Mich würde mal interessieren, inwiefern op das HUD nutzt und sein Spiel an den Gegnern ausrichtet. Gegen einen Maniac z.B. ist TPTK am Flop eine fantastische Hand, gegen einen Rock der auf einmal am Flop Action macht eher weniger. Wie der Vorposter geschrieben hat, einfach mal nachdenken, was der Gegner für ne Range haben könnte, und ob man dagegen vorne liegt oder nicht. Immer den gleichen Stiefel gegen unterschiedliche Gegnertypen zu spielen ist heutzutage einfach zu wenig.
Dann fehlen hier wichtige Stats, Call 3bet, Cbet Flop, Cbet Turn, Call Cbet, ATS, Blinddefense. Da kann man einiges rausholen, aber auch viel liegen lassen.
Dann mal ein paar gesammelte Erfahrungen von mir auf den Micros (ich spiele zwar Zoom SH, aber ich bezweifle das es da große Niveauunterschiede zu FR gibt). Ist halt sehr allgemein mangels Information. Mag sein das es Leute anders sehen, aber ich fahre mit meinem Spielstil auf den Micros (!) ganz gut. Das man auf höheren Limits teilweise weiterentwickelte Konzepte braucht, ist klar.
Preflop:
- Es sind generell viele Nits unterwegs die auch tight erhöhen, speziell in EP und MP. Mach daher keine loosen Coldcalls. Wenn ne Nit UTG erhöht ist AJ, KQ oder sowas halt für mich ein Fold, sonst gerät man postflop sehr schnell in schwierige Situationen, die richtig Geld kosten können. Pockets auf Setvalue callen wenn die Odds stimmen, bei guten Odds kann man in guter Position auch mal nen suited connector multiway spielen.
- Vorsicht auch bei 3bets, gibt wirklich viele Nits die in solchen Spots mit QQ+ unterwegs sind. Da biste halt mit AK deutlich im Hintertreffen. Gegen 7% 3bet wiederum biste mit AK gut dabei. Einfach mal mit dem Equilator rumspielen, welchen Hand gegen welche Range noch gut ist und dann anhand des 3bet Werts die Entscheidung treffen ob man eine Hand spielt oder nicht.
- Blinds werden sehr häufig von TAGs angegriffen. Resteals sollten daher zum Standardrepertoire gegen solche Leute gehören, die dann meistens sehr schnell den Schwanz einziehen.
Made Hands:
- Draws werden relativ selten gefoldet. Also musst du mit guten made Hands Pötte aufbauen. Du willst a.) value bekommen und b.) deine Hand beschützen. Spiel gegen Calling stations aggro und gib ihnen schlechte Odds.
- Kriegst du Action in Form eines raise oder c/r mit ner guten Made Hand, kommts auf den Gegner drauf an und wieviele noch in der Hand dabei sind. Da kann man eigentlich nicht pauschal sagen, dass man sowas immer folden muss oder immer broke gehen sollte. Siehe oben, was für ne Range könnte der Gegner haben, inwiefern hat er das Board getroffen, spielt er aggressiv oder passiv. Dann die Entscheidung treffen. Enge Range (z.B. hohe 2Pair/Setgefahr) eher folden. Breite Range (also z.B. Leute die Kickerprobleme haben könnten, Draws aggro spielen oder gerne bluffen) eher broke gehen. Sollte soweit logisch sein.
Draws:
- Odds & Outs beachten und keine unprofitablen Draws chasen. Das A und O hier.
Board verfehlt:
- Cbet danach ausrichten, ob du ne Hand repräsentieren kannst. Das kannst du z.B. auf nem A-high Flop eher als auf nem 7-high Flop. Genauso aber beachten, ob die Range des Gegners das Board getroffen haben könnte.
- Grade die tighten Osteuropäer sind sehr callfreudig bei cbets, die callen dich ohne mit der Wimper zu zucken auch mit Overcards oder pure Air. Da schafft ne 2nd barell oftmals Abhilfe, insb. wenn am Turn ne Karte kommt die du repräsentieren kannst.
- Bluff keine Spieler, die du als Fische identifiziert hast. Es bringt einfach nichts.
Abschließend empfehle ich diesen Thread, mal zu groben Orientierung wie Idealstats aussehen sollten:
Statistiken u. Graphen Sammelthread
Natürlich sollte man das theoretische Grundwissen dahinter verstanden haben, falls es da noch Nachholbedarf gibt, einfach mal im Strategieforum einlesen oder Videos und Handbewertungsforen nutzen.
Hoffe der Post ist halbwegs sinnvoll und hilft ein bisschen weiter.
gl