Zum Forum springen
Poker als Beruf (Jo...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Poker als Beruf (Job kündigen)

59 Beiträge
28 Benutzer
268 Reactions
9,324 Ansichten
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Hallo Forum

Zu mir, ich bin m/28 und spiele seit 5 Jahren (resp. zwei Jahren semiprofessionell) Live CG Poker auf den Limits 5/5 und 5/10.
Habe eine solide BR und spiele seit längerer Zeit mit dem Gedanken meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.
Mit lokalen Pokerpro's habe ich mich auch bereits öfters über mein Vorhaben ausgetauscht und alle sind der Meinung ich solle es tun.
Zur Zeit arbeite ich aber noch als Sachbearbeiter und studiere nebenbei BWL.

Was mich bisher zurückgehalten hat sind folgende Punkte:

- meine Verlobte ist der Meinung ich solle wenn, dann nur das Pensum reduzieren aber weiterhin z.B. 50% arbeiten
Mein Arbeitgeber jedoch, wird mir nur evtl. einen Job im 50% Pensum anbieten können.
- im Febuar 2022 beende ich mein Studium wodurch sich meine Aussichten in der Berufswelt sicherlich verbessern würden - deshalb denke ich, ich könnte ja beides tun und auch im Beruf aufsteigen und "doppelt verdienen". Spiele jedoch zwischen 80-100h Poker im Monat und arbeite dazu noch 90%, nebst berufsbegleitendem Studium.
- Wiedereinstieg in das Berufleben nach z.B. 5 Jahren Vollzeitpokern?
- Sozialversicherungen, Steuern, Erwerb von Eigenheim etc. wie müsste man mit solchen Dingen umgehen?
- Pokern müsste ich aufgrund vom Angebot in der CH, ausschliesslich in der Nacht. Was macht Ihr Pokerpro's am Tag?
(Beschäftigung, Nebenerwerb, Study usw.)

Ich verspüre oft den Drang nach einem selbstbestimmten Leben und erachte es als Privileg meinen Lebensunterhalt selber zu verdienen ohne mich jmd. unterordnen (ausser der Varianz) zu müssen. Andererseits bietet das Berufsleben natürlich einen geregelten Tagesablauf sowie ein gesichertes Einkommen.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Was könnt ihr mir empfehlen? Was sind Eure Erfahrungen?

Bin dankbar für jede Antwort.

Grüsse an die Community
TS


Antwort
Zitat
58 Antworten
mju12
Beigetreten: 18.04.2006
Elite Grinder

Fulltime Pro klingt immer toll, war für mich aber nie eine richtige Erfüllung auf Dauer. Gerade wenn das ganze nur Nachts abläuft.

Bist du aktuell auf dein Gehalt angewiesen oder musst die Berufstätigkeit für dein Studium nachweisen? Willst du im Unternehmen bleiben ? Sonst wäre es wohl ein guter Zeitpunkt dein Vorhaben einfach bis zum Ende des Studium zu testen. Wenn es nicht funktioniert hast du in der Zeit halt einfach nur studiert.

Wie gut läuft eigentlich Live Cash während Corona?


Antwort
Zitat
my5tyle
Beigetreten: 11.11.2008
PokerStrategist

Darf ich nach deine Hourly auf signifikante sample fragen? Hast du Rücklage für 6+Monate?

Ich finde den Plan angestellt zu bleiben (Teilzeit mit evtl nur 30-50%) und damit quasi Semi-Pro zu sein nicht schlecht. Es ist kein harter cut von Job/Studium zu Poker only und hat diverse Vorteile. Nach einer Übergangsphase kannst du das ganze auch nochmal neu evaluieren und ggf. Vollzeit Pro werden.

