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draghkar
Beigetreten: 16.08.2006
Egozocker
Beigetreten: 26.08.2006

Original von Romeryo
Ich denke da gehts um "meinen" Spam mit meiner voreiligen und unüberlegten Äußerung zum Thema Steuern allgemein^^ Gewissermaßen am Thema vorbei und auch Auslöser für Reaktionen, die weithin auch nix mit dem Thema zu tun haben. Geht schon klar, dass es entfernt wurde.

Zum Thema selbst aber. Da ich jetzt noch nie mit Steuern zu tun hatte und auch beim googlen nicht schlau geworden bin frag ich mal hier, ab wann man denn nun steuerpflichtig ist. Ich mein, wenn ich von 100 Kröten pro Monat leben könnte wäre es doch irgendwo Quatsch diese zu besteuern. Da muss es doch irgend einen Mindestbetrag geben, welcher steuerfrei erwirtschaftet werden kann...oder?
Und jetzt mal angenommen es sind nicht 100, sondern 1000 (was realistischer wäre). Hat da jemand Ahnung?

Nicht dass ich dich persnlich meinen würde, und auch nicht, dass ich deine Frage nicht legitim finden würde, aber wieso bist du der Meinung, dass dein Problem auch nur irgendetwas mit der Fragestellung dieses threads zu tun hätte?


sollte man jetzt möglichst schnell alles auscashen, das man nicht zum spielen braucht, bevor die steuerpflicht offiziell eingeführt wird?

oh sorry, ich wollte nicht auch noch spammen :facepalm:


Maniac81
Beigetreten: 02.08.2006

Naja das Problem mit der Erhebung der Steuern ist aber, dass das FA garnicht weiss wieviel man verdient. Sie müssen einem also glauben, was man angibt.

Man kann z.B:

1) Sich für ein Studium einschreiben und dem FA sagen, dass man Unterhalt von den Eltern bezieht.

2) Sich nen Pseudo 400er Job suchen; dann fragen die auch nicht weiter nach

3) Nur für einen Teil Steuern zahlen und den Rest über die Neteller Karte etc. auscashen für Fixkosten, Investitionen etc.

Also es ist dem FA überhaupt nicht möglich das gesamte Einkommen zu ermitteln. Hinzu kommt auch noch, dass man einen Monat gewinnen und den nächsten verlieren kann. Dann müsste man wenn schon jährlich für Gewinne die Steuern zahlen. Sonst macht das alles wenig Sinn.
Man stelle sich vor, dass man für nen guten Monat viele Steuern gezahlt hat und dann broke geht.

Es ist nur dann möglich, wenn sie von den Pokerräumen Bestätigungen erhalten, wieviel der Spieler gewonnen hat.


Ich will jetzt hier gar nicht sagen ob man nun Steuern zahlen muss oder nicht.. Aber unabhängig von der Pokerthematik kann ich ja nur lachen wenn ich hier manche Postings lese.. WENN das Finanzamt auf euch aufmerksam wird dann seid ihr in der Beweispflicht und nicht umgekehrt..


Original von Romeryo
Eben, finde auch, dass alles auf dem Pokerkonto im Prinzip als Spielgeld behandelt werden sollte. Immerhin bekommt es erst seinen Wert wenn es "in Umlauf" (also auf der Bank) ist.

lol
dann sage ich meinem arbeitgeber er soll mein gehalt gleich auf mein pokerkonto überweisen, aber ohne vorher steuern abzuziehen
weil auf dem poikerkonto isses ja nur spielgeld :facepalm:


Original von brontonase

Original von Romeryo
Eben, finde auch, dass alles auf dem Pokerkonto im Prinzip als Spielgeld behandelt werden sollte. Immerhin bekommt es erst seinen Wert wenn es "in Umlauf" (also auf der Bank) ist.

lol
dann sage ich meinem arbeitgeber er soll mein gehalt gleich auf mein pokerkonto überweisen, aber ohne vorher steuern abzuziehen
weil auf dem poikerkonto isses ja nur spielgeld :facepalm:

wenn ich gewinn aus einer firma habe und investiere den, kann ich diesen auch von der steuer absetzen, wäre nur gerecht wenn das geld aufm pokerkonto als investierung in die eigene firma gesehen wird.


contfold
Beigetreten: 24.09.2007

Original von Cloakroom
Maggy: Warum zahlst Du eigentlich 42% auf Deine gesamten Winnings? Auch Dir müsste doch ein steuerlicher Freibetrag in Höhe von rund 8k zustehen (falls Single) und auch bei Dir müsste die Steuer auf die Gelder darüber progressiv anwachsen, (beginnend mit 14%) oder?

