Original von irieill
Hallo Paxis, versuche mich gerade an der Einsteigerstrategie und hätte gern mal deine Meinung zu den beiden folgenden Händen gehört. Mich interessiert hier vor allem an welchen Punkten man von der einfachen Einteigerstrategie abweichen kann/sollte und welchen Einfluss die unterschiedlichen Gegnertypen dabei haben.
CO als Hobbyspieler identifiziert weil kein voller Stack und 1 Tisch, sonst keine weiteren Informationen.
Den sehr drawlastigen Flop bette ich 3/4 statt 2/3 um es teurer zu machen. Macht hier gegen 3 Gegner sogar eine Potsize-Bet Sinn um mein Monster maximal zu protecten? Angenommen CO callt, dann wird es für die übrigen Spieler ja immer lukrativer auch zu callen. Den Hobbyspielern ist die Größe doch meist egal, wenn sie den Draw haben, oder wie ist deine Erfahrung?
Da du im unraised Pot bist und gerade mal 4bb drin liegen, solltest du auf jeden Fall Potsize anspielen, ist so auch eine Faustregel im Einsteigerkurs.
In dem speziellen Fall kannst du auch etwas über Pot gehen und 12c betten, aus den von dir genannten Gründen. So bald einer callt wird es für die anderen sehr billig und die meisten Gegner werden ihren Draw trotzdem callen.
Am Turn bewerte ich meine Hand nur noch als Made-Hand und stell mich OOP auf bet/fold mit 2/3 Potsize ein. Macht es Sinn hier dann sogar nur noch 1/2 Pot anzuspielen? Wiederum aus dem Grund dass es für einen Hobbyspieler keinen Unterschied macht, oder liege ich in der Annahme falsch? Sollte ich dennoch weiter groß for Value betten? Ich finde es hier OOP halt extrem schwierig die richitige Entscheidung zu treffen weil ich absolut nicht weiß wo ich jetzt stehe und habe ehrlich gesagt auch Schiss vor dem Raise und damit unnötig viel investiert zu haben.
2/3 Potsize ist korrekt, da ein guter Flushdraw dich auch bei 2/3 Potsize callen wird und das wollen wir ja.
Da der Gegner am Turn nur callt und der K am River nicht wirklich etwas ändert (AQ als Draw trifft noch, fällt aber aufgrund des PF-Limps für mich aus der Range) bewerte ich meine Hand hier sogar etwas stärker als am Turn. Wiederum ist der Plan dennoch bet/fold zu spielen. Diesmal entscheide ich mich für die kleinere 1/2 Pot Betsize aus genanntem Grund von oben. Im Nachhinein stellt sich mir die Frage ob in dieser Sitation die Line check/call mehr Sinn macht um von Bluffs noch was zu bekommen. Ich vermute aber dass das vom Gegnertyp abhängig ist und in diesem Beispiel keinen Sinn macht.
Normalerweise spielt man als Einsteiger nun am River ein Check/Fold, da dich Draws nicht mehr callen werden und jede bessere Hand, also die Straight, auf jeden Fall callen wird.
Als sehr fortschritlicher Spieler kann man hier aber noch mal klein gegen 2Pairs betten. Da hätte ich allerdings noch etwas kleiner als du angespielt für 1/3 Potsize.
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saw flop | saw showdown
MP ($1.57)
CO ($1.93)
Button ($1.28)
SB ($2.03)
Hero (BB) ($2.13)
UTG ($2)
Preflop: Hero ist BB mit 8♥, 8♣
2 folds, CO calls $0.02, Button calls $0.02, SB calls $0.01, Hero checks
Flop: ($0.08) 8♦, 10:diamond:, 7♣ (4 Spieler)
SB checks, Hero bets $0.06, CO calls $0.06, 2 folds
Turn: ($0.20) J♠ (2 Spieler)
Hero bets $0.13, CO calls $0.13
River: ($0.46) K♠ (2 Spieler)
Hero bets $0.22, 1 fold
Gesamt Pot: $0.46 | Rake: $0.02
Bei dieser Hand war der Gegner auch wieder ein vermeintlicher Hobbyspieler weil er nur einen Tisch gespielt hat. Zusätzlich dazu ist mir aufgefallen, dass er häufig openlimpt und viel callt. Für mich eine klassige Callingstation. Bis zum River ziehmlich Standard. Kann/sollte man bis hier her etwas anders machen?
Korrekt gespielt bis zum River, da kann man nichts anders machen, Flop könnte man vielleicht etwas größer betten.
Am River nun aber eine richtig beschissene Karte. Ich hab lange überlegt ob ich hier noch gut bin oder höchstens auf einen Split-Pot callen würde. Welche Hände donkt-pushed eine Callingstation nachdem sie Flop und Turn check/call spielt? Ich habe im Anschluss mit dem Euqilator gespielt und Ihm eine relativ große PF-Callingrange gegeben die sich bis zu seinem Move auf Flush, Straight und Set (Kombos im Spoiler) zusammenschrupft.
Spoiler
33,7h7s,6h6s,6h6c,6s6c,5d5h,5d5s,5h5s,4d4h,4d4s,4h4s,A3s,32s,AdJd,KdJd,AdTd,KdTd,JdTd,Ad9d,Jd9d,Td9d,Ad8d,Jd8d,Td8d,9d8d,8h7h,8s7s,5d4d,4d3d,4h3h,4s3s,Ad2d,8d7h,8d7s,8h7s,8s7h
Da gibt mir der Equilator mit 57% Recht zu meinem call. Muss man zwangsweise die finale Range noch weiter schrumpfen indem man alle Straights mit 3 und alle Sets vernichtet? Ändert sich an der Entscheidung etwas wenn man den reinen Gegnertyp und die Limit-Erfahrung noch mit in seine Erwägungen einbezieht?
Machen die ganzen Rangeüberlegungen in diesem Fall überhaupt Sinn, wenn man am Ende eine Hand gezeigt bekommt die weit außerhalb einer Range liegt die man ohne Reads plausibel annimmt?
Eine Rangeüberlegung macht immer Sinn, ist in diesem Fall aber zu loose gewählt.
Eine Callingstation pusht auf so einen River eben keine "schlechten" Monster, also Sets werden da mit Sicherheit nicht gepusht wenn ein Flush und 1 Card Straights möglich sind.
Ich seh ihn hier noch nicht mal oft die Straight mit der 8 pushen. Würde ihm da fast nur den Flush geben, ab und zu eben die 8 und ab und zu eben 89 und gegen den Flush und 89 liegst du hinten. Ist auf jeden Fall ein Fold für über Potsize.
PokerStars No-Limit Hold'em, $0.02 BB (6 Spieler) - PokerStars Converter Tool from http://de.flopturnriver.com/Hand-Converter.php
saw flop | saw showdown
SB ($2.50)
BB ($2.49)
UTG ($3.02)
Hero (MP) ($2.10)
CO ($2.14)
Button ($3.45)
Preflop: Hero ist MP mit 7♣, 8♣
1 fold, Hero raises to $0.06, CO calls $0.06, Button calls $0.06, 1 fold, BB calls $0.04
Flop: ($0.25) 4♣, 6♦, 5♣ (4 Spieler)
BB checks, Hero bets $0.16, 2 folds, BB calls $0.16
Turn: ($0.57) Q♦ (2 Spieler)
BB checks, Hero bets $0.37, BB calls $0.37
River: ($1.31) 7♦ (2 Spieler)
BB bets $1.90 (All-In), Hero calls $1.51 (All-In)
Gesamt Pot: $4.33 | Rake: $0.15
Danke!