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Blinddefense mit eroticjesus und fallout86

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Coach
FaLLout86
Beigetreten: 22.02.2005
Oldschool Grinder

Denke du hast es schon ganz gut erklärt ich würde es genauso verstehen.

Würde R auch immer auf die komplette Range und nicht nur auf den schwachen Teil beziehen. Ich verstehe natürlich die Frage wenn weake range vs. weake Range wieso haben wir dann einen schlechteren Realisierungsfaktor?

Aber wir callen ja nur mehr Preflop aufgrund Rangeweite und Odds.
Je weniger wir defenden um so stärker unsere Range und je kleiner die Range um so mehr Hände können wir davon auch am Flop defenden.

Die schwächsten Teile der Range vs. 40% sind immer noch starke Hände die in sich gut spielen.
Gegen 70% Range ist das schon ganz anders. Mit 84s wird man eben doch massive Probleme haben häufig seine Equity zu realisieren.

Da die Hände gegen die 40% Range im Schnitt viel stärker sind kommen wir mit vielen Händen auch besser zum SD und können so besser unsere Equity realisieren. Je schwächer unsere Range ist und davon die schwächsten Hände um so schwieriger wird dieses Spiel allerdings.

Gruß FaLLi


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deluxeodelic
Beigetreten: 09.11.2007
BlackMember

thx für eure antworten!
bin mir aber noch immer nicht sicher ob das so ist wie von euch beschrieben.
Ich habe auch gedacht, dass man mit einer stärkeren Range mehrere Optionen hat um seine Equity zu realsieren und auch öfter zum Showdown kommt und das stimmt ja, aber die starke Range muss das auch viel öfter leisten als eine schwächere Range, um den selben bzw. höheren R zu erreichen, weil sie eben mehr Equity hat.
Beispiel: vs eine 40% Range hätte ATo 58% und 72s 33% Equity. Wir wollen für beide einen Realisierungsfaktor von 100 --> ATo darf sich postflop nicht viele Fehler erlauben um seine 58% zu 100% zu realisieren, während 72s nur die 33% Equity hat.
Vielleicht stehe ich aber auch komplett auf der Leitung - lange Rede, kurzer Sinn:
Realisiert eine weake Hand leichter ihre niedere Equity als eine starke Hand?


Antwort
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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Nein, realisiert sie nicht. Nochmal, wir reden womöglich aneinander vorbei, wir haben den R auf die gesamte Range bezogen, wenn man es richtig angeht, müsste man das R aber pro Hand bzw. pro Kategorie berechnen.

Vergleichen wir ATo und 72s mal genauer. ATo macht gute TPs und ist auf vielen Boards gut vorn, meistens ist es eine Hand, mit der wir Bluffcatchen oder TP Tx aggressiv spielen um Equity zu verweigern. ATo ist ziemlich weit oben angesiedelt in unserer Callingrange und wir werden hiermit womöglich mehr als 75% Equity realisieren. 72s folden wir ja ohnehin, aber nehmen wir an, wir ziehen einen call in Betracht. Was kann die Hand? Sie macht weake Flushdraws und weake TPs. Wir müssen oft im Laufe der Hand folden, werden oft dominiert und müssen daher unsere Equity stärker anpassen und realisieren womöglich weit weniger als 75% Equity. Ein anderes Beispiel wäre 78s, ich weiß es nicht mehr genau, aber wir sollten hier aufgrund der angepassten Equity schon folden, aber schaut man sich die Hand genauer an, sieht man, sie ist suited, sie ist connected, es gibt viele Boards auf denen wir gut Semibluffen können, wir können oftmals Equity spiken, gegen einige Teile Villains Range sind auch unsere Pairs stärker. Man kann also annehmen, dass R > 0,75 ist und wir sollten daher callen. Nehmen wir hingegen A7o, obv stärker als 87s, haben wir damit aber mehr Probleme als mit ATo. TP mit der 7 ist auf jedem Board gefährdet, auf A high haben wir immerhin einen guten Bluffcatcher, aber viel Spielraum haben wir mit der Hand nicht. Mit Highcardvalue + wir sind vs. Range vorn, wiegt es die Nachteile imo soweit auf, das eine Hand wie A7o den R ganz gut trifft. A7o realsiert seine Equity also nicht ganz so gut, wie 87s, obwohl die Hand stärker ist.

