfolgreich zu betreiben muß man heutzutage mehr denn je gegnerabhängiges Spiel betreiben.
Original von Wiseguy01
Original von sido222
hast du irgendwas produktives beizutragen ?Ja, habe ich.
Ne, hast du nicht.
Und on topic: Mit default play ist das play gegen einen standard reg mit standard werten für das limit gemeint.
Selbstverständlich gibt es gegen so einen gegner ohne reads ein default play.
Sag mal wo ist das Problem?
Du stellst eine Frage nach dem Default Play und ich sage dir das es keinen default play gibt, sondern drauf ankommt was für einen Gegnertyp man hat und du unterstellst mir Trolling.
Kannst froh sein, das die Leute auf eine Frage, die zig mal durchgekaut wurde überhaupt antworten.
Außerdem solltest du dir die Artikelverweise von Miiwin anschauen, die sind nämlich nicht schlecht und haben mir persönlich weitergeholfen.
Es geht darum, wie man diese Hand in der Regel spielen sollte gegen einen Standard Gegner auf dem jeweiligen Limit, ohne dass man irgendwelche besonderen Reads hat.
Genauso, wie man AA als default hier immer 3 betten wird, kann man sich fragen, ob das für eine Hand wie AK noch Sinn macht, wenn die Gegner in der Regel nichts schlechteres mehr broken und in der Regel mehr Fehler machen, wenn man es nur called.
Dabei habe ich mich auch noch auf bestimmte Spots bezogen, d.h. Spots in denen man Postflop in Position ist.
Übrigens gibt es überhaupt keinen Grund, nicht zu multitablen, wenn man es kann. Selbstverständlich muss man dann seine Spielweise anpassen und für bestimmte Situationen default plays parat haben.
D.h. wenn ein Gegner bestimmte Werte hat, werde ich mit einer bestimmten Hand normalerweise immer eine bestimmte Aktion machen, solange ich nicht irgendwelche Reads auf ihn habe und die zu Recht, wenn es sich um im Durchschnitt profitable Plays handelt.
Ich hab dich nicht angegriffen und fühle mich auch in keinster Weise erhaben, ich sage dir nur, das der Ansatz von Poker unabhängig vom Gegner nicht so erflogreich sein wird, aus eigener leidvoller Erfahrung.
Ich möchte dich davor bewahren deine Winrate zu minimieren oder zu schreddern und du unterstellst mir direkt bösen Willen.
Dann sag mir dochmal bitte, wie die Handrange des Durchschnittsspielers auf deinem Limit und deiner Tischart ist.
Besser noch wäre es mal einige Beispielhände zu posten, die dir Probleme machen.
Klar ist es immer besser auf jeden Gegner zu adapten, aber das ist halt nicht immer möglich, z.B. wenn man viele Tische spielt oder readless ist oder einfach nur ein Winning-Standard Game runtergrinden will, weil man sich gerade nicht auf jeden Gegner einzeln einstellen will.
Dann sag mir dochmal bitte, wie die Handrange des Durchschnittsspielers auf deinem Limit und deiner Tischart ist.
Besser noch wäre es mal einige Beispielhände zu posten, die dir Probleme machen.
Es ging mir konkret um diese Hand, AK.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Gegner schlechtere Aces auf 3 bets meistens wegwerfen und so gut wie nie preflop broken.
Dafür broken sie Pocket Pairs und AK, eine Range gegen die wir hinten sind + Rake.
Die Frage war daher, ob man nicht so Hände wie AQ,AJ,AT, KQ,KJ,KT die man dominiert usw. versucht in der gegnerischen Range zu lassen und dann postflop in Position zu spielen.
Das gilt für Standard Regs und in Position.
Oop würde ich immer noch standardmässig 3 betten und natürlich auch gegen Fische.
So, jetzt kommen wir der Sache näher.