Wer hat Dir das denn mit den 42% gesagt? Das Amt? Der Steuerberater? Oder Du selber?

Interessiert mich auch.

Weiss das Finanzamt, was man mit der MB- oder Netcard abhebt?


Original von contfold

Original von Cloakroom
Maggy: Warum zahlst Du eigentlich 42% auf Deine gesamten Winnings? Auch Dir müsste doch ein steuerlicher Freibetrag in Höhe von rund 8k zustehen (falls Single) und auch bei Dir müsste die Steuer auf die Gelder darüber progressiv anwachsen, (beginnend mit 14%) oder?

Wer hat Dir das denn mit den 42% gesagt? Das Amt? Der Steuerberater? Oder Du selber?

Interessiert mich auch.

Weiss das Finanzamt, was man mit der MB- oder Netcard abhebt?

Das ist einfach bei nem Maßstab von 100k bemessen. Wenn ich ein sehr schwaches Jahr habe und nur 8k mache, zahle ich vermutlich gar nichts. Das ist einfach wo der Spitzensteuersatz anfängt. Und wie gesagt kann man selbst den Satz noch durch Absetzen senken. Aber ich persönlich gehe immer vom worst case aus und freue mich über alles was darüber zusätzlich über ist. So lebt es sich besser imo.


contfold
Beigetreten: 24.09.2007

Du bezahlst aber nur Steuern auf das, was Du wirklich auscasht, richtig?
Wenn Du also ein Jahr 200k machst, casht du trotzdem nur 100k aus, bezahlst 42k Steuern und lässt die restl. 100k auf'm Account?

Kannst Du was zu meiner Frage in Bezug auf MB-/Netcard sagen?


Versteuert vom Onlinepoker wird nur was ich auscashe. So hab ich mich via Steuerberater bisher(!) mit dem FA geeinigt. Die Sache ist ja, solange das Geld auf nem Pokerkonto liegt kann es (selbst 100k) innerhalb von einer Std. wieder verloren werden. Solange ist es sozusagen mein Betriebsvermögen, welches ich immer wieder neu einsetzen muss - als mein Arbeitsmittel.

Man kann natürlich via MB-/Netcard oder auch über Dritte auscashen. Ob und in wie fern das FA das überprüft bzw. überprüfen kann, kann ich dir nicht sagen, da ich es noch nie getan habe und bestimmt nicht versuchen werde. Ich gehe doch nicht den sicheren Weg und lege alles offen, damit ich ruhig schlafen kann, um dann trotzdem Steuerhinterziehung zu betreiben. Auscashen auf diesem Weg ist natürlich erlaubt, aber angeben müsste man es trotzdem. Die Betonung liegt auf müsste. Wenn man was vorbeischleusen will, dann geht imo wohl am besten Cash Game im Inland oder unter 10k auch Ausland. Bargeld ist da immer was anderes, denn selbst MB und Netteller dürften deine Transaktionen ja speichern. Ob sie sowas auf Anfrage offenlegen und das FA es irgendwie rausbekommen kann, steht alles auf einem anderen Blatt. Bargeld ist gemeinhin äußerst schwer zurückzuverfolgen. Ich würde es aber nicht als Bareinzahlung aufs Konto dann einzahlen, sondern eher schön shoppen und feiern gehen ;)


contfold
Beigetreten: 24.09.2007

Verstehe ich das richtig, dass Du mit 'Cashgame inland' die Gewinne im Casino meinst? Dazu muss man live erstmal gewinnen ;

Edit: Vielen Dank schon mal für deinen ausführlichen post!


Egozocker
Beigetreten: 26.08.2006

Original von Maggy28
Versteuert vom Onlinepoker wird nur was ich auscashe. So hab ich mich via Steuerberater bisher(!) mit dem FA geeinigt.