Wir können also nie wirklich pauschal sagen, dass eine schwächere Hand auch ihre schwächere Equity besser realisiert.


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HkFui
Beigetreten: 13.12.2010
Oldschool Grinder

Großartiger Content. Ich hoffe ihr macht nach BU vs. BB mit BU vs. SB weiter :f_drink:


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Ruslan89
Beigetreten: 10.01.2008
PokerStrategist

Jo finde ich auch, aber könntet ihr ggf. nochmal auf die Komments eingehen: http://de.pokerstrategy.com/video/35169/


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Coach
FaLLout86
Beigetreten: 22.02.2005
Oldschool Grinder

Original von Ruslan89
Jo finde ich auch, aber könntet ihr ggf. nochmal auf die Komments eingehen: http://de.pokerstrategy.com/video/35169//blockquote >

Machen wir natürlich.
Über die Feiertage bin ich fast nur zum Grinden am PC, deshalb der Delay.

Gruß FaLLi :)


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chopfi
Beigetreten: 06.02.2008
Elite Grinder

Habe noch eine Frage zum ersten Video bezüglich des Realisierungsfaktors. Ihr schätzt ihn ja einfach aus "Erfahrung" nur leider habe ich diese Erfahrung nicht.
Ich wollte ich mir nach der gleichen Methode eine Callingrange basteln für BB vs SB.

Aber was für einen Realisierungsfaktor kann man sich IP geben wenn:
i) SB 30% stealt (3bb)
ii) BB 75% stealt (2.5bb)

Da ich mit dem ersten Video dieser Reihe das erste mal von diesem Realisierungsfaktor gehört habe, kann ich leider noch nicht abschätzen, wie er etwa ist. Aber nach meiner Überlegung sollte er sicher höher sein als wenn wir OOP sind, da man ja Equity IP viel besser realisieren kann. Zudem ist es ja auch abhängig davon, wie oft Villain cbettet und ob wir eine Edge sehen oder gar c/f Leak etc.

Versuche deshalb einfach mal Zahlen in den Raum zu werfen, ohne gross Ahnung davon zu haben.

a) 100% gegen gleichstarken Villain
b) 80% gegen uns überlegenen Villain
c) 120% gegen schlechteren Villain

Zu hoch zu tief?

Könnt mir auch gerne Videos/Links posten, welche mehr auf diesen "Realisierungsfaktor" eingehen, da ich gerne mehr darüber lesen/erfahren würde.


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onese7en
Beigetreten: 19.12.2010
Oldschool Grinder

Gibt ein Video von alderfalder dazu. "How to Equityrealisierung" heißt das, glaube ich. Vielleicht hilft es dir ja weiter ;)


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KTU
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

starker Thread :)


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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

@chopfi: BBvsSB ist ne ganz andere Geschichte, dehalb kurz, weils nicht zum Vid direkt gehört:

Vorteile: du closed die Action, du bekommst gute Odds, gegen 2,5bb sehr gute odds

Nachteile: Da es keinen Sinn macht stark zu flatten, ist Villain uncapped, du bist capped, aber das ist nicht weiter wild, die Vorteile sollten das kompensieren, so würde ich annehmen, dass du mit playable Hände um die 100% haben solltest, bei grenzwertigen Händen, solltest du mit 80-90% rechnen, unabhängig vom Villains Skill, es kommt nur auf die Weite der Range an, aber dazu hast du ja gesehen, wie ich da ran gehe.