Semi-Pro Vorteile:
- dein Arbeitgeber zahlt weiter Kranken- und Sozialversicherung, welches du sonst (inkl. dem Arbeitgeberanteil) selbst zahlen müsstest, das kann monatlich einen erheblichen Betrag ausmachen
- Steuerlich kann man leichter argumentieren um erstmal keine Steuern auf Pokergewinne zu zahlen, wenn du Poker only machst mit Gewinnen wird das schwierig... hier im Forum gibts aktuelle Infos zu der Thematik.
- keine Lücke im LL, erleichtert "einstieg" ins volle Berufsleben nach einigen Jahren
- denke Bankdarlehnen kannst Du knicken zum Eigenheim zu kaufen mit Poker only
- weniger Rücklagen benötigt durch regelmäßige einkünfte welche einen Teil der fixkosten decken
- Falls zB. mal Kinder geplant sind, könnte ich mir vorstellen das man mit der gewachsenen Verantwortung auch einen zusätzlichen Bedarf an Sicherheit möchte, welches ebenfalls durch ein Teilzeit Beschäftigungsverhältnis eher vorhanden ist.


Antwort
Zitat
meistermieses
Beigetreten: 31.12.2006
Elite Grinder

Das was my5tyle sagt. Außerdem finde ich es wichtig, dass deine Verlobte auch gut damit leben kann. Teilzeit mit evtl nur 30-50% halte ich für am sinnvollsten, auch aus steuerlichen Gesichtspunkten. Vor allem, wenn du 100% nur abends und nachts arbeitest und deine Verlobte nen normalen Tagesrhyhtmus hat, wie soll das gehen?


Antwort
Zitat
TableShark Themenstarter
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Diese Befürchtung habe ich auch, obwohl ich, wenn ich diesen Versuch Vollzeit zu pokern umsetzen würde, dies nur mit der Bedingung einen gut strukturierten Tagesablauf zu haben, in Angriff nehmen würde. Wofür es dann natürlich auch eine Frage der Disziplin ist, von diesem nicht abzuweichen und tagsüber immer nur "im Bett zu gammeln". Wenn das mein Ergebnis vom Poker als Beruf wäre, würde ich lieber wieder arbeiten gehen, wäre nicht Sinn und Zweck der Sache.

Genau das war auch meine Idee, dass ich bis ans Ende meines Studiums den Versuch starten könnte und dann, wenn es doch keine Erfüllung bringt, wieder ins Berufsleben einsteigen könnte ohne das mein CV schon eine "bedeutende Lücke" hätte. Auf mein Gehalt bin ich nicht wirklich angewiesen, ist natürlich schön das ich davon meine Kosten decken kann und die Gewinne ansparen kann, aber es müsste auch mit den Pokergewinne reichen zudem sind ausreichend Rücklagen vorhanden.

Im Unternehmen bleiben will ich nicht zwingend.

Die Pandemie schränkt natürlich mein Vorhaben auch ein bisschen ein, da diese Ungewissheit da ist, wie lange und ob jetzt wieder langfristig in den Casinos gepokert wird. Aber im Moment scheint es wieder anzuziehen und die Action wird langsam aber sicher wieder besser.
Habe es nicht erwähnt, da man notfalls auf private Games ausweichen könnte.


Antwort
Zitat
DoktorBet
Beigetreten: 03.09.2006
Oldschool Grinder

Original von my5tyle
Darf ich nach deine Hourly auf signifikante sample fragen? Hast du Rücklage für 6+Monate?

Ich finde den Plan angestellt zu bleiben (Teilzeit mit evtl nur 30-50%) und damit quasi Semi-Pro zu sein nicht schlecht. Es ist kein harter cut von Job/Studium zu Poker only und hat diverse Vorteile. Nach einer Übergangsphase kannst du das ganze auch nochmal neu evaluieren und ggf. Vollzeit Pro werden.

