Ich formulier es mal anders:
Ich kenne einige mittelsolide Spieler, die eigentlich nicht gut genug wären um ihr Limit solide zu schlagen, aber sie tun es dennoch. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass sie wenig bis gar nicht tilten - auch nicht in schlechten Spielphasen - du musst das mal so sehen:
Swings gehören zu Poker dazu, weil es sonst wie Schach wäre und der schlechte Spieler sofort erkennt, dass er keine Chance hat gegen dich (wobei du dir hier auch immer ernsthaft die Frage nach deinem Skill stellen musst - den überschätzen die meisten Spieler nämlich massiv) - dazu gehören Phasen in denen du verhältnismässig zuoft mit deinen starken Händen verlierst (Set over Set, Preflopallins gegen 2 Outer verlieren etc.) und auch Phasen in denen du verhältnismässig zuoft gewinnst (Set over Set, Preflop All Ins mit 2 Outern gewinnen etc.).
Häufig beobachtet man jetzt, dass es in guten Phasen alles dem Skill zuzuschreiben ist und in schlechten Phasen dem "Pech" und genau das ist etwas, dass die meisten davon abhält zu gewinnen langfristig (und ich rede hier nicht von deinen 14k Händen - ich hab schon Breakevenphasen über 60k+ Hände gespielt in denen ich nicht bewusst schlecht gespielt habe).
1. In Downswings MUSST du gut spielen
2. In Upswings MUSST du gut spielen
Ich will das hier gar nicht mit Zahlen unterlegen, weil es eh sinnlos ist (Gesetz der großen Zahlen und so Kram), sondern eher verbal erläutern:
Wenn du in Dowswings GUT spielst, dann minimierst du deine tatsächlichen Verluste, weil du ja tatsächlich pokertechnisch sinnvolle Entscheidungen triffst. Tiltest du während downswingst dann maximierst du deine tatsächlichen Verluste, weil du abgesehen von den varianzbedingten Verlusten noch schlechte Entscheidungen triffst.
Es gibt auch das gegenteilige Phänomen - der Siegesrausch. In Upswingphasen halten sich viele Spieler für unbesiegbar und treffen Entscheidungen, die sie unter objektiven Bedingungen nicht treffen würden, da der EV geringer ist oder sogar negativ. Dies wird im Upswing aber so nicht wahrgenommen, weil man ja gewinnt - das Problem ist, dass man nicht GENUG gewinnt.
Es sind daher zwei Sachen wichtig:
1. Dein Skill überprüfen lassen (von mir aus poste Stats - ich kann sie dir aber wieder erst ab März bewerten, da ich nächsten Monat nicht da bin), tritt einer Lerngruppe bei und kritisiert euch direkt. Es ist unglaublich wie uneinsichtig viele Menschen bei direkter Kritik sind - daher scheitern viele auch beim Pokern, da sie es schlichtweg besser wissen; im Alltag funktioniert das viel zu oft, Poker ist da etwas anders: da muss man nicht nur so tun, sondern man muss es wirklich besser wissen
2. Dein Mindset überprüfen. Es ist wichtig langfristig, dass du möglichst wenig oder möglichst gar nicht tiltest, sondern in jeder Phase absolute Selbstkontrolle über dein Spiel hast - das ist nicht nur auf den Highstakes ein Thema, sondern meiner Meinung nach grade in den Microlimits. (geringe Einsätze, hoher rake, viel monotones gegrinde etc.)
Daher halte ich es persönlich auch für wichtig, dass man aus den Micros rauskommt (und nicht dadurch das man einzahlt, sondern das man Skill + BR aufbaut) und zum interessanten Teil übergehen kann - sei es mit Poker regelmässig Geld zu verdienen oder Poker als sportlichen Wettkampf zu sehen bei dem BR die Mitspielvorrausetzung ist.