Du schriebst in der Nacheditierung:
D.h. wenn ein Gegner bestimmte Werte hat, werde ich mit einer bestimmten Hand normalerweise immer eine bestimmte Aktion machen, solange ich nicht irgendwelche Reads auf ihn habe und die zu Recht, wenn es sich um im Durchschnitt profitable Plays handelt.
Das heisst es gibt Spielertypen und durch die Existenz von diesen Spielertypen, die nochmals sich heutzutage stark unterteilen, gibt es einen Gameplan. Der Gameplan muß den individuellen Leak des Gegners angreifen.
Gegenfrage:
Wie würdest du im 9max auf einen Raise von UTG+1 reagieren, wenn du annehmen würdest, das er folgende Handrange besitzt:
TT+, AK, AQs?
Bitte mit Begründung.
Ich würde hier AK callen, weil die Leute auf den Micros 0 Postflopskills besitzen und ich Position habe.
Genau. Das ist hier der beste Spielzug gegen die Handrange des Gegner, die fast ausschließlich aus starken Händen besteht.
Bei einer 3bet würde ein solch tighter Spieler wohl alles bis auf KK+ im FR weglegen und eine 4bet auspacken oder (unwahrscheinlicher) direkt shoven.
Wenn man jetzt das gleiche Szenario gegen MP2 durchexerzieren würde, müsste man ebenfalls schauen, wie hier die Gegner bisher adapten. In der Regel wird etwas mehr oder weniger aufgeloost, je nach Looseness des Gegners kann man jetzt dreibetten oder callen.
Man muß aber dann schauen, wie aggressiv die Gegner hinter uns sind und wie man bei einer 4bet von denen dann weiterspielt. Hier wirds komplizierter, denn man befindet sich im Sandwich, hat bei einer 4bet vom BB z.B. noch Position.
Also es ist natürlich kein Problem AK in Position zu callen. Das habe ich auch nie behauptet.
Gerade gegen early Raises ist der Call sinnvoll, weil man nicht unbedingt eine 3bRange benötigt.
Das hinter uns noch Leute agieren kann natürlich Vor- und Nachteile haben. Coldcall/4-bet auf ein Squeeze hin ist auch eine nette Sache - wenn Villain genug squeezen kann.
Letztlich ist AK immer eine Art Semibluff, wenn wir 3-betten oder 4-betten wollen wir ja im Grunde einen Fold haben. Geht es rein sind wir selten bis nie Favorit, aber eben auch nicht weit hinten.
Die Rechnungen haben ja auch gezeigt dass man gerade als Raiser mit der Option zu 4-betten nicht zu viel folden darf, das ist grundsätzlich alles korrekt.
3-bets OOP zu callen ist nicht verboten, aber häufig tricky. Und wenn wir 4-betten können wir nicht ausschließlich crap 4-b/folden, sondern müssen auch 4-b/broken. Und das dann lieber mit AK als mit KJo.
Ohne AK werden 3b/4bRanges unsererseits deutlich kleiner und überschaubarer.
Die Frage ist halt, was wir 3-betten wollen? KK+ ist nichtmal 1% und lesbar. Füllen wir den Rest mit pure Bluffs auf und kommen damit auf 5%, folden wir zu 80% auf 4-bets. Shoven wir auf die 4-bet, haben wir immer KK+.
Shoven wir looser, warum dann nicht AK?
Das ist eben auch ein gewisses Gesamtkonzept, AK im Vakuum betrachtet ist immer ein kleiner Grenzfall.
Warum raisen wir auch SCs aus UTG? Ist nicht unbedingt (dicke) +EV, aber unsere Ranges werden eben etwas verwässert. Im Vakuum sind SCs aus UTG eher ein Fold. Auch PPs und andere dominierte Hände runnen da nicht sonderlich gut.
Also doof formuliert: Irgendwas müssen wir aus UTg raisen und die Range darf nicht offen liegen. Und gleiches gilt eben für 3-bets/4-bets.
Aber nochmal: Das bedeutet nicht dass man AK in gewissen Situationen nicht callen kann!