Eigentlich wollte ich im folgenden Thread nur lesen, und mich selbst zurückhalten. Allerdings muss ich zu einigen Dingen Kommentare schreiben, insbesondere zu Misverständnissen.
Original von phizza
...einen guten edge zu haben.
und auf der anderen seite behauptest du, dein edge hätte keine chance gegen den rake usw...
Das waren zwei verschiedene Dinge. Mir ging es beim Rake darum, dass man riesige Abhandlungen darüber finden kann, wie man TAG vs TAG noch ein Prozentchen Edge rausholen kann. Daher auch das Coinflip-Beispiel.
Original von phizza
auf jeden fall hast du bewiesen, dass du pokern kannst. das zeigt dein gewinn von über 40k, der sicherlich nicht nur aus boni besteht!
Da hast du dich wohl verlesen/verrechnet. Ein Zehntel davon trifft es eher.
Original von Rakle
Wie wäre es du würdest coachings anbieten oder prof Handbewerter werden?
.
Wer nimmt schon jemanden als Coach, bei dem es nach diesem Post nicht gesichert bzw. sogar "unwahrscheinlich" ist, dass er erfolgreich spielen kann? Trotzdem gut gemeinter Ratschlag, danke.
Original von CaptainAhab
Ich glaube du hast dich zu sehr unter Druck gesetzt. Motto: Ich muss jetzt gewinnen. Warum das so war, weiß ich natürlich nicht.
Wenn man übermäßig ehrgeizig ist wie ich, möchte man natürlich auch etwas erreichen - wenn möglich, schnell. Das dürfte aber dem größten Teil des Forums auch nicht anders gehen - wer spielt schon gern n halbes Jahr umsonst etc.? Ich frage mich, wie sich der Ehrgeiz negativ auf mein Spiel ausgewirkt haben könnte.
Original von Maldehyde
Nach 10 Monaten Poker von sich selbst als Longterm-Spieler zu sprechen finde ich doch arg vermessen.
Was heisst vermessen? Was für ein "longterm" wird denn hier suggeriert? Alles ist Definitionssache. Wieviele Jahre/Millionen Hände muss ich denn spielen, um annehmen zu können, dass die kleine Durchschnittshand annähernd bei ihrem Durchschnitts-EV liegt?
Die Leute glauben ja auch, dass sie ein Limit schlagen, wenn sie in 2 Wochen mit 8ptbb durchgerauscht sind.
Original von Face12
Wenn man ne solide Edge hat (sagen wir mal 5 PTBB / 100), dann sind das auf 100k Hands 100 Stacks die man gewinnen sollte. Das du soviel mehr beats als andere Spieler einsteckst, dass diese 100 Stacks komplett aufgefressen werden ist wesentlich unwarscheinlicher, als dass du diese Egde einfach nicht hast.
Das ist das Standardargument. NATÜRLICH ging mir dasselbe durch den Kopf. Immer. Monatelang. Schließlich wollte man ja weiterkommen, und das Pech zu verfluchen bringt einen nicht weiter. Es MUSS ja am Spiel liegen - die andern schaffens doch auch!
Aber im Endeffekt mache ich mir was vor... die Gegner, gegen die ich die meisten großen Pötte spiele, suche ich mir anhand etwas Tableselection gut aus. Sie gambeln so perfekt schlecht, dass eine Unkenntnis der Regeln ihr Spiel nicht mehr arg beeinflussen würde. In 90% dieser Pötte liege ich bei einem Push haushoch vorne (sehr selten weniger als 66/34), die andern 10% sind Colddecks. Ich schreibe mir alles auf, reflektiere es, um einen Anhaltspunkt für die Gründe zu bekommen.
Ach Face, wenn ich es mir doch nur selbst erklären könnte. Ich WEISS (objektiv), dass ich stark hinter dem EV zurückbleibe, aber es wird einfach nicht besser. Es ändert sich nichts. Ich bin selbst ein Mensch der Mathematik und Logik, und gerade deswegen fällt es mir so schwer, das alles zu akzeptieren. Warum verlor ich laut meinen Statistiken fünfmal so häufig mit set over set als ich gewann? Warum gewann ich von insgesamt 8 deep preflop AA pushs nur 2, und die gegen AK? Warum verlor ich -jeden- Pot über 300BB? Und, besonders wichtig: Warum soll das alles nicht möglich sein? Schließlich handelt es sich um Wahrscheinlichkeiten in einer winzigen Samplesize.
Immer wieder bin ich zu dem Schluß gekommen, dass man gegen den typischen 80/0/0-Ultrafisch eine Edge haben MUSS, solange man nicht rumblufft oder angestrengt tricky spielen will.