Semi-Pro Vorteile:
- dein Arbeitgeber zahlt weiter Kranken- und Sozialversicherung, welches du sonst (inkl. dem Arbeitgeberanteil) selbst zahlen müsstest, das kann monatlich einen erheblichen Betrag ausmachen
- Steuerlich kann man leichter argumentieren um erstmal keine Steuern auf Pokergewinne zu zahlen, wenn du Poker only machst mit Gewinnen wird das schwierig... hier im Forum gibts aktuelle Infos zu der Thematik.
- keine Lücke im LL, erleichtert "einstieg" ins volle Berufsleben nach einigen Jahren
- denke Bankdarlehnen kannst Du knicken zum Eigenheim zu kaufen mit Poker only
- weniger Rücklagen benötigt durch regelmäßige einkünfte welche einen Teil der fixkosten decken
- Falls zB. mal Kinder geplant sind, könnte ich mir vorstellen das man mit der gewachsenen Verantwortung auch einen zusätzlichen Bedarf an Sicherheit möchte, welches ebenfalls durch ein Teilzeit Beschäftigungsverhältnis eher vorhanden ist.

Ich denke, das kann man nur zu 100% unterschreiben.


Antwort
Zitat
TableShark Themenstarter
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Ja darfst du, 60/h auf 1300h (hauptsächlich auf 5/5). Ich fühle mich aber nicht "angekommen" und werde zudem von einem gut-sehr guten Pro privat gecoached. Ich bin mir sicher, dass meine Hourly noch ausbaufähig ist.
Rücklage für 6+Monate ist vorhanden.
________________

Sind alles sehr vernünftige Ratschläge. Vielen Dank dafür!
Diese decken sich auch weitgehend mit meinen eigenen.. nur die Frage bleibt, was tun wenn der Arbeitgeber mir keine Reduktion vom Pensum anbieten kann. Dann werde ich gezwungen sein meinen Job zu kündigen und nach einem anderen Ausschau zu halten. Da ich aber sonst bei meinem Arbeitgeber ziemlich zufrieden bin und dann sicher sehr wählerisch sein werde, wo ich als nächstes arbeiten möchte, könnte dies auch auf eine längere Zeit als Stellensuchender hinauslaufen. Zudem auch nicht jeder Arbeitgeber "Teilzeitfreundlich" ist.

- zum Bankdarlehen, wenn ich also eines Tages Eigenheim erwerben möchte, müsste ich zwingend wieder Erwerbstätig sein. Cool :f_cry:
- Kinder sind auch geplant, aber nicht in nächster Zukunft. Aber auch das ist natürlich ein Punkt den ich mir vor Augen halte und mich frage wie das dann gehen sollte wenn ich nur noch pokern würde.
- meine Verlobte befürchtet natürlich auch, dass wenn ich meinen Job aufgebe um zu pokern, wir "aneinander vorbeileben" aufgrund des ungleichen Rhythmus.

Das ist ein schwieriger Entscheid, auf der einen Seite möchte ich nichts anderes als mich voll auf das Eine fokussieren zu können und unabhängig sein. Auf der anderen Seite sind gewisse Verlustängste da oder Angst vor dieser ungewissen Zukunft.


Antwort
Zitat
Synovate
Beigetreten: 10.12.2008
Poker Player

In jedem Fall würde ich das Studium fertig machen, weil es langfristig einen sehr hohen Nutzen hat einen Studienabschluss zu haben.
Viele Studenten haben ja keinen Nebenberuf oder arbeiten nur sehr wenig, insofern fände ich es nicht schlimm den aktuellen Job zurückzufahren oder aufzugeben, um das mit dem Pokern zu testen.
Allerdings solltest du dir wirklich überlegen, ob du das auch langfristig machen willst. Du lebst relativ parasitär von der Not und Unfähigkeit Spielsüchtiger, die Haus und Hof verzocken und der Beruf hat absolut Null gesellschaftlichen Mehrwert. Die Tätigkeit an sich ist nach einigen Jahren sehr monoton. Du hast regulatorische Risiken, musst privat für KV und andere Versicherungen aufkommen, steuerliche Nachteile ggü. part-time pokern usw. Dazu katastrophale Arbeitszeiten für Familienleben, katastrophales gesellschaftlichen Ansehen usw. Da gibt es schon viel downside aus meiner Sicht.
Wenn du mehr Freiheit willst, dann könntest du auch über eine Selbstständigkeit nach Studienabschluss nachdenken und Planungen in diese Richtung vorantreiben.