Gegen einen 75% Steal mit 2,5bb wirst du schnell merken, dass du so ziemlich alles defenden solltest gegen diesen Villain, ich würde absoluten Crap, der mathematisch +EV ist (93o bspw) einfach folden, weil ich nicht denke, dass wir damit wirklich 90% unserer Equity realisieren, ab 95o wird es imo aber schon ein call.


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jfuechsl
Beigetreten: 14.01.2006
Oldschool Grinder

Wird eigentlich der Spot SB vs. BTN auch noch behandelt. Mich wuerde interessieren wie man eine lineare 3Bet only Strategie im SB erarbeitet.


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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Wird Preflop von mir im nächsten Vid abgehandelt, Postflop denn wieder von Fallout ;)


Antwort
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jfuechsl
Beigetreten: 14.01.2006
Oldschool Grinder

Cool! :)


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chopfi
Beigetreten: 06.02.2008
Elite Grinder

Vielen Dank für die schnelle Antwort und den Videohinweis. Echt starke Videoreihe bis jetzt :f_thumbsup:


Antwort
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Zenetti
Beigetreten: 22.05.2006
Oldschool Grinder

Das ist die Videoreihe, auf die ich immer schon gewartet habe. Werde mich damit wohl erstmal die nächsten Tage beschäftigen. Drei meines Erachtens wichtige Gesichtspunkte gleich vorne weg:
1) Bei der Entwicklung eines Standardspielplans zur Verteidigung seines Big Blinds ist es m.E. nicht zielführend, Anregungen wie eine 3Bet mit schwachen suited Assen oder Babypaaren zu streuen. Alle diese Hände müssten wir auf eine 4Bet folden (oder Bluffshoven, und das ist gerade nach einem gegnerischen Minopenraise und einer entsprechenden 4Bet auf z.B. 20 BB hochspekulativ und selten profitabel). Auf der anderen Seite fehlen sie schmerzlich in der Callingrange: Die Babypaare, um auf jedem Board entsprechende Sets repräsentieren zu können und aggressive 3Barreller nach Hit maximal abzustrafen. Die suited Asse, da sie neben ihrem genuinen SDV gerade postflop auf vielen Flops hervorragende taktische Möglichkeiten bieten (jeden BDF könnten wir z.B. am Flop passiv callen und anschliessend je nach Turnkarte ggf. donken, callen oder sogar semibluff checkraisen)
2) Bei der Bestimmung der benötigten Equity für einen Call gegen ein Minraise ist euch ein handwerklicher Fehler unterlaufen: Da die Odds nicht 22%, sondern 22.22% betragen, liegt die benötigte Equity für einen Call bei dem von Euch veranschlagtem Realisierungsfaktor von 0.6 nicht bei 36%, sondern bei 37% (bitte überprüfen). Kleine Veränderung, große Wirkung: Sowohl gegen eine 40%, als auch gegen eine 50% Minraiserange werden durch diesen einen Prozentpunkt mehr benötigter Equity sage und schreibe 72 Kombis weniger profitabel callbar
3) Dieser flüchtige Rechenfehler von Punkt zwei weist bereits auf meinen Hauptkritikpunkt an Eurem faszinierendem Versuch, Callingranges mathematisch zu bestimmen. Der Ausgangspunkt für alle Berechnungen der benötigten Equity besteht aus höchst unpräzisen Schätzungen. So veranschlagt ihr z.B. für die tightere Callingrange vs ein 3BB Openraise einen Realisierungsfaktor von 0.75 und errechnet daraus eine benötigte Equity von 41%. Läge der Realisierungsfaktor nur minimal höher bei 0.8 betrüge die benötigte Equity nur noch 38.5% (bitte überprüfen). Läge der Realisierungsfaktor nur minimal niedriger bei 0.7 betrüge die benötigte Equity dagegen bereits sage und schreibe 44%...


