Generell zum Flop Play kann man sagen, dass alles was schlechter ist als Top Two Pair, es nicht wert ist, es nach dem Flop weiterzuspielen. Dabei kommt es natürlich immer auf das Board an, auf die Anzahl der Gegner und wie gut eure Hand ist. Weiters gilt natürlich die Frage ob Preflop erhöht wurde oder nicht, wie aggressiv oder loose eure Gegner sind. Diese Dinge erscheinen einem am Anfang etwas viel, da man zuerst einmal das Board richtig lesen muss und es auch richtig bewerten muss, was gerade bei Omaha am Anfang häufig zu Irritationen führen kann. Vor allem wenn man noch versucht an mehreren Tischen gleichzeitig zu spielen. Mir selbst ist es oft genug in den ersten Tagen passiert dass ich das Board falsch gelesen habe, aufgrund allzu groüer Hektik. Solche Fehler können mitunter fatal sein, wenn man nicht im laufe des Spiels noch erkennt das man sich geirrt hat. Deswegen lohnt es sich bei Omaha IMMER, vielleicht die eine oder andere Sekunde mehr zu investieren um sich das Board genau anzuschauen. Als Anfänger sollte man auüerdem erstmal mit 1-2 Tischen anfangen und sich von Tag zu Tag mit der Anzahl der Tische steigern. Am Flop ergeben sich dann folgende Handkonstellationen:
Trashands: Trashands sind alle Hände die schlechter sind als Top Two Pair. Sie sollten ohne groüe Anstalten einfach gefoldet werden, selbst gegen eine kleine Bet.
Top Two Pair: Top Two pair ist nur sinnvoll aggressiv zu spielen, wenn der Flop NICHT drawlastig ist und man nur gegen wenige Gegner spielt. Wichtig dabei ist dass ihr euer Top Two Pair nicht overplayed. Sprich ihr solltet gegen ein Reraise von einem eurer Gegner unbedingt folden, da ihr nicht einen beträchtlichen Teil eures Stacks damit auf das Spiel setzen wollt.
Auf folgenden Boards könnt ihr eure Top Two Pairs aggressiv spielen:
Eure Hand: Q
J
8
9 :diamond:, Board: Q
J
3
Diese Board ist einfarbig, sowie fast nicht connected, eignet sich als bestens dazu um eine bet zu machen. Ihr solltet hier ¾ Potsize � Potsize raisen, alle anderen Bets werden normalerweise am Flop nicht ernst genommen und von den meisten Gegnern gecallt.
Eure Hand: J
T
3
4
, Board: J
T
7
Dieses Board hingegen ist äuüerst gefährlich. Es liegen sowohl 2 Flush Karten am Board, auüerdem könntet ihr hier schon gegen eine Made Straight mit J-T-9-8-7 zurückliegen, deswegen solltet ihr hier check/fold spielen.
Trips: Bei Trips gilt es 2 Dinge zu beachten,
1. Liegt eine Overcard am Board?
2. Wie gute sind euere Kicker?
Generell sollte man mit Trips Potsize betten, wurde vor euch gebettet, so solltet ihr je nach der Höhe eurer Kicker entscheiden ob es sich lohnt weiterzuspielen.
Eure Hand: K
Q
T
7
, Board 1: T
T
6
Mit dieser Kartenkonstellation könnt ihr sowohl ein Raise vor euch callen, als auch eine Potsize bet machen. Selbst wenn ihr hier hinten liegt hab ihr noch ca. 9 outs auf die beste Hand.
Eure Hand: T
9
8
7
, Board: K
T
T
Bei diesem Board, solltet ihr auf eine Bet vor euch oder von einem Raise hinter euch auf jeden Fall folden, da ihr schon leicht drawing dead seien könntet. Hat vor euch jedoch keiner geraist, kann man hier dennoch eine Potsize Bet machen.
Set: Ein Set ist schon eine wesentlich stärkere Hand als Top Two Pair, ist das Board nicht connected und liegen keine 3 Flushkarten am Board, so ist es fast jedes mal lohnenswert den Flop zu betten. Falls man nicht das Top Set hat und man von einem Gegner ein Reraise bekommt, so sollte man ohne entsprechende reads in einem unraised Pot mit mehreren Gegnern fast immer folden.