Antwort
Zitat
Heinz021
Beigetreten: 27.09.2007
BlackMember

Zumal 60chf/h in der Schweiz wohl eher kaum über avg ist?


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Du klingst sehr besonnen und hast viele gute Punkte angesprochen. Ich sehe nicht, warum das nicht funktionieren sollte. Was ich machen würde:
1. Zeitplan ausarbeiten
2. inoffiziell den Arbeitgeber nach Teilzeit fragen
3. Bank fragen wegen Kredit in den verschiedenen Szenarien fragen. Wenn du fiktive Zukunftsbeispiele mit konkreten Zahlen vorlegst, wird dir denk ich auch geholfen.
4. Steuerberater kontaktieren
5. Bei positiven Rückmeldungen einen 3-18 Monatigen Plan mit konkreten Zielen definieren und semiprofessionell Pokern. Danach entscheiden anhand der erfüllten oder nicht erfüllten Ziele ob, aufhören (Rückkehr zum Vollzeitjob mit Arbeitgeber abklären), weiter semiprofessionell oder sogar Vollzeitpro. Die Entscheidung sollte optimalerweise schon am Anfang der gesamten Planung stattfinden und mit der Frau abgeklärt sein.
optional 6. Vollgas geben, wenn Haus und Kind noch nicht da ist! :)

Studium würde ich auch beenden!
Über Lebenslauf würd ich mir jetzt nicht so viel Gedanken machen. Wenn eine Firma sowas nicht akzeptiert, also nicht sehr weltoffen ist, ist sie sowieso nicht das Richtige.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Du lebst relativ parasitär von der Not und Unfähigkeit Spielsüchtiger, die Haus und Hof verzocken und der Beruf hat absolut Null gesellschaftlichen Mehrwert.

Sorry, aber das kann ich als passionierter Pokerspieler nicht stehen lassen. Das sehe ich etwas anders (wobei nicht ganz so trocken wie ich gleich schreibe), ich verstehe aber wieso andere Leute das nicht so sehen.
- Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und entscheided selber ob er spielen will oder nicht.
- Der gesellschaftliche Mehrwert ist ganz klar Spaß beim pokern.

Im Endeffekt läuft es aber auf die Grundwerte zurück die ein Mensch vertritt. Ich bin, wie OP eher Freund von Freiheit (jeder kann machen was er will). Zuviele Gesetze und Regulierungen (sollte man Poker dann deiner Meinung nach verbieten, wenn es für die Gesellschaft so schlecht ist?) behindern dies. Menschen sollten selber fähig sein zu denken. Du bist dann vermutlich eher ein Freund vom starken Sozialstaat und Bürger beschützen? Sind beides valide Einstellungen mit Stärken und Schwächen.


Antwort
Zitat
Prophili
Beigetreten: 04.01.2009
Elite Grinder

Generell würde ich dir empfehlen einen Steuerberater zu involvieren. Die Verweise auf nen Thread hier im Forum sind zwar schön und gut, aber die Schweizer Rechtsprechung entspricht nicht der Deutschen... Gerade da du "Poker only" in Betracht ziehst, würde ich hier einen Profi involvieren um zu klären, ob dein aktuelles Pensum nicht bereits als "gewerbsmässiges Pokerspiel" qualifiziert und dementsprechend deine Gewinne steuerpflichtig wären. Als Vergleich hierzu, die ESTV klassifiziert den Handel an der Börse von Privatpersonen sehr schnell als "gewerbsmässiger Wertschriftenhandel".

Bzgl. Hypothek: Mal angenommen in 5 Jahren möchtest du ein Haus kaufen/finanzieren lassen und eine Hypothek aufnehmen und hast deine Live Pokergewinne versteuert (da gewerbsmässiges Pokerspiel (steuerlich anerkannte selbstständige Erwerbstätigkeit) sollte es nicht unmöglich sein eine Hypothek zu bekommen, sofern die normalen Relationen (Tragbarkeit) passen. Gerade wenn du einen gewissen Track Record (mehrere Jahre) vorweisen könntest.