Antwort
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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Hey Zenetti,

ich versuche mal ein paar passende Antworten zu geben:

zu1) Es geht darum maxEV zu spielen. Kleine Paare, okay, wir haben sie nicht um jedes Board abzudecken. Who cares? Unsere gesamte Strategie gegen minopen beruht auf guter odds. Bei guten Odds müssen wir uns nie wirklich Gedanken über Boardcoverage und balanced Ranges machen. Warum? Weil Villain das größere Investment macht. Wenn Villain sein Investment aber ständig +EV ist, weil Autoprofit, dann haben wir ein Problem. Callen wir viel, mit guter Handselection, dann wird sein Profit enorm gemindert und sein reiner Steal wird unprofitibel. Wir können und müssen also ohnehin viel x/f, wir bekommen preflop die guten Odds und closen die Action. Wir sollten also daher darauf achten, dass wir nicht so viele x/f-Hände in der Range haben. Kleine Pockets sind eben genau das. Imo x/f wir damit zu oft, dass es irgendwie kompensiert wird, dass wir damit mal ein Set ausbezahlt bekommen, zumal die Ranges weit sind und wir kaum großen Payoff bekommen. Ob man sie nun 3betten oder callen sollte, darüber kann man natürlich streiten. Mein Argument für 3bet: Wir performen ganz gut gegen Villain seine callingrange, die weiter sein sollte als eine 4bet-Range. Ist die 4bet-Range zu weit, dann können wir eben diese deutlich +EV auch gegen eine kleine 4bet shoven.

Suited Ax: Nehmen wir an du hast A5s und callst, Villain hat auch A5s, es kommt K72r, Villain bettet, du foldest. Nehmen wir an du hast A5s und Villain auch, du 3bettest, er called, es kommt K72r, du bettest er foldet. Welches outcome ist longterm besser? Wir wasten imo Equity, wenn wir nur callen damit, das gilt auch für kleine Pockets imo. Backdoorflushdraws und Hände zum manövrieren haben wir ohnehin genug in der Range, viele davon sollte man imo auch wirklich nicht 3betten, weil nicht sinnvoll. Ein Fold auf eine 3bet ist immer gut und weite Ranges folden eben mehr, bzw. sollten mehr folden. Als ich das Vid gemacht habe, war ich auch noch eher der Meinung, das alles callen zu müssen. Ist aber Schwachsinn imo, weil der Profit durch 3bets auf Lowstakes > call ist.

Imo performen die Hände im 3bet Pot einfach besser als im Singleraised Pot, hauptsächlich wollen wir aber folds preflop sehen. 3betten wir 22 dann foldet Villain so gut wie immer sehr gute Equity, 3betten wir Axs dann foldet er auch immer signifikante Equity, weiterhin spielen sich die Hände gut in 3bet Pots. Gegen 4bets ist es eben auch nicht wirklich schwer. Die meisten Villains haben logischerweise aufgrund ihrer Position eine Strategie, die mehr calls als 4bets beinhaltet. Hier haben wir den Vorteil, dass Villain mit einer mittelstarken Range gegen eine polarisierte Range antreten muss, was auch IP nicht einfach ist.

Äußerungen, wie "hochspekulativ" oder "selten profitabel" drängen mich zu der Aussage: "Liefer Beweise, bevor wir weiter diskutieren."

Zu 2 und 3: Nochmal, R ist eine vage Schätzung, die uns dabei unterstützen soll, vernünftige Ranges mathematisch zu ermitteln. Aus diesen Gründen wird auch der "handwerkliche Fehler" relativiert. Denn ersteinmal stehen wir nie wirklich mit 100% genauem Wissen da, was Villain seine Openraisingrange ist. Sie ergibt sich aus allen Games, die wir mit Villain spielt, jenachdem ob wir ehrlich sind, oder Hände kaufen. Spielen wir nun NL50 FR auf Stars und ein guter Villain hat einen RFI am BU von 80% dann liegt es eben daran, dass er einfach die Nits exploitet. Spielt er nun gegen mich, wird er womöglich weniger openraisen, 60%? 50%? Ich weiß es nicht, von daher, reicht es in diesem Fall möglichst solide Schätzungen zu machen und möglichst solide Hände in eben diese geschätzte Range zu packen.