Folgende Boards wären dafür geeignet zu betten:
Eure Hand: T
T
8
7 :heart:, Board: T
3
4
, Board: K
T
7
Bei folgenden Boards solltet ihr nicht betten:
Eure Hand: T
T
8
7
, Board: K
Q
T
, Board A
T
5
Bei diesen 2 Boards seit ihr mit groüer Sicherheit schon geschlagen, betten ist hier sinnlos, allenfalls ein Call ist hier bei den richtigen Pot Odds ok.
Straight: Nut Straights sind, sofern keine 3 Karten von der gleichen Farbe am Board liegen immer Push Hände, damit sollte man eigentlich nie slowplayen, es sei den man ist sich sicher das jemand den Flop betten wird, dann kommt ein check-raise in Frage. Second Nut Straights sollte man eigentlich nur unter besonderen Umständen betten, wenn man
1. ein gute Position hat
2. max. 3-4 Gegner
3. das Board nicht besonders drawheavy ist.
Als Betsize bei Straights gilt IMMER Potsize, alles was darunter liegt ist ein Fehler, da man Straights besonders protecten muss.
Beispiel 1, ist eine Nutstraight, Beispiel 2 eine Second Nutstraight
Eure Hand: A :heat: T
9
7
, Board 1: 8
7
6
Eure Hand: K
9
7
6
, Board 2: Q
J
T
Flush:
Mit einem Nutflush, sollte man IMMER Potsize betten, ein check-raise bietet sich bei einem Flush eigentlich nicht an, da kaum jemand mit einem niedrigeren Flush bettet und wen jemand bettet, dann wird er nach dem check-raise mit groüer Wahrscheinlichkeit die Hand aufgeben.
Mit dem 2nd Nutflush lohnt sich sehr oft auch noch eine Bet am Flop, gegen ein Raise müsst ihr natürlich folden.
Alle niedrigeren Flushs würde ich nicht betten, es sei denn, man hat nur 1-2 Gegner, da lohnt es sich oft auch mit 3rd und 4th Nutlflush zu betten.
Full House: Habt ihr das Glück ein Full House zu floppen, so solltet ihr euch nicht zurücklehnen und wie in Texas Holdem es slowplayen, dies ist bis auf eine Situation IMMER falsch bzw zu riskant. Zu unterscheiden gilt natürlich ob ihr das Nut Fullhouse habt oder das Second Nut Fullhouse. In beiden fällen solltet ihr entweder gegen viele Gegner ein check-raise versuchen, wenn ihr glaubt, dass jemand betten wird oder ihr spielt straight forward und bettet potsize.
Eure Hand: T
9
8
4
, Board: T
9
9
Dieses Full House, sollte man sehr offensiv spielen, da eine Freecard am Turn tödlich seien kann, besonders wenn jemand eine 9 auf der Hand hält und hohe Kicker Karten hat (z.b AKQ), kann man sehr leicht an Turn oder River geschlagen werden. Deshalb ist es ratsam dieses Fullhouse straight forward zu spielen und nicht unbedingt auf ein check-raise zu warten (es sei den man hat spezielle Reads)
Eure Hand: K
Q
T
T
, Board: T
9
9
Mit dieser Hand könntet ihre gegen mehrere Gegner ein check-raise versuchen, selbstverständlich geht hier auch ein Potsizebet, je nachdem was ihr glaubt das besser ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einer wenn nicht 2 eurer Gegner eine 9 halten und mitgehen oder gar euch raisen. Diese Board Konstellation bringt normalerweise sehr viel Value, weil die Gegner ihre trips oft overplayen.
Eure Hand: A
A
7
6 :heart:, Board: A♠ 8
8
Dieses Board ist das einzige, welches geeignet ist um slow zu playen mit einem Full House, da einem hier ohnehin nur mehr 88 schlagen kann, deswegen eignet sich dies Board als einziges um slow zu playen und die Gegner in eine Falle zu locken.