Die Opportunitätskosten, gerade bei uns in der Schweiz, sind halt schon sehr hoch. Finanziell wirst du langfristig kaum besser fahren mit live CG in der Schweiz im Vergleich zu einem 100% Job (Nach dem Studium) oder evt. Mischlösungen. Von daher sollte dein "Drang" nach Unabhängigkeit, Spass am Spiel etc. schon sehr hoch sein um die Unsicherheiten etc. aufzuwiegen.


Antwort
Zitat
JBCMaster
Beigetreten: 24.03.2009
BlackMember

Original von TableShark
Hallo Forum

Zu mir, ich bin m/28 und spiele seit 5 Jahren (resp. zwei Jahren semiprofessionell) Live CG Poker auf den Limits 5/5 und 5/10.
Habe eine solide BR und spiele seit längerer Zeit mit dem Gedanken meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.
Mit lokalen Pokerpro's habe ich mich auch bereits öfters über mein Vorhaben ausgetauscht und alle sind der Meinung ich solle es tun.
Zur Zeit arbeite ich aber noch als Sachbearbeiter und studiere nebenbei BWL.

Was mich bisher zurückgehalten hat sind folgende Punkte:

- meine Verlobte ist der Meinung ich solle wenn, dann nur das Pensum reduzieren aber weiterhin z.B. 50% arbeiten
Mein Arbeitgeber jedoch, wird mir nur evtl. einen Job im 50% Pensum anbieten können.
- im Febuar 2022 beende ich mein Studium wodurch sich meine Aussichten in der Berufswelt sicherlich verbessern würden - deshalb denke ich, ich könnte ja beides tun und auch im Beruf aufsteigen und "doppelt verdienen". Spiele jedoch zwischen 80-100h Poker im Monat und arbeite dazu noch 90%, nebst berufsbegleitendem Studium.
- Wiedereinstieg in das Berufleben nach z.B. 5 Jahren Vollzeitpokern?
- Sozialversicherungen, Steuern, Erwerb von Eigenheim etc. wie müsste man mit solchen Dingen umgehen?
- Pokern müsste ich aufgrund vom Angebot in der CH, ausschliesslich in der Nacht. Was macht Ihr Pokerpro's am Tag?
(Beschäftigung, Nebenerwerb, Study usw.)

Ich verspüre oft den Drang nach einem selbstbestimmten Leben und erachte es als Privileg meinen Lebensunterhalt selber zu verdienen ohne mich jmd. unterordnen (ausser der Varianz) zu müssen. Andererseits bietet das Berufsleben natürlich einen geregelten Tagesablauf sowie ein gesichertes Einkommen.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Was könnt ihr mir empfehlen? Was sind Eure Erfahrungen?

Bin dankbar für jede Antwort.

Grüsse an die Community
TS

An deiner Stelle würde ich erstmal ein Polster aufbauen und diesen investieren, sodass deine Grundausgaben durch dein Investment tragfähig werden. Dann lebt sich damit einfacher, wenn mal der Downswing zuschlägt. Ansonsten musst du entscheiden, was dir lieber ist, geregelter Job von morgens bis abends, meistens mit gleichen Leuten im Büro oder eben Abends Poker zu spielen, frei zu sein. Ich kenne auch die beiden Seiten der Medaillie. Es ist schon was feines, wenn du morgens aufstehen kannst, wann du willst oder niemand kann dir Überstunden anordnen.


Antwort
Zitat
Synovate
Beigetreten: 10.12.2008
Poker Player

Original von mnl1337

Du lebst relativ parasitär von der Not und Unfähigkeit Spielsüchtiger, die Haus und Hof verzocken und der Beruf hat absolut Null gesellschaftlichen Mehrwert.