Erbsen zählen sollte man Preflop nicht aufgrund der Frequenzen, sondern schauen, welche Hände besser in welcher Range performen. Denn Frequenz-Technisch macht man ohnehin Fehler, weil wir erstens niemals den genauen Realisierungsfaktor kennen und zweitens auch Villains Range niemals wirklich genau kennen.

Desweiteren sind das in dem Vid alles Annäherungen und Beispielrechnungen. Verschiebt sich unser R, verschiebt sich unsere Range. Wenn wir also einem 50% Openraise gegenüberstehen und meinen, dass bottom of Range nur 55% der Equity realisiert, weil Villain meinetwegen dazu neigt viele Flops und Turns zu overbetten in hoher Frequenz, dann müssen wir das eben anpassen.

Ich denke das Vid hat einen gesunden Mittelwert für die gängigen Games ergeben. Das mit den suited Axs, sorry, hier hab ich aus dem Nähkästchen geplaudert, das ist hart erarbeiteter Content für umme, wo ich drei mal überlegt habe das zu posten und das hab ich im Vid auch nicht erwähnt. Also kannst du den eben nehmen oder weiter so spielen wie du es für richtig hälst ;)


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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Noch was vergessen, gegen kleine 4bets können wir Axs aufgrund der odds gut callen. Gegen große 4bets haben wir eben einen easy fold, oder shoven, wenn Villain zu oft 4bettet.


Antwort
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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Vladimir 05.01.15, 12:54

#6
Hey, eroticjesus!

Hiermit möchte ich ein paar Userfragen aus der russischen Community zum Vid übermitteln:

1.
" Das Vid hat mir sehr gut gefallen, aber es gibt ein Paar Fragen dazu:
a) Warum soll die 3bet-Range 1:1 gebalanced werden? Wenn z.B. der BB auf 10bb gegen ein 3bb-Open 3bettet, dann riskiert er ja 9bbb bei einer Posize von 4,5bb. Demzufolge geben wir dem Villain die Odds von fast 2:1 zum Callen. D.h. um das mathematisch zu balancen können wir 2 bluffkombos für eine Value-combo haben. Zumal du auch selber sagst , dass die Gegner "nicht optimal" und viel zu viel auf die 3bets folden.
b) Warum in dem Part wo du sagst, dass wir dem BU kein Autoprofit erlauben sollen, erwähnst du nicht den SB, der ja auch mit gewisser Frequency sein Small Blind defenden wird, was dem BB im Prinzip erlaubt tighter zu defenden undn sein Spiel einfacher zu gestalten?"

2.
"Das Video ist interessant, aber woher nimmst fu diese Werte von 60% und 75% für den Realisierungsfaktor? Ich habe grosse Zweifel, dass ich 60% meiner EQ realisieren kann, wenn ich preflop 60% oder 80% OOP defende. Wiederum wenn du sagst, dass wir dann postflop viel check/folden können, sind wir dann nicht super exploitable gegen die Cbets von Gegner der ja dann einfach 100% Cebetten kann und unsere Folds expoloiten?"
- See more at: http://de.pokerstrategy.com/video/35122/#sthash.ktmlszBN.dpuf

Hey Vladimir, viele Antworten gibt es hier schon im Thread.

zu 1.

