Ich hätte wie Abnoe auch gerne mal Sucht definiert. Wenn ich so manche Beiträge lese, dann ist jeder süchtig, der sehr viel spielt und dabei soziale Kontakte vernachlässigt.
Dann bin ich es auch - und zwar ständig! Und mit immer sich ändernden Beschäftigungen.
Ich durchlaufe stets drei Phasen (so geschehen beim Bergsteigen, Snowboarden und jetzt Poker). Ich lerne etwas kennen und stelle fest, dass es mir Spass macht. Dann will ich darin besser werden. Ist dieser Punkt erreicht, werde ich meist extrem. Das merke ich daran, wenn ich mich stunden- oder tagelang an einem Detail aufhängen kann, was aber höchstens 0,5% der ganzen Aktivität ausmacht (Biwaksack vs. Ein-Mannzelt bei mehrtägigem Anstieg im Bergsport oder Sinn und Unsinn des Floatens in einer bestimmten Situation beim Poker).
Ist dieser Punkt erreicht, befinde ich mich am Ende von Phase I. und genau jetzt muss ich mir unabhängig von der Beschäftigungsart anhören, ich vernachlässige meine Freunde und meine Familie. Und das stimmt auch. Es interessiert mich aber nicht, weil ich so bin, wie ich bin und wem das nicht passt, der muß sich mit mir ja nicht abgeben. Da ich schon immer so war, hat mich meine Frau auch so geheiratet. Und Fakt ist auch, dass ich mich niemals ändern werde, weil ich dann nicht mehr ich und kreuzunglücklich wäre. Folglich finde ich es absolut in Ordnung.
Dann folgt Phase II, in der ich der Beschäftigung überdrüssig werde, einfach weil ich ihr zu exzessiv nachgegangen bin. Hier muß ich mich dann regelrecht zwingen, wenigstens ab und an was zu machen.
Zu guter Letzt kommt dann Phase III, in der ich meinen Weg gefunden habe und die Beschäftigung sinnvoll in mein Leben einbauen konnte. Jetzt zeigt es sich auch, ob mir etwas wertvoll genug ist, um dauerhaft dabeizubleiben.
So geht das jetzt schon seit meiner Teenagerzeit und die ist jetzt 20 Jahre her. So mancher Definition nach bin ich also ein degeneriertes Sucht Wrack? So einfach ist es dann wohl doch nicht.
Zum Pokern bin ich nicht über PS gekommen. Zu PS kam ich gegen Ende von Phase I, weil ich nach etwas gesucht habe, das mich darin unterstützt. Von daher glaube ich kaum, dass PS Sucht in irgendeiner Form fördert. Wenn PS außer Weiterbildung in Sachen Poker überhaupt etwas fördert, dann ist es höchstens schlechtes Benehmen - siehe manche Flames und Beleidigungen