Sorry, aber das kann ich als passionierter Pokerspieler nicht stehen lassen. Das sehe ich etwas anders (wobei nicht ganz so trocken wie ich gleich schreibe), ich verstehe aber wieso andere Leute das nicht so sehen.
- Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und entscheided selber ob er spielen will oder nicht.
- Der gesellschaftliche Mehrwert ist ganz klar Spaß beim pokern.

Im Endeffekt läuft es aber auf die Grundwerte zurück die ein Mensch vertritt. Ich bin, wie OP eher Freund von Freiheit (jeder kann machen was er will). Zuviele Gesetze und Regulierungen (sollte man Poker dann deiner Meinung nach verbieten, wenn es für die Gesellschaft so schlecht ist?) behindern dies. Menschen sollten selber fähig sein zu denken. Du bist dann vermutlich eher ein Freund vom starken Sozialstaat und Bürger beschützen? Sind beides valide Einstellungen mit Stärken und Schwächen.

Also ich glaube, dass Pokerspieler sich gerne einreden, dass ihre Gegner freie Entscheidungen ohne Zwänge treffen. In der Realität ist pathologisches Spielen aber als Krankheit anerkannt und ähnlich wie bei Drogen- oder Alkoholmissbrauch geht das mit einem erheblichen Kontrollverlust einher.
Das wird von Poker-Pros eben sehr zielgerichtet ausgenutzt. Das Geld kommt ja nicht von anderen soliden Regs und eben nur teilweise von normalen Freizeitspielern mit gesundem Spielverhalten. Die größten "Spots", die man zielgerichtet mit Bumhunting jagt oder über die man sich besonders freut, wenn sie im Casino aufkreuzen und bleiben bis ihr Konto leer sind, sind eben Spielsüchtige.
Für mich persönlich ist das absolut kein erstrebenswerter "Beruf", aber das kann man natürlich anders sehen und ich kann auch nachvollziehen, wenn Menschen in Bezug auf ihre Karriere- und Verdienstmöglichkeiten egoistische Entscheidungen treffen und mögliche negative Auswirkungen auf Andere nicht hoch gewichten bei ihrer Entscheidungsfindung.


Antwort
Zitat
JBCMaster
Beigetreten: 24.03.2009
BlackMember

80% der Livepokerspieler (unter anderem Fische) kommen regelmäßig, teilweise sogar über 30 Jahre. Für die meisten ist das ein teueres Hobby und pleite sind nur die wenigsten davon gegangen. Vielmehr sind die meisten von denen pleite gegangen, weil sie nebendran krumme Geschäfte gemacht haben, dann verknackt wurden, ihr Geschäft pleite gegangen ist oder krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage zu spielen waren. Viele von denen wissen auch nicht wohin mit dem Geld. Du wirst selten einen Mittelständer mit durchschnittlichen Gehalt am Pokertisch sehen. Wenn dann kommt er einmal im Jahr und spielt ein Turnier für 100 €. Typisches Kliente: Firmenbesitzer, Spielhallenbsitzer, Restaurantbesitzer, (ex) CEOs, Immobilienbesitzer, Drogenhändler, Puffbesitzer, chinesische/thailändische/vietnamesische Millionäre, Fußballprofis, etc. Neben Pokern eignet sich Live-Poker dazu noch gut ein solides Netzwerk aufzubauen, wenn man gedenkt irgendwann selbst einen Startup zu gründen.


Antwort
Zitat
TableShark Themenstarter
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Danke für die vielen guten Inputs, gerne noch mehr. Werde den Thread sicher noch ein paar Mal durchlesen.

Zum „parasitären Kritikpunkt“ möchte ich anbringen das ich Poker als „Gesellschaftsspiel“ kennengelernt habe und es erst nach 2-3 Jahren zu einem festen Bestandteil in meinem Leben wurde, somit war ich 2-3 selbst ein (zum Glück nicht spielsüchtiger) losing Player.
Und so ist das halt im Leben, die schlechten gehen mit der Zeit, die guten werden besser. Nur das hier in gewissen Fällen eine pathologische Krankheit vorliegt, diese aber nicht das Problem eines Pokerspielers sein kann.
Wenn wir alles auf die Moral nehmen wollen, dann wären so manche Berufe unmoralisch. Sogar solche die ein gutes Ansehen in der Gesellschaft geniessen.