In solchen "Kleinigkeiten" liegt der Vorteil, wenn man sich selbst frühzeitig und aus eigener Initiative mit dem Finanzamt zusammensetzt. Wenn erst mal die Steuerfahndung vor der Tür steht, macht man solche deals nicht mehr. nice hand

Die Sache ist ja, solange das Geld auf nem Pokerkonto liegt kann es (selbst 100k) innerhalb von einer Std. wieder verloren werden. Solange ist es sozusagen mein Betriebsvermögen, welches ich immer wieder neu einsetzen muss - als mein Arbeitsmittel.

Man kann natürlich via MB-/Netcard oder auch über Dritte auscashen. Ob und in wie fern das FA das überprüft bzw. überprüfen kann, kann ich dir nicht sagen, da ich es noch nie getan habe und bestimmt nicht versuchen werde. Ich gehe doch nicht den sicheren Weg und lege alles offen, damit ich ruhig schlafen kann, um dann trotzdem Steuerhinterziehung zu betreiben. Auscashen auf diesem Weg ist natürlich erlaubt, aber angeben müsste man es trotzdem. Die Betonung liegt auf müsste. Wenn man was vorbeischleusen will, dann geht imo wohl am besten Cash Game im Inland oder unter 10k auch Ausland. Bargeld ist da immer was anderes, denn selbst MB und Netteller dürften deine Transaktionen ja speichern. Ob sie sowas auf Anfrage offenlegen und das FA es irgendwie rausbekommen kann, steht alles auf einem anderen Blatt. Bargeld ist gemeinhin äußerst schwer zurückzuverfolgen. Ich würde es aber nicht als Bareinzahlung aufs Konto dann einzahlen, sondern eher schön shoppen und feiern gehen ;)


Phate
Beigetreten: 21.03.2007

danke ego für die qualifizerten beiträge zu den themen :) welchen background hast du eigentlich?


Egozocker
Beigetreten: 26.08.2006

Original von Phate
danke ego für die qualifizerten beiträge zu den themen :) welchen background hast du eigentlich?

Danke für die Blumen.
Als Pokerspieler bin ich ein untypischer Freizeitspieler, der nicht auf Gewinne angewiesen ist, es aber hasst zu verlieren.
Ich bin deshalb nicht auf Pokergewinne angewiesen, weil ich mein Geld als Steuerberater verdiene. :f_cool:


mukutuku
Beigetreten: 12.05.2010

Weiß einer wie das in Österreich ist? Habe in letzter zeit immer wieder auscashen lassen auf mein bankonto. ca. 50-100 Überweißungen. zwischen 300-7000€, wird dass irgendwann ein problem.? man muss ja nicht unbedingt auf sein Bankkonto auscashen, also könnte man den Staat beim Steuern zahlen ja immer betrügen :) und was ist wenn man in einem Jahr nur verliert? und wenn man immer wieder ein- bzw. auszahlt, wie ist das dann?? Steuern zu zahlen fürs pokern... kann ich mir nicht vorstellen!

gruß aus TIROL!!


@Ego - wie stehst Du zu dem Punkt Bankroll?
Wären wir bei §19 EStG wären i.V.m. §9 EStG Werbungskosten alles das, was aufgewendet wird, um Einnahmen zu erzielen. Analog verhält es sich ja mit Betriebsausgaben. Nun will ich nicht sagen, dass meine komplette Bankroll eine Betriebsausgabe ist, aber es ist ja unstrittig, dass sich meine Einnahmen auch nach der Höhe meiner Bankroll richten, ergo je größer die Bankroll, desto größer können die Gewinne sein und Ziel eines Unternehmens ist ja gemeinhin die Gewinnmaximierung, weshalb man eine größere Bankroll anstrebt.

Deshalb finde ich den Punkt "solange es auf dem Account liegt ist es kein Gewinn" gar nicht mal sooo verkehrt, da die Bankroll dann ja gewissermaßen "Arbeitsmaterial" ist.


Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008

Original von Kaos
Ich will jetzt hier gar nicht sagen ob man nun Steuern zahlen muss oder nicht.. Aber unabhängig von der Pokerthematik kann ich ja nur lachen wenn ich hier manche Postings lese.. WENN das Finanzamt auf euch aufmerksam wird dann seid ihr in der Beweispflicht und nicht umgekehrt..