a) Mal bitte genau mathematisch vorrechnen. Wenn wir mehr bluffen, bekommen wir Probleme mit unserer defense-range vs. 4bets imo, ich kann mich aber auch irren. Egal. Ich denke schon, dass wir hier nicht nur spieltheoretisch, sondern auch auch exploitive aufs Feld unsere 3bet-Range deutlich erweitern können. In dem Vid ging es nur um eine Default-Strategie, die nicht wirklich zu exploiten ist. Wenn man nun aber seine 3bet-Range erweitern will, dann sollte man nicht einfach random bluffs adden, sondern überlegt an die Sache herangehen. Ersteinmal kann man durchaus weiter for Value/Semivalue 3betten, bspw. KQs, 99 usw. Desweiteren performen kleine Pockets schlecht im Singleraised Pot, man foldet mit 22 auf jeden Board was man nicht hittet massive Equity gegen Villains Range, von daher kann man durchaus mit sowas wie 22 3betten. Villain foldet immer Equity und Blocker sind nicht wirklich wichtig bei so weiten Ranges. Aber man kann auch hier drüber streiten. Über Suited Aces hab ich weiter vorn was im Thread geschrieben, auch die kann man reinnehmen. Wenn wir diese Hände in der Range haben, dann hat man auch gute "randomizer" für 5betbluff-shoves (in der ersten Strategie wurde nie wirklich bluff5bettet), oder aber man hat mit suited Ax auch gute Hände, die man gegen lächerlich kleine (aber oft effektive) 4bets callen kann (das geht mit 53s nicht wirklich, man bekommt zwar die odds, aber Equity lässt sich wirklich schwer realisieren). Ich denke weiterhin, so hab ich in dem Vid noch nicht gedacht, dass es durchaus Sinn macht oop mehr zu 3betten als IP, auch im BBvsBU. Man ist schwerer zu spielen und Villains Strategie sollte aufgrund der Posi eher zu calls neigen, deshalb können wir ihn mit unserer polarisierten Range vor schweren Entscheidungen stellen mit seiner mittelstarken Range.

b) Das ist ein guter Punkt, über den ich mir vorher auch den Kopf zerbrochen habe. Man muss die Sache eben so sehen, dass wir unsere Blinds als Einheit betrachten sollten und als Einheit defenden sollten. Den SB müssen wir eben sehr oft folden und unsere Strategie im BB muss das überkompensieren und mit eben dieser vorgestellten Strategie macht man das eben. Sagen wir der Einfachheit halber, Villain hat mit einem ATC-Steal einen Autoprofit, wenn beide Blinds zu 50% folden (mathematisch unkorrekt, aber er reasiert ja Equity bei call). Ich folde meinen SB default zu ca. 85%. Ich muss also den BB weit defenden, damit das erstmal kompensiert wird. Natürlich ist das mathematisch nicht so weit, wie im Vid vorgestellt, aber wir bekommen weiterhin gute Odds und closen die Action und laufen gegen eine weite Range, ich hoffe es ist im Vid klar geworden, dass wir dadurch enorm weit defenden können. Natürlich verschiebt sich der EV nicht wirklich stark, wenn wir tighter spielen, nur wenn wir zu tight spielen. Als Vorbereitung auf höhere Limits ist es aber wichtig Übung darin zu bekommen auch mit grenzwertigen Händen zu defenden, denn dort kämpfen gute BTNs um diese kleinen Edges und es wird unumgänglich viel zu defenden, vor allem passiv. Wenn man sein Spiel einfacher gestalten will, dann ist das schön und gut, hier gebe ich den Tipp, dass man einfach seine eigene Grenze finden sollte und den Teil aus der Range streichen sollte, bei dem einen ziemlich schlecht wird, bei dem Gedanken zu callen, denn bei Grenzhänden ist es so, dass sie irgendwo zwischen -90bb/100 und -100bb/100 kreisen, was natürlich wieder mit hoher Varianz verbunden ist und man muss diese kleine Edge dann auch nicht mitnehmen, vor allem, wenn man Postflop nicht so gut ist. Wer sich postflop unsicher fühlt, der sollte ohnehin schonmal seinen R um 5%-Punkte senken, also anstatt 0,6 eben 0,55 nehmen. Da wären wir glaub ich auch gleich bei der nächsten Frage.