Alle Pokerpros oder winning Player hier kennen den harten Weg bis dorthin. Für mich ist Poker eine Lebensschule und hat mich in der Entscheidungsfindung, auch im Privatleben, stark geprägt.
Keinem Pro wir dieses Können in die Wiege gelegt. Niemand mit einem schlechten Mindset wir jemals fähig sein langfristig an einem Pokertisch zu bestehen. Für mich ist es daher mehr als nur eine Erwerbstätigkeit oder „leicht verdientes Geld“, es ist die tägliche Herausforderung gegen mich selbst, um jeden Tag ein besseres Ich zu erschaffen, was sich dann natürlich im besten Fall auch durch mehr Profit zeigt.

Aber ich selbst spiele täglich mit Pros am selben Tisch von denen ich weiss, dass ich gegen die Verliere. Mein Anreiz ist es hier nicht mehr zu verlieren oder diesen GAP kontinuierlich zu schliessen. Dies sollte Anreiz eines jeden ambitionierten Pokerspielers sein. Und ganz ehrlich, wenn der Spielsüchtige nicht am Pokertisch ist, ist er halt beim Roulette oder sonst wo. Gibt es und wird es immer geben. Alles Leid auf der Welt ist traurig, aber wir alle müssen damit leben und profitieren wenn auch nur indirekt, immer von der Armut resp. schlechter gestellten Mitmenschen.


Antwort
Zitat
TableShark Themenstarter
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Dies kann ich bestätigen oder bin zumindest auch dieser Meinung. Pleite gegangen sind wirklich nur die zwielichtigen Gestalten. Habe bisher auch niemanden kennengelernt der sein Haus verzockt hat, wenn das aus hart erarbeitetem Vermögen erlangt wurde.

Die meisten verlieren natürlich Geld, aber nicht so das die sich selbst den Zutritt zu den Spielbanken verbieten und sich sperren lassen. Das sind eher Roulette- und Automatspieler.


Antwort
Zitat
ubetterfold
Beigetreten: 07.11.2010
PokerStrategist

Ob man etwas tun muss oder will kann einen riesen Unterschied machen.
Ich selbst war vor Jahren mal Semi pro und kam Garnicht gut auf Dauer damit klar.
Es ist schon ne Menge Disziplin vorallem an Tagesablauf etc wichtig.
Mir hat es irgendwann dann auch keinen Spaß mehr gemacht da eben die Pflicht zu spielen da war.
Rate dir auch dazu wie geplant das erstmal anzustesten.
Gl auf jeden Fall


Antwort
Zitat
Heinz021
Beigetreten: 27.09.2007
BlackMember

Original von TableShark

Aber ich selbst spiele täglich mit Pros am selben Tisch von denen ich weiss, dass ich gegen die Verliere. Mein Anreiz ist es hier nicht mehr zu verlieren oder diesen GAP kontinuierlich zu schliessen.

Dann finde ich deine hourly aber sehr stark. 12bb/h gebe ich in normalen line-ups eher dem stärksten Spieler am Tisch. Wie hoch ist der Rake in deinen Stammrunden?


Antwort
Zitat
TableShark Themenstarter
TableShark
Beigetreten: 05.10.2020
Legacy Member

Der Rake ist bei 30 capped, ich würd sagen 2.5-3%.

Die Pros die regelmässig am selben Tisch sitzen sind aber lediglich 1-2 Spieler. Zudem spiele ich meist IP gegen die was meine winrate auf Dauer auch positiv beeinflusst resp. nicht schmälert. Skilltechnisch bin ich wahrscheinlich meistens an zweiter oder dritter Stelle.


Antwort
Zitat
Teilen: