Also ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich nun schon FL, BSS und SSS gespielt habe.
FL ganz am Anfang ~50k Hände. Hat mir durchaus sehr viel gebracht was das theoretische denken beim Postflop-Spiel angeht. Jedoch war mir von Anfang an klar, dass FL nichts für mich ist, ich brauche auch eher die Action, die man hat wenn man mal seinen gesamten Stack in die mitte schiebt. In diesen Genuss kommt man FL leider nie, es sei denn man hat es zig mal verpaßt nachzukaufen, was einem nicht passieren sollte
Nach FL hab ich dann mit BSS auf NL5 gespielt, es ging erstmal ganz nett hoch um dann gaaaaaaaaaaaanz eklig runter zu gehen. Ich muß im nachhinein zugeben das es auch an mir lag, ich hab mich einfach zu sicher gefühlt nachdem ich erstmal rund 30 stacks up war. Dann ging es von 250$ erstmal auf 100 runter und die BSS war für mich erstmal gestorben, da ich nicht meine gesamte BR riskieren wollte und ein down von 20 stacks wäre ja nix absolut unsinniges, ist auch schon einigen besseren spielern als mir passiert wie man immer mal wieder ließ, von daher stellte sich die Entscheidung zurück zu FL oder SSS, denn nur dafür reichte die BR noch gut genug.
Meine Entscheidung fiel dann auf die SSS. Ich dachte mir einfach bleib bei NL das gibt dir den "Kick" auch mal deinen gesamten Stack in die mitte zu pushen und spiele SSS. Auch hier ging es erstmal sehr hoch um dann noch tiefer zu rutschen. Da dachte ich mir dann hmmmm du bist echt zu blöd für dieses Spiel. Ich habe Videos geguckt und Strategie gepaukt und auch meine Hände analysiert, um dann einige sehr eklige Leaks festzustellen, nachdem ich diese dann überwunden hatte (ja man glaubt es nicht man kann auch bei SSS fehlentscheidungen treffen :P)
Dann habe ich erstmal eine gesamte Woche damit verbracht meine Leaks abzustellen, habe nicht eine einzige Hand gespielt. Nachdem ich mir dann sicher war nun nahezu immer die richtige Entscheidung zu treffen, habe ich mich wieder an die Tische begeben. Bei meiner Analyse stellte sich dann heraus das es wohl garnicht so das extreme schlechte Spiel war, sondern sicher die eine oder andere Fehlentscheidung auch dazu beigetragen hatte das es down ging, jedoch auch in der Zeit extrem viel Pech dazu kam. Der Netto-Win den ich mit AA und KK hatte war niedriger als der mit AKs und das spricht doch deutlich dafür das ich da viele extreme suckouts bei preflop allins erlitten hatte in der Zeit noch zusätzlich zu den kleinen leaks.
Es stellte sich schnell heraus das die 40$ die ich verloren hatte auch wieder schnell eingefahren waren. Dann hab ich mir geschworen du spielst nun ausdauernd solange dieses eklige limit bis du ne vernünftige Winrate hast. Was natürlich durch ein 20k Hände down schon relativ schwer war. Aber am Ende vom Lied wußte ich das ich nun auch gut genug bin um ein Limit aufzusteigen und mit einer BR von knapp unter 300$ war der wechsel eh lange überfällig aber dieses zwanghafte spielen auf NL10 sollte meine Disziplin schulen und mich dadurch nun auf den höheren Limits vor ekligen Situtationen bewahren.
Diese ganze Historie hat mir einige Dinge gelehrt.
1. LERNEN LERNEN LERNEN, auch die einfachste Strategie ist eine und man kann auch dort fehler machen.
2. Wie man mit Swings umgeht, denn auch ein großer BR Verlust kann schonmal sein ohne das man tatsächlich selber großartig was dafür kann.
3. Disziplin und Ausdauer ein Limit zu schlagen, auch wenn die BR eigentlich schon lange für das nächste reicht.
Ich bin mittlerweile sehr froh über diese gesamten Entscheidungen und auch wie es teilweise bei mir verlaufen ist.
Auf NL10 hatte ich am Ende ne Winrate von ~1,5PTBB / 100 Samplesize rund 130k Hände. Und bin nun vor kurzem auf NL25 umgestiegen.
Auf NL25 hab ich nun die gleiche Winrate wie ich sie nach meiner Arbeit an meinen Leaks hatte (aktuell sogar deutlich höher, aber das ist Varianz und mangelnde Samplesize, hatte die letzten Tage extremes Luck, da mache ich mir nix vor...)
Diese ganze Aktion hat mir einige gebracht und ich denke das ist das wichtigste, dass man sich auch aus solche Tiefs rausarbeitet, denn Spaß hat es mir zeitweise wirklich keinen mehr gemacht, aber der Erfolg ist nun das es mir nun wieder extremen Spaß macht.
Dadurch das ich am Ende auch kaum noch großartig mit Entscheidungen kämpfen mußte sondern das Spiel dann auch wie es immer so "schlechtmachend" bezeichnet wird automatisch ablief (tut es irgendwann bei einem BSS Spieler auch, nur das der 1-2 Entscheidungen mehr zu treffen hat :p) konnte ich dann auch 10-12 Tische spielen. Das Ergebnis war ich wurde mit massig Partypoints belohnt, welche ich immer mal wieder in SNGs investiert hatte aus jux und spaß an der freude. Weil als Q 2500 PPs anzupeilen ist auch mit dem extremen multitablen für nen berufstätigen recht schwer, wäre aber machbar gewesen aber die SNGs waren spaßiger als so ellen lang zu warten und gaben auch ungefähr im schnitt 1$ pro 100 PPs buyin zurück *G*
Seit diesem Jahr bin ich nun KING-Level und bin mächtig stolz darauf es mit NL10 geschafft zu haben. Seit nun ~5k Händen NL25 heißt nun mein Ziel 450$ für den Limit Sprung auf NL50. Wenn ich das erreicht habe werde ich auch mal mich damit beschäftigen auf anderen Sites Bonis zu clearen um meine BR weiter aufzubauen.
Ziel soll irgendwann nach extremem Theorie pauken dann NL SH sein. SSS dient mir aber aktuell sehr gut und auch sehr nett zum BR aufbau, da diese für NL25 SH in keinster Weise MIR reichen würde, bin ein freund von sehr tightem aufstieg, damit man nicht direkt absteigen muß, wenn mal was nicht ganz so toll läuft am anfang wo man sich an alles gewöhnt auf dem neuen limit.
Außerdem ist die SSS eine sehr gute Methode die man im Petto haben sollte, wenn man irgendwann mal mit dem extremen Boni clearen anfängt, denn ich mache mit 12-tabling SSS deutlich mehr PPs auf NL25 als jemand der 4-6 table NL25 SH spielt mit dem unterschied das wenn ich die gleiche BR hab wie er schon NL50 spiele und dann nochmehr Points sammel.
Die Frage vor der ich aktuell also stehe ist soll ich überhaupt irgendwann mal den Umstieg wagen, denn bis ich ihn machen würde vergeht eh noch viel Zeit, da schließlch noch einige Sites von mir beehrt werden müssen *G*
Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick geben wie du es dir vorgestellt hast, nämlich von Erfahrungen mit den unterschiedlichen Strategien.
Winning sind alle wenn man sie beherrscht, die Frage die du dir also stellen mußt ist was macht dir mehr Spaß und welche Ziele hast du... Danach solltest du dann für dich selber deinen Weg gehen.
lg
risinhigh