2) Durchforste mal bitte den Thread hier, dort habe ich viel zum Thema R geschrieben, ich möchte keine Fragen zwei mal beantworten. Kurz: Erfahrungwerte. R ist ein Schätzwert und diese Werte kommen an die Grenzhände gut ran.

Ich drücke es aber nochmal wie im Vid aus: Wenn ich eine Grenzhand habe, die sonst 100bb/100 verliert, weil ich immer folde und ich durch einen call -90bb/100 mache (weil ich mal lucky bin, boards kommen, die ich gut Checkraisen kann, etc.), dann verliere ich mit dieser Hand in diesem Spot 10bb/100 weniger als sonst. Das wirkt sich longterm stark auf die "Loserate" im BB aus.

Man sieht also, man muss nicht viel Equity realsieren, die meisten Call-Hände sind perse nicht profitabel, wir verlieren damit ja immer noch, sie werfen aber einen höheren EV ab, aufgrund der Odds, die wir Preflop bekommen, also ganz alte Pokerschule, Basics sozusagen. Daher auch die "hohen" Realisierungwerte. Wir haben ersteinmal eine gewisse Equity gegen Villain seine Range, dann haben wir die entsprechenden odds und 60% zu realisieren ist nicht wirklich viel, denn wir hitten eben auch mal und wir bekommen ja auch mal boards, bei denen unsere perceived-Range besser hittet und wir Villain daran hindern können, seine Equity zu realsieren, ich hoffe das wird im Postflop-Vid klarer.

@super exploitable gegen cbets: Nochmal: Odds + Equity vs. Range + Actionsclose. In einem meiner ersten Pokerbücher habe ich gelesen, wenn ich genau weiß, dass Villain AA hat und wir 100bb deep sind und ich gute Odds bekomme, dann sollte ich alles callen. Hier weiß ich obv nur, dass Villain Range X. Villain macht also ein Investment, wenn er zu weit raised und wir gar keinen Autoprofit zulassen, dann macht er das größere Investment (er 2bb wir nur 1bb) in einem Spot, den er aber nicht sofort gewinnt. Er ist also dazu gezwungen mehr zu attackieren postflop als wir, weil er Preflop das Investment gestartet hat, meist mit der Intention "Steal", der ja keiner mehr ist gegen unsere Strategie. Man kann das auch wieder damit begründen, dass wir ja nicht das Ziel haben mit einer Hand mehr als 0bb/100 zu machen, sondern, weniger als -100bb/100. Nehmen wir an, wir spielen gegen jemanden der 80% den BU raised, wir folden 10x mit T6o, also verlieren wir damit 10bb. Nun callen wir 10x und folden 8x auf eine cbet, raisen einmal die cbet als bluff und einmal for Value und Villain foldet beide male. jetzt haben wir gegen die cbets (sagen wir 3 in 4,5bb) 8x 2bb verloren, also 16bb und 2x4,5bb + 3bb gewonnen. Nehmen wir noch an, dass der Bluff nur 50% funktioniert und wir zu 80% mit unserer Valuehand vorne sind, damit es etwas realsistischer wird: (0,5 x (4,5bb + 3bb)) + 0,8 x (4,5bb + 3bb) = 3,75 + 6 = 9,75, also 16bb - 9,75 = 6,25, wir haben also 6,25bb anstatt 10bb verloren und dabei 80% auf cbets gefoldet. Ich hoffe ich hab hier keinen Rechen oder Denkfehler, weil ich eigentlich schon lange an den Tischen sitzen wollte^^

Es ist natürlich für eine Hand wie T6o eher unrealsisch so viel weniger zu verlieren, aber ich denke an 9bb statt 10bb kommt es gut ran. Was ich damit sagen will, wir sind schlussendlich aufgrund der guten Odds nicht durch cbets exploitbar, weil unser Investment preflop so gering ist, dass es eine Strategie locker rechtfertigt, viel schwache Hände zu callen und dabei nicht auf Balancing zu achten. Klar hat Villain mit der Cbet Autoprofit, aber nicht so viel, dass es seine ganzen Investments wirklich rechtfertigt. Schlimmer wäre es, wenn er 3bb am CO raisen würde, wir den BU callen und Villain mit cbets Autoprofit hätte.