4 of a kind: Wenn ihr das Glück habt 4 gleiche Karten zu floppen (was bei Omaha nicht besonders selten vorkommt), dann gibt es nur eine Frage: Wie bekomm ich am meisten Geld in den Pot? Diese ist die einzige Frage die man sich eigentlich stellen muss. Aus meiner Erfahrung heraus sollte man mit diesem Monster slowplayen und hoffen das jemand an Flop, Turn oder River ein dickes Fullhouse floppt und man ihn in die Falle locken kann! Anders als bei Holdem, werden diese Monsterhände oft sehr gut ausbezahlt, wenn man sie richtig spielt!
Straight: Straightdraws sind die häufigsten Draws in Omaha. Wobei Straightdraw nicht gleich Straightdraw ist. Mit dem schlechtesten Straightdraw hat man nur 3 sichere Outs mit dem besten Straightdraw hat man 20!!! outs. Wobei man den 20 Out Straightdraw schon als Made Hand sehen kann, da er sich bis zum River mit 70%iger Wahrscheinlickeit materialisieren lässt. Folgende Straighdrawrankings gibt es:
3 Outs: Eure Hand: K
Q
6
5
, Board: A
8
7
Ihr habt hier nur 3 sichere Outs, nämlich drei 4rer, da ihr die 4 und alle 9 diskontieren müsst, da sich euch nicht die Nutstraight machen.
6 Outs: Eure Hand: K
Q
6
5
, Board: A
4
3
Da ihr hier sowohl die 7 als auch die 2, diskontieren müsst kommt ihr hier auf 6 Outs.
8 Outs: Eure Hand: K
Q
6
5
, Board: A
4
3
9 Outs: Eure Hand: K
Q
J
4
, Board: T
9
5
Hier machen euch zwei K, zwei D, zwei J und drei 8 eine straight, ihr müsst insgesamt 4 karten Diskontieren jeweils K,Q,J,8 in .
13 Outs: Eure Hand: K
Q
J
4
, Board: T
9
5
Eure Hand: Q
J
8
3
, Board: T
9
2
Bei der 2ten Hand müsst ihr wieder 4 Outs diskontieren, da diese ansonsten eine Flushmöglichkeit am Board geben.
15 Outs: Eure Hand: A
K
T
9
, Board: Q
J
3
Ihr müsste von euren 20 Outs, 5 diskontieren, da diese eine Flushmöglichkeit auf dem Board zu lassen.
17 Outs: Eure Hand: Q
J
8
3
, Board: T
9
2
hierbei müsst ihr aber bedenken, dass die 2 Q und die 2 J euch nicht die Nuthandbescheren, deswegen solltet ihr diesen Draw schon sehr offensiv spielen, um nur gegen 1-2 Gegner nach dem Flop weiterzuspielen, wenn ihr z.b Heads Up nach dem Flop seit, könnt ihr diese als volle Outs rechnen.
20 Outs: Eure Hand: Q
J
8
7
, Board: T
9
3
Diese Hand kann man schon als Made Hand bezeichnen, das sie derartig stark ist, hier braucht man nicht mehr auf Outs und Odds zu achten, mit dieser Hand möchte man nur mehr möglichst viel Geld in den Pot bekommen.
Flush: Wenn ihr auf einen Flush drawt müsst ihr IMMER einige Dinge beachten:
1. Drawt NIE auf die Second Nuts! (sprich mit einem K high Flushdraw oder niedriger)
2. Ihr hab am Flop maximal 8 Outs
3. Ein Flushdraw ist wertlos, wenn das Board am Flop gepairt ist.
Bedenkt auüerdem immer das wenn sich der Flush am Turn nicht materialisiert, ihr nur mehr 7 Outs habt und eure Implied Odds am River sehr begrenzt sind, besonders je höher das Limit ist das ihr spielt, da man oft nicht einmal mehr eine halbe Potsize von einem Gegner erwarten kann.