Also in Ö (und das hat ja ein sehr ähnliches Steuerrecht) gibt es keine Beweispflicht für den Steuerpflichtigen. Höchstens eine erhöhte Mitwirkungspflicht. Aber wenn man der nicht nachkommt, dann schätzt das FA das Einkommen, wobei die Schätzung keine Strafe für die fehlende Mitwirkungspflicht beinhalten darf.

Original von Maniac81
Hinzu kommt auch noch, dass man einen Monat gewinnen und den nächsten verlieren kann. Dann müsste man wenn schon jährlich für Gewinne die Steuern zahlen. Sonst macht das alles wenig Sinn.
Man stelle sich vor, dass man für nen guten Monat viele Steuern gezahlt hat und dann broke geht..

Natürlich ist die Periodisierung 1 Jahr. Selbst bei einem Nichtselbständig Angestellten ist sie 1 Jahr. Und bei Einkünften aus Gewerbebetrieb, wo mit einer Einkommens/Ausgabenrechnung der Gewinn ermittelt wurde, besteht auch eine dreijährige Verlustausgleich/vortragsmöglichkeit (in Ö zumindest).


Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008

Original von DieBernde
Deshalb finde ich den Punkt "solange es auf dem Account liegt ist es kein Gewinn" gar nicht mal sooo verkehrt, da die Bankroll dann ja gewissermaßen "Arbeitsmaterial" ist.

Also korrekt wäre sicherlich, dass das Geld aufm Account Betriebsvermögen darstellt. Als Betriebsausgabe zählt es erst, wenn man es auf den Pokertischen verloren hat. Und eine Steigerung des Betriebsvermögens zählt als Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Also zumindest wenn mans komplett korrekt angeht.

Eine Maschine in einem Betrieb ist auch "Arbeitsmaterial", zählt aber trotzdem zum Vermögen dazu (nur dass die Maschine abnutzbar ist und durch den Wertverlust (Abschreibung) dann als Betriebsausgabe zählt).


Egozocker
Beigetreten: 26.08.2006

Original von DieBernde
@Ego - wie stehst Du zu dem Punkt Bankroll?
Wären wir bei §19 EStG wären i.V.m. §9 EStG Werbungskosten alles das, was aufgewendet wird, um Einnahmen zu erzielen. Analog verhält es sich ja mit Betriebsausgaben. Nun will ich nicht sagen, dass meine komplette Bankroll eine Betriebsausgabe ist, aber es ist ja unstrittig, dass sich meine Einnahmen auch nach der Höhe meiner Bankroll richten, ergo je größer die Bankroll, desto größer können die Gewinne sein und Ziel eines Unternehmens ist ja gemeinhin die Gewinnmaximierung, weshalb man eine größere Bankroll anstrebt.

Deshalb finde ich den Punkt "solange es auf dem Account liegt ist es kein Gewinn" gar nicht mal sooo verkehrt, da die Bankroll dann ja gewissermaßen "Arbeitsmaterial" ist.

Man sollte sich die Sache nicht schönreden.
Grundsätzlich ermittelt man den Gewinn nach § 4 Abs. 1 EStG (Betriebsvermögensvergleich). Danach werden Vermögensmehrungen versteuert, also auch Forderungen, Bestandserhöhungen etc.
Nach dieser Vorschrift wird natürlich deine Bankroll versteuert, weil sie ja zu deinem Betriebsvermögen zählt.
Für bestimmte Gewerbetreibende, zu denen Pokerspieler gehören können, gibt es ein Wahlrecht, den Gewinn an Stelle des Betriebsvermögensvergleichs mittels des Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben zu ermitteln. Dafür kommt es also auf den Zeitpunkt des Zuflusses der Betriebseinnahmen und des Abflusses der Betriebsausgaben an.
Fraglich ist jetzt, ob die Gutschrift des Gewinns auf dem Pokeraccount den Tatbestand des Zuflusses erfüllt. Ich denke ja, weil Kriterium ist, ob du über das Geld frei verfügen kannst. Mag sein, dass dies manche anders sehen. Aber diese Frage ist die entscheidende, alles andere ist Wunschdenken.