Ich hoffe das kommt verständlich rüber, wenn ich Fehler gemacht habe, bitte einfach schreiben^^


Antwort
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eroticjesus Themenstarter
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Es ist mir doch ein Fehler in der Rechnung unterlaufen. Natürlich verlieren wir ja zu 50% den Betrag unseres Raises, wenn wir bluffen. Also alles falsch^^

Aber egal. Nochmal zu Grenzhänden, wie T6o, man müsste obv tiefgreifende Berechnungen anstellen um das alles zu prüfen. Aber es gibt ja verschiedene Szenarien, in denen wir eben verhindern, dass Villain seine Equity realisiert. Wir können weiterhin viel x/f, das ist weiterhin sehr klar. Aber es gibt ja auch Fälle in denen unsere perceived Range ganz gut hittet, Villain checkt den Flop, wir betten mit unserer air und er foldet zu 80%, oder sowas in die Richtung. In dem Fall foldet Villain oftmals sowas wie 80% Equity mit seiner Hand gegen unsere Hand. Diese Fälle fließen mit ein und deshalb kommen natürlich auch so "hohe" Realisierungsfaktoren zu Stande.

Man könnte nun Daten nehmen, von guten Spielern, die weit defenden und schauen, wie ihre Grenzhände performen, man könnte aber auch viel Berechnungen anstellen um das zu prüfen. Die Daten hab ich leider nicht und grob gerechnet hat CREV für mich ja schon. Aber ich hoffe es ist klar geworden, dass wir durch unser geringes Investment, gemessen an den Odds, eben die Möglichkeit haben zu overfolden und sind somit nicht wirklich exploitable gegen ATC-Bluffs.


Antwort
Zitat
Vladimir
Beigetreten: 05.05.2010
Legacy Member

Hey, eroticjesus,
danke für die ausführlichen Erklärungen.

Der User hat folgendes aud deine Ausführungen geantwortet:

"Sieht nachvollziehbar aus und zumindest mathematisch scheint es, dass es profital für uns ist die weitere Range zu defenden, aber ich möchte trotzdem mal folgendes fragen:

Nach einer gewissen Zeit wird der Gegner ja eine Samplesize auf uns haben und wird sehen, dass wir so weit defenden. Dementsprechend wird er gegen uns nicht nur am Flop Autoprofit machen, sondern auch auf late streets, indem er sehr viel 2nd und 3rd barrelt. Oder, was noch einfacher ist, er wird gegen uns ein wenig tighter openraisen und wir werden dies kaum merken, besonders wenn wir schon Sample auf ihn haben (in dem Fall wird sein OR-Wert nur langsam kleiner werden im HUD) und den Wert OR BUvsHERO BB nicht haben (ich glaube, dass diesen Wert eh nur die wenigsten benutzen). Insbesondere betrifft dies die Zoom-Spieler, denen diese gegnerische Adaption überhaupt nicht auffalen wird, aber der Gegner wiederum wird ziemlich schnelll merken, dass wir sehr weit defenden.

Kurzum:
Ich denke nicht, dass wir gegen thinking Villains, die 50%+ am BU openraisen, so profitabel am BB so viel defenden können und im Endeffekt werden unsere Verluste grösser sein als -100bb\100, besonders im Hinblick auf äussert schwieriges Postflopplay mit so einer schwachen Range OOP."


Antwort
Zitat
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