Straightflushmöglichkeiten: Zu dieser Kategorie zähle ich alle kombinierten Flush und Straight Möglichkeiten. Auch hier gilt je mehr Outs ihr habt desto offensiver könnt ihr euren Draw spielen, klassische Beispiel für solche Draws sind:
Eure Hand: A
K
8
7
, Board: Q
J
3
-> 12 Outs
Eure Hand: K
Q
3
4
, Board: J
T
2 -> 8 Outs
Eure Hand: A
Q
J
T :heart:, Board: 9
8
3
-> 18 Outs
Zu unterscheiden gelten hier 2 Szenarien:
1. Ihr wart der Preflopagressor
2. Ihr habt ein Preflopraise gecallt.
Für beide Szenarien gilt, wenn mehr als 3 Gegner den Flop sehen, agiert ihr genauso wie bei einer Limp Runde. Bei wenigeren Gegnern könnt ihr eure Made Hands wie Top Two Pair deutlich aufwerten bzw ist diese Hand unter Umständen eine gute Raising Hand. Achtet bei diesen Flops insbesondere auf Highcards, je mehr High Cards am Board liegen, desto schlechter ist meistens der Flop für euch, da viele Gegner dazu neigen Pair Karten wie AA,KK, QQ zu spielen, oft mit sehr schlechten Beikarten. Anders als bei Holdem, müsst ihr wenn ihr der Preflop Agressor ward nicht das Contibet machen. Ich würde sogar sagen, dass es bei Omaha diese Bet eigentlich kaum gibt. Bei Omaha sind Bets fast immer Valuebets bzw wenn man sich auf einem Board als Favorit sieht. Macht ihr ein �Contibet�, so sollte dieses fast immer Potsize sein. Alle anderen Betarten, werden von euren Gegner nicht ernst genommen und als Stealversuch gedeutet.
Zu guter letzt möchte ich euch noch 2 Statistiken an den Kopf werfen. Die eine zeigt euch die 30 Top Omaha Starhände und in der andere wird erklärt zu wie viel Prozent sich bestimmte Outs bis zum River materialisieren lassen . Ihr braucht das ganze natürlich nicht auswendig zu wissen. Man kann sich entweder diese Liste nebenbei hinlegen oder man wendet eine einfach Kopfrechnung an um die Wahrscheinlichkeiten an Turn und River auszurechnen, dabei multipliziert man einfach die Anzahl der Outs mal 2 (z.b von Flop auf Turn oder von Turn auf River) oder mal 4 (von Flop bis River)
sprich bei 6 Outs ist die Wahrscheinlichkeit am Turn 12 % und bis zum River 24 %, dass sich ein Draw materialisieren lässt. Hier nun aber die Statistik:
Outs Wahrscheinlichkeit
4 17%
5 21%
6 25%
7 29%
8 33%
9 36%
10 40%
11 43%
12 47%
13 50%
14 53%
15 56%
16 59%
17 62%
18 65%
19 67%
20 70%
Die Top 30 Omaha Starthände
1 A-A-K-K double suited
2 A-A-J-T double suited
3 A-A-Q-Q double suited
4 A-A-J-J double suited
5 A-A-T-T double suited
6 A-A-9-9 double suited
7 A-A-x-x double suited
8 J-T-9-8 double suited
9 K-K-Q-Q double suited
10 K-K-J-J double suited
11 K-Q-J-T double suited
12 K-K-T-T double suited
13 K-K-A-Q double suited
14 K-K-A-J double suited
15 K-K-A-T double suited
16 K-K-Q-J double suited
17 K-K-Q-T double suited
18 K-K-J-T double suited
19 Q-Q-J-J double suited
20 Q-Q-T-T double suited
21 Q-Q-A-K double suited
22 Q-Q-A-J double suited
23 Q-Q-A-T double suited
24 Q-Q-K-J double suited
25 Q-Q-K-T double suited
26 Q-Q-J-T double suited
27 Q-Q-J-9 double suited
28 Q-Q-9-9 double suited
29 J-J-T-T double suited
30 J-J-T-9 double suited
Literatur: Daniel Negreanus Omaha Einsteigerartikel